Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen braucht beste Netze und beste Diensteangebote für erfolgreiche Digitalisierung

Aus Sicht des VATM hat das Land Nordrhein-Westfalen den richtigen Weg eingeschlagen und schon früh auf echte Glasfaseranschlüsse insbesondere für Gewerbegebiete gesetzt. Zudem setzt die Landesregierung klar auf Wettbewerb und diskriminierungsfreien Zugang, Open Access, für die neuen digitalen Dienste. Dafür gab es durchweg Lob von Wissenschaft und Unternehmen bei einem Parlamentarischen Frühstück des Landestags NRW. Dem VATM als größtem TK-Branchenverband ging es dabei um die richtige Gigabit-Strategie und vor allem um die Stellschrauben, wie der Ausbau echter Glasfasernetze bis ins Haus beschleunigt werden kann. „Ich würde mich wirklich freuen, wenn auch ich in überschaubarer Zeit noch in den Genuss dieser Gigabit-Anschlüsse käme“, ermutigte Oliver Keymis MdL, Vizepräsident des NRW-Landtags, bei der Begrüßung die Branchenvertreter.

Direkt zu Beginn erläuterte Dr. Karl Lichtblau, Sprecher der Geschäftsführung des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln Consult, dass die Herausforderung in Nordrhein-Westfalen nach wie vor unverändert die Gebiete sind, die keine Versorgung mit leistungsfähigen TV-Breitbandkabelnetzen erhalten. Wo nicht schon Glasfaser beim Kunden ankommt, müssten in den nächsten zehn Jahren alle alten Kupferanschlüsse ersetzt werden. Super-Vectoring sei da keine nachhaltige Lösung. Auch in NRW sitze der Mittelstand zudem in ländlichen Regionen. „Dort muss die Politik für den beschleunigten Ausbau von Gigabit-Open Access-Netzen sorgen, Bürokratie abbauen und Prozesse beschleunigen“, fordert der Wirtschaftsfachmann.

„Der Ausbau von Gigabit-Netzen ist wesentlicher Baustein für eine erfolgreiche Digitalisierung“, betonte Dr. Christoph Clément, Mitglied der Geschäftsleitung Vodafone Deutschland und VATM-Präsidiumsmitglied: „Dabei muss für  Wirtschaftsunternehmen im Land gewährleistet sein , dass sie auch und gerade auf den neuen Gigabit-Netzen die leistungsfähigsten Anbieter – so wie heute – frei im Wettbewerb wählen können.  Infrastruktur-, Investitions- und Dienstewettbewerb sind  auch in NRW Treiber der gesamten Wirtschaft.“ Dr. Clément berichtete zudem über die Möglichkeiten des neuen Mobilfunkstandards 5G, der für Nordrhein-Westfalen von großer Bedeutung sei. Er unterstrich, dass zu hohe Versteigerungserlöse bei der Frequenzvergabe die Investitionsfähigkeit belasten würden und die Unternehmen eine faire Chance brauchten, die Investitionen zurückzuverdienen.

Uwe Nickl, CEO Deutsche Glasfaser Holding und ebenfalls VATM-Präsidiumsmitglied, appellierte unter anderem dafür, bürokratische Hemmnisse abzubauen, neue Verlegetechniken zu nutzen und den eigenwirtschaftlichen Ausbau in den Vordergrund zu stellen. „Das heutige `Förderökosystem´ lebt von Komplexität und hindert den eigenwirtschaftlichen Ausbau. Das können wir uns nicht länger leisten“, so Nickl. Er plädiert für Voucher-Gutscheine für Glasfaser-Hausanschlüsse und -Produkte, von denen Hauseigentümer und Vertragskunden profitieren.

Wie wichtig die problemlose Migration von Kupfer auf Glasfaser für die Wirtschaft sein wird, erläuterte Peter Zils, CEO ecotel communication und VATM-Präsidiumsmitglied: „Hochspezialisierte unternehmensspezifische Lösungen, die tief in die Kommunikationsprozesse der Geschäftskunden integriert sind, aber auch Sicherheitslösungen für deutschlandweite Firmennetzwerke brauchen Open Access auf Diensteebene.“

Die Bedeutung des Gigabit-Ausbaus auch auf dem Land unterstrich NRW-Landtags-Vizepräsident Oliver Keymis: „Das Rückgrat der Wirtschaft, der Mittelstand, ist stark in ländlichen Regionen angesiedelt. Deshalb sind flächendeckende Gigabit-Anschlüsse erforderlich. Nur so wird die Digitalisierung der Wirtschaft auch in der Fläche möglich und eine digitale Spaltung der Gesellschaft verhindert.“

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