Tourismuswirtschaft feiert „Supersommer“

Die sachsen-anhaltische Tourismuswirtschaft ist mit ihrem Geschäft in der abgelaufenen Saison sehr zufrieden. Dies belegt eine aktuelle Umfrage der Landesarbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern in Sachsen-Anhalt (LAG) unter 700 Gastronomen, Hoteliers, Reisebüros und -veranstalter im Land. Mehr als die Hälfte der Unternehmen bewerten demnach ihre wirtschaftliche Lage im „Supersommer 2018“ gut. Jedoch lassen fehlende Arbeitskräfte und gestiegene Kosten nahezu alle Unternehmen mit Sorge in die Zukunft blicken.

„Besser konnte die Sommersaison für die Gastronomie kaum verlaufen“, meint Antje Bauer, Geschäftsführerin Starthilfe und Unternehmensförderung der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau. Das warme Wetter bis in den Spätherbst hinein habe dazu beigetragen, dass die Außengastronomie früh in Schwung kam und lange profitierte. „Der dauerhafte ‚Supersommer‘ hat insbesondere Tagesausflugstouristen und Kurzurlauber zum Reisen und zur Einkehr bewegt“, erklärt Bauer. Deshalb meldeten alle Bereiche der Tourismuswirtschaft deutlich gestiegene Umsätze gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Doch trotz der Umsatzsteigerungen blickt die Branche skeptisch nach vorn, wie die Umfrage weiter zeigt: Die Erwartungen an die bevorstehende Wintersaison 2018/2019 sind sowohl bei den Hotelbetrieben als auch in der Gastronomie eher negativ. Lediglich die Reisebranche geht mit leichtem Optimismus in die kommende Saison. Fehlendes Personal stellt aber für nahezu alle Unternehmen inzwischen das größte Risiko dar. Mehr als die Hälfte der Beherbergungs- und Reisebetriebe und fast drei Viertel der Gastronomen sehen ihre wirtschaftliche Entwicklung dadurch bedroht. Fast jedes zweite der gastgewerblichen und ein Viertel der Reiseunternehmen melden derzeit offene Stellen, die sie schon länger nicht besetzen können. Gestiegene Arbeits-, Energie-, Lebensmittel- und Rohstoffkosten stellen zusätzliche wirtschaftliche Heraus­forderungen dar. Einen Spielraum auf Ertragsseite gebe es kaum noch, so dass branchenübergreifend mit Preiserhöhungen zu rechnen ist: Ein Drittel aller befragten Hoteliers, knapp die Hälfte der Gastronomen sowie über die Hälfte der Reisebüros und -veranstalter planen ihre Preise anzuheben.

André Rummel, Geschäftsführer im Geschäftsbereich Industrie und Infrastruktur bei der Industrie- und Handelskammer Magdeburg, verweist auf die komplexen Rahmenbedingungen der Branche: „Die Daten zeigen deutlich: Gestiegene Übernachtungszahlen und gute Umsätze allein sind kein Garant für eine weiter florierende Tourismuswirtschaft.“ So belasteten die Unternehmen unter anderem die gestiegenen Anforderungen an Kassensysteme oder starre Arbeitszeitregeln, aber auch die EU-Datenschutzgrundverordnung und die Novellierung des Reiserechts mit Einführung der EU-Pauschalreiserichtlinie – demnach können Reisende künftig etwa zwei Jahre lang Mängel­ansprüche gegen den Reiseveranstalter geltend machen.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

Das Beherbergungsgewerbe schätzt seine Geschäftslage überwiegend positiv ein. 64 Prozent aller befragten Hoteliers vermelden gute Geschäfte in der abgelaufenen Sommersaison – Spitzenreiter ist dabei die Harzregion. Getragen wird die Grundstimmung von einer positiven Umsatzentwicklung: Über drei Viertel der befragten Hoteliers melden gestiegene oder zumindest gleich bleibende Umsätze aus dem Sommergeschäft, die hauptsächlich dank der Urlaubsgäste erzielt wurden. Insgesamt besuchten nach Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt von Januar bis September 2018 2,6 Millionen Gäste die Beherbergungstätten des Landes und buchten dabei rund 6,3 Millionen Übernachtungen – ein leichtes Plus gegenüber dem Spitzenergebnis im Vorjahr. Fehlende Fachkräfte sowie hohe Arbeits- und  Energiekosten lassen die Branche jedoch verhalten auf die Folgesaison schauen.

Mit einer sehr guten Geschäftslage und gestiegenen Umsätzen wartet auch die Gastronomie auf und profitiert damit vom langen und sonnigen Sommer 2018. Über die Hälfte der Befragten meldet eine gute Sommersaison, knapp ein Drittel verzeichnet Umsatzsteigerungen. Die Erwartungen an die bevorstehenden Monate sind jedoch getrübt. Die Fachkräfteproblematik sowie weiter steigende Arbeits-, Lebensmittel- und Rohstoffkosten verunsichern die Unternehmer.

Ebenso zufrieden mit der Sommersaison in diesem Jahr zeigen sich die sachsen-anhaltischen Reisebüros und -veranstalter. 55 Prozent von ihnen melden eine gute Geschäftslage. Zurückzuführen ist dies vor allem auf die steigenden Auslandsbuchungen und ein Umsatzplus durch Urlaubsreisende. Rückläufig hingegen waren die Buchungen für den Inlandsreisemarkt (minus zwei Punkte verglichen mit 2017) sowie das sogenannte Incoming-Reisesegment, also Touristen, die von außerhalb der Landesgrenzen kommen. Diese Sparte verzeichnet minus 20 Punkte im Vergleich zum Vorjahr. Die Prognosen für die kommende Wintersaison sind dennoch optimistisch. Ein Fünftel der Unternehmen rechnet mit günstigeren und weitere zwei Drittel mit gleich gut bleibenden Geschäften.

Hintergrund:

Die Landesarbeitsgemeinschaft der beiden Industrie- und Handelskammern in Sachsen-Anhalt (LAG) besteht seit 1997 und vertritt die Interessen von rund 110.000 Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft in Sachsen-Anhalt. Die Landesarbeitsgemeinschaft führt Umfragen unter ihren Mitgliedsunternehmen durch, erarbeitet fachliche Stellungnahmen und vertritt das Gesamtinteresse der Unternehmen gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit. Die ausführlichen Ergebnisse dieser LAG-Umfrage stehen auf den Internetseiten der IHKn unter www.halle.ihk.de und www.magdeburg.ihk.de zum Download bereit.

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Saarkonjunktur: Die Skepsis steigt

Die Konjunktur an der Saar hat sich im Dezember weiter eingetrübt. Die Unternehmen beurteilen sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch die künftige Entwicklung erneut schlechter als im Vormonat. Der IHK-Lageindikator fiel um 2,0 Punkte auf nunmehr 36,4 Zähler. Das war der fünfte Rückgang in Folge. Hauptgrund dafür ist eine deutlich schwächere Geschäftstätigkeit in Teilen des Maschinenbaus und der Fahrzeugindustrie. Dadurch hat sich der Lageindikator in der Industrie nochmals um 5,8 Punkte verschlechtert. Gegenüber seinem Jahreshoch im Februar hat er sich damit glatt halbiert. Sorgen bereitet den Unternehmen auch der Ausblick auf die kommenden sechs Monate. Der IHK-Erwartungsindikator verringerte sich um drei Punkte und liegt mit minus 1,9 Zählern nun erstmals seit knapp sechs Jahren wieder im negativen Bereich. „Dass die Konjunktur an der Saar an Fahrt verliert, zeichnete sich spätestens im Sommer ab. Seitdem hat sich die Zahl der Risikofaktoren noch vergrößert. Neben den anhaltenden protektionistischen Bestrebungen der USA, dem nach wie vor ungeklärten Brexit und zunehmenden Schwächetendenzen der Weltwirtschaft sind zuletzt auch noch Sondereffekte im saarländischen Fahrzeugbau hinzugekommen. Wegen des hohen Strukturgewichts des Fahrzeugbaus und der überdurchschnittlichen Exportabhängigkeit der Saarindustrie schlagen diese Probleme hierzulande stärker zu Buche als in anderen Teilen Deutschlands. Vor diesem Hintergrund erwarten wir für das jetzt zu Ende gehende Jahr 2018 nur noch ein Mini-Wachstum in der Größenordnung von 0,2 Prozent.“ So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Heino Klingen die Ergebnisse der Dezember-Umfrage der IHK Saarland, an der sich rund 300 Unternehmen mit gut 120.000 Beschäftigten beteiligten.

Insgesamt bewerten derzeit 44 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage mit gut, 48 Prozent mit befriedigend und acht Prozent mit schlecht. Weiterhin mit Schwung laufen die Geschäfte in der Medizin-, Mess- und Regeltechnik. Etwas verhaltener, aber weiterhin gut, ist die Lage in der Keramikindustrie, im Stahlbau und bei den Herstellern von Metallwaren. Im Fahrzeugbau, im Ernährungsgewerbe, in der Elektroindustrie, im Maschinenbau, in der Gummi- und Kunststoffindustrie, in der Stahlindustrie, bei den Gießereien und in der Bauwirtschaft ist die Situation überwiegend zufriedenstellend.

Deutlich besser als in der Industrie ist die Konjunktur im Dienstleistungsbereich. Hier berichten noch 97 Prozent der befragten Unternehmen über gute oder befriedigende Geschäfte. Rund laufen die Geschäfte weiterhin in der IT-Branche, im Verkehrsgewerbe sowie in der Hotellerie und Gastronomie. Im Handel, bei den Banken und Versicherungen ist die Lage eher befriedigend.

Ausblick: Sehr verhalten ins neue Jahr

Die saarländischen Unternehmen blicken nur noch sehr verhalten auf das kommende Jahr 2019. Zumindest für die erste Jahreshälfte zeichnet sich für sie keine grundlegende Besserung ihrer Geschäftstätigkeit ab. Nur elf Prozent der Unternehmen sehen in diesem Zeitraum eine Belebung, 13 Prozent eine Verschlechterung ihrer Geschäfte. Die verbleibenden 76 Prozent gehen von einer gleichbleibenden Entwicklung aus.

Die Skepsis der Unternehmen hat viele Ursachen. Das zeigt eine Sonderumfrage der IHK Saarland. Neben dem schwierigen außenwirtschaftlichen Umfeld bereitet den Unternehmen insbesondere der Fachkräftemangel (63 Prozent) Sorgen. Als Hypothek empfinden sie auch die zunehmende Bürokratie (47 Prozent), steigende Energiepreise (38 Prozent), hohe Steuern und Abgaben (30 Prozent) sowie eine unzureichende Verkehrs- und Breitbandinfrastruktur (17 bzw. 15 Prozent). „Angesichts der insgesamt prekären konjunkturellen Lage in Deutschland sollte die Bundesregierung jetzt wachstumsstärkende und vertrauensbildende Reformen in Angriff nehmen. Ein klares Signal in diese Richtung wäre die rasche und vollständige Abschaffung des Solidaritätszuschlages“, so Klingen.

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Saarwirtschaft: Wenig Schwung

Die Stimmung in der Saarwirtschaft bleibt auch zum Jahresende hin verhalten. Zwar bewerten über 90 Prozent der Unternehmen ihre Lage noch mit gut oder befriedigend. Doch ihnen fehlen die entscheidenden Impulse für mehr Schwung. Entsprechend vorsichtig schätzen sie ihre Aussichten für die kommenden sechs Monate ein. Der IHK-Erwartungsindikator gab gegenüber dem Vormonat 2,6 Punkte ab und liegt nunmehr mit 1,1 Zählern nur noch knapp über der Nulllinie. „Die Meldungen der Unternehmen signalisieren, dass die Saarwirtschaft derzeit nur noch in Trippelschritten vorankommt. Positiv ist zwar, dass die Inlandsnachfrage dank des privaten Konsums insgesamt robust verläuft. Aber beim Export fehlt es an Dynamik. Hier sind die Unsicherheiten wegen des schwelenden Handelskonflikts USA/China zuletzt weiter gestiegen. Wegen der vergleichsweise guten Entwicklung zu Jahresbeginn bleiben wir noch bei unserer Jahresprognose von rund 0,75 Prozent Saarwachstum.“ So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Heino Klingen die Ergebnisse der November-Umfrage der IHK Saarland, an der sich rund 300 Unternehmen mit gut 120.000 Beschäftigten beteiligten.

Alles in allem bewerten derzeit 46 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage mit gut, 46 Prozent mit befriedigend und acht Prozent mit schlecht. Der IHK-Lageindikator als Saldo aus Gut- und Schlechtmeldungen fiel damit auf 38,4 Punkte. Zum Vergleich: Im Februar dieses Jahres bewegte er sich mit 50,1 Punkten noch auf einem historischen Hoch.

Hinter dieser Entwicklung stehen zum Teil gravierende Umsatzeinbußen in Teilen der Saarindustrie. So setzte der Maschinenbau in den ersten drei Quartalen dieses Jahres 9,1 Prozent weniger um als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. In der Nahrungsmittelindustrie betrugen die Rückgänge 2,6 Prozent und im Fahrzeugbau 1,1 Prozent. Insgesamt liegen die Industrieumsätze 0,2 Prozent unter ihrem Vorjahresniveau. Im Fahrzeugbau spüren die Zulieferer die erheblich gedrosselte Produktion deutscher Autobauer in Folge der Umstellung auf den neuen Abgasstandard WLTP.

Gut laufen die Geschäfte in der Gummi- und Kunststoffindustrie, in der Keramikindustrie, im Stahlbau und bei den Herstellern von Metallerzeugnissen sowie in der Elektroindustrie. Im Dienstleistungssektor berichten 94 Prozent der befragten Unternehmen über gute oder befriedigende Geschäfte. Rund laufen die Geschäfte weiterhin in der IT-Branche, im Transportgewerbe, bei den unternehmensnahen Dienstleistern sowie in der Hotellerie und Gastronomie. Im Einzelhandel und bei den Finanzdienstleistern ist die Lage insgesamt überwiegend befriedigend.

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Guter Sommer – gutes Jahr für das Gastgewerbe

Die positive Stimmung in der saarländischen Hotellerie und Gastronomie hält weiter an. Das signalisiert die aktuelle Tourismusumfrage der IHK Saarland. Danach beurteilen 73 Prozent der befragten Gastronomiebetriebe die Geschäftsentwicklung der vergangenen sechs Monate mit gut, 21 Prozent mit befriedigend und nur sechs Prozent mit schlecht. Ursächlich für diese historisch guten Werte war insbesondere der außergewöhnlich gute Sommer, der für Zusatzeinnahmen gesorgt hat. Etwas verhaltener, aber dennoch gut ist die Lage in der Hotellerie. Hier melden 59 Prozent der Unternehmen einen guten, 31 Prozent einen zufriedenstellenden und nur zehn Prozent einen schlechten Geschäftsverlauf. Die Ergebnisse decken sich mit der positiven Entwicklung bei den Übernachtungszahlen, die laut amtlicher Statistik zwischen Januar und September 2018 ein Plus von 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr ausweisen. Die Impulse hierfür kommen hauptsächlich aus den Landkreisen St. Wendel und Merzig-Wadern, die beide überdurchschnittliche Zuwächse bei den Übernachtungszahlen verzeichnen, während die Landeshauptstadt mit einem Minus von 5,8 Prozent abfällt. „Der Saartourismus ist inzwischen eine wichtige Stütze für die Konjunktur im Saarland. Vor allem die konsequente Umsetzung der Tourismusstrategie hat hier viel Positives bewirkt. Damit auch in der Landeshauptstadt künftig wieder mehr Nachfrage entsteht, müssen das Profil als Tagungs- und Kongress-Standort geschärft und die notwendigen Investitionen möglichst rasch getätigt werden.“ So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Heino Klingen die Ergebnisse der aktuellen IHK-Saisonumfrage Tourismus, an der 104 Unternehmen mit rund 1.350 Beschäftigten teilgenommen haben.

Umsatzwachstum in der Hotellerie und Gastronomie

Die positiven Einschätzungen der Betriebe werden untermauert durch gute Umsatzzahlen. Knapp ein Drittel der Hotelbetriebe konnte gegenüber dem Vorjahr bei den Einnahmen nochmals zulegen, jeder zweite das Niveau halten und nur jeder fünfte musste einen Rückgang verkraften. Dabei wird der Urlaubsreisende immer mehr zum Umsatztreiber – in dieser Zielgruppe konnten 39 Prozent der Betriebe gegenüber dem Vorjahr nochmals zulegen (18 Prozent verzeichneten rückläufige Umsätze), während dies bei den Geschäftsreisenden nur 27 Prozent waren (24 Prozent meldeten einen Rückgang). Noch etwas besser als in der Hotellerie verlief die Umsatzentwicklung in der Gastronomie. Der lange und gute Sommer verhalf nahezu jedem zweiten Unternehmen zu einem Plus gegenüber dem Vorjahr, während nur 13 Prozent Betriebe Umsatzrückgänge zu verzeichnen hatten. Angesichts dieses Sondereffekts wundert es kaum, wenn die Aussichten für die nächsten sechs Monate verhaltener ausfallen. So gehen in der Gastronomie nur zwölf Prozent davon aus, dass sich die Geschäftslage nochmals verbessern wird, während rund drei Viertel eine gleichbleibende Geschäftsentwicklung und nur 16 Prozent einen Rückgang erwarten. Nahezu identisch sehen die Geschäftsaussichten in der Hotellerie aus. Alles in allem sind die Erwartungen der Betriebe damit schwächer als im Vorjahr.

Fachkräftemangel, Arbeitskosten, Bürokratie und Energiekosten belasten die Betriebe

Als Risikofaktoren für eine positive Geschäftsentwicklung werden weiterhin der zunehmende Fachkräftemangel, die steigenden Arbeitskosten und die wachsende Bürokratie genannt. Hier belasten insbesondere die teils erheblichen Dokumentationspflichten wie z. B. die Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung und der Allergeneverordnung sowie die Arbeitszeitdokumentation als Nachweis für den gesetzlichen Mindestlohn die Betriebe. Zusätzlich werden vermehrt auch die steigenden Energiepreise als Risiko für den wirtschaftlichen Erfolg genannt. „All dies zeigt: Steigende Umsätze bedeuten nicht automatisch mehr Rentabilität. Viele Betriebe bewegen sich auf einem schmalen Grat. Sie müssen sowohl als attraktiver Arbeitgeber punkten als auch die steigenden Arbeits-, Energie- und Bürokratiekosten im Blick behalten“, so Klingen.

Bezogen auf den Fachkräftemangel macht die aktuelle IHK-Umfrage zudem deutlich, dass keine oder nicht hinreichend qualifizierte Bewerber die wesentlichen Gründe dafür sind, dass offene Stellen nicht besetzt werden können. Zwar ist die Bereitschaft innerhalb der Branche groß, auch Fachkräfte aus Nicht-EU-Ländern einzustellen und damit den Personalmangel zu lindern. Doch scheitert dies oftmals an unzureichenden Sprachkenntnissen der Bewerber. „Mitarbeitermotivation und Qualifizierung sowie attraktive Arbeitszeitmodelle sind die richtigen Antworten im Wettbewerb um Fachkräfte“, so Klingen.

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84. Vollversammlung der Handwerkskammer

„Das konjunkturelle Umfeld für unsere etwas mehr als 19.000 Mitgliedsbetriebe ist auch im 10. Jahr in Folge gut“, so Präsident Joachim Wohlfeil bei der 84. Vollversammlung der Handwerkskammer Karlsruhe. Wohlfeil kann dies mit Indikatoren aus den letzten drei Konjunkturumfragen untermauern. Besonders erfreulich: Für das 4. Quartal 2018 erwarten nur 4,5% der befragten Betriebe eine Verschlechterung ihrer Geschäftslage, das Jahr 2018 wird damit für das Handwerk in den vier Land- und drei Stadtkreisen mit einem voraussichtlichen Umsatzplus von 3% abschließen.

Erfreuliches kann auch der Geschäftsbereich Bildung vermelden: Die Trendkurve für die Ausbildung im Handwerk zeigt nach oben – Ende Oktober wies die Lehrlingsrolle 2.636 neueingetragene Lehrverhältnisse auf. Zurückzuführen, so Hauptgeschäftsführer Gerd Lutz, sei dies auch auf die intensiven Maßnahmen bei der Berufsorientierung. Beispielhaft führte er die Werkstatt- camps in der Bildungsakademie, die Aktivitäten der Ausbildungsbotschafter in den Schulen und die Präsenz der Ausbildungsberater auf den Ausbildungsmessen zurück.

Die Entwicklung der Betriebszahlen stellt sich, wie bereits in den Jahren zuvor, als ein zweigeteiltes Bild dar. Das zulassungspflichtige Handwerk nimmt leicht ab (derzeit 10.708 Anlage A Betriebe), die Betriebszahlen im zulassungsfreien Handwerk nehmen zu (derzeit 8.350 Anlage B1 und B2 Betriebe). Lutz ging auf diesen Trend, der insbesondere seit der Novellierung der Handwerksordnung im Jahr 2004 signifikant ist, näher ein. Er verwies darauf, dass es derzeit im politischen Raum rechtliche und wirtschaftliche Prüfungen zur Rückführung von ehemals meisterpflichtigen Gewerken in die Anlage A gebe.

Der Bereich Gewerbeförderung berichtete von zahlreichen Beratungen im Rahmen der neuen Datenschutzverordnung und technologischen Hilfestellungen für die Betriebe, die immer mehr den Schwerpunkt auf die Digitalisierung der Arbeitswelt legen.

Ein weiterer Tagesordnungspunkt der Vollversammlung, sie setzt sich aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern aus dem gesamten Kammerbezirk zusammen, war die Behandlung des Jahresabschlusses 2017 sowie der Beschluss zum Wirtschaftsplan 2019. Der Haushalt der Handwerkskammer Karlsruhe sieht für das nächste Jahr ein Volumen von ca. 20,5 Mio. Euro vor.

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In der Logistik wird Digitales mit Realem kombiniert

Unter dem Motto „Digitales trifft Reales“ hat am heutigen Mittwoch der 35. Deutsche Logistik-Kongress der Bundesvereinigung Logistik (BVL) e.V. in Berlin begonnen. Der Wirtschaftsbereich meldet gute Zahlen und nutzt die Chancen der technologischen Entwicklung.

„Kapazitätsengpässe bei Transportangeboten und Infrastruktur sowie Fachkräftemangel mit Ansage – das sind nur zwei Beispiele für sehr reale Problemstellungen, mit denen unser Wirtschaftsbereich derzeit konfrontiert ist“, so der Vorstandsvorsitzende der BVL Robert Blackburn. Die Digitalisierung schaffe beeindruckende Werkzeuge, zum Beispiel beim Einsatz intelligenter autonomer Systeme. Neue digitale Tools, so Blackburn, könnten einen entscheidenden Beitrag zur Lösung drängender Fragestellungen leisten. Er sprach zum Auftakt des Kongresses, ebenso wie Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, Professor Dieter Kempf, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Lufthansa Carsten Spohr, Dr. Robert Bauer, Vorstandsvorsitzender der Sick AG und der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA) Bernhard Mattes.

Die großen Trends, mit denen es die Logistik zu tun hat, verändern sich. In den letzten Jahren ging es um Komplexität, Kosten und Kooperation. Jetzt treten Kundenorientierung, Nachhaltigkeit,  neue Technologien, disruptive Geschäftsmodelle und neue Anforderungen an Personalführung und Personalentwicklung in den Mittelpunkt der Diskussionen. „Dabei haben wir im Blick: Mensch und Maschine werden nach und nach zu Partnern in einer Social Networked Industry“, so Blackburn.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für diesen Wandel sind gut und die September-Umfrage zum Logistik-Indikator der BVL spiegelt am Übergang zum vierten Quartal eine verhalten optimistische Stimmung wider. In Industrie und Handel wird die aktuelle Geschäftslage aber signifikant besser eingeschätzt als die Erwartungen für die nächsten Monate. Bei den Logistik-Dienstleistern dagegen sind die Erwartungen steigend. Das ist nach Blackburns Einschätzung kein Jubelszenario, aber Ausdruck solider Zuversicht.

„Allen Unkenrufen zum Trotz – und trotz der kleinen konjunkturellen Delle im Sommer: Der Wirtschaftsbereich Logistik bleibt auf seinem erfolgreichen Kurs“, sagte er.

Am Jahresende 2018 kann der Wirtschaftsbereich Logistik voraussichtlich zum achten Mal hintereinander ein stabiles Wachstum vermelden. Die Hochrechnung der Logistikweisen für den Umsatz lautet: 274 Milliarden Euro (nach 267 Milliarden Euro 2017), für die Beschäftigtenzahl: 3,2 Millionen Menschen (nach 3,15 Millionen 2017).  

„Dieses positive Szenario ist nicht selbstverständlich“, so Blackburn. Er verwies auf schwierige Rahmenbedingungen wie den weltwirtschaftlichen und weltpolitischen Kontext, die Irritationen in der EU, ungelöste Probleme in der urbanen Logistik und den Personalmangel.

An die Politik gerichtet forderte Blackburn „Sacharbeit, Sacharbeit, Sacharbeit!“ Nach den zwölf mühsamen Monaten seit der Bundestagswahl seien die Herausforderungen immer noch dieselben: Der Investitionsstau bei Straße und Schiene müsse aufgelöst werden, die Intermodalität der Verkehrsträger sei zu stärken, flächendeckend seien leistungsfähige IT-Netze zu schaffen. „Wir brauchen Deregulierung, Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren, Planungssicherheit durch Stabilität politischer Prozesse und Support für wirtschaftliche Vorhaben“, so Blackburn.

Jenseits primär logistikrelevanter Anliegen forderte der Vorstandsvorsitzende der BVL den Ausstieg aus dem Soli noch in dieser Legislaturperiode und eine insgesamt der wirtschaftlichen Lage angemessene Steuerpolitik.

Einige Highlights des Kongresses

Transatlantische Beziehungen

Die Logistik ist ein international agierender Wirtschaftsbereich. Sie hat mit ihren Leistungen die Globalisierung operativ möglich gemacht – und ist mit dem internationalen Austausch von Gütern und Dienstleistungen gewachsen. Die Gefahr von Handelsbarrieren, von Zöllen oder sonstigen Hindernissen bis hin zu einem „Handelskrieg“ ist für Logistiker in Industrie, Handel und Logistikdienstleistungen von höchster Brisanz. Beim Kongress wird Robin S. Quinville, die Gesandte der Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika in Deutschland, zu Gast sein. In der Abendveranstaltung des ersten Kongresstages geht sie in einen Gedankenaustausch mit Frank Sportolari, dem Präsidenten der American Chamber of Commerce in Germany (AmCham) und Prof. Thomas Wimmer, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der BVL.

Schwerpunkt Personalthemen

Gleich fünf Programmpunkte des 35. Deutschen Logistik-Kongresses sind dem Thema „Personal“ gewidmet. Schließlich kann der technologische Wandel nur erfolgreich gestaltet werden, wenn Unternehmen ihre Mitarbeiter mit auf die Reise nehmen.

Der Wirtschaftsbereich Logistik eignet sich aufgrund seiner starken Prozessorientierung ausgezeichnet für Digitalisierung und Automatisierung. Zukünftig werden sich 

menschliche und maschinelle Arbeit mehr und mehr ergänzen. Viele Aufgaben kommen damit auch auf die Personalverantwortlichen im Wirtschaftsbereich Logistik zu: IT-bezogene Kompetenzen wie Informatik, Data-Engineering, Modellierungs- und Analysefähigkeiten („Erkennen“), Branchen- und Geschäftsprozesswissen („Anwenden“) sowie Storytelling-Kompetenzen („Überzeugen“) sind neue Fertigkeiten, die für die Gestaltung von Logistikprozessen und für agile Supply Chains benötigt werden.  

Die Personalschwerpunkte sind: die Podiumsdiskussion „Digitales trifft Reales“, die Fachsequenz „Schöne neue Arbeitswelt“, die Fachsequenz „Lernen aus digitalen Projekten“, das LOG.Camp „HR and Recruiting”, organisiert als World Café, und der Hauptvortrag „Zukunft der Arbeit: Welche neuen Anforderungen stellt die digitale Transformation?“ von Julie Linn Teigland (Ernst & Young).

Ganz operativ: Digitales trifft Reales

Die vier Themenbereiche „Neue Technologien“, „Methoden“, „Märkte“ und „Science und Research“ werden in zahlreichen Fachsequenzen in unterschiedlichen Formaten behandelt und liefern Beispiele für das Zusammenspiel von Logistik und IT, ganz nach dem Motto „Digitales trifft Reales“. Ein Blick auf verschiedene Schwerpunkte:

Robotik und autonome Logistik         

Bis vor zwei Jahrzehnten noch als Science Fiction angesehen, stellt die Robotik heute einen Eckpfeiler der Digitalisierung dar. Sowohl in der Produktion als auch in der Erbringung von Dienstleistungen sind autonome Systeme dank erheblicher technologischer Fortschritte stellenweise bereits im Einsatz. In einer Fachsequenz wird aus unterschiedlichen Blickwinkeln über die Bandbreite bestehender Robotikanwendungen berichtet und es gibt Impulse zu Einsatzmöglichkeiten entlang der Wertschöpfungskette. 

Collaborative Supply Chain      

Collaboration ist die gemeinsame, vernetzte Zusammenarbeit über Unternehmensgrenzen hinweg. Spätestens bei der Bereitstellung aller notwendigen Daten tun sich viele Unternehmen aber bisher schwer mit der Vorstellung, Collaboration tatsächlich zu leben. Dabei bietet sie viele Chancen, um Problemen wie Leerfahrten oder Doppelarbeiten zu begegnen. Welcher Wechsel in der Haltung von Unternehmensführungen ist nötig, welche Lösungen müssen neutrale Plattformen bieten, um das ungenutzte Effizienzpotenzial zu heben und wo sind die Grenzen der Collaboration? 

Blockchain  

Das enorme Potenzial, das der Blockchain zugeschrieben wird, hat in den letzten Monaten einen Hype ausgelöst. Diverse Start-ups und etablierte Unternehmen entwickeln bereits Lösungen und prüfen so die Grenzen der Technologie. Wo ihr Einsatz einen Mehrwert erzeugt und welche Anwendungen in Zukunft realistisch sind, erfahren die Teilnehmer in dieser Sequenz. 

Künstliche Intelligenz    

Dank der rasanten Weiterentwicklung der Technik hat künstliche Intelligenz (KI) mit ihren unterschiedlichen Bereichen wie Machine Learning, neuronale Net und Deep Learning bereits heute Einzug in viele Bereiche der Logistik gehalten. Mit Hilfe intelligenter Algorithmen werden die Prozesse entlang der Wertschöpfungsketten stetig smarter und effektiver. Konkrete Anwendungsfälle finden sich bereits heute zum Beispiel in Predictive Analytics und im Risikomanagement. KI wird dabei zum Servicepartner für Entscheider in Unternehmen.

Lernen aus digitalen Projekten

Die Herausforderung, bestehende Prozesse zu digitalisieren und digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln, führt zu einer Vielzahl an digitalen Projekten. Nicht immer verläuft das erfolgreich, nicht immer ist das Ziel sofort klar ersichtlich. Agile Entwicklungsansätze ermöglichen es, Konzepte auszuprobieren und gehören mittlerweile zum Standard. Es gibt gute Beispiele, wo Trial-and-Error am Ende zum Erfolg geführt hat. Der Kongress präsentiert drei davon.

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Erste Wolken am Konjunkturhimmel

Die Wirtschaft in der Region Bonn/Rhein-Sieg kühlt sich etwas ab. Während die gegenwärtige Lage nach wie vor ausgesprochen gut eingeschätzt wird, ziehen erste dunkle Wolken am Horizont auf. Das zeigt die Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg zum Herbst 2018. Die IHK-Konjunkturklimaindikator liegt mit 126 Punkten unter dem Ergebnis vom Frühsommer 2018 (130 Punkte). „Auslöser sind die zurückhaltenden Erwartungen. Zwar rechnet noch ein Viertel der Unternehmen in den kommenden Monaten mit einer positiven Geschäftsentwicklung, aber 12 Prozent der Unternehmen erwarten eine Verschlechterung“, erläuterte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Hubertus Hille beim heutigen Pressegespräch in der IHK. Die aktuelle Geschäftslage wird hingegen unverändert positiv eingeschätzt. Fast jedes zweite Unternehmen bezeichnet diese als gut, weitere 43 Prozent noch als befriedigend.

Gründe für die anhaltend gute Lage sind eine hohe Binnennachfrage und die Tatsache, dass Deutschland zumindest kurzfristig nicht mehr im Mittelpunkt der Handelsstreitigkeiten steht. Hille: „Das in Zukunft prognostizierte reduzierte Wachstum der Weltwirtschaft wird sich auch auf die exportabhängige regionale Wirtschaft auswirken. Dazu kommen als bedeutende Risiken Probleme bei der Gewinnung von Fachkräften und Wettbewerbsnachteile durch die im internationalen Vergleich hohe Besteuerung.“ Den kommenden Herausforderungen begegnet die regionale Wirtschaft mit einer steigenden Investitionsbereitschaft. Vier von zehn Unternehmen wollen in Zukunft mehr investieren, lediglich 15 Prozent planen Einschnitte. Die positive Beschäftigungsentwicklung in der Region Bonn/Rhein-Sieg wird sich auch in den kommenden Monaten fortsetzen. Der IHK-Beschäftigungsindikator deutet mit 13 Punkten auf ein weiteres kontinuierliches Wachstum hin. Zwei Drittel der befragten Unternehmen wollen ihre Mitarbeiterzahlen unverändert belassen, jedes vierte Unternehmen plant eine Erhöhung.

Die Ergebnisse nach Branchen

Seit Jahren nahezu unverändert präsentiert sich der IHK-Geschäftsklimaindex für den Dienstleistungssektor. Diese, den Standort prägende Branche erreicht mit 137 Punkten erneut ein sehr erfreuliches Ergebnis. Die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage fällt im Vergleich zur Vorumfrage sogar nochmal ein wenig besser aus. Nur sieben Prozent sind unzufrieden, 56 Prozent der befragten Dienstleister berichten von guten Geschäften. Ein Ende der Hochkonjunktur ist auch in den kommenden Monaten nicht abzusehen. Ein Drittel der Dienstleistungsunternehmen

rechnet mit einer weiteren Verbesserung der Geschäfte. Die Mehrheit geht von einem gleichbleibend hohen Niveau aus. „40 Prozent der Unternehmen können allerdings aktuell offene Stellen längerfristig nicht besetzen“, sagte IHK-Konjunkturreferent Michael Schmaus: „Bei den Dienstleistern ergeben sich dabei die größten Schwierigkeiten bei der Suche nach Arbeitskräften mit Hochschulabschluss insbesondere im Bereich ITK und Unternehmensberatung. Damit bleibt der Fachkräftemangel weiterhin das Hauptrisiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Ein möglicher Rückgang der Inlandsnachfrage folgt mit steigender Tendenz auf Platz zwei.

Der IHK-Geschäftsklimaindex für die Industrie muss im Herbst 2018 einen deutlichen Dämpfer hinnehmen. Nach dem Rekordwert im Frühsommer hat er 17 Punkte verloren und notiert jetzt bei 122 Punkten. Hauptursache für den Rückgang ist eine weniger positive Beurteilung der aktuellen Lage. Trotzdem bezeichnet noch immer die Hälfte aller Unternehmen die Situation als gut und nur elf Prozent als schlecht. Auch die Erwartungen für die kommenden Monate werden reduziert. Die Anzahl der Industriebetriebe mit negativen Aussichten hat sich mit 20 Prozent im Vergleich zum Frühsommer mehr als verdoppelt. Hintergrund ist eine weit verbreitete Stagnation bei den Auftragseingängen aus dem In- und Ausland.

Der Einzelhandel in der Region beurteilt seine Lage wieder etwas besser. Der IHK-Geschäftsklimaindex legt um zwei Punkte zu und befindet sich mit 111 Punkten weiterhin auf einem für die Branche durchschnittlichen Niveau. 34 Prozent der Einzelhändler bezeichnen ihre Situation als gut, weitere 50 Prozent als befriedigend. Schmaus: „Bei vielen Händlern konnte der im Frühsommer beobachtbare Rückgang der Umsätze gestoppt werden. Aktuell halten sich die Unternehmen mit steigenden und sinkenden Umsätzen im Kammerbezirk in etwa die Waage.“ Die Erwartungen deuten in den nächsten Monaten auf eine konstante

Entwicklung hin. Der Großteil der Einzelhändler geht von gleichbleibenden Geschäften aus. „Auf der einen Seite befeuern der gute Arbeitsmarkt und steigende Löhne die Konsumlaune, auf der anderen Seite sorgen eine steigende Inflationsrate und eine höhere Sparquote für Abkühlung“, so Schmaus.

Der IHK-Geschäftsklimaindex für die Informations- und Kommunikationsbranche kann auch im Herbst 2018 mit 138 Punkten einen hervorragenden Wert erzielen und den leichten Rückgang aus dem Frühsommer zumindest teilweise kompensieren. Die zuletzt rückläufige Erwartungshaltung hat sich wieder deutlich aufgehellt. 36 Prozent der Unternehmen gehen in den kommenden zwölf Monaten von sich verbessernden Geschäften aus. Im Gegensatz dazu fallen die Lagebeurteilungen nicht mehr ganz so euphorisch wie im Frühsommer aus. Allerdings bezeichnen noch immer fast 60 Prozent der Unternehmen ihre Situation als gut und nur zwölf Prozent als schlecht. Die Hälfte der antworteten Unternehmen hat längerfristig Schwierigkeiten offene Stellen erfolgreich zu besetzen. Schmaus: „Aktuell mangelt es hauptsächlich an Bewerbern mit Hochschulabschluss, aber auch im Bereich der dualen Ausbildung besteht Bedarf. Hauptgrund für die Ablehnung von Bewerbern ist eine nicht ausreichende oder nicht passende Qualifikation.“

Das Gastgewerbe muss einen weiteren Rückgang des IHK-Geschäftsklimaindex hinnehmen. Zum dritten Mal in Folge verliert der Index an Boden und liegt mit 103 Punkten nur noch knapp über der wichtigen 100-Punkte-Linie. Dies ist das schlechteste Ergebnis seit über vier Jahren. Auslöser ist eine Eintrübung der Erwartungen. Nur noch jedes zehnte Unternehmen rechnet mit einer Verbesserung

der Geschäfte innerhalb der nächsten zwölf Monate. Die Mehrheit geht von einer gleichbleibenden Entwicklung aus, immerhin ein Viertel der Gastwirte erwartet einen Rückgang.

Der IHK-Geschäftsklimaindex für das Verkehrsgewerbe setzt mit 124 Punkten die Seitwärtsbewegung der letzten Umfragen unverändert fort. Die Lageeinschätzung verbessert sich deutlich, der Anteil der Logistiker mit guten Geschäften steigt von 33 auf 52 Prozent. Im Gegensatz dazu geht die Erwartungshaltung seit der Vorumfrage eindeutig zurück. Schmaus: „Dies ist angesichts der sehr guten Ausgangslage und der zu erwartenden Verlangsamung des weltweiten Wachstums allerdings auch nicht verwunderlich. Hinzu kommt, dass die Verkehrsinfrastruktur in vielen Bereichen an ihre Grenzen kommt und damit einem weiterem Wachstum im Wege steht.“

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Business braucht Planungssicherheit

Deutliche Worte sind angebracht: Deutschland hat – als eines der am stärksten vernetzten Länder der Welt – ein fundamentales Interesse an offenen Märkten, fairen Regeln und an der Weiterentwicklung der internationalen Wirtschaft. Das bedeutet: Öffnung ist besser als Protektionismus, egal, ob dieser als Staatskapitalismus in China sichtbar wird, als America First-Politik oder als Brexit. Die Welt des Handels und der Logistik ist global, Handelskriege sind kontraproduktiv. Business braucht Planungssicherheit.

Wenn momentan die globale Welthandelsordnung in Frage gestellt wird, erinnern wir uns daran, dass die Menschen in UK mehr verdient haben als wirtschaftspolitische Destruktion und dass die USA weit mehr sind als ein paar Tweets. Wir wollen unseren langjährigen Partnern weiterhin mit ausgestreckter Hand entgegengehen. „Wunderbar together“, ist das richtige Motto für das frisch begonnene Deutschlandjahr in den USA, denn es umfasst so viel mehr als nur die politischen Beziehungen mit einzelnen Personen.

Laut BDI konnte UK 0,1 Prozent Wirtschaftswachstum im 1. Quartal 2018 verzeichnen, damit liegen die Briten auf Platz 27 von 28 EU-Staaten. Auch Deutschland ist davon betroffen: Im Ranking der wichtigsten Handelspartner ist UK um zwei Plätze auf Rang 5 gefallen. Doch trotz Abschwächung des Auslandsgeschäfts und Engpässen am Arbeitsmarkt wuchs die Nachfrage nach logistischen Leistungen und sie wird auch in den kommenden Monaten weiter steigen. Preiserhöhungen stehen spürbar im Raum.

China ist ein hoch lukrativer Markt, aber China wird auch immer mehr zum Konkurrenten. Gegen die von dort resultierenden Bedrohungen gibt es Einigkeit mit den USA. Auch die von China mit Macht vorangetriebene „Neue Seidenstraße“ kann zur Bedrohung werden, wenn China für sich allein handelt. Die neue Seidenstraße darf keine Einbahnstraße sein. Wir sollten sie auch für uns zu nutzen wissen.

Die September-Umfrage zum Logistik-Indikator spiegelt in Deutschland eine verhalten optimistische Stimmung für das dritte Quartal 2018 wider. In Industrie, Handel und Dienstleistung wird die aktuelle Geschäftslage signifikant besser eingeschätzt als die Erwartungen für die nächsten Monate. Bei den Logistik-Dienstleistern sind diese sogar steigend. Das ist kein Jubelszenario, aber Ausdruck solider Zuversicht.

Gegen die Engpässe am Arbeitsmarkt helfen eine Politik und unternehmerische Entscheidungen ohne Vorurteile. Wir brauchen bunt, nicht braun. Wir wollen qualifizierte Arbeitskräfte, egal aus welchem Kulturkreis. In der Logistik wird nach Qualifikation eingestellt und nicht nach Alter, Geschlecht oder Nationalität. Die Menschen werden das Herzstück der Logistik bleiben – auch wenn Kollege Roboter, Automatisierung und Co. die Personalstrukturen neu definieren.

Besonders in solchen Zeiten sind qualifizierte Dialoge hilfreich und zielführend. Am Mittwoch dieser Woche werden Supply Chain Manager aus 40 Nationen zum 35. Deutschen Logistik-Kongress in Berlin zusammenkommen. Wir sind gespannt, was Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, Robin S. Quinville, die Gesandte der US-Botschaft in Berlin, und Bundesaußenminister a. D. Sigmar Gabriel aus politischer Perspektive zu den Turbulenzen sagen werden. Die Verbandspräsidenten Prof. Dieter Kempf (BDI) und Bernhard Mattes (VDA) bringen die Industrie- und Automotive-Standpunkte ein. Prof. Michael Hüther (IW) wird ein Szenario für Europa nach dem Brexit entwickeln. Sie alle und 130 Weitere sprechen beim Jubiläumskongress der BVL. Es werden spannende Tage in Berlin, das verspreche ich Ihnen.

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Handwerk hat gut zu tun

"Auch im III. Quartal 2018 hat die Konjunktur im Bezirk der Handwerks-kammer Karlsruhe nicht an Schwung verloren", so Präsident Joachim Wohlfeil zur Bewertung der aktuellen Zahlen der Konjunkturumfrage. Die Stimmung in den Betrieben ist gut – drei von vier Unternehmen (76%) waren mit ihrer Geschäftslage im III. Quartal mehr als zufrieden, lediglich für 4,2% der Befragten lief es in letzter Zeit nicht rund. Auf-tragsbestand und Kapazitätsauslastung der Unternehmen sind in den letzten drei Monaten weiter gewachsen.

Konjunkturmotor bleibt das Baugewerbe aber auch das Handwerk für den gewerblichen Bedarf meldet eine hohe Auslastung. Die allgemeine Geschäftslage bewerten im Bauhauptgewerbe für die letzten drei Mo-nate 83,3% der Unternehmen mit gut, die übrigen 16,7% waren mit ihrer Geschäftslage zufrieden. Die den Betrieben vorliegenden Aufträge rei-chen im Durchschnitt für 13 Wochen. Das Bauausbauhandwerk meldet ähnliche Zahlen: 86,4% berichten von guten Geschäften in den letzten drei Monaten, 13,6% waren zufrieden. Der Auftragsbestand liegt bei 12 Wochen.

Die hohe Auslastung in den meisten Gewerken, die Impulse kamen mehrheitlich aus der Inlandsnachfrage, spiegelt sich auch in den Um-satzzahlen des Handwerks wider. So konnten 38,5% der Befragten ge-genüber dem Vorquartal höhere Umsätze verbuchen, während 17,4% Umsatzrückgänge verkraften mussten. Die Zuversicht, dass sich die Umsatzlage weiter verbessert, hat unter den Handwerksbetrieben im Kammerbezirk Karlsruhe im Jahresverlauf zugenommen. Nach der ak-tuellen Umfrage rechnen 42,6% der Betriebe mit Umsatzsteigerungen für das IV. Quartal 2018 während 12,1% von Umsatzrückgängen aus-gehen.

Die gute Konjunktur hat in den letzten drei Monaten im Handwerk für einen Beschäftigungszuwachs gesorgt. So hat nach der aktuellen Um-frage jeder 5. Betrieb (20,3%) neue Arbeitsplätze geschaffen, während im selben Zeitraum bei jedem 11. Handwerksunternehmen (8,8%) we-niger Personal als im Vorquartal beschäftigt war. Die knapp 19.000 Handwerksbetriebe in den vier Land- und drei Stadtkreisen im Kammer-bezirk Karlsruhe gehen mit Optimismus in das letzte Quartal 2018, 69,9% der Befragten rechnen damit, dass sich die gute konjunkturelle Entwicklung auch in den kommenden Wochen fortsetzen wird. Und je-der vierte Handwerker (25,5%) geht davon aus, dass sich die Ge-schäftslage weiter verbessert.

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Heiße Phase in den Sommermonaten

Die Sommermonate sorgten in Südbaden nicht nur für Rekordtemperaturen, sondern auch für eine heiße Phase der Handwerks-Konjunktur im Kammerbezirk Freiburg. Laut der vierteljährlichen Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Freiburg meldeten die Betriebe positive Entwicklungen bei Aufträgen, Umsatz und Auslastung. Im Gegensatz zu den abgeschwächten Wachstumsprognosen des IWF für Deutschland sehen die südbadischen Handwerker in den nächsten Monaten keine Konjunktureintrübung.

Die große Mehrheit der befragten Handwerker ist weiterhin mit ihrer Geschäftslage zufrieden. 81,0 Prozent der Betriebe bewerteten ihre Geschäftslage als gut. Lediglich 2,1 Prozent vergaben schlechte Noten. Hinsichtlich der weiteren Geschäftsentwicklung bleiben die Handwerker in der Region optimistisch: 70,6 Prozent rechnen damit, dass die derzeit gute Geschäftslage auch in den nächsten Monaten stabil bleibt. Von einer weiteren Verbesserung gehen derzeit sogar 27,1 Prozent der Befragten aus.

Positive Auftragsentwicklung

Die Auftragsentwicklung der südbadischen Handwerksbetriebe war auch im dritten Quartal äußerst positiv. Jeder dritte Befragte (34,3 Prozent) meldete vollere Auftragsbücher, nur 10,8 Prozent meldeten weniger Auftragseingänge in den letzten Wochen. Für das nächste Quartal rechnen derzeit 35,1 Prozent der südbadischen Handwerksunternehmen mit einem Auftragsplus. Ein Auftragsminus halten 7,7 Prozent für wahrscheinlich.

Kapazitätsauslastung weiter auf hohem Niveau

Dank der guten Auftragslage bleibt auch die Kapazitätsauslastung der Handwerksfirmen im Kammerbezirk auf hohem Niveau: Die Hälfte der Befragten (49,6 Prozent) meldete in den vergangenen drei Monaten eine nahezu 100-prozentige Auslastung. Der Anteil der Betriebe, die sogar über ihre Kapazitätsgrenzen hinaus produzieren konnten, lag bei 16,2 Prozent. Lediglich 6,1 Prozent der befragten Handwerker meldeten nennenswerte Kapazitätsfreiräume.

Umsätze legen zu

Bei den Umsätzen konnte das südbadische Handwerk im dritten Quartal 2018 insgesamt weiter zulegen. Jeder dritte Handwerker (34,4 Prozent) verbuchte in den letzten Wochen ein Umsatzplus. Ein Umsatzminus stand dagegen bei rund jedem siebten Befragten in den Büchern (13,9 Prozent). Die befragten Handwerker rechnen damit, dass sich diese Entwicklung auch in den kommenden Wochen fortsetzt. Auf höhere Umsätze in den nächsten Monaten stellen sich derzeit 41,7 Prozent der Befragten ein. Mit Sorge schauen lediglich 10,3 Prozent der südbadischen Handwerksfirmen auf ihre künftige Umsatzlage.

Investitionen

Die südbadischen Handwerker investieren dabei weiterhin in ihre Betriebe. So haben im dritten Quartal 2018 zwei von drei Handwerkern (64,7 Prozent) ihr Investitionsvolumen beibehalten. Jeder fünfte Befragte hat seine Investitionssumme sogar erhöht (20,0 Prozent). In den kommenden Wochen wollen knapp drei Viertel der Betriebe (72,2 Prozent) ihre Investitionssumme konstant halten. Über eine Erhöhung ihres Investitionsbudgets denken derzeit 16,7 Prozent der Befragten nach.

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