ENERGY STORAGE EUROPE: Speicheranwendungen sektorenübergreifend im Kommen

Energiespeicher stoßen in immer mehr Industrien auf großes Interesse. Die Gründe: technologische Reife und eine Vielzahl marktreifer Produkte. Diese Entwicklung belegen auch die Messekooperationen und positiven Besucherreaktionen zur diesjährigen ENERGY STORAGE EUROPE, die heute in Düsseldorf nach drei erfolgreichen Tagen endet. Jeweils über 90 % der Besucher und Aussteller bestätigten ihre Zufriedenheit mit dem Branchenevent.

Die internationale Fachmesse und Konferenz hatte für ihre 8. Ausgabe unter anderem Kooperationen mit international führenden Branchenevents ins Leben gerufen, darunter boot Düsseldorf, ProWein, dem Technologiemessen-Quartett für Metallurgie, Gießerei- und Thermoprozesstechnik GMTN und der Fachmesse für den Investitionsbedarf des Handels EuroShop.

Der BVES Bundesverband Energiespeicher e.V. präsentierte auf der Messe die aktuellen Marktzahlen und bestätigte die positive Entwicklung sowie die steigende Bedeutung der Energiespeicherbranche. So wuchsen die Umsatzerlöse um neun Prozent auf fünf Milliarden Euro. Auch bei den Beschäftigtenzahlen vermeldete die Branche einen Zuwachs von neun Prozent auf jetzt 12.100 Beschäftigte. Die arbeiten vornehmlich in den Segmenten Groß- & Industriebatterien (33 %), Wärmespeicher (33 %) und Heimspeicher (21 %).

 

Wirtschafts- und Energieminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart: „Speicher sind entscheidend für das Gelingen der Energiewende. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Flexibilisierung und Integration wachsender Anteile erneuerbarer Energien und tragen zur Versorgungssicherheit bei. Die ENERGY STORAGE EUROPE als die internationale Leitmesse für Energiespeicher zeigt die ganze Bandbreite an Technologien und Anwendungen auf und liefert wichtige Lösungsansätze. Diese Innovationen sind gerade auch für das Energieland Nordrhein-Westfalen von besonderer Bedeutung.“

„Speicher ebnen den Weg zum mehrfachen Erfolg: für die Energiewende, gleichzeitig für ein stabiles Energiesystem und letztlich auch für eine zukunftsfähige Wirtschaftsentwicklung. Als Teil der World of Energy Storage ist die Energy Storage Europe der Verbindungspunkt der Branche, der mühelos sowohl die regionalen als auch die internationalen Entwicklungen zusammenbringt.“, ergänzt Urban Windelen, Bundesgeschäftsführer BVES Bundeverband Energiespeicher e.V.

B2B-Ausrichtung wird durch Messekooperationen gestärkt

Die ENERGY STORAGE EUROPE verfolgt ihre Ausrichtung auf das B2B-Geschäft mit Energiespeichern konsequent weiter und erreichte erneut einen Fachbesucheranteil von 99%. Rund 40% der Besucher kommen aus dem Ausland. Die Bandbreite der gezeigten Lösungen, Technologien und Anwendungen wuchs auch in diesem Jahr. Die Konferenzen wurden mit kostenfreien Spezialvorträgen ergänzt, die gezielt auf die Bedürfnisse von Anwendern eingingen.

Hans Werner Reinhard, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf: „Als eine der weltweit führenden Messegesellschaften für das B2B-Geschäft rücken wir Energiespeicher bei den Ausstellern und Besuchern unserer Leitmessen in den Fokus. Damit helfen wir unseren Partnern und Kunden, ihre Stromkosten und Emissionen zu senken und die Stromqualität zu verbessern.“ Reinhard weiter: „Für Energiespeicheranbieter und speziell die Aussteller der ENERGY STORAGE EUROPE bedeutet das gesteigerte Anwenderinteresse – ganz im Sinne der Business-Ausrichtung der Messe – mehr Aufmerksamkeit für ihre Lösungen und Produkte.“

Von Heimspeichern über Ladeinfrastruktur bis zur flexiblen Sektorenkopplung

Die technologische Bandbreite der ENERGY STORAGE EUROPE spiegelte sich auch im Konferenzprogramm der 8. Energy Storage Europe Conference (ESE) der Messe Düsseldorf und der 13. International Renewable Energy Storage Conference (IRES) von EUROSOLAR e.V. Neben Batteriespeichern, Power-to-X Konzepten und Lösungen rund um die Mobilitäts-infrastruktur standen in diesem Jahr thermische Speicher im Mittelpunkt verschiedener Sessions. Dabei wurden auch zahlreiche innovative Ansätze thematisiert wie Wärme-
speicherung im Rahmen der flexiblen Sektorenkopplung sowie Power-to-Heat Lösungen auf Basis thermochemischer Prozesse.

Prof. Peter Droege, Präsident von EUROSOLAR, zeigt sich zufrieden: „Die International Renewable Energy Storage (IRES) Conference ist die weltgrößte und bedeutendste wissenschaftliche Speicherkonferenz der Welt. Wir sind stolz, dass die IRES mit ihrer treuen Partnerin, der ‘ESE‘, weiter an Bedeutung und wissenschaftlichem Einfluss gewonnen hat.“

Weiterer wichtiger Bestandteil der IRES 2019 war eine deutschsprachige Vortragsreihe, die EUROSOLAR e.V. in Kooperation mit der EnergieAgentur.NRW durchführte. Unter der Moderation von Prof. Dr. Dirk Uwe Sauer (RWTH Aachen) und IRES Conference Chair Prof. Dr. Ingo Stadler (TH Köln) erörterten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter anderem Perspektiven von Flexibilitätsoptionen im Verteilnetz und den Einsatz von Strom-, Gas- und Wärme-Großspeichern in Deutschland und der Welt.

In seinem Abschluss-Statement zur IRES rief Prof. Dr. Ingo Stadler zum Handeln auf: „Lassen Sie uns den Druck auf die Politik aufrechterhalten und verstärken, um einen angemessenen Rahmen für die Umsetzung des Energiewandels im Allgemeinen und der Energiespeicherung im Besonderen zu schaffen."

Über die Energy Storage Europe 2019 | Messegelände Düsseldorf

Die Energy Storage Europe ist die Fachmesse für die globale Energiespeicherindustrie mit Fokus auf Anwendungen und Energiesystemen. Die parallel stattfindenden internationalen Fachkonferenzen bieten das weltgrößte Konferenzprogramm zu allen Energiespeicher-Technologien. Sie umfassen die 8. Energy Storage Europe Conference (ESE) der Messe Düsseldorf und die 13. International Renewable Energy Storage Conference (IRES) von EUROSOLAR e.V. Themenschwerpunkte sind Wirtschaft und Finanzen (ESE) sowie Wissenschaft und Gesellschaftspolitik (IRES). Die ENERGY STORAGE EUROPE 2019 besuchten rund 4.000 Besucher aus 60 Ländern. Es präsentierten sich rund 160 Aussteller.

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Konferenz-Programm ist jetzt online

EUROSOLAR e.V. und die Stadtwerke Marburg GmbH veranstalten in diesem Jahr gemeinsam die 13. Ausgabe der Stadtwerkekonferenz am 15. und 16. Mai 2019 im Technologie- und Tagungszentrum Marburg. Die Kooperationspartner freuen sich, nun das hochkarätige Konferenzprogramm bekannt zu geben.

Tarek Al-Wazir, Staatsminister des hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, wird in seiner Keynote-Speech die Rolle von Stadtwerken und Kommunen für die hessische Energiewende beleuchten. Im Rahmen einer anschließenden Podiumsdiskussion wird er gemeinsam mit Dr. Thomas Spies, Oberbürgermeister der Stadt Marburg, Holger Armbrüster, Geschäftsführer der Stadtwerke Marburg GmbH, Michael Teigeler, Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg GmbH, und Dr. Fabio Longo, Vizepräsident von EUROSOLAR e.V., über die Zukunft der Kommunalversorger in der Energiewende diskutieren. Moderiert wird die Diskussion von Margit Conrad, Staatsministerin a.D., die die Energiewende in Rheinland-Pfalz entscheidend mitgestaltet hat.

www.stadtwerke-konferenz.eurosolar.de

Das Programm umfasst zudem zahlreiche innovative Praxisbeispiele. Eine Vielzahl an Führungskräften von Stadtwerken stellen dem Publikum ihre erfolgreichen Projekte für die Energiewende vor Ort vor. Brandaktuelle Themen wie die Auswirkungen des Energiesammelgesetzes auf Solar-Mieterstrom sowie auf die Kraft-Wärme-Kopplung werden ebenfalls fokussiert. Außerdem wird der Frage nachgegangen, welche Chancen und Herausforderungen sich für Stadtwerke bei der Sektorenkopplung und der Digitalisierung ergeben.

Zum Programm

Für Aussteller und Sponsoren
Die Konferenz wird von einer Ausstellung begleitet, bei der sich Unternehmen, Organisationen und Institutionen dem Publikum präsentieren. Nähere Informationen über die Teilnahme als Aussteller oder Sponsor sind hier verfügbar.

Über die Konferenzreihe
EUROSOLAR e.V. veranstaltet die erfolgreiche und jährlich stattfindende Konferenzreihe „Stadtwerke mit Erneuerbaren Energien“ bereits seit dem Jahr 2006 in Kooperation mit wechselnden Stadtwerken in der gesamten Bundesrepublik. Seit jeher rückten die Erneuerbaren Energien und die Akteure einer umweltfreundlichen und verbrauchernahen Energieversorgung dabei in den Mittelpunkt. Stadtwerke nehmen eine zentrale Rolle in einer Neuen Energiemarktordnung (NEMO) ein, für die sich EUROSOLAR aktiv einsetzt.

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Deutsche Planwirtschaft verharrt weiter in der Kohlestarre

Zum Abschlussbericht der Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung erklärt Dr. Axel Berg, Vorsitzender der deutschen Sektion von EUROSOLAR:

„Energieminister Peter Altmaier sagte schon vor Arbeitsbeginn der Kommission, dass mehr als eine Reduzierung um die Hälfte bis 2030 mit ihm nicht zu machen sei. Nun hat die Kohlekommission ganz im Sinne des Ministers entschieden. War sie nur ein auf Zeitgewinn angelegtes Ablenkungsmanöver, eine Schmierenkomödie und Farce von Anfang an, die einen schnellen Kohleausstieg nur simulieren sollte? Ja, so ist es wohl.

Die Vorschläge des Abschlussberichts wurden veröffentlicht. Es wird vor allem eines: Sehr teuer. Die Kohlekommission nennt einige, wenn auch nicht alle Zahlen. Bis zum endgültigen Ausstieg in knapp 20 Jahren, Ende des Jahres 2038, werden 26 Milliarden Euro für den Industrie-Umbau benötigt; die Strompreisentlastung 2023-2030 beläuft sich auf 14 Milliarden Euro. Zusätzliche Renten und Abfindungen für bestehende Arbeitsverhältnisse schlagen mit fünf Milliarden Euro zu Buche. Macht 45 Milliarden Euro. Darüber hinaus sollen die betroffenen Bundesländer 0,7 Milliarden Euro über 20 Jahre gestreckt vom Bund bekommen. Diese 14 Milliarden addiert sind wir bei 59 Milliarden Euro – sofern nicht jedes der sechs Kohleländer jährlich 0,7 Milliarden Euro bekommen soll. Das lässt der Berichtstext offen.

Hinzu kommt der von der Kohlekommission als verpflichtend erwähnte aber nicht bezifferte Zukauf von Emissionsrechten durch den Staat. Bei einem Fortschreiben des aktuellen Trends der Emissionsreduzierungserfolge, an dem der Kommissionsbericht nicht viel zu ändern gedenkt, kommen laut Agora Energiewende auf den deutschen Haushalt Kosten in Höhe von 30 bis 60 Milliarden Euro zu. Hierzu sagt der Bericht nichts. Auch wenn wir nur von der Untergrenze von 30 Milliarden ausgehen, sind wir somit schon bei mindestens 89 Milliarden Euro angekommen.

Die wegfallenden Kohlekraftwerke sollen überwiegend durch Gaskraftwerke ersetzt werden. Ein modernes Gas- und Dampfturbinen (GuD)-Kraftwerk kostet 900 €/kW. Wenn nur die Hälfte der 41 Gigawatt (GW) zu ersetzender Kraftwerkskapazitäten als GuD-Kraftwerke gebaut werden, kommen leicht weitere 19 Milliarden Euro Baukosten hinzu, die überwiegend auf die Verbraucher-Strompreise umgelegt werden. Der Bericht empfiehlt, ab 2023 einen Ausgleich in Höhe von zwei Milliarden jährlich zu schaffen, der durch die beschleunigte Beendigung der Kohleverstromung in Unternehmen und Privathaushalten entsteht. Das macht – nur bis 2030 gerechnet – weitere  16 Milliarden Euro.

Allein für die Kohlereduktion um gut die Hälfte der bestehenden Kapazitäten bis 2030 wären wir damit in einem Best-Case-Scenario bei 124 Milliarden Euro angekommen.

Der Bericht lässt die Frage offen, wer die Ewigkeits- und Renaturierungs-Kosten für die stillgelegten Kohle-Reviere übernehmen soll. Die voraussichtlichen Kosten, die durch Klima- und Gesundheitsschäden verursacht werden, wenn wir weitere zwei Jahrzehnte mit Kohleemissionen die Luft verschmutzen, wurden in dem Bericht ebenfalls nicht beziffert. Ebenso unbeziffert ist die Höhe der Prämien respektive Entschädigung für die Kraftwerksbetreiber für die Nicht-Fertigstellung von begonnenen Kraftwerksneubauten und den Verzicht auf das goldene Ende der alten Mühlen, die schon seit vielen Jahren abgeschriebenen sind.

Eine Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft von 2018 kommt zu dem Schluss, dass durch einen schnellen Kohleausstieg jährlich 27,9 Milliarden Euro Kosten vermieden werden können. Das ist der Benchmark der Kommission. Demnach kostet es die Gesellschaft rein rechnerisch 27,9 Milliarden für jedes Jahr, das wir später aussteigen.

Absage an den Klimaschutz

Die Paris-Ziele werden weder 2020 noch 2030 erreicht, wenn der Bericht so umgesetzt wird. Die Kohlekommission befürwortet im Jahr 2030 immer noch einen Bestand von 9 GW Braunkohle und 8 GW Steinkohle. Das ist vielleicht doppelt so viel wie laut dem Klimaschutzplan der Bundesregierung 2030 noch am Netz sein sollte. Im Abschlussbericht wird lapidar darauf verwiesen, dass auch die anderen Sektoren zeitnah ihre Beiträge leisten müssten. Die Energiewirtschaft habe ja bisher bereits den größten Anteil an der gesamten Emissionsminderung erbracht. Die Kommission hat nicht ausdrücklich empfohlen, alte Kraftwerke mit enorm hohen Emissionen vor neuen, hocheffizienten Kraftwerken mit wesentlich weniger Emissionen vom Netz zu nehmen. Eine Emissions-Obergrenze ist nicht vorgesehen.

Fürs Klima kommt es noch schlimmer: Die wegfallenden Kohlekraftwerke sollen vor allem durch Gas-Kraftwerke an den vorhandenen Standorten ersetzt werden. Die weltweite Klimabilanz dürfte sich dadurch verschlechtern. Gas ist das reine Gift. In der Gesamtemissionsbilanz vom Bohrloch über den Transport bis zur Verbrennung ist der Klima-Rucksack von Erdgas größer als der von Kohle. Das Geld für neue Gaskraftwerke sollte besser in emissionsfreie Erneuerbare Energien-Anlagen investiert werden.

Die deutsche Bevölkerung soll demzufolge neben durch Kohleverbrennung verursachte CO2-Emissionen auch weitere 20 Jahre den in Deutschland überproportional hohen Anteilen an Quecksilber und Stickstoffoxiden aus Kohlekraftwerken ausgesetzt bleiben, deren Reduzierung Berlin in Brüssel blockiert. Das kostet weiterhin tausende (!) Menschen in Deutschland jedes Jahr Gesundheitseinbußen und Lebensjahre.

Ein Wechsel hin zu einem dezentralen System Erneuerbarer Energien, das weder Gas-Großkraftwerke noch den Ausbau neuer Übertragungsleitungen im großen Stil erfordert, scheint nicht gewollt. Das EEG ist inzwischen zu einer riesigen Ausschreibungsverordnung mit der Beschreibung von Ausnahmen verkommen. Mit Bürgern, Kommunen und Unternehmern, die Solarstrom selbst erzeugen, verbrauchen, speichern und verkaufen und damit zu einem zentralen Baustein des modernen Stromsektors werden, hat sich die Kommission nicht weiter befasst. Konsequenterweise spielt auch eine Unterstützung von Bürgerinitiativen, Genossenschaften oder kleinen Stadtwerken keine Rolle. Obwohl eben diese bisher die mit Abstand größten Treiber der Energiewende waren. Die vielen Industriebefreiungen für die Fossilen sollen beibehalten werden, während es auf der anderen Seite bei den bestehenden Hemmnissen und Deckeln für den Ausbau Erneuerbarer Energien bleiben soll.

Energiewende weiter ausgebremst

Deutschland ist jetzt schon vom weltweiten Marktführer in der Photovoltaik auf Platz 4 abgerutscht. Anstatt umzusteuern, wird eine träge, nicht zukunftsfähige Kohlewirtschaft mit direkten und indirekten Subventionen marktwirtschaftswidrig am Leben gehalten und sogar belohnt. Durch den Bericht der Kohlekommission stieg der  RWE Monats-Schlusskurs im Januar 2019 um fast 13 Prozent. Die einst blühende deutsche Solarindustrie hat ausgeblüht.

Die Übertragungsleitungen sollen weitere Jahre mit Kohlestrom verstopft bleiben. Die Kohlekommission hat sogar die Stirn, darauf hinzuweisen, dass von den von der Bundesregierung geplanten 7.700 Kilometer neuer Übertragungsleitungen erst 950 Kilometer gebaut seien. Wer in Konzern-Systemkategorien denkt, sieht nur in Nischen Raum für dezentrale Erneuerbare Energien auf Hausdächern nah am Verbrauch.

Der Abschlussbericht der Kohlekommission ist eine unverbindliche Empfehlung für einen Strukturwandel in den betroffenen Kohlegebieten und bindet niemanden. Die Kommissionsmitglieder waren nicht demokratisch legitimiert. Sie erwarten jetzt sofort ein Mega-Gesetzespaket, das sie selbst mit dem Berlin-Bonn-Gesetz vergleichen. Obwohl noch viele Punkte offen sind und die Kommission selbst der Bundesregierung empfiehlt, zum Beispiel über Entschädigungen für entgangenen Gewinn erst mal ein Jahr lang mit den Kohlekraftwerks-Eigentümern zu verhandeln.

Bleibt zu hoffen, dass der Deutsche Bundestag seine Verantwortung für die Zukunft des ganzen Landes wahrnimmt und nicht nur für eine privilegierte Minderheit von Unternehmen zu Lasten aller anderen und der Umwelt und den Empfehlungen der Kohlekommission nicht folgt.

Eigentlich könnte es ganz einfach sein:

1. Alle Beschäftigten werden extrem großzügig abgefunden, beispielsweise mit bis zu 30.000 Euro pro Jahr ihrer Betriebszugehörigkeit. Dafür können statt der bisher vorgesehenen fünf Milliarden auch 20 Milliarden Euro bereitgestellt werden. Das hört sich teuer an, ist aber nur ein einmaliger Betrag. Vor allem aber kann niemand mehr den gebeutelten Arbeiter vorschützen, wenn es in Wahrheit nur um Konzerngewinne geht.

2. Mit einem beschleunigten Herunterfahren der meist über 30 Jahre alten Kohleindustrieanlagen und dem gleichzeitigen radikalen Hochfahren des Ausbaus von Photovoltaik und Windparks, insbesondere auf den frei werdenden Flächen, wäre ein Konversionsprogramm möglich, das nur einen Bruchteil der von der Kommission veranschlagten Gelder kostet und schnell der Umwelt hilft.

3. Die von der Kommission vorgeschlagenen Infrastrukturmaßnahmen und Geschäftsmodelle geben meist Sinn und können parallel angegangen werden.

Derzeit sind Kohlekraftwerke mit einer Leistung (netto) von insgesamt 41 Gigawatt (GW) aktiv, davon 19 GW Braunkohle und 22 GW Steinkohle. Im deutschen Rekordjahr 2012, bevor die Bundesregierung den Ausbau der Erneuerbaren eindämmte, betrug der Zubau allein bei der Photovoltaik 8,3 GW. Wenn Deutschland also lediglich zu bereits geleisteten Solarausbauzahlen zurückfindet, können sämtliche bestehenden Kohlekraftwerke innerhalb der nächsten fünf Jahre ersetzt werden. Der Neubau von größeren Erneuerbare Energien-Anlagen ist jetzt schon billiger als der Weiterbetrieb der Kohlemeiler. Von Greenpeace bis hin zu einem Konsortium aus Vattenfall, BayWa und anderen stehen Investoren bereit, die auf den bergbaulich genutzten Flächen, inklusive Netzanschluss und genügend Fachkräften in der Region, einen Mix aus Photovoltaik-, Wind- und Hybrid-Kraftwerken mit Speichern bauen würden. Mit privatem Kapital und ohne jegliche staatliche Förderung. Beteiligt man auch die Anwohner und lokalen Gemeinden an dem Ausbau, könnten die Reviere einen erfreulichen lokalen Aufschwung erfahren. Ebenso wie das vielen abgehängten Dörfern in industriefernen Regionen gelungen ist, die dank ihres Engagements für dezentrale Erneuerbare Energien bei sich zuhause Unternehmen, Jobs und Gewerbesteuer-Einnahmen schaffen konnten. Der Haken an der Geschichte ist, dass die großen Stromkonzerne zukünftig auf exorbitante Gewinne verzichten müssten, was die Lobbyisten im Bundestag zu verhindern wissen.

Klimawandel wartet nicht

20.000 Arbeitsplätze gibt es noch in den deutschen Braunkohle-Revieren, inklusive derer, die mit der Rekultivierung ehemaliger Braunkohle-Reviere befasst sind. Das entspricht zwei Prozent aller lokalen Arbeitsplätze in der Lausitz, 1,2 Prozent am Rhein und unter 0,3 Prozent in den anderen Revieren. In der Steinkohle-Verbrennung gibt es noch knapp 6.000 Beschäftigte. Die Bezahlung in der Branche ist überdurchschnittlich, ebenso die Qualifikationen, insbesondere im MINT-Bereich. Es bestehen somit gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Freiwerdende Stellen sollen allerdings kontinuierlich nachbesetzt werden, so steht es im Abschlussbericht.

Dass der Klimawandel keine Rücksicht auf die Wünsche der Old Industry nimmt, hat die Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ nicht thematisiert. Ebenso wenig, welcher anderer staatlichen Aufgaben deren Abwrackparty die nächsten Jahrzehnte gefeiert wird, weit bis nach Ablauf der Amtszeit aller gegenwärtigen Akteure, finanziert werden soll."
 

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Zeit der Chancen: Bewerbungsphase für Deutschen und Europäischen Solarpreis 2019 gestartet

Ab sofort können Bewerbungen und Vorschläge aus dem Bereich Erneuerbare Energien für die renommierten Solarpreise von EUROSOLAR eingereicht werden. Zur Teilnahme aufgerufen sind Städte, Gemeinden, Architekten, kommunale und private Unternehmen, Vereine, Organisationen und Genossenschaften, Journalisten und natürlich Bürger. Die Solarpreise geben lokalen Akteuren die Möglichkeit, ihr Engagement und ihren Ideenreichtum zu zeigen und ein großes Publikum zu erreichen. Denn der Erfolg der Energiewende hängt maßgeblich von Innovationen, Mut und Herzblut aus allen Teilen der Gesellschaft ab.

Bewerbungen können schnell und unkompliziert online einreicht werden. Alle Informationen und die Möglichkeit zur Teilnahme:
Deutscher Solarpreis 2019
Europäischer Solarpreis 2019

Die Bewerbungsphase für den Deutschen Solarpreis ist bis zum 31. Mai geöffnet. Bewerbungen für den Europäischen Solarpreis können in diesem Jahr bis zum 31. Juli eingereicht werden.

Die Verleihung erfolgt in verschiedenen Kategorien – von Mobilitätslösungen über solare Architektur und Stadtentwicklung bis zu Projekten in den Bereichen Bildung, Eine-Welt-Zusammenarbeit und Medien. Eine qualifizierte Jury entscheidet über die Preisträger, die am Ende des Jahres im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung gebührend gewürdigt werden.

Über die Solarpreise
EUROSOLAR ehrt mit der jährlichen Verleihung der Solarpreise bereits seit 1994 Vorbilder und Wegbereiter, die durch Innovation und Engagement die Energiewende mit ihren Projekten und Initiativen aktiv unterstützen und den Weg in eine erneuerbare Zukunft weisen. Mit der Verleihung werden diese Akteure in das Licht der breiten Öffentlichkeit gerückt und wichtige Impulse für eine dezentrale, bürgernahe und regenerative Energiewende gegeben. Bisher wurden bereits über 250 Preisträger aus Deutschland und Europa ausgezeichnet.

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ENERGY STORAGE EUROPE: Fraunhofer IKTS präsentiert keramische Batterie mit Weltrekord-Eigenschaften

Das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS präsentiert auf der ENERGY STORAGE EUROPE 2019 seine neu entwickelte keramische Hochtemperaturbatterie „cerenergy“ für stationäre Batteriespeicher. Mit Kosten von weniger als 100 Euro/kWh liegt der Preis auf Zellebene bei rund der Hälfte des Preisniveaus von Li-Ionen Akkus. Damit hält die cerenergy-Lösung den Weltrekord für Natrium-Nickelchlorid-Batteriezellen und ist dabei wartungsfrei sowie absolut sicher. Der Stand des Fraunhofer IKTS ist in Halle 8b unter Standnummer B44 zu finden.

„Dass das Fraunhofer IKTS seine keramische Batterie hier vorstellt, steht beispielhaft für die besonderen Stärken der ENERGY STORAGE EUROPE und der parallel stattfindenden International Renewable Energy Storage Conference sowie der ENERGY STORAGE EUROPE Conference. Kein anderes Event der Speicherbranche bietet eine ähnliche Bandbreite von Technologien und hochkarätigen Akteuren aus Forschung, Entwicklung und Industrie“, so Bastian Mingers, Leiter der ENERGY STORAGE EUROPE.

Das IKTS wird in Düsseldorf unter anderem eine fertig konfektionierte 5 kWh-Batterie mit 20 Batteriezellen vorstellen, deren Kapazität von 250 Wh weltweit führend ist. Das gezeigte Modul wird in den kommenden Monaten in die Produktionsreife überführt. Obwohl die Betriebstemperatur der cerenergy-Batterielösung bei 300 °C liegt, ist ihr Betrieb durch eine Vakuumisolation effizient und wirtschaftlich. Eine Klimatisierung ist – anders als bei Li-Ionen-Akkus – auch bei extremen Umgebungsbedingungen nicht nötig. Der Gesamtwirkungsgrad liegt bei über 90 Prozent. Die Energiedichte von 130 Wh/kg sowie Lade- und Entladeraten 0,25 bis maximal 0,75 C prädestinieren die Batterien für den stationären Einsatz.

„Die Natrium-Nickelchlorid-Batterie basiert im Wesentlichen auf Kochsalz – einen billigeren und besser verfügbaren Rohstoff gibt es kaum. Und auch sonst verzichten wir komplett auf seltene Erden oder andere strategische Rohstoffe. Das Prinzip der Batterie ist schon seit den 90er Jahren bekannt, erst in jüngster Zeit ist es uns aber gelungen, die Technologie wirklich für den Einsatz in stationären Speichern maßzuschneidern“, sagt Dr. rer. nat. Roland Weidl, Abteilungsleiter beim Fraunhofer IKTS. „Die ENERGY STORAGE EUROPE bietet unserem Team eine ideale Plattform, um mit potenziellen Kunden für die Verwendung der cerenergy-Technologie zu sprechen“, ergänzt Weidl.

Mehr Informationen zur keramischen Natrium-Nickelchlorid-Batterie gibt es unter https://www.ikts.fraunhofer.de/de/departments/energy_bio-medical_technology/system_integration_technology_transfer/stationary_energy_storage/cerenergy.html

Über die ENERGY STORAGE EUROPE 2019 | Messegelände Düsseldorf

Die ENERGY STORAGE EUROPE ist die Fachmesse für die globale Energiespeicherindustrie mit Anwendungen und Energiesystemen im Fokus. Die parallel stattfindenden internationalen Fachkonferenzen bieten das weltgrößte Konferenzprogramm zu allen Energiespeicher-Technologien. Sie umfassen die 8. ENERGY STORAGE EUROPE Conference (ESE) der Messe Düsseldorf und die 13. International Renewable Energy Storage Conference (IRES) von EUROSOLAR e.V. Themenschwerpunkte sind Wirtschaft und Finanzen (ESE) sowie Wissenschaft und Gesellschaftspolitik (IRES). Die Messe wuchs in 2018 auf rund 4.500 Besucher aus 61 Ländern. Es präsentierten sich 170 Aussteller.

www.energy-storage-online.de

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Öko und regional: Umweltverbände zertifizieren neuen Biogastarif

Der neue Biogastarif RhönGas ÖkoRegio der RhönEnergie Fulda besteht zu 10 Prozent aus Biogas, das aus der eigenen Biogasanlage des Energieversorgers stammt. Dort werden biogene Reststoffe aus der Region zu Biogas vergoren. Zum Einsatz kommen beispielsweise Grünabfälle, der Inhalt der Biotonne, Küchenabfälle und andere organische Reststoffe. Der zertifizierte Biogastarif startet am 1. Januar 2019.

„Durch das Qualitätssiegel Grünes Gas zeigen wir unseren Kunden, dass sie umweltverträgliches Biogas beziehen. Schon mit unserem Grüner Strom-zertifizierten Ökostromtarif leisten wir einen Beitrag zur Energiewende – jetzt auch über das Grünes Gas-Label“, freut sich Christoph Hau, Privatkundenvertrieb bei der RhönEnergie Fulda GmbH, über die Auszeichnung mit dem Biogaslabel der Umweltverbände. „Als regionaler Versorger sind wir uns unserer Verantwortung bewusst“, führt Martin Heun, Sprecher der Geschäftsführung, weiter aus: „Darum stellen wir uns heute schon für eine nachhaltige Zukunft auf und bieten unseren Kunden neben zertifizierten Öko-Produkten etwa auch Energieberatungen und nachhaltige Lösungen wie Photovoltaik-Anlagen mit Speichern an. Wir investieren in nachhaltige Erzeugung und bringen zudem die Eco-Mobilität vor Ort voran – im eigenen Fuhrpark ebenso wie als Dienstleister für unsere Kunden in der Region.“ 

Das Grünes Gas-Label ist das erste Gütesiegel in Deutschland, das Biogas über die gesamte Produktionskette ökologisch bewertet – vom Rohstoff bis zum Endkunden. „Wie bei Ökostrom ist auch der Begriff Biogas nicht geschützt. Wer umweltverträgliches Biogas beziehen will, muss sich genau damit auseinandersetzen, was hinter dem Biogastarif steckt“, erläutert Marcus Bollmann, Vorstandsmitglied des Grüner Strom Label e.V. und Stellvertretender Sprecher des Arbeitskreises Energie beim Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND). „Aus Sicht einer naturverträglichen Energiewende sind die meisten Tarife nicht empfehlenswert, egal ob sie Klima-, Öko- oder Biogas heißen. Eine ökologisch gute Wahl trifft man, wenn nur zertifiziertes Biogas enthalten ist, das unter strengen Umweltauflagen produziert wurde. Das garantiert das Grünes Gas-Label.“ Der BUND ist zusammen mit anderen Umweltverbänden wie EUROSOLAR, NABU und dem Deutschen Naturschutzring Initiator des Ökosiegels. Das Grünes Gas-Label ist das einzige Biogaslabel in Deutschland, das von führenden Umweltverbänden getragen und empfohlen wird.

In der Biogasanlage bei Fulda wird Biogas aus Reststoffen der Region gewonnen, wie Bioabfälle der Bürger*innen, Küchenabfälle aus der Gastronomie oder Grün- und Pflanzenschnitt der Städte und Gemeinden. Das spart nicht nur CO2-Emissionen, sondern fördert auch die regionale Wertschöpfung. Das Biogas wird dann in das Erdgasnetz eingespeist. Jährlich wird überprüft, ob das Biogas die Kriterien des Grünes Gas-Labels erfüllt. 

Der neue Biogastarif RhönGas ÖkoRegio ist ab dem 1. Januar 2019 verfügbar, genau wie der neu aufgelegte Ökostromtarif RhönStrom ÖkoRegio, der mit dem Schwesterlabel Grüner Strom ausgezeichnet ist. Interessierte und Kund*innen können sich bei der RhönEnergie Fulda informieren und bereits jetzt einen Vertrag abschließen.

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5. IRES-Symposium zu Speichertechnologien am 8. November in Berlin

Das IRES-Symposium setzte seinen Schwerpunkt in diesem Jahr auf die Entwicklungen in der Energieinfrastruktur: Der Netzentwicklungsplan und der dazugehörige Szenariorahmen sehen nicht nur einen umfassenden Ausbau der Stromnetze vor. Auch Speicher müssen als Teil der Energiewende stetig bei Um- und Ausbau der Energieinfrastruktur mitgedacht werden. Dabei werden vor allem Solar- und Großspeichern, wie Pumpspeichern oder Gasspeichern, eine besondere Rolle zugeschrieben. Letztere sollen laut Szenariorahmen nach Möglichkeit erhalten bleiben und sogar ausgebaut werden.

Doch wie kann der Ausbau neuer Speicheranwendungen in der Praxis ermöglicht werden? Expertinnen und Experten streiten sich darum, ob aktuelle Regularien angepasst werden müssen oder ob sich die Speichertechnologien mit dem Ausstieg aus Kernenergie und einer rückläufigen Kohleverstromung zukünftig ganz von allein am Markt durchsetzen werden.

Dr. Frank Pieper, Geschäftsführer der WSW Netz der Wuppertaler Stadtwerke, beschreibt die Herausforderung für die Verteilnetzbetreiber so: „Im Prinzip sind wir auf Verteilnetzebene gut vorbereitet auf die Energiewende, zumindest hier im urbanen Raum. Essentiell wird jedoch sein, dass wir die vorhandene Infrastruktur intelligent nutzen und die zusätzlichen Lastflüsse, die insbesondere aus der E-Mobilität und anderen Sektorkopplungsmöglichkeiten resultieren, optimal steuern können.“

Professor Michael Sterner von der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg, ist Experte für Energiespeicher und leitet die Forschungsstelle für Energienetze und Energiespeicher (FENES). Er plädiert: „Über die Sektorenkopplung und Power-to-X können riesige Speicherkapazitäten und Flexibilitäten erschlossen werden, die für das Gelingen der Energiewende notwendig sind. Kostengünstiger Wind- und Solarstrom wird so zur Dekarbonisierung von Wärme, Mobilität und Industrie verfügbar. Es ist glasklar: Kohle- und Atomausstieg = Speichereinstieg. Daher sollten Speicher- und Power-to-X-Technologien sowie die Infrastrukturen für Strom und Gas sowie Wärme gemeinsam geplant und synchronisiert werden.“

Lothar Schneider, Geschäftsführer der Energie.Agentur.NRW freute sich über die langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit mit EUROSOLAR: „Seit vielen Jahren gehen wir mit der IRES-Konferenz, die auch nächstes Frühjahr wieder in Düsseldorf stattfindet, gemeinsame Wege, seit fünf Jahren mit dem IRES-Symposium. Für uns und für das Land NRW ist diese Kooperation gut. Denn als Industrieland Nummer eins ist die Energiefrage für NRW essentiell. Und somit auch die Ausbauszenarien zu erneuerbaren Energien, zu rückläufiger Kohleverstromung, zur Sektorenkopplung, zum Netzausbau und nicht zuletzt zu Speichern.“

Rund 100 Teilnehmer diskutierten auf dem 5. IRES-Symposium die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen von Speichertechnologien. EUROSOLAR e.V. organisierte das Symposium in Kooperation mit der EnergieAgentur.NRW als Ergänzung zur IRES-Konferenzreihe. Die 13. Internationale Konferenz zur Speicherung Erneuerbarer Energien (IRES 2019) wird vom 12. bis zum 14. März gemeinsam mit der Energy Storage Europe auf dem Gelände der Messe Düsseldorf stattfinden.

Weitere Informationen zum Symposium oder zur IRES-Konferenz im März 2019 unter: www.eurosolar.de

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Offener Brief von EUROSOLAR an die Geschäftsführung, Vorstände, Aufsichtsräte und Anteilseigner der RWE AG

Wir appellieren eindringlich an Sie, zum Aufbau einer überlebensfähigen und lebenswerten Zukunft beizutragen und weitere Schäden an unserem gemeinsamen Erbe und unserer Zukunft abzuwenden. Es ist jetzt an der Zeit, sich von der Kohleverstromung zu lösen, und eine gesunde Zukunft für Deutschland und Europa aufzubauen – als führende Beispiele für weltweit anzuwendende Verfahren. Das globale Klima kippt ins Chaos – daher sind mutige und zügige Maßnahmen notwendig, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu beenden, und Kapazitäten zur Reduzierung von Emissionskonzentrationen wieder aufzubauen.

Zwei unserer wertvollsten Ressourcen sind erneuerbare Energien und natürliche Wälder – gesunde Ökosysteme und gesunde Energiequellen, die sich zu Elementen einer nachhaltigen Zukunft verbinden. Wir rufen Sie auf, Engagement zu zeigen und Ihrer unternehmerischen Verantwortung nachzukommen, indem Sie den Weg einer wirtschaftlich, sozial und ökologisch nachhaltigen Wirtschaftsweise einschlagen und aus zukunftslosen Investitionen aussteigen. Erkennen Sie mit führenden Firmen weltweit die Chance neuer Energiesysteme – und den unmessbaren Wert des 12.000 Jahre alten Hambacher Waldes, der zu unserem gemeinsamen Erbe gehört, an. Von seinem früheren Glanz sind nur noch 10% übrig geblieben – der Rest ist bereits dem Braunkohletagebau zum Opfer gefallen.

Die Rettung dieses letzten Teil des Waldes kann das Signal für eine große Trendwende hin zu einer vollständig erneuerbaren Energiewirtschaft für Staat, Land und den gesamten Kontinent sein – und der Beginn einer umfassenden Aufforstungs- und Bodensanierungskampagne zum Wiederaufbau der Fähigkeit, überschüssiges Treibhausgas aus der Atmosphäre aufzunehmen.

Der Präsident und die Vorsitzenden der Sektionen von EUROSOLAR.

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Deutscher Solarpreis 2018 – Bekanntgabe der Preisträgerinnen und Preisträger

Seit 1994 zeichnet EUROSOLAR e.V. mit dem Deutschen Solarpreis beispielhafte Akteure aus, die durch Engagement und Innovation die erneuerbare, dezentrale und bürgernahe Energiewende aktiv voranbringen. Denn die Energiewende ist nicht nur unbedingt nötig, um den Folgen des Klimawandels entgegenzuwirken und eine umweltgerechte Entwicklung zu fördern. Sie bringt zudem enormes wirtschaftliches Potenzial für die Bereiche regionale Wertschöpfung, Architektur und Stadtentwicklung, den unternehmerischen und gesellschaftlichen Mittelstand sowie den Transportsektor mit sich.

Dieses Potenzial veranschaulichen die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger, welche anlässlich des 30. Jubiläums von EUROSOLAR und der damit verbundenen Jahrespartnerschaft mit der Stadt Bonn in der EUROSOLAR-Heimatstadt gewürdigt werden. In Zusammenarbeit mit der EnergieAgentur.NRW findet die feierliche Preisverleihung am Samstag, den 15. September 2018, im Bonner Münster-Carré statt.

Die Veranstaltung beginnt mit Grußworten von Lothar Schneider, Geschäftsführer der EnergieAgentur.NRW, Reinhard Limbach, Bürgermeister der Stadt Bonn und Tobias Jaletzky, Geschäftsführer von EUROSOLAR. Mit inhaltlichen Beiträgen zur Rolle lokaler Initiativen für die Energiewende von Staatssekretär Christoph Dammermann, Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, und Prof. Peter Droege, Präsident von EUROSOLAR, bietet das Programm einleitende Impulse. Anschließend führt Dr. Axel Berg, Vorstandsvorsitzender von EUROSOLAR Deutschland, durch die Verleihung der Preise und stellt die ausgezeichneten Projekte, Initiativen und Personen dem Publikum vor.

Im Anschluss wird zu einem gemeinsamen Beisammensein mit Imbiss geladen. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei, um eine Anmeldung bis zum 10. September wird gebeten.

Weitere Informationen und Anmeldung

Der Deutsche Solarpreis 2018 wird an acht Preisträgerinnen und Preisträger verliehen:

Kategorie: Städte, Gemeinden, Landkreise, Stadtwerke

  • Kreis Steinfurt – energieland2050 e.V.
    Erfolgreiches überparteiliches Bündnis von regionalen Akteuren zur Realisierung der Energiewende- und Klimaziele des Landkreises.

Kategorie: Solare Architektur und Stadtentwicklung

  • Vernetzte Mehrfamilienhäuser mit Mieterstrom und Mieterwärme, Cottbus
    Vorzeigeprojekt von Prof. Timo Leukefeld und der eG Wohnen 1902 für den Strukturwandel in der Lausitz und politisches Signal für ein alternatives Mieterstrommodell zum EEG. 

Kategorie: Industrielle, kommerzielle oder landwirtschaftliche Betriebe/Unternehmen

  • Erneuerbares „Kraftdach“ für die Bäckereifiliale Zipper, Gelsenkirchen-Erle
    Nachhaltiges und technisch anspruchsvolles Energiekonzept für Strom, Wärme und Kälte.

Kategorie: Lokale und regionale Vereine/Gemeinschaften

  • Solar Powers e.V., Berlin
    Herausragendes Engagement der Studierenden und Signalwirkung für das Nutzungspotenzial von Solarstrom auf den Dächern von Bildungseinrichtungen.

Kategorie: Medien

  • Heinz Wraneschitz, Wilhermsdorf
    Langjähriges und konsequentes journalistisches Engagement für die dezentrale Energiewende auf Basis 100 % Erneuerbarer Energien.

Kategorie: Transportsysteme

  • e.GO Mobile AG, Aachen
    Starkes Signal für den Aufbruch in das Zeitalter der Elektromobilität und Vorbildfunktion für die etablierten Automobilhersteller in Deutschland.

Kategorie: Bildung und Ausbildung

  • Werner-Heisenberg-Schule, Rüsselsheim
    Langjähriges und fächerübergreifendes Konzept zur Integration erneuerbarer Energieprojekte in den Unterricht.

Kategorie: Sonderpreis für persönliches Engagement

  • Dr. Aribert Peters, Unkel
    Jahrzehntelanges authentisches Engagement und gesamtgesellschaftliches Wirken im Interesse der Energieverbraucher.

Mitglieder der Jury
Dr. Axel Berg, Vorsitzender des Vorstands, EUROSOLAR Deutschland e.V.
Prof. Peter Droege, Präsident, EUROSOLAR e.V.
Hermann Fellner, Vorstandsmitglied, EUROSOLAR e.V.
Dr. Joachim Frielingsdorf, Leiter Kommunikation und Pressesprecher, EnergieAgentur.NRW
Stephan Grüger, MdL, Vizepräsident, EUROSOLAR e.V.
Frantz Hantmann, 2. Vorsitzender, DGS Landesverband NRW e.V.
Rosa Hemmers, Vorstandsmitglied, EUROSOLAR e.V.
Dr. Fabio Longo, Vizepräsident, EUROSOLAR e.V.
Dr. Nina Scheer, MdB, Vorstand, Hermann-Scheer-Stiftung
Irm Scheer-Pontenagel, Ehrenvorstandsmitglied, EUROSOLAR e.V.
Prof. Eberhard Waffenschmidt, 1. Vorsitzender, SFV Deutschland e.V.

 

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EUROSOLAR calls for regenerative emergency actions to limit climate catastrophe

In the 30 years since the founding of EUROSOLAR, many extraordinary successes and advances in the proliferation of renewable energy have been made: the powerful feed-in tariffs; the diffusion of 100 % renewable buildings; communities and regions, the broad march of solar and wind into many countries’ power mixes; the revolution of national policies to embrace energy transitions and the rise of renewable energy investment – which has long become the dominant mode in annual capital expenditures in new power generation capacity worldwide.

However, due to political resistance and misinformation the nightmare of fossil fuel dependence continues to grow unabatedly, building up a more ominously looming legacy every day. The long resistance, delay and postponement by governments and industries has had dire and long predicted consequences, building up rising greenhouse gas concentrations that lie far above a climate stable level.

There is mounting evidence that global warming effects as largely triggered by fossil emissions may already be beyond the kind of control implied in standard emissions reduction and renewable energy targets. The spectre of abrupt climate change with dramatic consequences for the human species and its ability to reliably secure food supplies is now clearly manifest – and yet still largely ignored by policy makers and media outlets alike. Most IPCC declarations still propagate misleading linear climate prognoses, while the non-linear earth systems responses and exponential nature of concentrations growth have long been observed and known, over the entire duration of IPCC and UNFCCC workings.

We may have long passed the boundary of no return, as a series of climate tipping points are being reached. We witness large-scale Arctic and Siberian methane releases triggered in melting permafrost; ocean warming has gone so far that the seas will begin to expel rather than absorb heat as well as CO2; or the disappearance of polar sea ice that has long created Arctic heat waves in the wake of lowered albedo. Other powerful climate feedback mechanisms include the disruption of Asian monsoon rains, or the escalation of global forest dieback. More than 15 climate tipping point mechanisms are at risk of being triggered, or have already been activated.

As a consequence sudden climate change even beyond the scale and duration of the historically cyclical Dansgaard-Oeschger or Bond events may be impending. Like these past events, this would be a period of rapid climate shifts in the wake of gradual build-up of GHG concentrations in the atmosphere – but now unprecedentedly boosted by the nearly explosive burst of fossil fuel combustion based GHG release. Without immediate and far-reaching measures, it is not impossible that global temperatures could spike by ten degrees Celsius or more within a few decades.

This is no time for denial or resignation but for massive and unwavering action. EUROSOLAR calls for a regenerative emergency action plan, entirely unprecedented in extent and speed. These are not normal times; extraordinary measures have to be taken:

1 Massive and immediate mobilization of renewable energy systems locally, nationally and globally, to provide 100 % of thermal, electric and transport energy from renewable sources as quickly as possible;

2 Emergency ending of all coal mining and coal burning worldwide;

3 Emergency pursuit of petroleum reduction and complete replacement throughout all local, national and world economies;

4 Drastic reduction of meat in global consumption, and replacing it with a plant based diet, to end the wholesale destruction of emissions managing ecosystems by resource-intensive and inefficient meat production;

5 Extraction of CO2 from the atmosphere now oversaturated with greenhouse gas, by

  • massive afforestation and wetland regeneration programs on all continents, and an immediate stop to the clearing of rainforests
  • raising of organic humus content in urban parkland and agricultural soils
  • replacement of industrial agriculture with organic farming practices
  • replacement of organic waste combustion through composting and carbonization, to help reduce emissions and enhance biological carbon sequestration in soil
  • rapid expansion of industrial-scale CO2 extraction from the atmosphere and its long-term embedding in carbon material

6 Decommissioning of all nuclear power plants and termination of new construction programs. Nuclear power delivers only a few percent in global final energy supply, while posing enormous human health, environmental, security and economic risks, even without being compromised by climate risks in safe operation and maintenance. Nuclear power absorbs an enormous amount of funding away from vital renewable energy infrastructures.

EUROSOLAR calls for the immediate embrace of these measures, in public policy, national and international action agendas, and through local and regional voluntary action.

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