DIHK-Konjunkturumfrage im Herbst: Die Luft wird dünner

Die deutsche Wirtschaft läuft derzeit noch auf hohem Niveau. Doch die aktuelle Konjunkturumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) zeichnet kein ungetrübtes Bild. Vor allem die Industrie spürt, dass der Wind international rauer wird.

"Die Luft wird dünner. Die Sorgen werden größer", bilanzierte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben die Ergebnisse der Erhebung, die er gemeinsam mit DIHK-Konjunkturexpertin Sophia Krietenbrink in Berlin präsentierte. "Die Unternehmen blicken deutlich verhaltener auf ihre künftigen Geschäfte."

Das zeige sich besonders in der Industrie und bei den Exporterwartungen. Immerhin, so Wansleben: "Die Investitions- und Beschäftigungspläne bleiben vergleichsweise stabil."

Auf Grundlage der Umfrage, die auf rund 27.000 Unternehmensantworten basiert, senkt der DIHK seine Wachstumsprognose von ursprünglich 2,7 Prozent (Jahresbeginn 2018) über 2,2 (Frühsommer 2018) auf nunmehr 1,8 Prozent. "Aufgrund der zu Jahresbeginn guten Ausgangslage hatten die Unternehmen mehr erwartet", betonte der DIHK-Hauptgeschäftsführer. "Die konjunkturelle Dynamik bleibt weit hinter den Erwartungen zurück."

Auch die DIHK-Prognose für 2019 liegt nur bei 1,7 Prozent. "Sorgen bereitet uns, dass Investitionen und vor allem der Export an Schubkraft einbüßen", erläuterte Wansleben. Dagegen werde der Inlandskonsum wieder stärker zur Konjunkturstütze. "Hier macht sich die gute Arbeitsmarktsituation mit steigenden Einkommen bemerkbar – auch als Ergebnis der bisher guten Weltkonjunktur und des für uns damit verbundenen Exportwachstums."

Eine bessere Entwicklung sei möglich, wenn der internationale Handelsstreit schneller und besser gelöst werde, als es derzeit zu erwarten sei, beim Brexit die paneuropäische Zusammenarbeit mit Großbritannien aufrechterhalten werden könne und die Bunderegierung in Deutschland die Weichen auf Aufbruch und mehr Investitionen stelle.

Weiter positiv entwickle sich die Beschäftigung: "Wir rechnen mit einem Plus von 580.000 zusätzlichen Stellen in diesem Jahr", sagte Wansleben. Und: "Angesichts der Knappheiten auf dem Arbeitsmarkt beobachten wir eine gewisse Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Beschäftigungsaufbau."

DIHK-Konjunkturexpertin Krietenbrink erläuterte die Resultate der Umfrage vom Herbst 2018 im Detail. Die deutsche Wirtschaft laufe "derzeit noch auf hohem Niveau", berichtete sie; lediglich die Industrie bewerte ihre Geschäftssituation weniger gut als im Frühsommer.

Von Investitionen in Ausrüstungen, Bauten oder sonstige Anlagen seien im kommenden Jahr etwas weniger Impulse zu erwarten als vom Konsum, und die Exporterwartungen sänken erneut. Dass der DIHK seine Prognose für die Ausfuhren in diesem Jahr bereits zwei Mal deutlich nach unten korrigieren musste, führte sie vor allem auf die handelspolitischen Konflikte, weniger Dynamik auf wichtigen Absatzmärkten, den gestiegenen Ölpreis und die Abwertung vieler Schwellenländer-Währungen zurück.

Sie finden die ausführlichen Statements hier zum Download:
Statements zur DIHK-Konjunkturumfrage Herbst 2018 (PDF, 106 KB)  

Die Umfrageergebnisse und viele weitere Dokumente sind abrufbar unter www.dihk.de/konjunktur.

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Erstes Halbjahr 2018: Robuster deutscher Export

Bbwohl Brexit-Sorgen, drohende US-Antidumping-Zölle , Russland-Sanktionen oder sinkende Dollar- und Pfund-Kurse deutschen Exporteuren das Leben immer schwerer machen –  Die Ausfuhren aus Deutschland erweisen sich trotz zunehmender Sorgen um die weltwirtschaftliche Entwicklung als überaus robust. Sie sind im 1. Halbjahr 2018 im Vorjahresvergleich erneut um 4,0 Prozent auf 662,9 Mrd. Euro gestiegen, nachdem 2017 bereits das fünfte Jahr in Folge bei Exporten von fast 1,3 Billionen Euro ein neuer Ausfuhrrekord für Waren „Made in Germany“ erzielt worden war.

EU – ein Wachtumsmarkt für den Export aus Deutschland

Da sich aber der exportorientierte deutsche Mittelstand wieder verstärkt in traditionellen Märkten engagiert, erscheinen auch die Aussichten für die nähere Zukunft trotz vieler Unabwägbarkeiten nicht zu trübe.

Vor allem das wieder belebte Geschäft mit den EU-Staaten und speziell mit der Euro-Zone tragen zu dieser Einschätzung bei. Die Exporte in die Euro-Zone legten nämlich im 1. Halbjahr 2018 nach vorläufigen Destatis-Zahlen erneut um 15 Mrd. Euro oder 6,3% auf 236,5 Mrd. Euro zu, die Ausfuhren in die EU stiegen um rd. 20 Mrd. Euro oder 5,4% auf 396,5 Mrd. Damit gehen inzwischen wieder knapp 60% der deutschen Ausfuhren in Länder der Europäischen Union. Bemerkenswerte Zuwächse erzielten im 1. Halbjahr 2018 Griechenland mit +11,8%, die Niederlande mit +10,4%, Italien mit +8,6% und Portugal mit+14,0%. Starke Dynamik verzeichnen auch weiterhin die osteuropäischen Staaten Kroatien (+12,2%), Rumänien (+9,7%), Slowenien (+7,1%), Ungarn und Polen (jeweils +6,7%).

US-Amerikaner schätzen deutsche Maschinen

Die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten – seit 2015 deutscher Top-Exportmarkt Nr. 1 – waren 2016 um 6,0% gesunken, hatten 2017 aber wieder um 4,3% zugelegt. Und auch im 1. Halbjahr 2018 ergab sich bei Ausfuhren von 56,1 Mrd. Euro noch ein kleines Ausfuhrplus von 0,8%. Inwieweit die von Donald Trump angedrohten bzw. teilweise bereits verhängten Strafzölle auf die deutschen US-Ausfuhren durchschlagen werden, bleibt angesichts der Vorliebe der Amerikaner für deutsche High-Tech-Produkte abzuwarten. Zumindest die Vorliebe der Amerikaner für deutsche Maschinen ist vorerst ungebrochen. Denn die deutschen Maschinenbauer konnten ihre Lieferungen über den Atlantik im 1. Halbjahr 2018 trotz der „Buy-American“-Forderungen von Präsident Trump um weitere 5,5% auf knapp 9,3 Mrd. Euro steigern, nachdem sie 2017 bereits um beachtliche 11,6% auf knapp 18 Mrd. Euro zugelegt hatten.

Autos auf US-Markt: Rückwärtsgang beim Absatz, Vollgas bei Produktion

Weiterhin rückläufig sind dagegen die Ausfuhren der deutschen Automobilhersteller in die Vereinigten Staaten: Im 1. Halbjahr 2018 wurden mit rund 220.000 Pkw um 6% weniger Fahrzeuge als im 1.Halbjahr 2017 verschifft. Gleichzeitig hat sich jedoch die Produktion deutscher Fahrzeugbauer an US-Standorten seit 2013 um 180.000 Einheiten auf etwa 800.000 Kfz erhöht. Damit erreichen die deutschen Pkw-Exporte in die USA inzwischen nur noch gut die Hälfte der in lokalen Montagewerken vor Ort hergestellten deutschen Konzernmarken. Mit 8,5 Mrd. Euro (-0,9% im Vorjahresvergleich) haben sich im 1.Halbjahr 2018 auch die deutschen Elektroexporte in die USA leicht abgeschwächt. 2017 waren sie noch um 5,6% auf 17,1 Mrd. Euro gestiegen.

Brexit und Pfund: UK-Export tänzelt abwärts

Bereits im dritten Jahr rückläufig sind dagegen die deutschen Ausfuhren ins Vereinigte Königreich. Nachdem der deutsche UK-Export 2016 schon um 3,3% und 2017 um weitere 2,0% gesunken war, ging es im 1. Halbjahr 2018 erneut um 2,7% auf nur noch 42,1 Mrd. Euro abwärts. Das Vereinigte Königreich, 2016 noch Nummer 3 auf der deutschen Exportrangliste, ist inzwischen um zwei Plätze hinter die Niederlande und die VR China auf Platz 5 abgerutscht. Neben der Unsicherheit durch den bevorstehenden Brexit erschwert deutschen Exporteuren das schwache Pfund-Sterling das Geschäft.

China wird immer wichtiger

Außerhalb der EU waren im 1. Halbjahr 2018 vor allem die erneut um über 10% gestiegenen Ausfuhren nach China bemerkenswert. Dagegen ist der beim Russland-Export 2017 zu beobachtende Aufwärtstrend angesichts der weiterhin bestehenden Sanktionen inzwischen wieder abgeflacht. Lediglich die deutschen Maschinenbauer melden bei +11,7% ein zweistelliges Ausfuhrplus.

Das Reich der Mitte wird für den deutschen Außenhandel als inzwischen drittwichtigster Exportmarkt und bedeutendster Importmarkt immer wichtiger. So konnten der deutsche Maschinenbau und die Elektroindustrie ihre Exporte nach China im 1. Halbjahr 2018 erneut um jeweils 12% steigern. Auch für die deutsche Automobilindustrie lieferte um 14% mehr Pkw nach China und das, obwohl im Reich der Mitte in Montagewerken vor Ort bereits gut 4,5 Mio. Pkw deutscher Konzernmarken vom Band laufen. Das heißt: Auf jedes Auto, das nach China exportiert wird, kommen 20 Pkw, die deutsche Hersteller in China produzieren.

Indien im Plus, Golfregion rückläufig, Afrika bricht ein

Positiv entwickelte sich im 1. Halbjahr 2018 weiterhin der Indien-Export mit +7,8% auf 5,7 Mrd. Euro, das Geschäft mit den ASEAN-Staaten (+11,7% auf 13,7 Mrd.) und mit Australien (+9,0% auf 5,1 Mrd.). Einen wahren Einbruch erlebt dagegen derzeit das Geschäft mit den VAE (-35,9% auf nur noch knapp 3,5 Mrd. Euro), und auch in Saudi-Arabien ging es mit -5,2 % auf 3,2 Mrd. Euro deutlich abwärts.

Sehr enttäuschend entwickeln sich momentan ebenfalls die deutschen Afrika-Exporte, die im 1. Halbjahr 2018 um 20% auf nur noch 11,1 Mrd. Euro einbrachen. In Südafrika, dem mit weitem Abstand wichtigsten Markt des Kontinentes, ging es um 10,9% auf 4,4 Mrd. Euro bergab.

Export nach Mexiko und Brasilien wächst stark

Sehr expansiv bleibt dagegen der Mexiko-Export, der im 1. Halbjahr 2018 erneut um 9,4% auf 6,9 Mrd. Euro zulegte und auch im krisengeplagten Brasilien stieg die Nachfrage nach Waren „Made in Germany“ mit +16,7% auf 4,7 Mrd. Euro nach jahrelangen Rückschlägen wieder deutlich an. Allerdings ist es zu ehemaligen Rekordwerten noch ein weiter Weg, denn 2014 wurden in das Land am Zuckerhut für über 10 Mrd. Euro deutsche Waren exportiert

Ernst Leiste, langjähriger Chefredakteur bei Germany Trade & Invest und jetzt Fachjournalist für Exportthemen hat für www.localglobal.de zusammengestellt. Leiste ist auch der Verfasser des "Exportatlas", den local global Anfang 2018 im Format "Global Business Magazine" zur HANNOVER MESSE 2018 publiziert hat. 

 

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IHK: Türkei-Krise dämpft Exportgeschäft

Sinkende Kaufkraft und die allgemeine Unsicherheit in der Türkei hinterlassen erste Spuren in der saarländischen Exportstatistik. Von Januar bis Mai dieses Jahres sind die Ausfuhren in die Türkei bereits um elf Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum gesunken. „Angesichts der deutlichen Abwertung der türkischen Lira dürfte der Negativtrend während der Sommermonate angehalten haben und sich im weiteren Jahresverlauf sogar noch verstärken – wenn nicht rasch gegengesteuert wird. Für eine Trendumkehr bräuchte es ein klares Signal zur Inflationsbekämpfung, diplomatisches Einlenken im Handelsstreit mit den USA und ein politisches Bekenntnis zur Zollunion mit der EU“, so IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Heino Klingen.

Die Türkei ist ein wichtiger Handelspartner für das Saarland. 2017 exportierte die saarländische Wirtschaft Waren im Wert von rund 381 Millionen Euro in die Türkei – vor allem Automobile, gefolgt von Kunststoffwaren, Stahl und Maschinen. Der Import lag bei 215 Millionen Euro. Über die Hälfte der Einfuhren sind Zulieferungen für die saarländische Automobilindustrie, gefolgt von Keramik, Metallwaren und Bekleidung. Klingen: „Importe werden durch die Aufwertung des Euros gegenüber der Lira zwar billiger, doch die aktuelle Entwicklung in der Türkei führt auch hierzulande mit Blick auf die Zulieferketten im Fahrzeugbau zu Verunsicherungen. Auch hier liegt es an der türkischen Regierung, verloren gegangenes Vertrauen durch entsprechende Signale zurückzugewinnen.“

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Saarwirtschaft bleibt auch im Winter auf Wachstumskurs

Die Saarwirtschaft befindet sich zum Jahresende hin weiterhin auf einem robusten Wachstumskurs. Das signalisieren die Konjunkturindikatoren der IHK Saarland. Der Lageindikator, der die aktuelle Geschäftslage der Unternehmen widerspiegelt, ist im Dezember gegenüber dem Vormonat zwar um 0,6 Punkte auf 49,3 Zähler gefallen; er liegt damit aber weiterhin auf einem bemerkenswert hohen Niveau. Guter Dinge sind die Unternehmen auch für die kommenden sechs Monate. Der IHK-Erwartungsindikator kletterte um 1,8 auf 5,6 Punkte. Maßgeblich hierfür sind vor allem nochmals verbesserte Aussichten in Teilen der saarländischen Industrie. „Das heißt: Der Aufschwung wird sich im kommenden Jahr kraftvoll fortsetzen. Die Saarwirtschaft wird weiter von der guten Weltkonjunktur und insbesondere von der Erholung im Euroraum profitieren. Zusätzliche Impulse kommen zudem von der deutschlandweit anziehenden Investitionsnachfrage und vom privaten Konsum. Im Zuge der guten Konjunkturentwicklung wird auch der Arbeitsmarkt weiter freundlich tendieren. Bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung erwarten wir im Verlauf des kommenden Jahres einen Zuwachs von 3.000 neuen Arbeitsplätzen.“ So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Heino Klingen die Ergebnisse der Dezember-Umfrage der IHK Saarland, an der sich rund 300 Unternehmen mit gut 120.000 Beschäftigten beteiligten.

Insgesamt bewerten derzeit 55 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage mit gut, 40 Prozent mit befriedigend und nur fünf Prozent mit schlecht. Weiterhin mit viel Schwung laufen die Geschäfte im Fahrzeugbau sowie in der Medizin- und Regeltechnik. Etwas verhaltener, aber dennoch gut, ist die Lage bei der Herstellung und Bearbeitung von Metallwaren, im Stahlbau, im Maschinenbau, in der Keramikindustrie, bei den Gießereien sowie im Ernährungsgewerbe. Durchaus zufriedenstellend ist die Situation in der Stahlindustrie, in der Elektroindustrie, in der Bauwirtschaft und mit Abstrichen auch in der Gummi- und Kunststoffindustrie.

Im Dienstleistungssektor berichten rund 95 Prozent der befragten Unternehmen über gute oder befriedigende Geschäfte. Ausgesprochen gut laufen die Geschäfte im Verkehrsbereich, der insbesondere von der guten Industriekonjunktur profitiert. Lebhaft geht es zudem in der IT-Branche, in der Hotellerie und bei den unternehmensnahen Dienstleistungen zu. Im Handel ist die Lage überwiegend befriedigend.

Export bleibt Konjunkturtreiber

Für die kommenden Wintermonate sind die Unternehmen verhalten optimistisch. Neun Prozent der Betriebe rechnen mit besseren, 88 Prozent mit gleichbleibenden und nur drei Prozent mit schlechteren Geschäften. Mehr Besser- als Schlechter-Meldungen kommen vor allem aus der Industrie und hier insbesondere vom Maschinenbau, dem Stahlbau, aus der Elektroindustrie sowie aus der Medizin- und Regeltechnik. Die Zuversicht der Unternehmen gründet vor allem auf ein weiteres Anziehen des Exportgeschäfts. Das zeigt eine Sonderumfrage der IHK Saarland zu den Exportaussichten im kommenden Jahr. Danach erwartet jedes fünfte Unternehmen steigende Ausfuhren in die Euro-Länder, während nur fünf Prozent der Betriebe mit geringeren Exporten rechnen. Kaum Zuwächse versprechen sich die Unternehmen dagegen vom Exportgeschäft mit den USA. „Das unterstreicht einmal mehr die Bedeutung des europäischen Binnenmarktes für die Saarwirtschaft. Es ist deshalb nicht zuletzt im Sinne unseres Landes, die EU durch mutige und entschlossene Strukturreformen für die kommenden Herausforderungen zu wappnen“, so Klingen.

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Handels- und Wirtschaftsthemen müssen rasch geklärt werden

Mit Erleichterung reagiert der deutsche Maschinenbau auf die Annäherung zwischen der EU und Großbritannien über die Bedingungen für den EU-Austritt Großbritanniens. Der VDMA fordert, nun die Verhandlungen über ein Folgeabkommen zwischen der EU und Großbritannien schnell und konstruktiv voranzubringen.

„Trotz aller Dramatik ist es eine große Erleichterung für die Industrie, dass sich EU und Großbritannien endlich auf gemeinsame Positionen einigen konnten. Das gibt neue Hoffnung, dass ein harter Brexit ohne Folgeabkommen verhindert werden kann. Klar ist aber auch, dass die Verhandlungen jetzt erst richtig beginnen und nicht länger unter andauerndem politischem Störfeuer geführt werden dürfen“, sagt Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des VDMA. „Wichtig ist, dass jetzt ohne Verzögerungen mit den Verhandlungen über die künftige Zusammenarbeit zwischen der EU und Großbritannien begonnen wird.

Wenn im März 2019 kein Folgeabkommen oder wenigstens eine Übergangsfrist vereinbart sind, drohen dem Maschinenbau deutliche Einschränkungen im Handel mit Großbritannien. Offen sind beispielsweise Fragen über künftige Zollabwicklungen oder technische Standards für Maschinen und Anlagen. Hier ist vor allem die britische Seite in der Bringschuld, weil die EU keine Kompromisse eingehen wird, die den europäischen Binnenmarkt beschädigen.“

Für den deutschen Maschinenbau war Großbritannien 2016 der viertwichtigste Auslandsmarkt mit einem Exportvolumen von 7,4 Milliarden Euro. In diesem Jahr allerdings gingen die Ausfuhren bis September 2017 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,5 Prozent zurück.

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Maschinenbauexporte ziehen weltweit kräftig an

  • Ausfuhren wachsen in den ersten neun Monaten 2017 um 7,4 Prozent
  • Importe legen um 3,9 Prozent zu
  • China und Russland im Aufwind, Großbritannien- und Türkeigeschäft rückläufig

Maschinen und Anlagen aus Deutschland werden weltweit für die Modernisierung und Digitalisierung der Produktion benötigt. Das zeigt sich auch in der guten Exportbilanz des laufenden Jahres: In den ersten neun Monaten konnten die Maschinenbauer ihre Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahr um nominal 7,4 Prozent auf 124,4 Milliarden Euro steigern. Im dritten Quartal 2017 legten die Exporte um 7,1 Prozent auf 41,4 Milliarden Euro zu. Aber auch die Einfuhr von Maschinen und Anlagen nach Deutschland wuchs im Zeitraum Januar bis September um 3,9 Prozent auf 51,8 Milliarden Euro an. „Erfreulich ist, dass das Wachstum auf breiter regionaler Basis stattfindet“, sagt VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. „Allen politischen Unsicherheiten zum Trotz wird in vielen Ländern der Auf- und Ausbau einer eigenen Industrie vorangetrieben. Die Maschinenbauer aus Deutschland tragen mit ihren hochqualitativen Produkten und ihrem sehr guten Service vor Ort maßgeblich dazu bei“, erläutert Wiechers.

Zwar konnten die USA nach neun Monaten des laufenden Jahres ihren Platz als wichtigste Exportnation halten (plus 10,6 Prozent auf 13,2 Milliarden Euro), den größeren Schub erlebte jedoch das Geschäft mit China. Die Ausfuhren in den zweitgrößten Exportmarkt legten um 24,1 Prozent auf 12,8 Milliarden Euro zu. „Hier machen sich die staatlichen Maßnahmen zur Ankurbelung der chinesischen Wirtschaft deutlich bemerkbar“, kommentiert Ulrich Ackermann, Leiter VDMA-Außenwirtschaft. Erfreulich sei auch, dass das Russland-Geschäft seine Talsohle durchschritten habe, ergänzt er. Die Exporte nach Russland wuchsen um 22,8 Prozent auf knapp 4 Milliarden Euro. „Allerdings ist das noch immer weit von früheren Handelsvolumen entfernt“, schränkte Ackermann ein. In die EU-Staaten exportierten die Maschinenbauer aus Deutschland in den ersten neun Monaten Waren für 57,8 Milliarden Euro – ein Plus von 3,3 Prozent. Rückläufig waren die Ausfuhren nach Großbritannien (minus 4,5 Prozent auf knapp 5,5 Milliarden Euro) und in die Türkei (minus 2,3 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro). In beiden Ländern belasten die politischen Unsicherheiten die Investitionsentscheidungen vieler Kunden. 

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