Energiewende von Stadtwerken für Stadtwerke

Heute Nachmittag fand die 13. EUROSOLAR-Konferenz „Stadtwerke mit Erneuerbaren Energien“ in Marburg ihren erfolgreichen Abschluss. Gemeinsam mit der Stadtwerke Marburg GmbH hatte EUROSOLAR e.V. eingeladen, die Chancen der dezentralen Energiewende für Kommunalversorger zu beleuchten. Mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem ganzen Bundesgebiet tauschten sich über die Rolle der Stadtwerke bei der Energieversorgung der Zukunft aus. Regionale Marktplätze spielten dabei eine ebenso große Rolle wie Mieterstrommodelle, Sektorenkopplung und intelligente Netze.

Hessens Wirtschafts- und Energieminister Tarek Al-Wazir fand in seiner Auftaktrede deutliche Worte: „Einer der großen Vorteile der Energiewende ist die dezentrale Wertschöpfung. Stadtwerke und Kommunen sind Vorreiter bei der Entwicklung von Modellen, um die Bürgerinnen und Bürger daran teilhaben zu lassen – ein wichtiger Beitrag zur Akzeptanz, die die Energiewende braucht, damit Hessen seinen Bedarf im Jahr 2050 aus erneuerbaren Quellen decken kann. Um dabei weiter voran zu kommen, wollen wir in den kommenden Jahren insbesondere der solaren Energienutzung einen neuen Schub geben. Wir werden eine umfassende Beratungsinitiative starten, das Solarkataster weiterentwickeln, verstärkt Landesliegenschaften für Photovoltaik und Solarthermie nutzen und technologische Leuchtturmprojekte fördern.“ 

Einen Überblick über das Engagement seiner Stadt gab Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies: „Die Universitätsstadt Marburg ist sich ihrer Verantwortung im Klimaschutz bewusst. Das 1,5-Grad-Ziel können wir nur mit Bund und Land gemeinsam erreichen, doch auch als Kommune wollen und müssen wir handeln. Dabei müssen Menschen mit kleinem Einkommen geschützt werden. Die Stadtwerke sind hierfür ein wichtiger Partner. Vom Mieterstrom, bei dem die Mieterschaft von günstiger Solarenergie profitiert, über die Elektrifizierung der Busse, die Förderung der Elektromobilität und der regenerativen Energien bis hin zum sozialen Energiebonus für warmmietenneutrale Gebäudemodernisierungen – wir sind zusammen auf einem guten Weg.“

Enormes Entwicklungspotential

Im Jahr 2013 hat die Stadt Marburg das Potential für Erneuerbare Energien in einem Klimaschutz-Teilkonzept untersuchen lassen. Das Ergebnis: Theoretisch sind 45 Prozent der Dach- und Fassadenflächen für die Nutzung von Solarenergie geeignet. Durch die Nutzung von Photovoltaik und Solarthermie auf den realistisch nutzbaren Flächen könnten bis zu 40.000 Tonnen CO2 eingespart werden.

Unterdessen hob EUROSOLAR-Vizepräsident Dr. Fabio Longo die Bedeutung kommunaler Akteure für das Gelingen der dezentralen Energiewende hervor: „Erneuerbare fallen überall dezentral an. Und Stadtwerke sind als kommunale Unternehmen dezentral – nah bei den Menschen – organisiert. Wenn man die Energiewende den großen Konzernen überlässt, liegen riesige Potenziale brach. Die Energiewende kann nur gelingen, wenn das gesellschaftliche Potenzial zur Mobilisierung der Erneuerbaren Energien in den Kommunen gehoben wird. Von der heutigen Stadtwerke-Konferenz in der Solarstadt Marburg geht ein Signal des Aufbruchs für solaren Mieterstrom aus. Um das kommunale Engagement auch in den nächsten Jahren fortsetzen zu können, muss die Bundesregierung endlich den absurden Solardeckel im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) abschaffen. Die zügig nötige Energiewende klappt nur mit dem Ausbau des günstigen Solarstroms für alle.“

Holger Armbrüster, Geschäftsführer der Stadtwerke Marburg GmbH, erklärte: „Die kommunalen Versorger sind der Motor der Energiewende. In Marburg ist im Bereich der Erneuerbaren Energien schon viel passiert. Als einer der ersten Versorger überhaupt haben die Stadtwerke Marburg bereits 2009 angefangen, alle Haushaltskunden mit 100 Prozent Ökostrom zu versorgen. Vor allem bei der Solarenergie haben wir eine Vorreiterrolle eingenommen und bereits 1995 die erste Photovoltaikanlage in Marburg in Betrieb genommen. Daneben sind wir auch an vielen weiteren Anlagen beteiligt. Aber auch die Bürgerinnen und Bürger spielen bei der Energiewende eine tragende Rolle. So haben wir gemeinsam mit der GeWoBau ein Mieterstromprojekt auf den Weg gebracht, bei dem die Mieter den Sonnenstrom vom eigenen Dach nutzen können“.

Bei den Besucherinnen und Besuchern erfreuten sich beide Konferenztage großer Beliebtheit. Besonders die fruchtbare Kombination von Impulsen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik wussten die Gäste zu schätzen. Die Schwerpunkte des ersten Tages lagen dabei auf Best-Practice-Beispielen und Mieterstrommodellen. Hier zeigte sich, wie Energiewende von unten funktionieren kann: Trotz des gesetzlichen Rahmens, dem die Expertinnen und Experten Verbesserungspotential attestierten, können Stadtwerke auch heute schon zahlreiche gelungene Projekte vorweisen. Über diese tauschten sich die Besucherinnen und Besucher auch beim Abendempfang in lockerer Runde aus. Der zweite Konferenztag startete mit einer Einführung zur Sektorenkopplung, bevor verschiedene Technologien wie Elektromobilität, KWK und dezentrale Energiespeicher Beachtung fanden. Am Nachmittag stand der Status der Digitalisierung bei der Energiewende ebenso im Fokus wie intelligente Verteilnetze. Denn die Energiewende – da war man sich einig – geschieht vor Ort.

Über die Konferenzreihe
EUROSOLAR e.V. veranstaltet die erfolgreiche Konferenzreihe „Stadtwerke mit Erneuerbaren Energien“ bereits seit 2006. In Kooperation mit wechselnden Stadtwerken in der gesamten Bundesrepublik werden die Erneuerbaren Energien und die Akteure einer umweltfreundlichen und verbrauchernahen Energieversorgung in den Mittelpunkt gerückt. Die Konferenz zeichnet sich durch einen konsequenten Fokus auf die Chancen und Herausforderungen der Energiewende für Stadtwerke aus. Impulse aus Wissenschaft, Politik, Praxis und Gesellschaft werden produktiv verbunden und intensiv diskutiert.

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Energiewende regional – Die 13. Stadtwerkekonferenz zu Gast in Marburg

Auch 2019 lädt EUROSOLAR e.V. wieder zur Konferenz „Stadtwerke mit Erneuerbaren Energien“ ein – am 15. und 16. Mai im TTZ Marburg, dieses Mal in freundlicher Kooperation mit der Stadtwerke Marburg GmbH. „Stadtwerke sind die Schlüsselakteure der dezentralen Energiewende. Deshalb freuen wir uns, die EUROSOLAR-Konferenz dieses Jahr in Marburg zu begrüßen“, erklärt Geschäftsführer Holger Armbrüster.

Das Programm ist vielfältig: Neben dem hessischen Wirtschafts- und Energieminister Tarek Al-Wazir und dem Oberbürgermeister der Universitätsstadt Marburg Dr. Thomas Spies sind Führungskräfte von Stadtwerken aus der ganzen Republik sowie zahlreiche Expertinnen und Experten aus Politik und Wirtschaft vertreten.

www.stadtwerke-konferenz.eurosolar.de

Ein Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf dem Energiesammelgesetz 2018 und seinen Folgen für PV- und Mieterstrom. Dabei zeigen die Fachleute unter anderem Solarstrommodelle für Mieter und Eigenheimbesitzer auf. „Mieterstrommodelle tragen zum Klimaschutz bei, da sie die Umsetzung von Mosaiksteinen beim Ausbau regenerativer Energieträger fördern. Sie erhöhen gleichzeitig die Identifikation der Mieter mit ‚ihrem‘ Gebäude und helfen dabei, die Kosten für die Energieversorgung nachhaltig zu senken“, so Jürgen Rausch von der GeWoBau Marburg GmbH.

Auch die Fachleute seitens der Stadtwerke sehen im Mieterstrom ein richtungsweisendes Zukunftsthema. „Mieterstrom ist ein zentrales Instrument, um breite Akzeptanz für die Energiewende zu schaffen. Hier werden Mieterinnen und Mieter direkt und nachvollziehbar am Ausbau der Erneuerbaren Energien beteiligt“, findet Alexander Sauer, Stadtwerke Marburg GmbH.

EUROSOLAR-Vizepräsident Dr. Fabio Longo gibt einen Ausblick auf die Änderungen in der Energiemarktordnung 2019. Andy Völschow von den Wuppertaler Stadtwerken präsentiert den regionalen Marktplatz für Erneuerbare im Bergischen Land. Und Conrad Troullier von den Stadtwerken Solingen erklärt, wie klimaschonend erneuerbarer ÖPNV durch den Einsatz von batteriebetriebenen Oberleitungsbussen sein kann.

Über die Konferenzreihe

Die Konferenz ist Treffpunkt für Vertreterinnen und Vertreter von kommunalen und regionalen Energieversorgern, Unternehmen, Banken, Anlagenbetreibern, Genossenschaften und Projektierern im Bereich Erneuerbarer Energien sowie für Repräsentanten von Städten und Kommunen. Mit der Konferenzreihe rückt EUROSOLAR e.V. schon seit 2006 regionale Akteure einer umweltfreundlichen und verbrauchernahen Energieversorgung in den Mittelpunkt. Dafür kooperiert die Organisation mit wechselnden Stadtwerken in ganz Deutschland.

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Chancen ergreifen – Der Deutsche Solarpreis 2019

Die junge schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg ist für den Friedensnobelpreis nominiert. Und auch andere Engagierte haben die Chance, ihrem verantwortungsvollen Handeln für Umwelt und Erneuerbare Energien eine größere Bühne zu bieten: beim Deutschen Solarpreis 2019.

EUROSOLAR und die EnergieAgentur.NRW werden den Preis am Samstag, den 14. September 2019 im Wissenschaftspark Gelsenkirchen feierlich überreichen. Als Gäste begrüßen sie dort unter anderem Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart und den Oberbürgermeister der Stadt Gelsenkirchen Frank Baranowski.

Wer Teil einer Bürgerbewegung ist, einen Verein gegründet hat, architektonische Lösungen entwickelt oder sich in seiner Kommune oder seinem Unternehmen für die dezentrale Energiewende mit 100 % Erneuerbaren einsetzt, hat die Chance auf die bekannte Auszeichnung. Auch, wer ein innovatives Transportsystem entwickelt hat oder im Journalismus oder Bildungssystem über Erneuerbare Energien informiert und Bewusstsein schafft, kann sich bewerben. Wege zum Solarpreis gibt es viele – nicht zuletzt auch das persönliche Engagement. Bewerben können sich alle Anwärter noch bis zum 31. Mai.

Jetzt für den Deutschen Solarpreis bewerben.

Die Preisträgerinnen und Preisträger werden aufgenommen in die Riege berühmter Gewinner wie etwa dem Vatikanstaat, Dr. Franz Alt oder der Unternehmensgruppe ALDI Süd. Doch auch lokale Bewerber wie die Stadtwerke Marburg, kleinerer wie die Stiftung Solarenergie oder traditionsreiche, etwa die Umweltgruppe Elbvororte, haben eine Chance.

Die Jury aus renommierten Expertinnen und Experten prüft die Bewerbungen auf Innovationsgrad, Engagement, Vorbildcharakter und Öffentlichkeitswirksamkeit. Die elf Fachleute entscheiden, wer den begehrten Heliographen mit nach Hause nehmen kann. Neben der Trophäe von Künstler Emil Schult winkt den Gewinnern eine Mitgliedschaft bei EUROSOLAR – und nicht zuletzt die Aufmerksamkeit einer breiten Öffentlichkeit.

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EUROSOLAR zum EuGH-Urteil: EEG ist keine Beihilfe und damit keine Subvention

„Wir freuen uns über das Urteil des höchsten Europäischen Gerichts, das abschließend und rechtsverbindlich festgestellt hat, dass das letzte echte EEG 2012 keine Beihilfe und damit auch keine Subvention darstellt. Seit Beginn der – von interessierter Seite – konstruierten Beihilfe-Debatte gegen das EEG, hat EUROSOLAR immer die Auffassung vertreten, dass die Unterwerfung der Erneuerbaren Energien unter das Beihilfe-Regime der EU-Kommission rechtlich nicht geboten ist, sondern nur dazu dient, das Geschäftsmodell der fossil-atomaren Energiewirtschaft zulasten der Allgemeinheit zu verlängern. Leider kommt das Urteil zu spät, um den bereits entstandenen schweren Schaden beim Ausbau Erneuerbarer Energien seit der falschen Beihilfe-Entscheidung der EU-Kommission in 2014 rückgängig zu machen. Nach dem Zusammenbruch des Ausbaus der Solar- und der Bioenergie hat diese verheerende Politik im Jahr 2018 auch die Windenergie erreicht. Während die Energiewende und der Klimaschutz fast in jeder Sonntagsrede seinen Platz hat, findet zurzeit kein nennenswerter Ausbau der Erneuerbaren Energien mehr statt – die Energiewende ist damit zum Erliegen gekommen, wovor EUROSOLAR die verantwortlichen Politiker vor der Einführung des Ausbau-Deckels und der Ausschreibungen mit dem EEG 2017 eindringlich gewarnt hat.

Umso mehr muss jetzt die vom EuGH geschaffene Rechtsklarheit genutzt werden, der Energiewende wieder neuen Schwung zu verleihen. Das Ausbremsen der Energiewende muss beendet und das EEG repariert werden. Bewährte Regelungen des echten EEG, mit denen die Energiewende durch kräftigen Zubau regenerativer Erzeugungskapazitäten verwirklicht wurde, müssen wieder eingeführt werden.“

Hintergrund: EUROSOLAR hatte in den vergangenen Jahren mehrfach darauf hingewiesen, dass das Beihilfe-Regime der EU-Kommission die Energiewende lahmlegen würde, und dass sich die Bundesregierung diesem nicht unterwerfen solle. Dazu hier ein Auszug aus der EUROSOLAR-Stellungnahme vom Februar 2015:

EUROSOLAR-Memorandum zum Grünbuch „Ein Strommarkt für die Energiewende“: Neue Energiemarktordnung statt nur ein Strommarktdesign (Februar 2015):

Die Energiewende gibt es nur mit dem Ausbau Erneuerbarer Energien. Aus gegebenem Anlass muss diese Binsenweisheit wiederholt werden. Denn mit den sog. „Zielkorridoren“ im EEG 2014 wird es schon auf der Ebene der Ziele keine wirkliche Energiewende geben. Jeweils 2,5 GW Zubau an Wind- und Solarenergie pro Jahr reichen noch nicht einmal dazu aus, die unzureichenden Ziele des EEG 2014 von 80 % EE-Anteil am Stromverbrauch bis zum Jahr 2050 zu erreichen. Hierzu wäre bei Wind- und Solarenergie ein Zubau von jeweils 4 GW erforderlich. (…) Noch verheerender würden sich die – europarechtlich nicht (!) gebotenen – Ausschreibungen auswirken. Dies kann man an der Pilot-Ausschreibungs-Verordnung für Solarfreiflächenanlagen (Freiflächenausschreibungsverordnung – FFAV) sehen, die zwischen den Jahren 2015 bis 2017 sinkende (!) Kleinst-Quoten für den „Zubau“ vorsieht. Darüber hinaus werden durch die bürokratischen Ausschreibungen die treibenden Kräfte der Energiewende seit 1990/2000 nun endgültig vom Markt gedrängt. Wenn aber Mittelstand, Energiegenossenschaften, kleine Stadtwerke und Bürger nicht mehr investieren, fallen knapp 90 % der bisherigen Investoren aus. Dies wird sich als die größte Bremse bei der Energiewende erweisen. Denn zentralistische Großprojekte, wie teure Offshore-Windparks, können diesen Ausfall bei weitem nicht kompensieren. Die Instrumente mit dem EEG als Kern der neuen Energiemarktordnung formuliert das EUROSOLAR-Memorandum zu den Eckpunkten für eine EEG-Novelle: „Wirtschaftlich vernünftig ist jetzt, die preiswerten Erneuerbaren beschleunigt auszubauen“.

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ENERGY STORAGE EUROPE: Speicheranwendungen sektorenübergreifend im Kommen

Energiespeicher stoßen in immer mehr Industrien auf großes Interesse. Die Gründe: technologische Reife und eine Vielzahl marktreifer Produkte. Diese Entwicklung belegen auch die Messekooperationen und positiven Besucherreaktionen zur diesjährigen ENERGY STORAGE EUROPE, die heute in Düsseldorf nach drei erfolgreichen Tagen endet. Jeweils über 90 % der Besucher und Aussteller bestätigten ihre Zufriedenheit mit dem Branchenevent.

Die internationale Fachmesse und Konferenz hatte für ihre 8. Ausgabe unter anderem Kooperationen mit international führenden Branchenevents ins Leben gerufen, darunter boot Düsseldorf, ProWein, dem Technologiemessen-Quartett für Metallurgie, Gießerei- und Thermoprozesstechnik GMTN und der Fachmesse für den Investitionsbedarf des Handels EuroShop.

Der BVES Bundesverband Energiespeicher e.V. präsentierte auf der Messe die aktuellen Marktzahlen und bestätigte die positive Entwicklung sowie die steigende Bedeutung der Energiespeicherbranche. So wuchsen die Umsatzerlöse um neun Prozent auf fünf Milliarden Euro. Auch bei den Beschäftigtenzahlen vermeldete die Branche einen Zuwachs von neun Prozent auf jetzt 12.100 Beschäftigte. Die arbeiten vornehmlich in den Segmenten Groß- & Industriebatterien (33 %), Wärmespeicher (33 %) und Heimspeicher (21 %).

 

Wirtschafts- und Energieminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart: „Speicher sind entscheidend für das Gelingen der Energiewende. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Flexibilisierung und Integration wachsender Anteile erneuerbarer Energien und tragen zur Versorgungssicherheit bei. Die ENERGY STORAGE EUROPE als die internationale Leitmesse für Energiespeicher zeigt die ganze Bandbreite an Technologien und Anwendungen auf und liefert wichtige Lösungsansätze. Diese Innovationen sind gerade auch für das Energieland Nordrhein-Westfalen von besonderer Bedeutung.“

„Speicher ebnen den Weg zum mehrfachen Erfolg: für die Energiewende, gleichzeitig für ein stabiles Energiesystem und letztlich auch für eine zukunftsfähige Wirtschaftsentwicklung. Als Teil der World of Energy Storage ist die Energy Storage Europe der Verbindungspunkt der Branche, der mühelos sowohl die regionalen als auch die internationalen Entwicklungen zusammenbringt.“, ergänzt Urban Windelen, Bundesgeschäftsführer BVES Bundeverband Energiespeicher e.V.

B2B-Ausrichtung wird durch Messekooperationen gestärkt

Die ENERGY STORAGE EUROPE verfolgt ihre Ausrichtung auf das B2B-Geschäft mit Energiespeichern konsequent weiter und erreichte erneut einen Fachbesucheranteil von 99%. Rund 40% der Besucher kommen aus dem Ausland. Die Bandbreite der gezeigten Lösungen, Technologien und Anwendungen wuchs auch in diesem Jahr. Die Konferenzen wurden mit kostenfreien Spezialvorträgen ergänzt, die gezielt auf die Bedürfnisse von Anwendern eingingen.

Hans Werner Reinhard, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf: „Als eine der weltweit führenden Messegesellschaften für das B2B-Geschäft rücken wir Energiespeicher bei den Ausstellern und Besuchern unserer Leitmessen in den Fokus. Damit helfen wir unseren Partnern und Kunden, ihre Stromkosten und Emissionen zu senken und die Stromqualität zu verbessern.“ Reinhard weiter: „Für Energiespeicheranbieter und speziell die Aussteller der ENERGY STORAGE EUROPE bedeutet das gesteigerte Anwenderinteresse – ganz im Sinne der Business-Ausrichtung der Messe – mehr Aufmerksamkeit für ihre Lösungen und Produkte.“

Von Heimspeichern über Ladeinfrastruktur bis zur flexiblen Sektorenkopplung

Die technologische Bandbreite der ENERGY STORAGE EUROPE spiegelte sich auch im Konferenzprogramm der 8. Energy Storage Europe Conference (ESE) der Messe Düsseldorf und der 13. International Renewable Energy Storage Conference (IRES) von EUROSOLAR e.V. Neben Batteriespeichern, Power-to-X Konzepten und Lösungen rund um die Mobilitäts-infrastruktur standen in diesem Jahr thermische Speicher im Mittelpunkt verschiedener Sessions. Dabei wurden auch zahlreiche innovative Ansätze thematisiert wie Wärme-
speicherung im Rahmen der flexiblen Sektorenkopplung sowie Power-to-Heat Lösungen auf Basis thermochemischer Prozesse.

Prof. Peter Droege, Präsident von EUROSOLAR, zeigt sich zufrieden: „Die International Renewable Energy Storage (IRES) Conference ist die weltgrößte und bedeutendste wissenschaftliche Speicherkonferenz der Welt. Wir sind stolz, dass die IRES mit ihrer treuen Partnerin, der ‘ESE‘, weiter an Bedeutung und wissenschaftlichem Einfluss gewonnen hat.“

Weiterer wichtiger Bestandteil der IRES 2019 war eine deutschsprachige Vortragsreihe, die EUROSOLAR e.V. in Kooperation mit der EnergieAgentur.NRW durchführte. Unter der Moderation von Prof. Dr. Dirk Uwe Sauer (RWTH Aachen) und IRES Conference Chair Prof. Dr. Ingo Stadler (TH Köln) erörterten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter anderem Perspektiven von Flexibilitätsoptionen im Verteilnetz und den Einsatz von Strom-, Gas- und Wärme-Großspeichern in Deutschland und der Welt.

In seinem Abschluss-Statement zur IRES rief Prof. Dr. Ingo Stadler zum Handeln auf: „Lassen Sie uns den Druck auf die Politik aufrechterhalten und verstärken, um einen angemessenen Rahmen für die Umsetzung des Energiewandels im Allgemeinen und der Energiespeicherung im Besonderen zu schaffen."

Über die Energy Storage Europe 2019 | Messegelände Düsseldorf

Die Energy Storage Europe ist die Fachmesse für die globale Energiespeicherindustrie mit Fokus auf Anwendungen und Energiesystemen. Die parallel stattfindenden internationalen Fachkonferenzen bieten das weltgrößte Konferenzprogramm zu allen Energiespeicher-Technologien. Sie umfassen die 8. Energy Storage Europe Conference (ESE) der Messe Düsseldorf und die 13. International Renewable Energy Storage Conference (IRES) von EUROSOLAR e.V. Themenschwerpunkte sind Wirtschaft und Finanzen (ESE) sowie Wissenschaft und Gesellschaftspolitik (IRES). Die ENERGY STORAGE EUROPE 2019 besuchten rund 4.000 Besucher aus 60 Ländern. Es präsentierten sich rund 160 Aussteller.

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Konferenz-Programm ist jetzt online

EUROSOLAR e.V. und die Stadtwerke Marburg GmbH veranstalten in diesem Jahr gemeinsam die 13. Ausgabe der Stadtwerkekonferenz am 15. und 16. Mai 2019 im Technologie- und Tagungszentrum Marburg. Die Kooperationspartner freuen sich, nun das hochkarätige Konferenzprogramm bekannt zu geben.

Tarek Al-Wazir, Staatsminister des hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, wird in seiner Keynote-Speech die Rolle von Stadtwerken und Kommunen für die hessische Energiewende beleuchten. Im Rahmen einer anschließenden Podiumsdiskussion wird er gemeinsam mit Dr. Thomas Spies, Oberbürgermeister der Stadt Marburg, Holger Armbrüster, Geschäftsführer der Stadtwerke Marburg GmbH, Michael Teigeler, Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg GmbH, und Dr. Fabio Longo, Vizepräsident von EUROSOLAR e.V., über die Zukunft der Kommunalversorger in der Energiewende diskutieren. Moderiert wird die Diskussion von Margit Conrad, Staatsministerin a.D., die die Energiewende in Rheinland-Pfalz entscheidend mitgestaltet hat.

www.stadtwerke-konferenz.eurosolar.de

Das Programm umfasst zudem zahlreiche innovative Praxisbeispiele. Eine Vielzahl an Führungskräften von Stadtwerken stellen dem Publikum ihre erfolgreichen Projekte für die Energiewende vor Ort vor. Brandaktuelle Themen wie die Auswirkungen des Energiesammelgesetzes auf Solar-Mieterstrom sowie auf die Kraft-Wärme-Kopplung werden ebenfalls fokussiert. Außerdem wird der Frage nachgegangen, welche Chancen und Herausforderungen sich für Stadtwerke bei der Sektorenkopplung und der Digitalisierung ergeben.

Zum Programm

Für Aussteller und Sponsoren
Die Konferenz wird von einer Ausstellung begleitet, bei der sich Unternehmen, Organisationen und Institutionen dem Publikum präsentieren. Nähere Informationen über die Teilnahme als Aussteller oder Sponsor sind hier verfügbar.

Über die Konferenzreihe
EUROSOLAR e.V. veranstaltet die erfolgreiche und jährlich stattfindende Konferenzreihe „Stadtwerke mit Erneuerbaren Energien“ bereits seit dem Jahr 2006 in Kooperation mit wechselnden Stadtwerken in der gesamten Bundesrepublik. Seit jeher rückten die Erneuerbaren Energien und die Akteure einer umweltfreundlichen und verbrauchernahen Energieversorgung dabei in den Mittelpunkt. Stadtwerke nehmen eine zentrale Rolle in einer Neuen Energiemarktordnung (NEMO) ein, für die sich EUROSOLAR aktiv einsetzt.

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Deutsche Planwirtschaft verharrt weiter in der Kohlestarre

Zum Abschlussbericht der Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung erklärt Dr. Axel Berg, Vorsitzender der deutschen Sektion von EUROSOLAR:

„Energieminister Peter Altmaier sagte schon vor Arbeitsbeginn der Kommission, dass mehr als eine Reduzierung um die Hälfte bis 2030 mit ihm nicht zu machen sei. Nun hat die Kohlekommission ganz im Sinne des Ministers entschieden. War sie nur ein auf Zeitgewinn angelegtes Ablenkungsmanöver, eine Schmierenkomödie und Farce von Anfang an, die einen schnellen Kohleausstieg nur simulieren sollte? Ja, so ist es wohl.

Die Vorschläge des Abschlussberichts wurden veröffentlicht. Es wird vor allem eines: Sehr teuer. Die Kohlekommission nennt einige, wenn auch nicht alle Zahlen. Bis zum endgültigen Ausstieg in knapp 20 Jahren, Ende des Jahres 2038, werden 26 Milliarden Euro für den Industrie-Umbau benötigt; die Strompreisentlastung 2023-2030 beläuft sich auf 14 Milliarden Euro. Zusätzliche Renten und Abfindungen für bestehende Arbeitsverhältnisse schlagen mit fünf Milliarden Euro zu Buche. Macht 45 Milliarden Euro. Darüber hinaus sollen die betroffenen Bundesländer 0,7 Milliarden Euro über 20 Jahre gestreckt vom Bund bekommen. Diese 14 Milliarden addiert sind wir bei 59 Milliarden Euro – sofern nicht jedes der sechs Kohleländer jährlich 0,7 Milliarden Euro bekommen soll. Das lässt der Berichtstext offen.

Hinzu kommt der von der Kohlekommission als verpflichtend erwähnte aber nicht bezifferte Zukauf von Emissionsrechten durch den Staat. Bei einem Fortschreiben des aktuellen Trends der Emissionsreduzierungserfolge, an dem der Kommissionsbericht nicht viel zu ändern gedenkt, kommen laut Agora Energiewende auf den deutschen Haushalt Kosten in Höhe von 30 bis 60 Milliarden Euro zu. Hierzu sagt der Bericht nichts. Auch wenn wir nur von der Untergrenze von 30 Milliarden ausgehen, sind wir somit schon bei mindestens 89 Milliarden Euro angekommen.

Die wegfallenden Kohlekraftwerke sollen überwiegend durch Gaskraftwerke ersetzt werden. Ein modernes Gas- und Dampfturbinen (GuD)-Kraftwerk kostet 900 €/kW. Wenn nur die Hälfte der 41 Gigawatt (GW) zu ersetzender Kraftwerkskapazitäten als GuD-Kraftwerke gebaut werden, kommen leicht weitere 19 Milliarden Euro Baukosten hinzu, die überwiegend auf die Verbraucher-Strompreise umgelegt werden. Der Bericht empfiehlt, ab 2023 einen Ausgleich in Höhe von zwei Milliarden jährlich zu schaffen, der durch die beschleunigte Beendigung der Kohleverstromung in Unternehmen und Privathaushalten entsteht. Das macht – nur bis 2030 gerechnet – weitere  16 Milliarden Euro.

Allein für die Kohlereduktion um gut die Hälfte der bestehenden Kapazitäten bis 2030 wären wir damit in einem Best-Case-Scenario bei 124 Milliarden Euro angekommen.

Der Bericht lässt die Frage offen, wer die Ewigkeits- und Renaturierungs-Kosten für die stillgelegten Kohle-Reviere übernehmen soll. Die voraussichtlichen Kosten, die durch Klima- und Gesundheitsschäden verursacht werden, wenn wir weitere zwei Jahrzehnte mit Kohleemissionen die Luft verschmutzen, wurden in dem Bericht ebenfalls nicht beziffert. Ebenso unbeziffert ist die Höhe der Prämien respektive Entschädigung für die Kraftwerksbetreiber für die Nicht-Fertigstellung von begonnenen Kraftwerksneubauten und den Verzicht auf das goldene Ende der alten Mühlen, die schon seit vielen Jahren abgeschriebenen sind.

Eine Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft von 2018 kommt zu dem Schluss, dass durch einen schnellen Kohleausstieg jährlich 27,9 Milliarden Euro Kosten vermieden werden können. Das ist der Benchmark der Kommission. Demnach kostet es die Gesellschaft rein rechnerisch 27,9 Milliarden für jedes Jahr, das wir später aussteigen.

Absage an den Klimaschutz

Die Paris-Ziele werden weder 2020 noch 2030 erreicht, wenn der Bericht so umgesetzt wird. Die Kohlekommission befürwortet im Jahr 2030 immer noch einen Bestand von 9 GW Braunkohle und 8 GW Steinkohle. Das ist vielleicht doppelt so viel wie laut dem Klimaschutzplan der Bundesregierung 2030 noch am Netz sein sollte. Im Abschlussbericht wird lapidar darauf verwiesen, dass auch die anderen Sektoren zeitnah ihre Beiträge leisten müssten. Die Energiewirtschaft habe ja bisher bereits den größten Anteil an der gesamten Emissionsminderung erbracht. Die Kommission hat nicht ausdrücklich empfohlen, alte Kraftwerke mit enorm hohen Emissionen vor neuen, hocheffizienten Kraftwerken mit wesentlich weniger Emissionen vom Netz zu nehmen. Eine Emissions-Obergrenze ist nicht vorgesehen.

Fürs Klima kommt es noch schlimmer: Die wegfallenden Kohlekraftwerke sollen vor allem durch Gas-Kraftwerke an den vorhandenen Standorten ersetzt werden. Die weltweite Klimabilanz dürfte sich dadurch verschlechtern. Gas ist das reine Gift. In der Gesamtemissionsbilanz vom Bohrloch über den Transport bis zur Verbrennung ist der Klima-Rucksack von Erdgas größer als der von Kohle. Das Geld für neue Gaskraftwerke sollte besser in emissionsfreie Erneuerbare Energien-Anlagen investiert werden.

Die deutsche Bevölkerung soll demzufolge neben durch Kohleverbrennung verursachte CO2-Emissionen auch weitere 20 Jahre den in Deutschland überproportional hohen Anteilen an Quecksilber und Stickstoffoxiden aus Kohlekraftwerken ausgesetzt bleiben, deren Reduzierung Berlin in Brüssel blockiert. Das kostet weiterhin tausende (!) Menschen in Deutschland jedes Jahr Gesundheitseinbußen und Lebensjahre.

Ein Wechsel hin zu einem dezentralen System Erneuerbarer Energien, das weder Gas-Großkraftwerke noch den Ausbau neuer Übertragungsleitungen im großen Stil erfordert, scheint nicht gewollt. Das EEG ist inzwischen zu einer riesigen Ausschreibungsverordnung mit der Beschreibung von Ausnahmen verkommen. Mit Bürgern, Kommunen und Unternehmern, die Solarstrom selbst erzeugen, verbrauchen, speichern und verkaufen und damit zu einem zentralen Baustein des modernen Stromsektors werden, hat sich die Kommission nicht weiter befasst. Konsequenterweise spielt auch eine Unterstützung von Bürgerinitiativen, Genossenschaften oder kleinen Stadtwerken keine Rolle. Obwohl eben diese bisher die mit Abstand größten Treiber der Energiewende waren. Die vielen Industriebefreiungen für die Fossilen sollen beibehalten werden, während es auf der anderen Seite bei den bestehenden Hemmnissen und Deckeln für den Ausbau Erneuerbarer Energien bleiben soll.

Energiewende weiter ausgebremst

Deutschland ist jetzt schon vom weltweiten Marktführer in der Photovoltaik auf Platz 4 abgerutscht. Anstatt umzusteuern, wird eine träge, nicht zukunftsfähige Kohlewirtschaft mit direkten und indirekten Subventionen marktwirtschaftswidrig am Leben gehalten und sogar belohnt. Durch den Bericht der Kohlekommission stieg der  RWE Monats-Schlusskurs im Januar 2019 um fast 13 Prozent. Die einst blühende deutsche Solarindustrie hat ausgeblüht.

Die Übertragungsleitungen sollen weitere Jahre mit Kohlestrom verstopft bleiben. Die Kohlekommission hat sogar die Stirn, darauf hinzuweisen, dass von den von der Bundesregierung geplanten 7.700 Kilometer neuer Übertragungsleitungen erst 950 Kilometer gebaut seien. Wer in Konzern-Systemkategorien denkt, sieht nur in Nischen Raum für dezentrale Erneuerbare Energien auf Hausdächern nah am Verbrauch.

Der Abschlussbericht der Kohlekommission ist eine unverbindliche Empfehlung für einen Strukturwandel in den betroffenen Kohlegebieten und bindet niemanden. Die Kommissionsmitglieder waren nicht demokratisch legitimiert. Sie erwarten jetzt sofort ein Mega-Gesetzespaket, das sie selbst mit dem Berlin-Bonn-Gesetz vergleichen. Obwohl noch viele Punkte offen sind und die Kommission selbst der Bundesregierung empfiehlt, zum Beispiel über Entschädigungen für entgangenen Gewinn erst mal ein Jahr lang mit den Kohlekraftwerks-Eigentümern zu verhandeln.

Bleibt zu hoffen, dass der Deutsche Bundestag seine Verantwortung für die Zukunft des ganzen Landes wahrnimmt und nicht nur für eine privilegierte Minderheit von Unternehmen zu Lasten aller anderen und der Umwelt und den Empfehlungen der Kohlekommission nicht folgt.

Eigentlich könnte es ganz einfach sein:

1. Alle Beschäftigten werden extrem großzügig abgefunden, beispielsweise mit bis zu 30.000 Euro pro Jahr ihrer Betriebszugehörigkeit. Dafür können statt der bisher vorgesehenen fünf Milliarden auch 20 Milliarden Euro bereitgestellt werden. Das hört sich teuer an, ist aber nur ein einmaliger Betrag. Vor allem aber kann niemand mehr den gebeutelten Arbeiter vorschützen, wenn es in Wahrheit nur um Konzerngewinne geht.

2. Mit einem beschleunigten Herunterfahren der meist über 30 Jahre alten Kohleindustrieanlagen und dem gleichzeitigen radikalen Hochfahren des Ausbaus von Photovoltaik und Windparks, insbesondere auf den frei werdenden Flächen, wäre ein Konversionsprogramm möglich, das nur einen Bruchteil der von der Kommission veranschlagten Gelder kostet und schnell der Umwelt hilft.

3. Die von der Kommission vorgeschlagenen Infrastrukturmaßnahmen und Geschäftsmodelle geben meist Sinn und können parallel angegangen werden.

Derzeit sind Kohlekraftwerke mit einer Leistung (netto) von insgesamt 41 Gigawatt (GW) aktiv, davon 19 GW Braunkohle und 22 GW Steinkohle. Im deutschen Rekordjahr 2012, bevor die Bundesregierung den Ausbau der Erneuerbaren eindämmte, betrug der Zubau allein bei der Photovoltaik 8,3 GW. Wenn Deutschland also lediglich zu bereits geleisteten Solarausbauzahlen zurückfindet, können sämtliche bestehenden Kohlekraftwerke innerhalb der nächsten fünf Jahre ersetzt werden. Der Neubau von größeren Erneuerbare Energien-Anlagen ist jetzt schon billiger als der Weiterbetrieb der Kohlemeiler. Von Greenpeace bis hin zu einem Konsortium aus Vattenfall, BayWa und anderen stehen Investoren bereit, die auf den bergbaulich genutzten Flächen, inklusive Netzanschluss und genügend Fachkräften in der Region, einen Mix aus Photovoltaik-, Wind- und Hybrid-Kraftwerken mit Speichern bauen würden. Mit privatem Kapital und ohne jegliche staatliche Förderung. Beteiligt man auch die Anwohner und lokalen Gemeinden an dem Ausbau, könnten die Reviere einen erfreulichen lokalen Aufschwung erfahren. Ebenso wie das vielen abgehängten Dörfern in industriefernen Regionen gelungen ist, die dank ihres Engagements für dezentrale Erneuerbare Energien bei sich zuhause Unternehmen, Jobs und Gewerbesteuer-Einnahmen schaffen konnten. Der Haken an der Geschichte ist, dass die großen Stromkonzerne zukünftig auf exorbitante Gewinne verzichten müssten, was die Lobbyisten im Bundestag zu verhindern wissen.

Klimawandel wartet nicht

20.000 Arbeitsplätze gibt es noch in den deutschen Braunkohle-Revieren, inklusive derer, die mit der Rekultivierung ehemaliger Braunkohle-Reviere befasst sind. Das entspricht zwei Prozent aller lokalen Arbeitsplätze in der Lausitz, 1,2 Prozent am Rhein und unter 0,3 Prozent in den anderen Revieren. In der Steinkohle-Verbrennung gibt es noch knapp 6.000 Beschäftigte. Die Bezahlung in der Branche ist überdurchschnittlich, ebenso die Qualifikationen, insbesondere im MINT-Bereich. Es bestehen somit gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Freiwerdende Stellen sollen allerdings kontinuierlich nachbesetzt werden, so steht es im Abschlussbericht.

Dass der Klimawandel keine Rücksicht auf die Wünsche der Old Industry nimmt, hat die Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ nicht thematisiert. Ebenso wenig, welcher anderer staatlichen Aufgaben deren Abwrackparty die nächsten Jahrzehnte gefeiert wird, weit bis nach Ablauf der Amtszeit aller gegenwärtigen Akteure, finanziert werden soll."
 

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Zeit der Chancen: Bewerbungsphase für Deutschen und Europäischen Solarpreis 2019 gestartet

Ab sofort können Bewerbungen und Vorschläge aus dem Bereich Erneuerbare Energien für die renommierten Solarpreise von EUROSOLAR eingereicht werden. Zur Teilnahme aufgerufen sind Städte, Gemeinden, Architekten, kommunale und private Unternehmen, Vereine, Organisationen und Genossenschaften, Journalisten und natürlich Bürger. Die Solarpreise geben lokalen Akteuren die Möglichkeit, ihr Engagement und ihren Ideenreichtum zu zeigen und ein großes Publikum zu erreichen. Denn der Erfolg der Energiewende hängt maßgeblich von Innovationen, Mut und Herzblut aus allen Teilen der Gesellschaft ab.

Bewerbungen können schnell und unkompliziert online einreicht werden. Alle Informationen und die Möglichkeit zur Teilnahme:
Deutscher Solarpreis 2019
Europäischer Solarpreis 2019

Die Bewerbungsphase für den Deutschen Solarpreis ist bis zum 31. Mai geöffnet. Bewerbungen für den Europäischen Solarpreis können in diesem Jahr bis zum 31. Juli eingereicht werden.

Die Verleihung erfolgt in verschiedenen Kategorien – von Mobilitätslösungen über solare Architektur und Stadtentwicklung bis zu Projekten in den Bereichen Bildung, Eine-Welt-Zusammenarbeit und Medien. Eine qualifizierte Jury entscheidet über die Preisträger, die am Ende des Jahres im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung gebührend gewürdigt werden.

Über die Solarpreise
EUROSOLAR ehrt mit der jährlichen Verleihung der Solarpreise bereits seit 1994 Vorbilder und Wegbereiter, die durch Innovation und Engagement die Energiewende mit ihren Projekten und Initiativen aktiv unterstützen und den Weg in eine erneuerbare Zukunft weisen. Mit der Verleihung werden diese Akteure in das Licht der breiten Öffentlichkeit gerückt und wichtige Impulse für eine dezentrale, bürgernahe und regenerative Energiewende gegeben. Bisher wurden bereits über 250 Preisträger aus Deutschland und Europa ausgezeichnet.

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ENERGY STORAGE EUROPE: Fraunhofer IKTS präsentiert keramische Batterie mit Weltrekord-Eigenschaften

Das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS präsentiert auf der ENERGY STORAGE EUROPE 2019 seine neu entwickelte keramische Hochtemperaturbatterie „cerenergy“ für stationäre Batteriespeicher. Mit Kosten von weniger als 100 Euro/kWh liegt der Preis auf Zellebene bei rund der Hälfte des Preisniveaus von Li-Ionen Akkus. Damit hält die cerenergy-Lösung den Weltrekord für Natrium-Nickelchlorid-Batteriezellen und ist dabei wartungsfrei sowie absolut sicher. Der Stand des Fraunhofer IKTS ist in Halle 8b unter Standnummer B44 zu finden.

„Dass das Fraunhofer IKTS seine keramische Batterie hier vorstellt, steht beispielhaft für die besonderen Stärken der ENERGY STORAGE EUROPE und der parallel stattfindenden International Renewable Energy Storage Conference sowie der ENERGY STORAGE EUROPE Conference. Kein anderes Event der Speicherbranche bietet eine ähnliche Bandbreite von Technologien und hochkarätigen Akteuren aus Forschung, Entwicklung und Industrie“, so Bastian Mingers, Leiter der ENERGY STORAGE EUROPE.

Das IKTS wird in Düsseldorf unter anderem eine fertig konfektionierte 5 kWh-Batterie mit 20 Batteriezellen vorstellen, deren Kapazität von 250 Wh weltweit führend ist. Das gezeigte Modul wird in den kommenden Monaten in die Produktionsreife überführt. Obwohl die Betriebstemperatur der cerenergy-Batterielösung bei 300 °C liegt, ist ihr Betrieb durch eine Vakuumisolation effizient und wirtschaftlich. Eine Klimatisierung ist – anders als bei Li-Ionen-Akkus – auch bei extremen Umgebungsbedingungen nicht nötig. Der Gesamtwirkungsgrad liegt bei über 90 Prozent. Die Energiedichte von 130 Wh/kg sowie Lade- und Entladeraten 0,25 bis maximal 0,75 C prädestinieren die Batterien für den stationären Einsatz.

„Die Natrium-Nickelchlorid-Batterie basiert im Wesentlichen auf Kochsalz – einen billigeren und besser verfügbaren Rohstoff gibt es kaum. Und auch sonst verzichten wir komplett auf seltene Erden oder andere strategische Rohstoffe. Das Prinzip der Batterie ist schon seit den 90er Jahren bekannt, erst in jüngster Zeit ist es uns aber gelungen, die Technologie wirklich für den Einsatz in stationären Speichern maßzuschneidern“, sagt Dr. rer. nat. Roland Weidl, Abteilungsleiter beim Fraunhofer IKTS. „Die ENERGY STORAGE EUROPE bietet unserem Team eine ideale Plattform, um mit potenziellen Kunden für die Verwendung der cerenergy-Technologie zu sprechen“, ergänzt Weidl.

Mehr Informationen zur keramischen Natrium-Nickelchlorid-Batterie gibt es unter https://www.ikts.fraunhofer.de/de/departments/energy_bio-medical_technology/system_integration_technology_transfer/stationary_energy_storage/cerenergy.html

Über die ENERGY STORAGE EUROPE 2019 | Messegelände Düsseldorf

Die ENERGY STORAGE EUROPE ist die Fachmesse für die globale Energiespeicherindustrie mit Anwendungen und Energiesystemen im Fokus. Die parallel stattfindenden internationalen Fachkonferenzen bieten das weltgrößte Konferenzprogramm zu allen Energiespeicher-Technologien. Sie umfassen die 8. ENERGY STORAGE EUROPE Conference (ESE) der Messe Düsseldorf und die 13. International Renewable Energy Storage Conference (IRES) von EUROSOLAR e.V. Themenschwerpunkte sind Wirtschaft und Finanzen (ESE) sowie Wissenschaft und Gesellschaftspolitik (IRES). Die Messe wuchs in 2018 auf rund 4.500 Besucher aus 61 Ländern. Es präsentierten sich 170 Aussteller.

www.energy-storage-online.de

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Öko und regional: Umweltverbände zertifizieren neuen Biogastarif

Der neue Biogastarif RhönGas ÖkoRegio der RhönEnergie Fulda besteht zu 10 Prozent aus Biogas, das aus der eigenen Biogasanlage des Energieversorgers stammt. Dort werden biogene Reststoffe aus der Region zu Biogas vergoren. Zum Einsatz kommen beispielsweise Grünabfälle, der Inhalt der Biotonne, Küchenabfälle und andere organische Reststoffe. Der zertifizierte Biogastarif startet am 1. Januar 2019.

„Durch das Qualitätssiegel Grünes Gas zeigen wir unseren Kunden, dass sie umweltverträgliches Biogas beziehen. Schon mit unserem Grüner Strom-zertifizierten Ökostromtarif leisten wir einen Beitrag zur Energiewende – jetzt auch über das Grünes Gas-Label“, freut sich Christoph Hau, Privatkundenvertrieb bei der RhönEnergie Fulda GmbH, über die Auszeichnung mit dem Biogaslabel der Umweltverbände. „Als regionaler Versorger sind wir uns unserer Verantwortung bewusst“, führt Martin Heun, Sprecher der Geschäftsführung, weiter aus: „Darum stellen wir uns heute schon für eine nachhaltige Zukunft auf und bieten unseren Kunden neben zertifizierten Öko-Produkten etwa auch Energieberatungen und nachhaltige Lösungen wie Photovoltaik-Anlagen mit Speichern an. Wir investieren in nachhaltige Erzeugung und bringen zudem die Eco-Mobilität vor Ort voran – im eigenen Fuhrpark ebenso wie als Dienstleister für unsere Kunden in der Region.“ 

Das Grünes Gas-Label ist das erste Gütesiegel in Deutschland, das Biogas über die gesamte Produktionskette ökologisch bewertet – vom Rohstoff bis zum Endkunden. „Wie bei Ökostrom ist auch der Begriff Biogas nicht geschützt. Wer umweltverträgliches Biogas beziehen will, muss sich genau damit auseinandersetzen, was hinter dem Biogastarif steckt“, erläutert Marcus Bollmann, Vorstandsmitglied des Grüner Strom Label e.V. und Stellvertretender Sprecher des Arbeitskreises Energie beim Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND). „Aus Sicht einer naturverträglichen Energiewende sind die meisten Tarife nicht empfehlenswert, egal ob sie Klima-, Öko- oder Biogas heißen. Eine ökologisch gute Wahl trifft man, wenn nur zertifiziertes Biogas enthalten ist, das unter strengen Umweltauflagen produziert wurde. Das garantiert das Grünes Gas-Label.“ Der BUND ist zusammen mit anderen Umweltverbänden wie EUROSOLAR, NABU und dem Deutschen Naturschutzring Initiator des Ökosiegels. Das Grünes Gas-Label ist das einzige Biogaslabel in Deutschland, das von führenden Umweltverbänden getragen und empfohlen wird.

In der Biogasanlage bei Fulda wird Biogas aus Reststoffen der Region gewonnen, wie Bioabfälle der Bürger*innen, Küchenabfälle aus der Gastronomie oder Grün- und Pflanzenschnitt der Städte und Gemeinden. Das spart nicht nur CO2-Emissionen, sondern fördert auch die regionale Wertschöpfung. Das Biogas wird dann in das Erdgasnetz eingespeist. Jährlich wird überprüft, ob das Biogas die Kriterien des Grünes Gas-Labels erfüllt. 

Der neue Biogastarif RhönGas ÖkoRegio ist ab dem 1. Januar 2019 verfügbar, genau wie der neu aufgelegte Ökostromtarif RhönStrom ÖkoRegio, der mit dem Schwesterlabel Grüner Strom ausgezeichnet ist. Interessierte und Kund*innen können sich bei der RhönEnergie Fulda informieren und bereits jetzt einen Vertrag abschließen.

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