Was darf der Paketbote?

Der Onlinehandel in Deutschland boomt. Sowohl Unternehmen als auch Konsumenten bestellen immer mehr Waren über das Internet. Laut Bundesverband Paket und Expresslogistik (BIEK) ist die Zahl der Sendungen 2017 auf über 3,3 Milliarden gestiegen – das entspricht 11 Millionen Sendungen pro Zustelltag. Und mit den Sendungen wächst der Zorn der Kunden von Paketzustelldiensten. Beschädigte oder verschwundene Pakete, verspätete Lieferungen, Pakete einfach in den Hausflur gestellt, Benachrichtigungskarte im Briefkasten, obwohl jemand zu Hause ist – das sind die Punkte, die Verbraucher aufregen. Was dürfen Paketboten eigentlich?

Darf das Paket bei einem Nachbarn abgegeben werden?

Viele Paketdienstleister behalten sich das Recht dieser so genannten Ersatzzustellung innerhalb ihrer AGB vor. Was die wenigsten wissen: Diese Klauseln sind zum größten Teil unwirksam. Wenn sie nicht möchten, dass eine Sendung beim Nachbarn abgegeben wird, können sie das schon im Online-Shop, z. B. im Kommentarfeld auf der Bestellseite, so mitteilen. Der Händler hat dann die Möglichkeit, den Zusatz „eigenhändig“ beim Zusteller zu buchen. Dann ist sichergestellt, dass nur der richtige Empfänger die Sendung bekommt. Ist er nicht anzutreffen, wird das Paket in eine Filiale gebracht, an der sie es dann abholen können.

Was kann ich tun, wenn ein unbekannter Nachbar das Paket nicht abliefert?

Sofern sie bei Abgabe der Bestellung den Nachbarn nicht als empfangsberechtigt angegeben haben, können sie sich immer zuerst an den Händler richten. Dieser ist dafür verantwortlich, dass sie auch deine Ware erhalten. Unterschlägt der (unbekannte) Nachbar die Sendung, ist der Händler verpflichtet Ihnen den Kaufpreis zu erstatten. Er ist aber nicht verpflichtet, das bestellte Produkt noch einmal zu liefern.

Ist es rechtlich okay, ein Paket einfach vor die Haustür zu legen?

Es gibt sogenannte Garagen-, Ablageverträge oder Abstellgenehmigungen. Bei diesen vereinbart der Zusteller mit dem Empfänger einen Ort, an dem er das Paket ausdrücklich ablegen darf – etwa eine Garage. Eine Erlaubnis, die Sendung einfach vor der Tür abzulegen, findet sich nicht in den AGB der Zusteller und ist somit nicht erlaubt!

Und wenn es doch vor die Haustür gelegt – und dann geklaut wurde?

Hier gilt wieder, dass der Händler für sie der Ansprechpartner ist. Geht das Paket verloren, muss der Händler den Kaufpreis erstatten, auch wenn eine dritte Person ein Paket entwendet hat, das der Zusteller einfach vor der Tür abgelegt hat.

Was kann ich tun, wenn mein Paket beschädigt ankommt?

Der Einfachheit halber sollte man eine offensichtliche Beschädigung direkt vom Zusteller vermerken lassen. Hat das verpackte Produkt dagegen einen Schaden erlitten, sieht man dies oft erst nach dem Auspacken.

Die gesetzlichen Vorschriften sehen hier eine Gewährleistungsfrist von zwei Jahren vor. Innerhalb der ersten 6 Monate wird dabei vermutet, dass der Schaden bereits bei Übergabe vorlag, danach muss dies der Kunde beweisen.

Viele Händler sehen in ihren AGB vor, dass der Verbraucher innerhalb einer gewissen Zeit den Mangel anzeigen muss. Solche sogenannten Rügefristen sind fast immer unwirksam, weil sie gegen zwingende gesetzliche Regelungen verstoßen.

Mein Paket ist auf dem Postweg verloren gegangen. An wen kann ich mich wenden?

Auch hier gilt wieder: An den Händler. Da dieser die sogenannte Transportgefahr trägt, ist er zur Erstattung des Kaufpreises verpflichtet. Zwar könnten sie ihren Anspruch auf Kaufpreiserstattung im Regelfall auch gegenüber dem Transportdienstleister geltend machen, das ist aber oft kompliziert und dauert sehr lange. Zudem ist der Händler nicht berechtigt, sie auf die komplizierten Nachforschungsaufträge der Zustelldienste zu verweisen.

Haben sie dagegen die Ware noch gar nicht bezahlt, müssen sie dies auch nicht tun, wenn die Ware auf dem Transportweg verloren ging.

Wann ist das Paket übergeben? Wenn ich es persönlich erhalten oder eine Benachrichtigung im Briefkasten habe?

Die Übergabe ist damit erfüllt, dass der Verbraucher den Kaufgegenstand in seinen Händen hält. Die Benachrichtigungskarte im Briefkasten – oder auch die Abgabe beim Nachbarn – bewirken im Regelfall noch nicht, dass der Kunde den Besitz an der Sache erlangt hat.

Das ist besonders wichtig, wenn man an die Widerrufsfrist denkt. Denn eine Voraussetzung dafür, dass die Frist überhaupt beginnt, ist der Erhalt der Ware. Die Frist läuft also erst los, wenn sie z. B. das Paket in der nächsten Filiale abgeholt haben und nicht bereits dann, wenn der Zusteller die Benachrichtigungskarte in den Briefkasten geworfen hat.

Was, wenn das Paket beim Zurücksenden an den Händler verloren geht?

Geht das Paket nach dem Widerruf unterwegs zurück zum Händler verloren oder wird beschädigt, erhalten sie trotzdem ihren Kaufpreis zurück und müssen keinen Ersatz leisten.

Allerdings sind Verbraucher in einem solchen Fall in der Pflicht, die korrekte Absendung auch nachzuweisen. Das ist zum Beispiel mittels Zeugen möglich. Außerdem sind sie verpflichtet, die Ware in geeigneter Weise zu verpacken. So trifft sie z. B. eine Mitschuld und sie sind zum Schadensersatz verpflichtet, wenn sie eine kleine, zerbrechliche Porzellan-Figur ohne Polsterung in einem großen Pappkarton verschicken.

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janolaw und ihr Partner EHI kooperieren mit dem Marktplatz Allyouneed.com

Im Rahmen der Kooperation mit Allyouneed.com können Online-Händler bei den Rechtstexten AGB & Co. auf die Erfahrung der janolaw AG, die mit mehr als 15 Jahren einer der führenden Rechtsdienstleister im Internet und Spezialist für die softwaregestützte interaktive Erstellung von juristischen Dokumenten ist, zurückgreifen.

Die Anwälte der janolaw AG kennen die Abmahnproblematik im Internethandel genau und haben insbesondere die Erfahrungen aus den wettbewerbsrechtlichen Abmahnungen in den Dokumenten-Assistenten mit einfließen lassen. Das bewährte Prinzip für die Online-Generierung findet auch bei der Erstellung der juristischen Texte für den Handel auf Allyouneed.com (AGB, Widerrufsbelehrung, Muster-Widerrufsformular, Datenschutzerklärung und Impressum) Anwendung.

Die Erstellung der juristischen Texte ist browserbasiert. Rechtliche Hintergründe werden bei der Beantwortung des durch Rechtsanwälte konzipierten Fragen-Antworten Kataloges in kurzen Anmerkungen erläutert. Das nach den Vorgaben des Kunden individuell erstellte Dokument steht direkt nach Beantwortung der Fragen als Word Vorlage zum Download zur Verfügung. In Kombination mit dem anwaltlichen Aktualisierungsdienst erhalten Shopbetreiber per E-Mail bei rechtlichen Änderungen (z.B. bei Gesetzesänderungen oder neuer Rechtsprechung) die aktuellen Hintergrundinformationen und konkrete Handlungsanleitungen. Bei Rückfragen zu den Rechtstexten steht der Support von janolaw per E-Mail oder telefonisch zur Verfügung. Die Abmahnkostenhaftung durch die janolaw AG rundet das Sorglos-Paket ab.
 
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Ob der Verkauf auf Allyouneed.com, der eigene Online-Shop bzw. die eigene Webseite oder der Bedarf an weiteren rechtlichen Dokumenten bspw. aus Arbeitsrecht oder Mietrecht, Kunden von Allyouneed sparen 25% bei janolaw.

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5 Tipps gegen Datenmissbrauch

Wie akut das Thema Datenmissbrauch ist, belegt aktuell die Geschichte von Schauspieler Axel Prahl: Ein Betrüger gibt sich immer wieder als er aus, um Geld abzuzocken. Und auch im Netz wird die Identität des "Tatort"-Kommissars regelmäßig geklaut. Was tun gegen diesen Identitätsdiebstahl? Dazu fünf Tipps von Dr. Carsten Föhlisch, Verbraucherrechtsexperte des europäischen Online-Gütesiegels Trusted Shops.

Tipp 1: Manchmal ist weniger mehr
Dr. Carsten Föhlisch:
Ob in sozialen Netzwerken oder auch beim Online-Shopping – Verbraucher sollten sparsam mit den eigenen Daten umgehen. Sie sollten niemals mehr preisgeben, als es unbedingt notwendig ist. Nur so können Verbraucher vermeiden, dass ihre Daten in falsche Hände gelangen. Das gilt auch für die E-Mail-Adresse. Online-Händler beispielsweise benötigen zwar immer eine E-Mail-Adresse, um eine Bestellbestätigung schicken zu können, aber besonders bei Foren oder Gewinnspielen sollten Verbraucher aufmerksam sein und auf Seriosität achten. Zudem sind Spam-Mails im Posteingang oftmals sehr ärgerlich. Um diese zu vermeiden, sollte die E-Mail-Adresse nicht zu leichtfertig angeben werden.

Tipp 2: Keine unverschlüsselten Daten übertragen
Dr. Carsten Föhlisch:
Beim Online-Shopping sind die Zahlung per Kreditkarte oder Einzugsermächtigung gängige Verfahren. Verbraucher sollten Zahlungsdaten niemals unverschlüsselt übertragen. Denn sonst könnten die Daten leicht abgefangen und für andere Zwecke missbraucht werden. Was viele Verbraucher nicht wissen: Beim Senden von unverschlüsselten Daten verstoßen viele Online-Käufer gegen die Bedingungen ihrer Bank. Um auf der sicheren Seite zu sein, ist es deshalb ratsam, dass Verbraucher vor dem Senden der Zahlungsdaten immer schauen, ob im Browserfenster ein Schloss-Symbol bzw. ein „https“ in der URL angezeigt wird. Das Symbol garantiert eine verschlüsselte Datenübertragung.

Tipp 3: Unseriöse Online-Shops erkennen
Dr. Carsten Föhlisch:
Im Internet gibt es zahlreiche Online-Shops. Die meisten Shop-Betreiber sind ehrliche Händler. Doch immer häufiger nutzen Betrüger sogenannte Fake-Shops, um Verbraucher abzuzocken. Verbraucher sollten deshalb unbedingt auf eine vollständige Anbieterkennzeichnung sowie auf umfängliche Informationen zu Widerruf, Versandkosten und Zahlungsmethoden achten. Bei unseriösen Shop-Betreibern sind diese oft fehlerhaft oder schwer zu finden. Zudem kann eine kurze Internetrecherche sinnvoll sein. Vielleicht gibt es Negativeinträge in Foren, die zu erhöhter Wachsamkeit mahnen. Lässt sich ein Online-Shop darüber hinaus von seinen Kunden direkt bewerten und blendet das Ergebnis auf seiner Website ein – etwa über das Kundenbewertungssystem von Trusted Shops –, kann dies zusätzlichen Aufschluss über die Qualität von Service und Angebot geben. Trusted Shops stellt die Unabhängigkeit und Echtheit der Bewertungen über eine mehrstufige Überprüfung sicher. Darüber hinaus sollten Verbraucher schauen, ob ein Shop mit einem Gütesiegel zertifiziert ist. So geraten die sensiblen Daten gar nicht erst in falsche Hände.

Tipp 4: Passwörter niemals auf öffentlichen PCs speichern
Dr. Carsten Föhlisch:
Gespeicherte Passwörter erleichtern das Surfen im Internet, da das lästige Einloggen entfällt. Jedoch sollten Internet-Nutzer unbedingt darauf verzichten, wenn sie an einem öffentlichen Computer, zum Beispiel in einem Internetcafé, sitzen. Die Passwörter werden über sogenannte Cookies gespeichert, die auf dem Computer abgelegt werden. Vergisst der Nutzer am Ende die Cookies zu löschen, wird der nächste Computernutzer automatisch mit dem Account angemeldet. Was viele nicht wissen: Einige Computerviren lesen die Cookie-Listen ohne Zustimmung des Nutzers aus. Grundsätzlich sollten Verbraucher es Betrügern schwer machen, das Passwort zu knacken. Die verwendeten Passwörter sollten immer aus einer Kombination von Sonderzeichen, Buchstaben und Zahlen bestehen. Am besten verwendet man unterschiedliche Passwörter für verschiedene Anwendungen. Regelmäßiges Ändern des Passworts und Sicherheitsfragen, die nur vom Verbraucher selbst beantwortet werden können, schützen zusätzlich vor Datenmissbrauch.

Tipp 5: Zuerst die Allgemeinen Geschäftsbedingungen lesen, dann zustimmen
Dr. Carsten Föhlisch:
Bei sozialen Netzwerken und Internet-Diensten müssen sich Nutzer häufig registrieren. Auch wenn es keine spannende Lektüre ist, ist es empfehlenswert, dass sich Nutzer trotzdem unbedingt die AGB und die Datenschutzerklärungen bei der Registrierung durchlesen. Denn nur so wissen Nutzer, was mit ihren Daten geschieht. Beispiel facebook: Hier sollten Nutzer einiges beachten. Drückt ein Nutzer auf einer Internetseite einen „Gefällt mir“-Button und ist gleichzeitig bei facebook angemeldet, dann erhält das soziale Netzwerk die Information, dass der Nutzer die Website besucht hat. Die Information wird auch dann übertragen und kann dem Nutzerprofil zugeordnet werden, wenn der Nutzer den Button nicht gedrückt hat.
 
Weitere Infos zu dem Thema Identitätsschutz finden Sie unter diesem Link: https://www.trustedshops.de/identitaetsschutz/

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janolaw AGB Update-Service mit DSGVO konformer Datenschutzerklärung & Abmahnschutz für den Marktplatz real.de

Händler von real.de können bei den Rechtstexten AGB & Co. auf die Erfahrung der janolaw AG, die mit mehr als 17 Jahren einer der führenden Rechtsdienstleister im Internet und Spezialist für die softwaregestützte interaktive Erstellung von juristischen Dokumenten ist, zurückgreifen.

Das schon lang bewährte Prinzip der bequemen Erstellung der rechtlichen Vorlagen findet auch bei dem neuen AGB Update-Service für real.de Anwendung. Juristische Hintergründe bzw. Detailwissen sind für die Erstellung nicht nötig. Mittels dem „Ja“ „Nein“ Prinzip wird der von Rechtsanwälten bereit gestellte Fragen Katalog beantwortet und die individuellen Dokumente generiert.

Im Falle von Änderungen informiert janolaw zeitnah die Kunden über Updates per E-Mail und stellt die nötigen textuellen Änderungen im Rahmen der Fragenkataloge bereit.

Shopbetreiber, die nicht Gefahr laufen möchten ab dem 2. Juli 2018 abgemahnt zu werden können sich schon jetzt für den neuen AGB Update-Service mit Abmahnschutz bei janolaw registrieren und erhalten für das erste Jahr einen Nachlass von 10%.

Jetzt den Verkauf auf real.de ab dem 2. Juli 2018 rechtlich absichern

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„FIT FÜR … meine AGB“

Die Verwendung allgemeiner Geschäftsbedingungen beim Abschluss von Verträgen, sowohl im Bereich B2B als auch B2C, ist allgegenwärtig – kein Vertrag, in dem nicht auf das berühmte „Kleingedruckte“ Bezug genommen wäre. Hier werden Gewährleistung, Verzug, Haftung und vieles mehr geregelt. Hinzu kommt, dass Rechtsprechung und Gesetzgeber die Unternehmen immer wieder mit Neuerungen in diesem Bereich konfrontieren. Daher stellen sich bei der Gestaltung und Verwendung solcher Geschäftsbedingungen vielfältige Fragen, die zwingend beachtet werden müssen: Welche Klauseln sind überhaupt zulässig, wie werden AGB wirksam in einen Vertrag einbezogen, was gilt bei sich widersprechenden Geschäftsbedingungen, was ist an gesetzlichen Neuerungen zu beachten, etc.?

Antworten auf diese und viele weitere Fragen gibt Referent Rechtsanwalt Matthias Brombach, teras Anwaltskanzlei, Saarbrücken, im Rahmen der IHK-Veranstaltung
„FIT FÜR … meine AGB“

am Dienstag, 15. Mai 2018, 18.00 Uhr
IHK Saarland, Raum 2 & 3 (Saalbau)
Franz-Josef-Röder-Straße 9, 66119 Saarbrücken.

Die Teilnahme ist kostenfrei, ein Anmeldung jedoch bis zum 14. Mai erforderlich an: thomas.pitz@saarland.ihk.de

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Fitnesstracker: Datensicherheit steht nicht im Fokus

Endlich Frühling! Und die wärmeren Temperaturen locken Läufer wieder an die frische Luft. Ein Accessoire ist dabei in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden: Der Fitnesstracker. Er überwacht Puls und Herzfrequenz, zeichnet die gelaufenen Strecken auf und speichert Schlaf- und Aktivitätsdaten. In Kombination mit einer App kommen weitere Daten wie Kalorienaufnahme und Gewicht hinzu. Doch wie sicher sind diese äußerst sensiblen Daten beim App-Anbieter oder dem Hersteller des Trackers? SpardaSurfSafe, eine Initiative der Stiftung für Bildung und Soziales der Sparda-Bank Baden-Württemberg, hat sich die Datensicherheit bei Fitnesstrackern einmal genauer angesehen.

Fitnesstracker sind inzwischen sehr beliebt, ob man nun Sportler ist oder nicht. Kein Wunder, bieten die kleinen Geräte doch immer mehr Funktionen. Zusammen mit der passenden App lassen sich nicht nur Schrittzahl, Strecken und Bewegungsdaten abrufen, auch Daten wie Blutdruck, Herzfrequenz oder Schlafrhythmus werden dokumentiert und lassen sich zu einem Gesundheitsprofil zusammensetzen. Das ist praktisch, birgt aber auch Gefahren für den Datenschutz, wie sich gerade wieder herausgestellt hat. Bei einem Hacker-Angriff auf die App MyFitnessPal von Under Armour wurden rund 150 Mio. Nutzerdaten entwendet. Auch Verbraucherschützer haben in den vergangenen Jahren immer wieder Datenschutz und Umgang mit den sensiblen Gesundheitsdaten bei Fitnesstrackern moniert.

Die erfassten Daten sind natürlich nicht nur für die Nutzer der Tracker selbst hochinteressant, sondern auch für die Werbeindustrie, die so zielgenaue Werbung ausspielen kann. „Stellen Sie sich vor, Ihre Fitness-App zeichnet über Wochen einen zu hohen Blutdruck auf und weiß zusätzlich, dass Sie leichtes Übergewicht haben. Mit diesem Profil können Werbetreibende auf Sie zugeschnittene Werbung ausspielen, beispielsweise für Abnehmshakes oder für ein Fitnessstudio in Ihrer Nähe“, erklärt Götz Schartner vom Verein Sicherheit im Internet e. V., einem Mitveranstalter von SpardaSurfSafe. Denkt man hier konsequent weiter, werden auch Krankenkassen und Versicherungen immer größeres Interesse an diesen Daten entwickeln, etwa um neue Beitragsmodelle zu entwickeln. „An diesem Punkt hört für die meisten Menschen der Spaß auf. Denn für viele Versicherte, deren Gesundheit zu wünschen übriglässt, könnte das sehr teuer werden oder sie würden erst keine Versicherungen neben der Basisversorgung erhalten“, warnt der Sicherheitsexperte.

Doch was können Nutzer tun, die nicht mehr auf die vielen Vorteile der Fitnesstracker verzichten wollen? Der Experte rät, sich nicht allein auf Optik und Funktionsumfang der Tracker zu konzentrieren. Wer sich um die Sicherheit seiner Daten sorgt, sollte sich die AGB und die Datenschutzbestimmungen der Tracker und der zugehörigen Apps ansehen. Hier muss genau darüber informiert werden, was mit Ihren Daten geschieht, wer darauf zugreifen darf und wo sie gespeichert sind. Behält sich der Anbieter beispielsweise einseitige Änderungen an den Datenschutzbestimmungen vor, womöglich sogar ohne den Nutzer informieren zu müssen, sollte man auf die Verwendung dieses Trackers besser verzichten. Auch die Datenübertragung und Synchronisierung zwischen App und Tracker sowie zwischen App und Server sollten Nutzer sich ansehen. Meist werden die Daten zwischen den Geräten über Bluetooth oder WLAN übertragen. Hier sollte man darauf achten, dass sich nicht einfach jedes Gerät über die entsprechende App mit dem eigenen Tracker verbinden kann. Bei der Übertragung an einen Server sollte eine sichere https-Verbindung genutzt werden. Das ist mittlerweile bei den meisten Geräten Standard. Viele Apps bieten außerdem eine Schnittstelle für Social-Media-Kanäle wie Facebook. Hier rät Schartner, auf eine Verknüpfung zu verzichten, denn eine weitere Schnittstelle bedeutet auch einen weiteren Angriffspunkt. Zuletzt sollten Nutzer darauf achten, ob der Tracker oder die App im Falle eines Verlusts eine Sperrung des Profils und der Daten von einem externen Gerät ermöglicht, um Fremdzugriff zu verhindern.

Abschließend lässt sich feststellen, dass Funktion und Optik bei vielen Herstellern eine höhere Priorität einnehmen als der Datenschutz. Hier können Nutzer jedoch beim Kauf Einfluss auf die Anbieter nehmen. Je mehr Menschen die Sicherheit ihrer Gesundheitsprofile in den Mittelpunkt der Kaufentscheidung stellen, desto besser werden auch die Hersteller darauf achten.

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Datenschutzrisiko: vorbeugende Bonitätsüberprüfung

Die Datenschutz-Pakete von janolaw enthalten neben der Datenschutzerklärung für Ihre Firmenwebseite auch weitere Datenverarbeitungs-dokumente wie z.B. das Verfahrensverzeichnis.

Bonitätsüberprüfung beim Zahlungsmittel Kauf auf Rechnung
Kauf auf Rechnung – ein beliebtes Zahlungsmittel bei Käufern, nicht ganz so beliebt bei Verkäufern. In dieser Zahlart spiegelt sich die Kernproblematik von online abgeschlossenen Verträgen: Käufer, Verkäufer, Ware und Geld befinden sich im Zeitpunkt der Vertragsschlusses nicht an einem Ort.
Folge: Eine Vertragspartei muss in Vorleistung gehen. Möchte der Käufer auf Rechnung zahlen, hat der Verkäufer ein Interesse daran, die Solvenz des Kunden über eine automatische Bonitätsüberprüfung zu überprüfen.

Bonitätsüberprüfungen sind nicht verboten
Bonitätsüberprüfungen über Schufa und anderen Auskunfteien sind gesetzlich nicht verboten und dienen dem Schutz der berechtigten Verkäuferinteressen. Diese Überprüfungen stellen aber auch einen erheblichen Eingriff in den gesetzlich geschützten Privatbereich des potentiellen Kunden dar. Immerhin sind sich die Vertragsparteien fremd und man möchte und muss nicht jedem Fremden Auskunft über seine finanziellen Verhältnisse gewähren.

Hinweise fehlen häufig
In der Online-Praxis wissen viele Kunden nicht, dass eine Bonitätsüberprüfung stattfindet, wenn sie Kauf auf Rechnung auswählen. Der Hinweis auf die Bonitätsüberprüfung findet sich häufig nur als ein Hinweis unter vielen in der Datenschutzerklärung oder in den AGB oder gar nicht.

Verboten: automatische Bonitätsüberprüfungen
Wer seine Kunden automatisch und uninformiert bereits nach Eingabe seiner persönlichen Daten im Bestellprozess auf Bonität überprüft und dem Kunden dann bei negativer Bonität den Kauf auf Rechnung nicht anbietet (sondern als Zahlungsmittel z.B. nur noch Vorkasse zur Verfügung stellt), begeht einen datenschutzrechtlichen Verstoß. Der Kunde muss vorher über Art und Umfang der Überprüfung verständlich informiert werden und per Check-Box in diese Überprüfung einwilligen.

Was droht bei Verstößen gegen die DSGVO?
Art. 82 DSGVO bestimmt, dass jeder an einer Verarbeitung personenbezogener Daten beteiligte Verantwortliche für den Schaden haftet, der durch einen Verstoß gegen die DSGVO verursacht wurde. Datenschutzverstöße können von den zuständigen Aufsichtsbehörden mit Geldbußen von bis zu 20.000.000 Euro oder von bis zu 4% des gesamten weltweiten Jahresumsatzes verfolgt werden. Daneben droht bei fehlerhaften und jedermann online einsehbaren Datenschutzerklärungen auch die Gefahr, von einem Verbraucherschutz- oder Wettbewerbsverband abgemahnt zu werden.

Wie bekomme ich meine Datenschutzerklärung?
Eine Datenschutzerklärung erstellen Sie online in wenigen Minuten mit Hilfe eines Fragenkatalogs. Via Schnittstelle zu den gängisten Content Management Systemem (CMS), wie z.B. WordPress, Joomla oder TYPO3, bauen Sie die Datenschutzerklärung in Ihre Webseite ein und janolaw aktualisiert es automatisch bei Rechtsänderungen.

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E-Mail-Clients: Komfortabel, aber nicht immer sicher

Ein E-Mail-Programm ist eine praktische Sache. Es prüft das Postfach automatisch auf neue Nachrichten und ruft sie ab, die Ansicht ist auf das jeweilige Endgerät zugeschnitten – kurz: es vereinfacht die digitale Kommunikation. Da zumindest die grundsätzlichen Funktionen bei fast allen E-Mail-Clients sehr ähnlich sind, ist es für viele Nutzer eigentlich reine Geschmackssache, welches Programm sie auswählen. Doch diese Einstellung sollte man nochmal genauer prüfen, denn der Sicherheitsforscher Mike Kuketz hat nun eklatante Sicherheitslücken bei einigen der kostenlosen Apps für Android-Geräte gefunden.

So übertragen mindestens sechs beliebte E-Mail-Clients die eingegebenen Kennwörter an den jeweiligen App-Anbieter, und das zum Teil sogar unverschlüsselt. Konkret nennt Kuketz die Programme Blue Mail, Type App, my Mail, Email App for Any Mail, Mail.ru und E-Mail – Fast & Secure mail for Gmail Outlook & more. Bei Blue Mail hätte ein Blick in die AGB ausgereicht, um das festzustellen. Denn in der Datenschutzerklärung lässt sich die App vom Nutzer das Recht zum Sammeln der Anmeldedaten einräumen. Dass damit allerdings gemeint ist, dass das Kennwort unverschlüsselt übertragen wird, konnten wohl auch die wenigen Nutzer, die diese Erklärung tatsächlich gelesen haben, nicht erahnen.

Wer nun denkt, dass das Problem nur wenige Nutzer von eher unbekannten Apps betreffen dürfte, irrt. Ein Blick auf die Download-Zahlen im Play Store zeigt bei allen genannten Programmen zwischen einer und fünf Millionen Downloads, bei myMail und Mail.ru sogar mindestens 10 Millionen. Das Problem: Es muss sich dabei nicht um aktuelle User handeln. Es reicht, wenn der Client einmal eingerichtet und dabei das Kennwort übertragen wurde. Ob man ihn dann nutzt oder wieder löscht, ist egal, der Schaden wurde bereits angerichtet. Daher sollten alle, die eines der genannten E-Mail-Programme irgendwann einmal in Benutzung hatten, schnellstmöglich die Kennwörter für das betroffene Konto ändern und auf eine vertrauenswürdige App umsteigen.

Der Anbieter von Blue Mail hat übrigens die Erkenntnisse des Sicherheitsforschers in einer Pressemeldung dementiert. Das hält die App allerdings nicht davon ab, weiterhin Kennwörter zu übertragen. Das hat Kuketz nach der Veröffentlichung der Meldung erneut überprüft.

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Prepaid-Alternativen für das Notfall-Handy

In einigen Haushalten gibt es ein Notfall-Handy in einer Schublade, das nur selten verwendet wird. Meistens wird hiermit nur kurz telefoniert. Da in der Regel mit diesem Handy nicht im mobilen Internet gesurft wird, ist ein teurer Vertrag mit Grundgebühr nicht notwendig. Gerade Senioren schätzen ein Notfall-Handy, das sie nur bei Bedarf nutzen. Aber welche Tarife eignen sich für derartige Telefone? Alexander Kuch vom Onlinemagazin teltarif.de erklärt: "Für sogenannte Notfall-Handys wurden früher wiederaufladbare Prepaidkarten empfohlen. Doch immer wieder hören wir von Verbrauchern, deren Prepaid-SIM einfach abgeschaltet wurde, obwohl regelmäßig ein Betrag aufgeladen wurde, um die SIM-Karte am Leben zu erhalten. Prepaidkarten sind also nicht die beste Wahl!"

Laut den AGB und Preislisten der Mobilfunk-Anbieter haben Prepaidkarten keine Mindestvertragslaufzeit und können daher vom Kunden sowie vom Anbieter jederzeit ohne Angabe von Gründen gekündigt werden. Der Anbieter muss lediglich die Rufnummer zur Portierung freigeben und das vom Kunden aufgeladene Guthaben erstatten. Wer also ein Notfall-Handy benötigt und sich keine Sorgen darüber machen will, dass die SIM-Karte gesperrt wird, kommt an einem Vertrags-Tarif nicht vorbei. Doch auch hier gibt es Stolperfallen, wie Kuch weiß: "Die grundgebührenfreien Tarife von maXXim, simply, hellomobil, freenetmobile, klarmobil und Co. haben nur eine Mindestvertragslaufzeit von einem Monat. Damit sind sie keine wirkliche Prepaid-Alternative, da sie ebenfalls monatlich vom Anbieter gekündigt werden können." Teilweise wird dann ab einem gewissen Monat doch eine Grundgebühr berechnet, wenn kein bestimmter Mindestumsatz anfällt. Über diese Punkte sollten sich Interessenten schon vor der Buchung eines Tarifs informieren.

"Auf dem Markt gibt es aber auch noch zwei Tarife, die für 24 Monate ohne Grundgebühr abgeschlossen werden können. Der eine stammt von congstar und wird im Telekom-Netz realisiert, der andere vom regionalen Telekommunikations-Unternehmen Kevag Telekom ist im Telefónica-Netz angesiedelt", so Kuch. Für den congstar wie ich will muss eine einmalige Anschlussgebühr von 10 Euro gezahlt werden, dafür telefoniert der Kunde dann für 9 Cent die Minute innerhalb Deutschlands. Der Tarif Kevag Basic ist zwar mit 15 Cent die Minute deutschlandweit etwas teurer, dafür fällt aber keine Anschlussgebühr an und mit anderen Kevag-Kunden kann kostenlos telefoniert werden. Beide Tarife können im Fachhandel und auf der jeweiligen Webseite des Anbieters abgeschlossen werden, gleichzeitig muss ein SEPA-Lastschriftmandat erteilt werden. Bei Nichtkündigung verlängern sich beide Verträge um jeweils 12 Monate. Allerdings ist Kevag Telekom nicht bundesweit im Fachhandel vertreten, sondern bei Vertriebspartnern, die sich im Umkreis von rund 50 Kilometern um Koblenz befinden.

Weitere Einzelheiten finden Sie unter: http://www.teltarif.de/s/s70857.html 

 

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