WERTSCHÖPFUNG GESTALTEN – analog – digital – in Echtzeit

Unter dem Leitgedanken „Wertschöpfung gestalten – analog – digital – in Echtzeit“ veranstalten am 5. und 6. Februar 2019 VDA und BVL zum siebten Mal gemeinsam das Forum Automobillogistik. Veranstaltungsort ist die BMW Welt in München, in unmittelbarer Nähe zum Hauptsitz und zum Stammwerk des Automobilherstellers. Rund 40 Referenten von OEMs, Zulieferern, Logistikdienstleistern, aus Beratungsunternehmen und der Wissenschaft vermitteln Informationen und Hintergründe, Einschätzungen und Prognosen. Etwa 500 Teilnehmer werden erwartet. Werksbesichtigungen bieten die Möglichkeit, smarte Logistik live zu erleben. In der Fachausstellung mit etwa 50 Ausstellern können Interessierte sich einen Überblick über Produkte und Entwicklungen im Markt verschaffen.

Großes Netzwerk, große Macht

In der aktuellen Debatte unter Ökonomen und Marktanalysten wird viel gesprochen über die Herausforderung traditioneller Industrien durch innovative Digitalunternehmen. Dabei gelte die Regel, je größer das Netzwerk eines digitalen Unternehmens, desto größer seine Marktmacht. Das produzierende Gewerbe müsse befürchten, zum Hardware-Lieferanten für digitale Produkte degradiert zu werden. VDA und BVL teilen diese Ansicht nicht. Die Automobilindustrie verfügt selbst über ein riesiges, hervorragend funktionierendes, innovatives Netzwerk: Die automobile Supply Chain. Sie ermöglicht es, mit den digitalen Herausforderern überzeugend umzugehen.

Die automobile Lieferkette erzeugt Werte für den Kunden. Die Aufgabe ist es nun, neue technische Möglichkeiten zu erkennen und zu integrieren, um so das Gesamtsystem zu optimieren. In den Plenums- und Fachvorträgen des Forums Automobillogistik 2019 stellen Experten entsprechende Ansätze und Konzepte vor und stellen sich der Diskussion mit den Teilnehmern.

Wertschöpfung mit Menschen gestalten

Den Auftakt zum Forum bilden drei spannende Keynotes: Oliver Zipse, Mitglied des Vorstands der BMW AG in München, spricht über smarte End-to-End-Logistik – intelligente Wertstromgestaltung bis zum Kunden. Die Digitalisierung der Supply Chain ist Thema von Prof. Dr. Stefan Asenkerschbaumer, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH in Stuttgart. Dr. Jörg Mosolf, geschäftsführender Gesellschafter der Mosolf SE & Co. KG, beschäftigt sich mit der Tatsache, dass Wertschöpfung mit Menschen gestaltet wird, und verdeutlicht die Verbindung zwischen Logistik-Image und Logistikleistung.

Nachmittags können die Teilnehmer zwischen jeweils zwei zeitgleich laufenden Fachvortragssequenzen wählen: Die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine steht im Fokus der Sequenz zur automatisierten Logistik. Parallel laufen Vorträge zum Aftermarket mit seinen besonderen logistischen Herausforderungen. Anschließend geht es um Ansätze und Technologien für das Tracking in der Supply Chain beziehungsweise digitale Planung in der Logistik, unter anderem anhand von Simulationen und digitalen Zwillingen.

Gelegenheit zum Networking bietet die Abendveranstaltung. Es spricht der VDA-Präsidenten Bernhard Mattes, im Anschluss betrachtet Münchens Oberbürgermeister a.D. Christian Ude logistische Herausforderungen mit einem Augenzwinkern. Zudem wird in diesem Rahmen der VDA Logistik Award verliehen.

Was wird aus Deutschland?

Dr. Robert Engelhorn, Leiter des BMW Werkes München, schildert zum Start in den zweiten Forumstag das Logistikkonzept für ein Werk im Herzen einer Metropole. Einen branchenübergreifenden Blick auf Chancen und Perspektiven der Echtzeitsteuerung erlaubt anschließend der BVL-Vorstandsvorsitzende Robert Blackburn. In weiteren parallelen Vortragssequenzen geht es um Green Logistics beziehungsweise Produktionsplanung und Steuerung. Im Plenum präsentieren dann die Träger des VDA Logistik Award 2019 das ausgezeichnete Projekt. Anschließend erläutert Prof. Dr. Hans-Werner Sinn, Präsident a.D. des ifo Instituts, die Entwicklung der Weltwirtschaft vor dem Hintergrund von Trump, Brexit und der Eurokrise und stellt sich der Frage: Was wird aus Deutschland?

Zum Abschluss des Forums gibt es die Chance auf exklusive Einblicke in die Praxis bei vier Werksbesichtigungen.

Weitere Informationen zum Forum gibt es unter www.bvl.de/fal

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Brexit – worauf muss sich die Wirtschaft einstellen?

Das Vereinigte Königreich und Nordirland (VK) treten am 29. März 2019 aus der Europäischen Union (EU) und damit auch aus der Zollunion, der gemeinsamen Handelspolitik und dem europäischen Binnenmarkt, der zur Personenfreizügigkeit verpflichtet, aus.

Unabhängig davon, wie genau die zukünftigen Beziehungen zwischen dem VK und der EU ausgestaltet sein werden, steht fest: Der Brexit wird in vielen Bereichen gravierende Auswirkungen auf die betriebliche Praxis der Unternehmen haben. Dies gilt insbesondere für den gegenseitigen Warenverkehr.

Bis zum heutigen Tag sind die zukünftigen zollrechtlichen Beziehungen zwischen den Verhandlungsparteien noch völlig ungewiss. Und bereits zum 30. März 2019 könnte das Vereinigte Königreich den Status eines Drittlands einnehmen.

Am 20. November findet darum in der IHK Heilbronn-Franken eine Veranstaltung zum Thema Brexit und den daraus resultierenden Veränderungen statt. Dr. Ulrich Hoppe, Geschäftsführer der Deutsch-Britischen Industrie- und Handelskammer, London, wird den Abend eröffnen. Im Anschluss folgt eine Podiumsdiskussion mit Dr. Ulrich Hoppe, Karl Martin Fischer, Senior Manager im Bereich Ausländisches Wirtschaftsrecht und Brexit-Experte beim Germany Trade & Invest (GTAI) und Mathias Dubbert, Referatsleiter unter anderem für Europapolitik beim DIHK Brüssel. Aus der Praxis berichtet Martin Friz, Geschäftsführer der WEIMA Maschinenbau GmbH, Ilsfeld.

Manfred Stockburger, Chefkorrespondent der Heilbronner Stimme, moderiert die Veranstaltung.

Im Anschluss daran bietet sich die Möglichkeit, bei einem landestypischen Buffet Fragen zum Thema Brexit mit den Experten zu diskutieren. Nähere Informationen zum Programm sowie Hinweise zur Anmeldung gibt es unter: www.heilbronn.ihk.de/brexit

Diese Medieninformation kann auch unter www.heilbronn.ihk.de/… abgerufen werden.

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Der Brexit von A bis Z: DIHK veröffentlicht kostenfreies Glossar

Vom Abkommen über technische Handelshemmnisse bis hin zu Zöllen und Kontingenten: Die wichtigsten Vokabeln rund um den Brexit erläutert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) jetzt in einem Begriffsverzeichnis.

Wissen Sie, was es mit dem Chequers Plan auf sich hat? Wer die DExEU ist oder wer in der Article 50 Task Force sitzt? Diese und viele weitere mit dem Brexit verknüpften Ausdrücke können Sie ab sofort in dem achtseitigen DIHK-Glossar nachschlagen.

Die Veröffentlichung listet zudem die zentralen Daten zum EU-Austritt Großbritanniens. Sie wird im weiteren Verlauf der Brexit-Verhandlungen stetig ergänzt und aktualisiert:

Brexit-Glossar des DIHK (PDF, 387 KB)

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DIHK-Konjunkturumfrage im Herbst: Die Luft wird dünner

Die deutsche Wirtschaft läuft derzeit noch auf hohem Niveau. Doch die aktuelle Konjunkturumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) zeichnet kein ungetrübtes Bild. Vor allem die Industrie spürt, dass der Wind international rauer wird.

"Die Luft wird dünner. Die Sorgen werden größer", bilanzierte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben die Ergebnisse der Erhebung, die er gemeinsam mit DIHK-Konjunkturexpertin Sophia Krietenbrink in Berlin präsentierte. "Die Unternehmen blicken deutlich verhaltener auf ihre künftigen Geschäfte."

Das zeige sich besonders in der Industrie und bei den Exporterwartungen. Immerhin, so Wansleben: "Die Investitions- und Beschäftigungspläne bleiben vergleichsweise stabil."

Auf Grundlage der Umfrage, die auf rund 27.000 Unternehmensantworten basiert, senkt der DIHK seine Wachstumsprognose von ursprünglich 2,7 Prozent (Jahresbeginn 2018) über 2,2 (Frühsommer 2018) auf nunmehr 1,8 Prozent. "Aufgrund der zu Jahresbeginn guten Ausgangslage hatten die Unternehmen mehr erwartet", betonte der DIHK-Hauptgeschäftsführer. "Die konjunkturelle Dynamik bleibt weit hinter den Erwartungen zurück."

Auch die DIHK-Prognose für 2019 liegt nur bei 1,7 Prozent. "Sorgen bereitet uns, dass Investitionen und vor allem der Export an Schubkraft einbüßen", erläuterte Wansleben. Dagegen werde der Inlandskonsum wieder stärker zur Konjunkturstütze. "Hier macht sich die gute Arbeitsmarktsituation mit steigenden Einkommen bemerkbar – auch als Ergebnis der bisher guten Weltkonjunktur und des für uns damit verbundenen Exportwachstums."

Eine bessere Entwicklung sei möglich, wenn der internationale Handelsstreit schneller und besser gelöst werde, als es derzeit zu erwarten sei, beim Brexit die paneuropäische Zusammenarbeit mit Großbritannien aufrechterhalten werden könne und die Bunderegierung in Deutschland die Weichen auf Aufbruch und mehr Investitionen stelle.

Weiter positiv entwickle sich die Beschäftigung: "Wir rechnen mit einem Plus von 580.000 zusätzlichen Stellen in diesem Jahr", sagte Wansleben. Und: "Angesichts der Knappheiten auf dem Arbeitsmarkt beobachten wir eine gewisse Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Beschäftigungsaufbau."

DIHK-Konjunkturexpertin Krietenbrink erläuterte die Resultate der Umfrage vom Herbst 2018 im Detail. Die deutsche Wirtschaft laufe "derzeit noch auf hohem Niveau", berichtete sie; lediglich die Industrie bewerte ihre Geschäftssituation weniger gut als im Frühsommer.

Von Investitionen in Ausrüstungen, Bauten oder sonstige Anlagen seien im kommenden Jahr etwas weniger Impulse zu erwarten als vom Konsum, und die Exporterwartungen sänken erneut. Dass der DIHK seine Prognose für die Ausfuhren in diesem Jahr bereits zwei Mal deutlich nach unten korrigieren musste, führte sie vor allem auf die handelspolitischen Konflikte, weniger Dynamik auf wichtigen Absatzmärkten, den gestiegenen Ölpreis und die Abwertung vieler Schwellenländer-Währungen zurück.

Sie finden die ausführlichen Statements hier zum Download:
Statements zur DIHK-Konjunkturumfrage Herbst 2018 (PDF, 106 KB)  

Die Umfrageergebnisse und viele weitere Dokumente sind abrufbar unter www.dihk.de/konjunktur.

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AHK, BDI und DIHK: Deutsch-französischer Motor muss zu neuer Stärke finden

Angesichts der zahlreichen Herausforderungen, vor denen die EU steht, plädieren die Deutsche Auslandshandelskammer (AHK) Frankreich, der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) für mehr Mut in der europapolitischen Debatte.

Mit Blick auf den EU-Gipfel am Donnerstag und auf ihren gemeinsamen Deutsch-Französischen Wirtschaftstag am Freitag fordern AHK, BDI und DIHK:

"Die Staats- und Regierungschefs müssen auf dem EU-Gipfel ein starkes Signal für Europa setzen. Die Europäische Union und ihre Mitglieder brauchen mehr Mut in der europapolitischen Debatte. Das Zeitfenster für Reformen in der EU beginnt sich zu schließen. Notwendige Projekte wie die Vertiefung der Eurozone dürfen nicht auf die lange Bank geschoben werden.

Angesichts der Vielzahl von großen Herausforderungen – Migration, Handelskonflikte, Brexit – muss Europa Einigkeit und Handlungsfähigkeit zeigen. Voraussetzung dafür ist ein starker deutsch-französischer Motor. Berlin und Paris sollten in ihren Anstrengungen einen Gang zulegen."

Beim Deutsch-Französischen Wirtschaftstag am Freitag in Berlin (siehe auch Meldung vom 21. August) diskutieren Experten aus beiden Ländern über deutsch-französische Kooperationsmöglichkeiten im Hinblick auf die globalen Herausforderungen für Politik und Unternehmen. Das Programm der Veranstaltung finden Sie auf der Website der AHK Frankreich.

Teilnehmer sind unter anderem Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, AHK-Präsident in Paris Guy Maugis, BDI-Präsident Dieter Kempf und DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. Vorab äußerten sie sich wie folgt:

Peter Altmaier: "Die deutsch-französische Zusammenarbeit ist für die EU unverzichtbar. Gemeinsam müssen wir gute europäische Rahmenbedingungen für Wachstum und Investitionen schaffen und Europa auf den Zukunftsmärkten stärken. Wichtige Beispiele sind Künstliche Intelligenz und Sprunginnovationen."

Guy Maugis: "Deutschland und Frankreich haben unterschiedliche Stärken und könnten sich hervorragend ergänzen. Im Bereich der Digitalisierung zum Beispiel sind deutsche Unternehmen bewährt im Bereich Maschinenbau und Robotik, auf der anderen Rheinseite liegt das Talent mehr auf Bedienungsinnovationen, Software-Entwicklung und Künstlicher Intelligenz.

Gemeinsam mehr erreichen in Industrie, Politik und Gesellschaft – dafür bereiten Veranstaltungen wie der Deutsch-Französische Wirtschaftstag den Boden."

Dieter Kempf: "Die Wirtschaft braucht mehr Kooperation zwischen Deutschland und Frankreich. In der Künstlichen Intelligenz (KI) muss die deutsch-französische Kooperation als Keimzelle dienen für einen gesamteuropäischen Ansatz.

Erforderlich ist mehr EU in der KI. Nur so bleiben wir stark im zunehmenden internationalen KI-Wettbewerb mit China und den USA. Dabei ist es entscheidend, dass wir Europäer den Schwerpunkt dort setzen, wo wir stark sind: bei der Forschung und Anwendung von Künstlicher Intelligenz auf industrielle Prozesse. Auch auf diesem Zukunftsfeld gilt: Europa ist keineswegs das Problem, sondern die Lösung für viele aktuelle Probleme."

Martin Wansleben: "Mit circa 5,5 Billionen Euro erwirtschaften Deutschland und Frankreich mehr als ein Drittel des EU-Bruttoinlandsprodukts. Gute Wirtschaftsbeziehungen sind deshalb nicht nur für die politischen Schwergewichte der EU und unsere Position auf den Weltmärkten essenziell.

Deutschland und Frankreich sind über ihre Industrie- und Handelsbeziehungen, ihre wechselseitigen Investitionen, aber auch über den Austausch unter jungen Menschen in der Berufsausbildung eng verknüpft. Darauf sollten wir aufbauen und die wichtigen Themen der Zukunft möglichst gemeinsam anpacken: Digitalisierung, Vertiefung der Eurozone oder die Mobilität der Zukunft.

In all diesen Fragen kommt es auf Vernetzung und partnerschaftliches Vorgehen an. Deutsche und Franzosen lösen diese Zukunftsaufgaben am besten gemeinsam."

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DIHK-Hauptgeschäftsführer Wansleben: „Das Brexit-Trauerspiel geht in die nächste Runde“

Die Unterhändler von Großbritannien und EU haben auch in der jüngsten Verhandlungsrunde keine Einigung über den Brexit gefunden. Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), kommentiert die Lage enttäuscht.

Wansleben: "Das Brexit-Trauerspiel geht in die nächste Runde, der Ausgang bleibt völlig offen. Die so lang erhoffte Klarheit beim Brexit lässt weiter auf sich warten.

Das vergrößert die Probleme: Denn selbst, wenn es jetzt doch noch zu einer wünschenswerten Einigung kommt, bleibt den Unternehmen kaum noch Zeit, die Ergebnisse in ihre Abläufe einzusteuern. Läuft der Brexit ungeordnet ab, ist es noch schlimmer: Die Wirtschaft muss dann ihre britischen Lieferketten überdenken und sich auf massive Brexit-Bürokratie beim Zoll einstellen.

Wir tun alles, um die Folgen so erträglich wie möglich zu gestalten. Mehr als 12.000 Unternehmen haben bereits die Brexit-Checkliste des DIHK (www.ihk.de/brexitcheck) genutzt, um sich vorzubereiten.

Jetzt müssen aber vor allem die britische Regierung und das Parlament Verantwortung übernehmen, um rasch realistische Lösungen für einen geordneten Brexit zu finden. Nur so lässt sich drohendes Chaos verhindern."

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Business braucht Planungssicherheit

Deutliche Worte sind angebracht: Deutschland hat – als eines der am stärksten vernetzten Länder der Welt – ein fundamentales Interesse an offenen Märkten, fairen Regeln und an der Weiterentwicklung der internationalen Wirtschaft. Das bedeutet: Öffnung ist besser als Protektionismus, egal, ob dieser als Staatskapitalismus in China sichtbar wird, als America First-Politik oder als Brexit. Die Welt des Handels und der Logistik ist global, Handelskriege sind kontraproduktiv. Business braucht Planungssicherheit.

Wenn momentan die globale Welthandelsordnung in Frage gestellt wird, erinnern wir uns daran, dass die Menschen in UK mehr verdient haben als wirtschaftspolitische Destruktion und dass die USA weit mehr sind als ein paar Tweets. Wir wollen unseren langjährigen Partnern weiterhin mit ausgestreckter Hand entgegengehen. „Wunderbar together“, ist das richtige Motto für das frisch begonnene Deutschlandjahr in den USA, denn es umfasst so viel mehr als nur die politischen Beziehungen mit einzelnen Personen.

Laut BDI konnte UK 0,1 Prozent Wirtschaftswachstum im 1. Quartal 2018 verzeichnen, damit liegen die Briten auf Platz 27 von 28 EU-Staaten. Auch Deutschland ist davon betroffen: Im Ranking der wichtigsten Handelspartner ist UK um zwei Plätze auf Rang 5 gefallen. Doch trotz Abschwächung des Auslandsgeschäfts und Engpässen am Arbeitsmarkt wuchs die Nachfrage nach logistischen Leistungen und sie wird auch in den kommenden Monaten weiter steigen. Preiserhöhungen stehen spürbar im Raum.

China ist ein hoch lukrativer Markt, aber China wird auch immer mehr zum Konkurrenten. Gegen die von dort resultierenden Bedrohungen gibt es Einigkeit mit den USA. Auch die von China mit Macht vorangetriebene „Neue Seidenstraße“ kann zur Bedrohung werden, wenn China für sich allein handelt. Die neue Seidenstraße darf keine Einbahnstraße sein. Wir sollten sie auch für uns zu nutzen wissen.

Die September-Umfrage zum Logistik-Indikator spiegelt in Deutschland eine verhalten optimistische Stimmung für das dritte Quartal 2018 wider. In Industrie, Handel und Dienstleistung wird die aktuelle Geschäftslage signifikant besser eingeschätzt als die Erwartungen für die nächsten Monate. Bei den Logistik-Dienstleistern sind diese sogar steigend. Das ist kein Jubelszenario, aber Ausdruck solider Zuversicht.

Gegen die Engpässe am Arbeitsmarkt helfen eine Politik und unternehmerische Entscheidungen ohne Vorurteile. Wir brauchen bunt, nicht braun. Wir wollen qualifizierte Arbeitskräfte, egal aus welchem Kulturkreis. In der Logistik wird nach Qualifikation eingestellt und nicht nach Alter, Geschlecht oder Nationalität. Die Menschen werden das Herzstück der Logistik bleiben – auch wenn Kollege Roboter, Automatisierung und Co. die Personalstrukturen neu definieren.

Besonders in solchen Zeiten sind qualifizierte Dialoge hilfreich und zielführend. Am Mittwoch dieser Woche werden Supply Chain Manager aus 40 Nationen zum 35. Deutschen Logistik-Kongress in Berlin zusammenkommen. Wir sind gespannt, was Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, Robin S. Quinville, die Gesandte der US-Botschaft in Berlin, und Bundesaußenminister a. D. Sigmar Gabriel aus politischer Perspektive zu den Turbulenzen sagen werden. Die Verbandspräsidenten Prof. Dieter Kempf (BDI) und Bernhard Mattes (VDA) bringen die Industrie- und Automotive-Standpunkte ein. Prof. Michael Hüther (IW) wird ein Szenario für Europa nach dem Brexit entwickeln. Sie alle und 130 Weitere sprechen beim Jubiläumskongress der BVL. Es werden spannende Tage in Berlin, das verspreche ich Ihnen.

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Erstes Halbjahr 2018: Robuster deutscher Export

Bbwohl Brexit-Sorgen, drohende US-Antidumping-Zölle , Russland-Sanktionen oder sinkende Dollar- und Pfund-Kurse deutschen Exporteuren das Leben immer schwerer machen –  Die Ausfuhren aus Deutschland erweisen sich trotz zunehmender Sorgen um die weltwirtschaftliche Entwicklung als überaus robust. Sie sind im 1. Halbjahr 2018 im Vorjahresvergleich erneut um 4,0 Prozent auf 662,9 Mrd. Euro gestiegen, nachdem 2017 bereits das fünfte Jahr in Folge bei Exporten von fast 1,3 Billionen Euro ein neuer Ausfuhrrekord für Waren „Made in Germany“ erzielt worden war.

EU – ein Wachtumsmarkt für den Export aus Deutschland

Da sich aber der exportorientierte deutsche Mittelstand wieder verstärkt in traditionellen Märkten engagiert, erscheinen auch die Aussichten für die nähere Zukunft trotz vieler Unabwägbarkeiten nicht zu trübe.

Vor allem das wieder belebte Geschäft mit den EU-Staaten und speziell mit der Euro-Zone tragen zu dieser Einschätzung bei. Die Exporte in die Euro-Zone legten nämlich im 1. Halbjahr 2018 nach vorläufigen Destatis-Zahlen erneut um 15 Mrd. Euro oder 6,3% auf 236,5 Mrd. Euro zu, die Ausfuhren in die EU stiegen um rd. 20 Mrd. Euro oder 5,4% auf 396,5 Mrd. Damit gehen inzwischen wieder knapp 60% der deutschen Ausfuhren in Länder der Europäischen Union. Bemerkenswerte Zuwächse erzielten im 1. Halbjahr 2018 Griechenland mit +11,8%, die Niederlande mit +10,4%, Italien mit +8,6% und Portugal mit+14,0%. Starke Dynamik verzeichnen auch weiterhin die osteuropäischen Staaten Kroatien (+12,2%), Rumänien (+9,7%), Slowenien (+7,1%), Ungarn und Polen (jeweils +6,7%).

US-Amerikaner schätzen deutsche Maschinen

Die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten – seit 2015 deutscher Top-Exportmarkt Nr. 1 – waren 2016 um 6,0% gesunken, hatten 2017 aber wieder um 4,3% zugelegt. Und auch im 1. Halbjahr 2018 ergab sich bei Ausfuhren von 56,1 Mrd. Euro noch ein kleines Ausfuhrplus von 0,8%. Inwieweit die von Donald Trump angedrohten bzw. teilweise bereits verhängten Strafzölle auf die deutschen US-Ausfuhren durchschlagen werden, bleibt angesichts der Vorliebe der Amerikaner für deutsche High-Tech-Produkte abzuwarten. Zumindest die Vorliebe der Amerikaner für deutsche Maschinen ist vorerst ungebrochen. Denn die deutschen Maschinenbauer konnten ihre Lieferungen über den Atlantik im 1. Halbjahr 2018 trotz der „Buy-American“-Forderungen von Präsident Trump um weitere 5,5% auf knapp 9,3 Mrd. Euro steigern, nachdem sie 2017 bereits um beachtliche 11,6% auf knapp 18 Mrd. Euro zugelegt hatten.

Autos auf US-Markt: Rückwärtsgang beim Absatz, Vollgas bei Produktion

Weiterhin rückläufig sind dagegen die Ausfuhren der deutschen Automobilhersteller in die Vereinigten Staaten: Im 1. Halbjahr 2018 wurden mit rund 220.000 Pkw um 6% weniger Fahrzeuge als im 1.Halbjahr 2017 verschifft. Gleichzeitig hat sich jedoch die Produktion deutscher Fahrzeugbauer an US-Standorten seit 2013 um 180.000 Einheiten auf etwa 800.000 Kfz erhöht. Damit erreichen die deutschen Pkw-Exporte in die USA inzwischen nur noch gut die Hälfte der in lokalen Montagewerken vor Ort hergestellten deutschen Konzernmarken. Mit 8,5 Mrd. Euro (-0,9% im Vorjahresvergleich) haben sich im 1.Halbjahr 2018 auch die deutschen Elektroexporte in die USA leicht abgeschwächt. 2017 waren sie noch um 5,6% auf 17,1 Mrd. Euro gestiegen.

Brexit und Pfund: UK-Export tänzelt abwärts

Bereits im dritten Jahr rückläufig sind dagegen die deutschen Ausfuhren ins Vereinigte Königreich. Nachdem der deutsche UK-Export 2016 schon um 3,3% und 2017 um weitere 2,0% gesunken war, ging es im 1. Halbjahr 2018 erneut um 2,7% auf nur noch 42,1 Mrd. Euro abwärts. Das Vereinigte Königreich, 2016 noch Nummer 3 auf der deutschen Exportrangliste, ist inzwischen um zwei Plätze hinter die Niederlande und die VR China auf Platz 5 abgerutscht. Neben der Unsicherheit durch den bevorstehenden Brexit erschwert deutschen Exporteuren das schwache Pfund-Sterling das Geschäft.

China wird immer wichtiger

Außerhalb der EU waren im 1. Halbjahr 2018 vor allem die erneut um über 10% gestiegenen Ausfuhren nach China bemerkenswert. Dagegen ist der beim Russland-Export 2017 zu beobachtende Aufwärtstrend angesichts der weiterhin bestehenden Sanktionen inzwischen wieder abgeflacht. Lediglich die deutschen Maschinenbauer melden bei +11,7% ein zweistelliges Ausfuhrplus.

Das Reich der Mitte wird für den deutschen Außenhandel als inzwischen drittwichtigster Exportmarkt und bedeutendster Importmarkt immer wichtiger. So konnten der deutsche Maschinenbau und die Elektroindustrie ihre Exporte nach China im 1. Halbjahr 2018 erneut um jeweils 12% steigern. Auch für die deutsche Automobilindustrie lieferte um 14% mehr Pkw nach China und das, obwohl im Reich der Mitte in Montagewerken vor Ort bereits gut 4,5 Mio. Pkw deutscher Konzernmarken vom Band laufen. Das heißt: Auf jedes Auto, das nach China exportiert wird, kommen 20 Pkw, die deutsche Hersteller in China produzieren.

Indien im Plus, Golfregion rückläufig, Afrika bricht ein

Positiv entwickelte sich im 1. Halbjahr 2018 weiterhin der Indien-Export mit +7,8% auf 5,7 Mrd. Euro, das Geschäft mit den ASEAN-Staaten (+11,7% auf 13,7 Mrd.) und mit Australien (+9,0% auf 5,1 Mrd.). Einen wahren Einbruch erlebt dagegen derzeit das Geschäft mit den VAE (-35,9% auf nur noch knapp 3,5 Mrd. Euro), und auch in Saudi-Arabien ging es mit -5,2 % auf 3,2 Mrd. Euro deutlich abwärts.

Sehr enttäuschend entwickeln sich momentan ebenfalls die deutschen Afrika-Exporte, die im 1. Halbjahr 2018 um 20% auf nur noch 11,1 Mrd. Euro einbrachen. In Südafrika, dem mit weitem Abstand wichtigsten Markt des Kontinentes, ging es um 10,9% auf 4,4 Mrd. Euro bergab.

Export nach Mexiko und Brasilien wächst stark

Sehr expansiv bleibt dagegen der Mexiko-Export, der im 1. Halbjahr 2018 erneut um 9,4% auf 6,9 Mrd. Euro zulegte und auch im krisengeplagten Brasilien stieg die Nachfrage nach Waren „Made in Germany“ mit +16,7% auf 4,7 Mrd. Euro nach jahrelangen Rückschlägen wieder deutlich an. Allerdings ist es zu ehemaligen Rekordwerten noch ein weiter Weg, denn 2014 wurden in das Land am Zuckerhut für über 10 Mrd. Euro deutsche Waren exportiert

Ernst Leiste, langjähriger Chefredakteur bei Germany Trade & Invest und jetzt Fachjournalist für Exportthemen hat für www.localglobal.de zusammengestellt. Leiste ist auch der Verfasser des "Exportatlas", den local global Anfang 2018 im Format "Global Business Magazine" zur HANNOVER MESSE 2018 publiziert hat. 

 

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Europa vor dem Finanzcrash?

Im Rahmen der Vortragsreihe an der Hochschule Weserbergland (HSW) beschäftigt sich diese Woche ein zweiter Vortragsabend mit Europa. Klaus-Peter Wennemann gibt in seinem Fachvortag am 11. Oktober einen Einblick in die derzeitige Situation der Eurozone aus finanzwirtschaftlicher Perspektive. Organisiert wird die Veranstaltung vom Verein für Investmentforschung Weserbergland e. V.

Unter dem Titel „Europa vor dem Finanzcrash?“ geht Diplom-Ökonom Klaus-Peter Wennemann unter anderem auf die Auswirkung von US-Präsident Donald Trump, den Brexit sowie auf das Spannungsfeld Niedrigzinsen und ausufernder Regulierung ein.

Termin
Donnerstag, 11. Oktober 2018
17:30 Uhr
Hochschule Weserbergland
4. Etage

Anmeldungen nimmt Pauline Schneiders per E-Mail an schneiders@hsw-hameln.de entgegen.

Zum Referenten
Klaus-Peter Wennemann ist in Hameln aufgewachsen. Er ist Diplom-Ökonom und war lange Zeit bei der Deutschen Bank in London, Tokio und New York tätig. Dort war er als Portfolio Manager im Bereich des Capital Management International beschäftigt. Danach war er fast zwei Jahrzehnte Kapitalmarkt-Chef der BHW-Gruppe. Heute ist Wennemann als selbstständiger Unternehmensberater erfolgreich und Dozent an der Hochschule Weserbergland (HSW).

Zum Verein
Der Verein für Investmentforschung Weserbergland e. V. ist der Hochschulbörsenverein der HSW. Bei den regelmäßigen Mitgliederversammlungen findet ein aktiver Austausch über aktuelle Themen aus Politik, Wirtschaft und Finanzen statt. Bei den spannenden kleineren und großen Events in den Theoriephasen können Interessierte ihr Wissen ausbauen und mitdiskutieren.

Außerdem erhalten Mitglieder des Vereins für Investmentforschung Weserbergland zahlreiche Wirtschaftszeitungen, wie zum Beispiel die Capital, Focus sowie Focus Money, kostenlos nach Hause beziehungsweise als E-Paper.

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„Welthandelssystem gerät immer mehr aus den Fugen“

Die globale Handels- und Sanktionspolitik belastet deutsche Betriebe zunehmend, entsprechend steigt auch ihr Beratungsbedarf. Das zeigt der heute vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) veröffentlichte Außenwirtschaftsreport 2018.

"Das Welthandelssystem gerät immer mehr aus den Fugen", sagt DIHK-Präsident Eric Schweitzer und verweist auf den aktuellen DIHK-Report, der auf den Erfahrungsberichten der Außenwirtschafts-Experten in den 79 IHKs basiert.

"Die globale Handels- und Sanktionspolitik treibt die Belastungen für die international agierenden deutschen Unternehmen in immer neue, traurige Dimensionen", berichtet Schweitzer. Denn neue Zölle zwischen USA und der EU, der Handelskonflikt zwischen USA und China, US-Sanktionen gegen Iran und Russland sowie der bevorstehende Brexit sorgten für Verunsicherung.

"So möchten viele Betriebe beispielsweise wissen, ob ihre Produkte von neuen Zöllen betroffen sind, wie sich US-Sanktionen auf das eigene Geschäft und Finanzierungsmöglichkeiten auswirken oder welche Folgen der Brexit auf den zukünftigen Warenverkehr hat", so der DIHK-Präsident.

Die Zahl der Beratungen, mit denen die IHKs die Unternehmen beim Umgang mit alten und neuen Hürden unterstützen, hat der aktuellen Erhebung zufolge im vergangenen Jahr mit mehr als 413.000 einen neuen Rekordwert erreicht. Nimmt man die rund 124.000 länderbezogenen Anfragen hinzu, belief sich die Gesamtzahl der außenwirtschaftlichen Unternehmenskontakte der IHK-Organisation 2017 auf mehr als 538.000.

Schweitzer: "Die IHK-Organisation unterstützt die Unternehmen im Umgang mit alten und neuen Hürden beim Handel und setzt sich gleichzeitig für den Abbau von Handelshemmnissen und für eine regelbasierte internationale Handelsordnung ein."

Den "DIHK-Außenwirtschaftsreport 2018" mit mehr Infos zu dem breiten Spektrum an Services, mit denen die IHKs die Unternehmen im Auslandsgeschäft unterstützen, finden Sie zum Download auf der Website des DIHK.

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