Sprachlicher Etikettenschwindel

Immer öfter werden Dinge heute nicht mehr als das bezeichnet, was sie sind. „Freistellen“ ist längst der schönfärberische Ersatz für „entlassen“ geworden und schon Ende März wir reden von „Sommerzeit“, obwohl wir damit nicht die tatsächliche Sommerzeit, also den Sommer von etwa Ende Juni bis Ende September meinen.

Was fälschlich als Zeitumstellung bezeichnet wird, ist alles andere als das. Es ist lediglich ein Verstellen der Uhrzeit. Tatsächlich verstellen wir in Europa unsere Uhren so, dass sie um eine ganze Stunde falsch zum Sonnenstand gehen. Wollten wir tatsächlich die Zeit umstellen, müssten wir den Sonnenstand verändern. Da wir das gottseidank nicht können, plädiere ich dafür, die Mitteleuropäische Zeit das ganze Jahr über zu belassen und das Wort Sommerzeit wieder für den echten Sommer zu verwenden.

„Erneuerbare Energien“ tun auch nicht, was der Name nahelegt: Sie erneuern sich nicht! Trotz der fehlerhaften Bezeichnung wissen alle, was gemeint ist und keiner stört sich an der Bezeichnung. Schön fände ich allerdings, wenn wir uns in Zukunft wieder die Mühe machten, Dinge und Phänomene mit Worten zu bezeichnen, die mit der Sache, die sie bezeichnen etwas gemein haben. Kaffeemaschine, Flugzeug, Kugelschreiber bezeichnen den gemeinten Gegenstand sehr bildhaft und jeder hat eine Vorstellung und ein Verständnis davon.

Manchmal wundere ich mich über neue Bezeichnungen. So las ich neulich „Baby-Body“ für das, was ich bisher als Strampler kannte. Wenn ich ein Geschenk für ein Neugeborenes suche, komme ich nicht auf die Idee, ihm einen Säuglingskörper zu schenken, den hat es doch selbst gerade frisch mit auf die Welt gebracht.

Und so lange mir Sprachverhunzung durch falsch verstandenen Feminismus in Kombination mit unverstandenen Sprachregeln als politisch korrekte Sprache verkauft wird, nehme ich Gender-Mainstreaming als Ideologie wahr, der ich nicht anhänge. Der Duden definiert den Begriff als „Verwirklichung der Gleichstellung von Mann und Frau unter Berücksichtigung der geschlechtsspezifischen Lebensbedingungen und Interessen“. Mit wäre lieber, es ginge um gleiche Rechte und um das große Ganze. Durch die ständige Betonung und das Herausstellen der weiblichen Formen zielt das sogenannte Gendern auf Teilung und Zwiespalt, diskriminiert die Männer und betont Unterschiede, wo es früher keine gab, da wir Begriffe im grammatischen Geschlecht verwendeten. Dass dieses Geschlecht häufig das Maskulinum ist, hängt mit der Geschichte unserer Wortbildung zusammen und hat nichts Antiweibliches.

Wir sollten die Dinge beim Namen nennen, nachdem wir ihnen vorher den richtigen gegeben haben. Wie schön, wenn wir nach der derzeitigen Übertreibung wieder dahin kommen! Wenn Sie mehr von mir lesen wollen, klicken Sie hier: http://www.baron-texttraining.de/…

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