Fraunhofer HHI entwickelt Quantenkommunikation für jedermann im EU-Projekt UNIQORN

Quantenkommunikation schützt die Datenübertragung auf eine Weise, die Abhörversuche nicht mehr unentdeckt lässt. Das Fraunhofer HHI entwickelt im Rahmen des „Quantum Flagship“ der Europäischen Union neuartige optische Integrationslösungen, die es erlauben, solche Technologien für jedermann erschwinglich zu machen. Im Rahmen des Projekts UNIQORN mit 16 internationalen Partnern ist die PolyBoard-Technologie des Fraunhofer HHI der Schlüssel für den Erfolg im Massenmarkt.

Die am Fraunhofer HHI entwickelte hybride photonische Integrationsplattform PolyBoard ermöglicht die flexible und effiziente Kombination unterschiedlichster optischer Funktionalitäten auf einem einzelnen Chip. Die so bereitgestellte Toolbox wird in den kommenden Jahren im Rahmen des „Quantum Flagship“ der Europäischen Union für die speziellen Anforderungen neuartiger Quantentechnologien weiterentwickelt. Das Projekt „UNIQORN – Affordable Quantum Communication for Everyone: Revolutionizing the Quantum Ecosystem from Fabrication to Application” hat sich zum Ziel gesetzt, Quantentechnologien mit Hilfe photonischer Integration zu miniaturisieren und für Anwender als System-on-Chip-Lösungen nutzbar zu machen.

Das Projekt wird die Schlüsselkomponenten für die Quantenkommunikationssysteme der Zukunft entwickeln, die unter anderem zur Generierung von echten Zufallszahlen und die sichere Schlüsselverteilung eingesetzt werden. Dazu zählen spezialisierte quantenoptische Quellen und Detektortechnologien. Ein wichtiger Schwerpunkt der Forschungsarbeiten liegt auf den integrierten System-on-Chip-Lösungen. Sie bilden die Grundlage für hochminiaturisierte optische Systeme, die quantenmechanische Eigenschaften wie etwa Verschränkung und gequetschtes Licht voll ausschöpfen können.

Kern dieser Integration ist die PolyBoard-Technologie der mikro-optischen Bank, die es erlaubt, große optische Komponenten wie Kristalle zur Erzeugung verschränkter Photonen mit integriert-optischen Komponenten und Funktionalitäten auf einem PolyBoard-Chip zu kombinieren. Hierdurch lassen sich bekannte Materialsysteme für die Quantentechnologie direkt mit photonisch-integrierten Schaltkreisen verknüpfen, ohne Kompromisse in der Leistungsfähigkeit der mikro-optischen Komponenten eingehen zu müssen. Bisher wurden mit dieser Technologie miniaturisierte optische Bauelemente für Telekom- und Datacom-Anwendungen sowie mikro-optische Chips für die Analytik und Sensorik entwickelt.

Im UNIQORN-Konsortium, das vom AIT (Austrian Institute of Technology) koordiniert wird, arbeiten 17 Partner aus ganz Europa an einer multidisziplinären Forschungsagenda. Forschungsinstitutionen (AIT, Fraunhofer HHI, IMEC) mit langjähriger Erfahrung in der Überführung von akademischer Grundlagenforschung in die industrielle Anwendung werden mit Quantenforschern mit theoretischem und experimentellem Know-how (Universität Wien, Universität Paderborn, Universität Innsbruck, Technical University of Denmark) zusammenarbeiten. Das Projekt kann auch auf Expertise in den Bereichen Photonik / Elektronik und Integration / Packaging zurückgreifen (Eindhoven University of Technology, Micro-Photon-Devices, Politecnico Milano, Smart Photonics, Institute of Computer and Communication Systems Athens, VPI Photonics, Cordon Electronics). Die Perspektive der industriellen Endnutzer wird durch den Systemanbieter Mellanox und den Betreiber Cosmote eingebracht. Die Evaluierung im Feld erfolgt in einer Smart-City Testumgebung, die von der Universität Bristol betrieben wird.

„Das Austrian Institute for Technology ist weltweit führend in der Quantenkommunikation. Wir sind stolz, dass wir vom Konsortium als Partner für integrierte Optik ausgewählt wurden und mit unserer Technologieplattform PolyBoard zu der erfolgreichen Evaluierung in dem höchst selektiven Auswahlverfahren der EU beitragen konnten“, sagt Prof. Dr. Martin Schell, Leiter des Fraunhofer HHI.

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Forschungsprojekt „Natural Language Search“ erfolgreich abgeschlossen

Die SER Solutions Österreich GmbH und das AIT Austrian Institute of Technology geben den erfolgreichen Abschluss eines gemeinsamen Forschungsprojekts zum Thema „Natural Language Search mit Doxis4“ bekannt. Die Forschungsergebnisse und der funktionale Prototyp wurden an die SER Solutions Österreich übergeben, nächster geplanter Schritt ist die Integration der Sprachfeatures in die Doxis4-Software.

Die SER Group beschäftigt sich seit längerem intensiv mit kognitiven Funktionen, Maschinenlernen und Künstlicher Intelligenz. Die Enterprise Content Management (ECM)-Software Doxis4 wird von Analysten bei Gartner und Forrester in Bezug auf ihre Innovationskraft zu den TOP-Produkten gezählt. Im Gartner Magic Quadrant for Content Services findet sich SER unter den „Visionären“.

Von der Idee zur Umsetzung

Die Forschergruppen des AIT und der SER stellten sich die Frage, ob und wie eine natürlich-sprachliche Interaktion mit einem Enterprise Content Management-System, das Dokumente und Metadaten, aber auch Akten und Aufgaben bzw. Vorgänge verwaltet, möglich wäre. Gemeinsam wurde innerhalb von fünf Monaten ein Prototyp entwickelt, der die Absicht (Intention) des Sprechers erkennt und verarbeitet. Ziel ist es, Interaktion der Benutzer mit Doxis4 ohne die Notwendigkeit, auf Bildschirme zu blicken, zu ermöglichen. Fragestellungen könnten z.B. lauten: „Wie hoch ist der Nettobetrag aller Eingangsrechnungen, die sich gerade in der Prüfung befinden?“, „Welche neuen Aufgaben habe ich in meinem Workflow-Postkorb?“ oder „Hat der Projektleiter den Projektplan bereits überarbeitet?“ Mit einem zweiten Modul können die Doxis4-Clients per Sprachbefehl gesteuert werden, etwa: „Zeige erstes Dokument“ oder „Blättere 10 Seiten vorwärts“.

Durch neueste Technologien im Bereich neuronaler Netze, akustischer Sprachmodelle und Künstlicher Intelligenz hat die Spracherkennung in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. In der Umsetzung testete AIT verschiedene Technologien zur Spracherkennung und bewertete sie auf ihre Eignung hin. Außerdem entwickelte das AIT ein spezielles Analysemodul, das die Eingabe in natürlicher Sprache analysiert, um die intendierte Bedeutung des Benutzers zu erkennen.Die SER-Entwicklungsabteilung hat die Arbeitsergebnisse der Forschergruppe um Dr. Sven Schlarb (Scientist am AIT) und Mag. (FH) Markus D. Hartbauer (Solutions Architect bei der SER) aufgegriffen und evaluiert die Einbindung einer natürlich-sprachlichen Suchanfrage für die Doxis4-Anwendungen.

Über das AIT

Das AIT Austrian Institute of Technology ist Österreichs größte außeruniversitäre Forschungs­einrichtung. Durch die Forschung und technologischen Entwicklungen des AIT werden grundlegende Innovationen für die nächste Generation von Infrastrukturtechnologien verwirklicht. Im AIT Center for Digital Safety & Security liegt der Schwerpunkt unter anderem in Schlüsselbereichen der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) wie Cyber Security, Data Science und Künstliche Intelligenz. Diese IT-Technologiekompetenz trägt wesentlich dazu bei, die Wettbewerbsfähigkeit heimischer Produkte auf dem globalen Markt durch österreichisches Know-how sicherzustellen. Weitere Informationen: www.ait.ac.at/dss.

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Im Rahmen des 15. Forums Wärmepumpe am 23. November 2017 in Berlin hat die Mitgliederversammlung des Bundesverbands Wärmepumpe e.V. den BWP-Vorstand gewählt

Auf der BWP-Mitgliederversammlung am 23. November in Berlin wählten die Anwesenden einstimmig Dr. Barbara Priesching, Global Business Unit Managerin Heatpumps and Renewables bei der Vaillant Group, Andreas Lingner, Geschäftsführer bei der Zent-Frenger GmbH (Uponor), Georg Blümel, Geschäftsführer bei Rotex Heating Systems, Clemens Dereschkewitz, Geschäftsführer der ait-deutschland GmbH und Jörn-Erik Mantz, Bereichsleiter Energiedienstleistungen B2B bei der innogy SE, neu in den Vorstand des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP) e. V.

Zuvor verabschiedete der BWP-Vorstandsvorsitzende Paul Waning die zwei Vorstandsmitglieder Jörg Rummeni (innogy) und Heinz-Werner Schmidt (Uponor) und dankte ihnen für ihr langjähriges Engagement im Verband. Jörg Rummeni und Heinz-Werner Schmidt übergeben Ihr Amt an Nachfolger aus Ihren Unternehmen. Die übrigen amtierenden Vorstandsmitglieder wurden einstimmig wiedergewählt.

BWP-Geschäftsführer Dr. Martin Sabel begrüßt die Erweiterung des Vorstandes als eine perfekte Ergänzung für das bestehende Team: „Wir freuen uns besonders, dass mit Dr. Barbara Priesching der international agierende Systemanbieter Vaillant auf Vorstandsebene perfekt repräsentiert ist“, so Sabel. „Herr Lingner steht mit der Zent-Frenger GmbH unter anderem für große Wärmepumpenanlagen – ein Bereich, der in den kommenden Jahren an Bedeutung zunehmen wird. Herr Blümel und Herr Dereschkewitz ergänzen mit Rotex und ait-Deutschland die Riege der wichtigsten Wärmepumpen-Hersteller Europas und Herr Mantz stärkt mit der innogy SE die bedeutende Fraktion der Energieversorger in unseren Reihen. Damit gehen wir weiterhin gut aufgestellt in die kommenden Jahre und werden die Wärmewende im Sinne der klimaschonenden Wärmepumpentechnologie – unabhängig von den politischen Entwicklungen – selbstbewusst vorantreiben“, erklärt Sabel.

Amtierender Vorstand einstimmig wiedergewählt

Der BWP-Vorstand setzt sich nunmehr zusammen aus 15 Mitgliedern und vier kooptierten Sprechern der Beiräte: Paul Waning ist weiterhin Vorstandsvorsitzender. Dr. Kai Schiefelbein (Stiebel Eltron GmbH & Co. KG) und Xavier Feys (Vizepräsident bei Samsung Electronics Air Conditioner Europe) werden seine Stellvertreter bleiben. Weitere Mitglieder des 15-köpfigen gewählten Vorstands sind – neben den oben erwähnten Neuzugängen – Klaus Ackermann (NIBE Systemtechnik GmbH), Dr. Frank-Michael Baumann (EnergieAgentur.NRW), Jochen Engelke (Glen Dimplex), Hubert Graf (Gratec GmbH), Alois Jäger (BauGrund Süd Ges. für Geothermie mbH), Tobias Geibel (Viessmann Wärmepumpen GmbH) und Christian Söllner (Emerson Climate Technologies GmbH). Kooptierte Sprecher der Beiräte sind Stefan Schulz (EnBW), Ralf Gößwein (Stiebel Eltron GmbH & Co. KG), Frank Börsch (aircontherm), Dr. Frank Schmidt (Viessmann Group).  

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