Eric Schweitzer: Brexit-Abstimmung bedeutet eine schlechte Nachricht für die deutsche Wirtschaft

Nach dem Votum des britischen Unterhauses am gestrigen Dienstag drohen die Negativszenarien zum Brexit nun bittere Realität zu werden. Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), empfiehlt den Unternehmen, sich anhand der Brexit-Checkliste des DIHK (www.ihk.de/brexitcheck) auf den Austritt vorzubereiten.

Schweitzer: "Die Entscheidung ist für die deutsche Wirtschaft eine schlechte Nachricht. Ohne Abkommen droht der Brexit völlig ungeregelt abzulaufen.

Die Unternehmen hätten keine Planungssicherheit im UK-Geschäft. Zusätzlich würden jährlich Millionen von Zollanmeldungen und Milliarden Euro an Zöllen fällig. Aus den Brexit-Negativszenarien würde dann leider bittere Realität.

Daher sollten sich Unternehmen jetzt verstärkt anhand der DIHK-Brexit-Checkliste vorbereiten. Denn für die deutschen Unternehmen steht einiges auf dem Spiel. Immerhin ist Großbritannien noch unser fünftwichtigster Handelspartner, das Handelsvolumen beträgt 122 Milliarden Euro.

Eine kurze Verschiebung des EU-Austritts von Großbritannien um einige Wochen, über die derzeit spekuliert wird, würde die Unklarheit wohl nur aufschieben. Letztendlich bliebe der gordische Brexit-Knoten weiter ungelöst."

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Der Brexit von A bis Z: DIHK veröffentlicht kostenfreies Glossar

Vom Abkommen über technische Handelshemmnisse bis hin zu Zöllen und Kontingenten: Die wichtigsten Vokabeln rund um den Brexit erläutert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) jetzt in einem Begriffsverzeichnis.

Wissen Sie, was es mit dem Chequers Plan auf sich hat? Wer die DExEU ist oder wer in der Article 50 Task Force sitzt? Diese und viele weitere mit dem Brexit verknüpften Ausdrücke können Sie ab sofort in dem achtseitigen DIHK-Glossar nachschlagen.

Die Veröffentlichung listet zudem die zentralen Daten zum EU-Austritt Großbritanniens. Sie wird im weiteren Verlauf der Brexit-Verhandlungen stetig ergänzt und aktualisiert:

Brexit-Glossar des DIHK (PDF, 387 KB)

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Eric Schweitzer zum EU-Freihandelsabkommen mit Singapur: Engere Vernetzung mit Asean „von großer Bedeutung“

Der morgigen Unterzeichnung des Freihandelsabkommens zwischen der EU und Singapur misst Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), auch eine große symbolische Relevanz zu. Perspektivisch hofft er auf ein umfassendes Abkommen mit der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean.

Schweitzer: "Für die deutsche Wirtschaft ist die engere Vernetzung Europas mit Asean von großer Bedeutung. Dort spielt die konjunkturelle Musik – heute und sicher auch morgen. Das EU-Abkommen mit Singapur sollte genauso wie die Abkommen mit Japan und Vietnam rasch ratifiziert werden.

Vom Abbau der Handelshemmnisse mit den Wachstumsmärkten profitieren derzeit nicht nur unsere Unternehmen, es entstehen auch Arbeitsplätze und neuer Wohlstand in Europa. Neben dieser wirtschaftlichen Bedeutung kommt eine ebenso wichtige symbolische Relevanz hinzu: So senden die Abkommen ein klares Zeichen gegen Protektionismus und für regelbasierten Handel und damit gegen Importbeschränkungen – wie sie zum Beispiel die USA aktuell zunehmend einsetzen.

Die Signale sind für die exportstarke deutsche Wirtschaft unerlässlich. Perspektivisch sollten die einzelnen Abkommen zu einem umfassenden EU-Asean-Abkommen ausgebaut werden, um die Unternehmen nicht mit einem Wirrwarr an Handelsregeln zu belasten."

 

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