Handwerksbetriebe kommen gut durch den Winter

Das hohe Konjunkturniveau blieb in den kalten Monaten erhalten, auch wenn sich kleine Eintrübungen zeigten. Obwohl die ersten Monate des Jahres bei Auftragslage und Umsätzen saisonbedingte Rückgänge mit sich brachten, bleiben die südbadischen Handwerksbetriebe äußerst zuversichtlich. Die Aussichten auf die nächsten Monate sind durchweg positiv.

Der Konjunkturindikator der Handwerkskammer Freiburg – also der Saldo aus Geschäftslage und Geschäftserwartungen – ist im Vergleich zum Vorjahr leicht um einen Prozentpunkt auf +50,5 Zähler angestiegen. Allerdings bewerten die südbadischen Handwerksbetriebe ihre Geschäftslage in den ersten Monaten 2019 nicht mehr ganz so gut wie Anfang 2018: 61,1 Prozent der Befragten gaben ihrer Geschäftslage gute Noten (Vorjahr: 68,6 Prozent). Eine schlechte Geschäftslage meldeten 12,0 Prozent (Vorjahr: 13,6 Prozent).

Für die kommenden Monate erwarten die Betriebe im Kammerbezirk wiederum bessere Geschäfte: 98 Prozent (Vorjahr 97,1 Prozent) der Betriebe gehen von einer stabilen oder sogar besseren Geschäftslage aus. Nur 2,0 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung (Vorjahr: 2,9 Prozent).

Betriebe weiterhin stark ausgelastet

Die nach wie vor hohe Kapazitätsauslastung der regionalen Handwerksbetriebe hat sich im ersten Quartal 2019 im Vergleich zum Vorjahr noch einmal gesteigert. Nahezu Vollauslastung meldete jeder zweite Betrieb (50,8 Prozent, Vorjahr: 37,7 Prozent) Nennenswerte Kapazitätsfreiräume hatten lediglich 16,6 Prozent der südbadischen Handwerksfirmen (Vorjahr: 14,5 Prozent).

Leicht nachlassende Auftragsdynamik

Die Auftragsbücher sind also weiterhin voll. Die Auftragsdynamik hat in den ersten drei Monaten 2019 allerdings nachgelassen. Knapp jeder vierte Betrieb (23,1 Prozent) meldete einen gestiegenen Auftragseingang im ersten Quartal – Anfang 2018 lag der Anteil noch bei 31,0 Prozent. Knapp ein Drittel der Befragten (32,4 Prozent) meldete weniger Auftragseingänge als im Vorquartal (Vorjahr: 29,5 Prozent).

Für die kommenden Monate rechnen die südbadischen Handwerksbetriebe mit einer äußerst positiven Entwicklung. Mit Auftragssteigerungen rechnet derzeit jeder zweite Handwerker (53,0 Prozent; Vorjahr: 55,9 Prozent). Nur 4,7 Prozent befürchten dagegen in den nächsten Monaten Auftragsrückgänge (Vorjahr: 4,5 Prozent).

Investitionen und Personal konstant

Volle Auftragsbücher und die hohe Kapazitätsauslastung sorgen also für positive Impulse für die südbadische Handwerkskonjunktur. Das schlägt sich auch in den Investitionen der Betriebe nieder, die bei 64,5 Prozent der Handwerker denselben Umfang wie zuvor hatten.

„Besonders erfreulich ist, dass die Digitalisierungsprämie vom Handwerk überdurchschnittlich nachgefragt wird“, betont Jasmin Kircher, Digitalisierungsberaterin der Handwerkskammer Freiburg. „Sie ist eine sehr gute Starthilfe für Digitalisierungsprojekte. Das große Interesse zeigt, dass unsere Betriebe zukunftsorientiert denken und eine Förderung zielgerichtet einzusetzen wissen.“ Die Digitalisierungsprämie ist eine Maßnahme der „Initiative Wirtschaft 4.0" des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg.

Andererseits haben sich die Belastungshemmnisse für das Handwerk wie der Fachkräftemangel oder die Bürokratie weiter verstärkt. Darum verwundert auch nicht, dass das südbadische Handwerk insgesamt in den vergangenen drei Monaten erneut keinen Beschäftigtenaufbau vermelden kann. Zwar gaben 11,1 Prozent der Betriebe an, neue Arbeitsplätze geschaffen zu haben, allerdings melden im Gegenzug 12,3 Prozent der Befragten einen Rückgang des Personalstamms.

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Handwerkskonjunktur mit viel Elan in’s neue Jahr gestartet

Die Konjunktur im Bezirk der Handwerkskammer Karlsruhe hat – im Vergleich zum Vorjahresquartal I/2018 – das Gaspedal noch einmal kräftig durchgetreten. In den letzten drei Monaten waren 72,6 % der befragten Handwerksbetriebe mit ihrer Geschäftslage zufrieden und nur 7% unzufrieden.

Trotz relativ voller Auftragsbücher und einer hohen Kapazitätsauslastung sind die Betriebe – auch angesichts der zahlreichen nach unten angepassten Vorhersagen vieler Wirtschaftsprognoseinstitute – etwas verhaltener, was die künftige Geschäftsentwicklung betrifft. Mit einer weiteren Verbesserung der ohnehin schon sehr guten Geschäftslage rechnen 43,1% der befragten Betriebe. Und immer noch mehr als die Hälfte (53,3%) der Unternehmen erwartet eine Fortsetzung des bisherig guten Geschäftsverlaufs.

Die Folgen der schwieriger werdenden Exportgeschäfte dürften im Handwerk vom privaten Konsum und der weiterhin guten Baukonjunktur kompensiert werden. Die Zahl der Erwerbstätigen ist zum Jahreswechsel leicht gewachsen, die Haushalte rechnen mit steigenden Einkommen und planen in den nächsten Monaten neue Anschaffungen. Davon versprechen sich viele Betriebe einen Wachstumsimpuls. Die Unternehmen im Bauhauptgewerbe und im Ausbauhandwerk melden einen Mittelwert bei der Auftragsreichweite von 11 Wochen, die Geräteauslastung ist hoch, beides sind positive Indikatoren für die weitere Entwicklung. Wachstumshemmnisse sind nach wie vor fehlende Fachkräfte.

Die sehr gute Konjunktur bildet sich nicht 1:1 in der Beurteilung der Umsatzlage im Handwerk ab. In den letzten drei Monaten freute sich jeder fünfte befragte Betrieb (19,9%) über eine höhere Umsatzentwicklung. Für den selben Zeitraum bemängelten allerdings 38,4% eine rückläufige Entwicklung ihrer Umsätze. Im Abfragezeitraum hat das Handwerk einen positiven Beschäftigungsbeitrag geleistet. In diesem Zeitraum haben 14,2 % der Betriebe neue Mitarbeiter eingestellt, mit einem kleineren Personalstamm arbeiteten 11,9 % der Befragten.

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Handwerk: Konjunktur weiter auf solidem Fundament

Die Handwerkskonjunktur im Kammerbezirk Region Stuttgart steht weiterhin auf einem soliden Fundament, musste aber leichte Einbußen verkraften. Die regionalen Handwerksunternehmen sind zuversichtlich hinsichtlich ihrer künftigen Geschäftsentwicklung, der Konjunkturoptimismus hat im Jahresverlauf jedoch abgenommen. Dies ergab die Frühjahrs-Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Region Stuttgart bei ihren Mitgliedsbetrieben.

„Auch wenn die gesamtwirtschaftliche Stimmung in den letzten Monaten einen Dämpfer bekommen und insbesondere die Exportwirtschaft an Dynamik verloren hat, gehen wir für das Handwerk davon aus, dass dies voraussichtlich vom privaten Konsum und der weiter guten Baukonjunktur zum Teil kompensiert wird“, kommentiert Hoefling die Entwicklung.

Im Handwerk werde das Wachstumstempo nach mehreren sehr guten Jahren in 2019 wohl etwas moderater ausfallen. „Belastungshemmnisse für das Handwerk wie der Fachkräftemangel haben sich weiter verstärkt.“ Deutlich zu erkennen sei dies daran, dass die Beschäftigung im Handwerk nur minimal zunehme und sich für die Hälfte der Betriebe die Personalsuche aufwändig bis äußerst schwierig gestalte. „Deshalb muss das Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das die Zuwanderung beruflich qualifizierter Fachkräfte deutlich erleichtern soll, zügig kommen und darf im weiteren parlamentarischen Verfahren auf keinen Fall verwässert werden. Es ist ein wichtiger Baustein, um den Fachkräftebedarf zu lindern.“

Der Konjunkturindikator Handwerk, der aus dem Geschäftslage- und Erwartungsindex ermittelt wird, verringerte sich deshalb um 5 Zähler und erreichte somit ein Ergebnis von plus 46 Punkten (Vorjahr: plus 51 Punkte). Die etwas verhaltene Bewertung resultiert aus einem leichten Abnehmen von Aufträgen und Umsätzen. Die Kapazitätsauslastung und der Auftragsbestand der Handwerksbetriebe sind am Jahresanfang 2019 dennoch stabil geblieben und sorgen weiterhin für positive Erfolge.

Der ausführliche Konjunkturbericht steht online unter www.hwk-stuttgart.de/konjunktur

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Eine Konjunkturdelle ist keine Rezession!

Vorübergehende Schwächephase oder Rezession? Diese Frage beschäftigt Konjunkturforscher seit dem Herbst des vergangenen Jahres. Gemäß der „Vier-Phasen-Lehre“ folgt auf einen Aufschwung ein Boom, eine Zeit der Hochkonjunktur, dann die Rezession und letztlich die Depression, bevor es wieder aufwärtsgeht. Wo stehen wir im Moment?

Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Februar 2019 auf den schlechtesten Wert seit Dezember 2014 gefallen, dieser liegt zwar leicht unterhalb des Normalbereichs, aber an diesem immer noch nahe dran. Unternehmen bewerteten ihre aktuelle Geschäftslage erneut etwas weniger gut und ihr Pessimismus hat – mit Blick auf die kommenden sechs Monate – zugenommen. Das Wirtschaftswachstum im ersten Quartal wird wohl nur 0,2 Prozent betragen.

Das Geschäftsklima für den Wirtschaftsbereich Logistik, das im Rahmen dieser Befragung erhoben wurde, weist einen Wert leicht oberhalb des Normalbereichs aus, obwohl es den niedrigsten Stand seit Februar 2016 erreicht hat. Damals herrschte Pessimismus, aber es folgte keine Rezession, sondern es ging zwei Jahre lang kontinuierlich aufwärts – und zwar stets in der Konstellation, dass die Erwartungen deutlich schlechter waren als die Geschäftslage. Das Jahr 2018 war durch viele Unsicherheiten gekennzeichnet, die zum jetzt vorherrschenden Unbehagen und der skeptischen Grundhaltung führten, die möglicherweise durch das Gefühl unterstützt wird, dass die zehn guten Jahre für die deutsche Wirtschaft bereits eine üppige Portion vom Wachstums- und Ertragskuchen darstellten und man das Glück – auch das des Tüchtigen – nicht herausfordern sollte.

Ich interpretiere es als Ausdruck von Vorsicht und nicht von Rezessionsangst, dass die Logistiker in Industrie, Handel und Dienstleistung zum Beispiel bei der Personalplanung einen Gang herunterschalten. Vielleicht spiegelt sich darin auch bereits die Erfahrung, dass der Arbeitsmarkt leergefegt ist. Und ein Blick auf die weiteren Bewertungen zeigt: Die Befragten des Wirtschaftsbereichs geben nur in einem einzigen Punkt eine negative Antwort: Bei den generellen Geschäftserwartungen. Im Detail sind alle Einschätzungen nach wie vor im expansiven Bereich angesiedelt.

Es gibt gute Gründe für die Logistik, sich nicht vom Zweifel in die Irre führen zu lassen. In den zehn guten Jahren hat es immer wieder Dellen im Konjunkturverlauf gegeben, die nicht den Anfang einer Rezession markierten. Vielfach waren es internationale Entwicklungen aus den Bereichen Währung, Finanzen oder Politik, die die Realwirtschaft beeinflussten – und auf die Supply Chain Manager und Logistiker mit ihren weltweit vernetzten Arbeitsfeldern sensibel reagierten. Im Moment dominieren der Brexit und der Handelskonflikt zwischen den USA und China die Berichterstattung.

Hinsichtlich des Brexit gibt es nach den Abstimmungen im britischen Parlament nun wieder die Perspektive auf einen geordneten Ausstieg, der unter dem Gesichtspunkt der Einheit Europas zwar schmerzt, wirtschaftliche Folgen aber abfedern sollte. Im Handelskonflikt zwischen den Supermächten bleibt die Hoffnung, dass wirtschaftliche Vernunft die Oberhand gewinnt. Derzeit hat Europa keine wesentlichen Nachteile aus dem Gerangel zwischen Washington und Peking. Und die neue Seidenstraße könnte als Katalysator für die wirtschaftliche Verbindung zwischen Europa und Asien wirken.

Die Antwort auf die Eingangsfrage lautet also: Eine Konjunkturdelle ist keine Rezession. Lassen Sie uns weiterhin zuversichtlich bleiben und „mutig machen“.

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Tourismuswirtschaft feiert „Supersommer“

Die sachsen-anhaltische Tourismuswirtschaft ist mit ihrem Geschäft in der abgelaufenen Saison sehr zufrieden. Dies belegt eine aktuelle Umfrage der Landesarbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern in Sachsen-Anhalt (LAG) unter 700 Gastronomen, Hoteliers, Reisebüros und -veranstalter im Land. Mehr als die Hälfte der Unternehmen bewerten demnach ihre wirtschaftliche Lage im „Supersommer 2018“ gut. Jedoch lassen fehlende Arbeitskräfte und gestiegene Kosten nahezu alle Unternehmen mit Sorge in die Zukunft blicken.

„Besser konnte die Sommersaison für die Gastronomie kaum verlaufen“, meint Antje Bauer, Geschäftsführerin Starthilfe und Unternehmensförderung der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau. Das warme Wetter bis in den Spätherbst hinein habe dazu beigetragen, dass die Außengastronomie früh in Schwung kam und lange profitierte. „Der dauerhafte ‚Supersommer‘ hat insbesondere Tagesausflugstouristen und Kurzurlauber zum Reisen und zur Einkehr bewegt“, erklärt Bauer. Deshalb meldeten alle Bereiche der Tourismuswirtschaft deutlich gestiegene Umsätze gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Doch trotz der Umsatzsteigerungen blickt die Branche skeptisch nach vorn, wie die Umfrage weiter zeigt: Die Erwartungen an die bevorstehende Wintersaison 2018/2019 sind sowohl bei den Hotelbetrieben als auch in der Gastronomie eher negativ. Lediglich die Reisebranche geht mit leichtem Optimismus in die kommende Saison. Fehlendes Personal stellt aber für nahezu alle Unternehmen inzwischen das größte Risiko dar. Mehr als die Hälfte der Beherbergungs- und Reisebetriebe und fast drei Viertel der Gastronomen sehen ihre wirtschaftliche Entwicklung dadurch bedroht. Fast jedes zweite der gastgewerblichen und ein Viertel der Reiseunternehmen melden derzeit offene Stellen, die sie schon länger nicht besetzen können. Gestiegene Arbeits-, Energie-, Lebensmittel- und Rohstoffkosten stellen zusätzliche wirtschaftliche Heraus­forderungen dar. Einen Spielraum auf Ertragsseite gebe es kaum noch, so dass branchenübergreifend mit Preiserhöhungen zu rechnen ist: Ein Drittel aller befragten Hoteliers, knapp die Hälfte der Gastronomen sowie über die Hälfte der Reisebüros und -veranstalter planen ihre Preise anzuheben.

André Rummel, Geschäftsführer im Geschäftsbereich Industrie und Infrastruktur bei der Industrie- und Handelskammer Magdeburg, verweist auf die komplexen Rahmenbedingungen der Branche: „Die Daten zeigen deutlich: Gestiegene Übernachtungszahlen und gute Umsätze allein sind kein Garant für eine weiter florierende Tourismuswirtschaft.“ So belasteten die Unternehmen unter anderem die gestiegenen Anforderungen an Kassensysteme oder starre Arbeitszeitregeln, aber auch die EU-Datenschutzgrundverordnung und die Novellierung des Reiserechts mit Einführung der EU-Pauschalreiserichtlinie – demnach können Reisende künftig etwa zwei Jahre lang Mängel­ansprüche gegen den Reiseveranstalter geltend machen.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

Das Beherbergungsgewerbe schätzt seine Geschäftslage überwiegend positiv ein. 64 Prozent aller befragten Hoteliers vermelden gute Geschäfte in der abgelaufenen Sommersaison – Spitzenreiter ist dabei die Harzregion. Getragen wird die Grundstimmung von einer positiven Umsatzentwicklung: Über drei Viertel der befragten Hoteliers melden gestiegene oder zumindest gleich bleibende Umsätze aus dem Sommergeschäft, die hauptsächlich dank der Urlaubsgäste erzielt wurden. Insgesamt besuchten nach Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt von Januar bis September 2018 2,6 Millionen Gäste die Beherbergungstätten des Landes und buchten dabei rund 6,3 Millionen Übernachtungen – ein leichtes Plus gegenüber dem Spitzenergebnis im Vorjahr. Fehlende Fachkräfte sowie hohe Arbeits- und  Energiekosten lassen die Branche jedoch verhalten auf die Folgesaison schauen.

Mit einer sehr guten Geschäftslage und gestiegenen Umsätzen wartet auch die Gastronomie auf und profitiert damit vom langen und sonnigen Sommer 2018. Über die Hälfte der Befragten meldet eine gute Sommersaison, knapp ein Drittel verzeichnet Umsatzsteigerungen. Die Erwartungen an die bevorstehenden Monate sind jedoch getrübt. Die Fachkräfteproblematik sowie weiter steigende Arbeits-, Lebensmittel- und Rohstoffkosten verunsichern die Unternehmer.

Ebenso zufrieden mit der Sommersaison in diesem Jahr zeigen sich die sachsen-anhaltischen Reisebüros und -veranstalter. 55 Prozent von ihnen melden eine gute Geschäftslage. Zurückzuführen ist dies vor allem auf die steigenden Auslandsbuchungen und ein Umsatzplus durch Urlaubsreisende. Rückläufig hingegen waren die Buchungen für den Inlandsreisemarkt (minus zwei Punkte verglichen mit 2017) sowie das sogenannte Incoming-Reisesegment, also Touristen, die von außerhalb der Landesgrenzen kommen. Diese Sparte verzeichnet minus 20 Punkte im Vergleich zum Vorjahr. Die Prognosen für die kommende Wintersaison sind dennoch optimistisch. Ein Fünftel der Unternehmen rechnet mit günstigeren und weitere zwei Drittel mit gleich gut bleibenden Geschäften.

Hintergrund:

Die Landesarbeitsgemeinschaft der beiden Industrie- und Handelskammern in Sachsen-Anhalt (LAG) besteht seit 1997 und vertritt die Interessen von rund 110.000 Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft in Sachsen-Anhalt. Die Landesarbeitsgemeinschaft führt Umfragen unter ihren Mitgliedsunternehmen durch, erarbeitet fachliche Stellungnahmen und vertritt das Gesamtinteresse der Unternehmen gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit. Die ausführlichen Ergebnisse dieser LAG-Umfrage stehen auf den Internetseiten der IHKn unter www.halle.ihk.de und www.magdeburg.ihk.de zum Download bereit.

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Saarkonjunktur: Die Skepsis steigt

Die Konjunktur an der Saar hat sich im Dezember weiter eingetrübt. Die Unternehmen beurteilen sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch die künftige Entwicklung erneut schlechter als im Vormonat. Der IHK-Lageindikator fiel um 2,0 Punkte auf nunmehr 36,4 Zähler. Das war der fünfte Rückgang in Folge. Hauptgrund dafür ist eine deutlich schwächere Geschäftstätigkeit in Teilen des Maschinenbaus und der Fahrzeugindustrie. Dadurch hat sich der Lageindikator in der Industrie nochmals um 5,8 Punkte verschlechtert. Gegenüber seinem Jahreshoch im Februar hat er sich damit glatt halbiert. Sorgen bereitet den Unternehmen auch der Ausblick auf die kommenden sechs Monate. Der IHK-Erwartungsindikator verringerte sich um drei Punkte und liegt mit minus 1,9 Zählern nun erstmals seit knapp sechs Jahren wieder im negativen Bereich. „Dass die Konjunktur an der Saar an Fahrt verliert, zeichnete sich spätestens im Sommer ab. Seitdem hat sich die Zahl der Risikofaktoren noch vergrößert. Neben den anhaltenden protektionistischen Bestrebungen der USA, dem nach wie vor ungeklärten Brexit und zunehmenden Schwächetendenzen der Weltwirtschaft sind zuletzt auch noch Sondereffekte im saarländischen Fahrzeugbau hinzugekommen. Wegen des hohen Strukturgewichts des Fahrzeugbaus und der überdurchschnittlichen Exportabhängigkeit der Saarindustrie schlagen diese Probleme hierzulande stärker zu Buche als in anderen Teilen Deutschlands. Vor diesem Hintergrund erwarten wir für das jetzt zu Ende gehende Jahr 2018 nur noch ein Mini-Wachstum in der Größenordnung von 0,2 Prozent.“ So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Heino Klingen die Ergebnisse der Dezember-Umfrage der IHK Saarland, an der sich rund 300 Unternehmen mit gut 120.000 Beschäftigten beteiligten.

Insgesamt bewerten derzeit 44 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage mit gut, 48 Prozent mit befriedigend und acht Prozent mit schlecht. Weiterhin mit Schwung laufen die Geschäfte in der Medizin-, Mess- und Regeltechnik. Etwas verhaltener, aber weiterhin gut, ist die Lage in der Keramikindustrie, im Stahlbau und bei den Herstellern von Metallwaren. Im Fahrzeugbau, im Ernährungsgewerbe, in der Elektroindustrie, im Maschinenbau, in der Gummi- und Kunststoffindustrie, in der Stahlindustrie, bei den Gießereien und in der Bauwirtschaft ist die Situation überwiegend zufriedenstellend.

Deutlich besser als in der Industrie ist die Konjunktur im Dienstleistungsbereich. Hier berichten noch 97 Prozent der befragten Unternehmen über gute oder befriedigende Geschäfte. Rund laufen die Geschäfte weiterhin in der IT-Branche, im Verkehrsgewerbe sowie in der Hotellerie und Gastronomie. Im Handel, bei den Banken und Versicherungen ist die Lage eher befriedigend.

Ausblick: Sehr verhalten ins neue Jahr

Die saarländischen Unternehmen blicken nur noch sehr verhalten auf das kommende Jahr 2019. Zumindest für die erste Jahreshälfte zeichnet sich für sie keine grundlegende Besserung ihrer Geschäftstätigkeit ab. Nur elf Prozent der Unternehmen sehen in diesem Zeitraum eine Belebung, 13 Prozent eine Verschlechterung ihrer Geschäfte. Die verbleibenden 76 Prozent gehen von einer gleichbleibenden Entwicklung aus.

Die Skepsis der Unternehmen hat viele Ursachen. Das zeigt eine Sonderumfrage der IHK Saarland. Neben dem schwierigen außenwirtschaftlichen Umfeld bereitet den Unternehmen insbesondere der Fachkräftemangel (63 Prozent) Sorgen. Als Hypothek empfinden sie auch die zunehmende Bürokratie (47 Prozent), steigende Energiepreise (38 Prozent), hohe Steuern und Abgaben (30 Prozent) sowie eine unzureichende Verkehrs- und Breitbandinfrastruktur (17 bzw. 15 Prozent). „Angesichts der insgesamt prekären konjunkturellen Lage in Deutschland sollte die Bundesregierung jetzt wachstumsstärkende und vertrauensbildende Reformen in Angriff nehmen. Ein klares Signal in diese Richtung wäre die rasche und vollständige Abschaffung des Solidaritätszuschlages“, so Klingen.

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Saarwirtschaft: Wenig Schwung

Die Stimmung in der Saarwirtschaft bleibt auch zum Jahresende hin verhalten. Zwar bewerten über 90 Prozent der Unternehmen ihre Lage noch mit gut oder befriedigend. Doch ihnen fehlen die entscheidenden Impulse für mehr Schwung. Entsprechend vorsichtig schätzen sie ihre Aussichten für die kommenden sechs Monate ein. Der IHK-Erwartungsindikator gab gegenüber dem Vormonat 2,6 Punkte ab und liegt nunmehr mit 1,1 Zählern nur noch knapp über der Nulllinie. „Die Meldungen der Unternehmen signalisieren, dass die Saarwirtschaft derzeit nur noch in Trippelschritten vorankommt. Positiv ist zwar, dass die Inlandsnachfrage dank des privaten Konsums insgesamt robust verläuft. Aber beim Export fehlt es an Dynamik. Hier sind die Unsicherheiten wegen des schwelenden Handelskonflikts USA/China zuletzt weiter gestiegen. Wegen der vergleichsweise guten Entwicklung zu Jahresbeginn bleiben wir noch bei unserer Jahresprognose von rund 0,75 Prozent Saarwachstum.“ So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Heino Klingen die Ergebnisse der November-Umfrage der IHK Saarland, an der sich rund 300 Unternehmen mit gut 120.000 Beschäftigten beteiligten.

Alles in allem bewerten derzeit 46 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage mit gut, 46 Prozent mit befriedigend und acht Prozent mit schlecht. Der IHK-Lageindikator als Saldo aus Gut- und Schlechtmeldungen fiel damit auf 38,4 Punkte. Zum Vergleich: Im Februar dieses Jahres bewegte er sich mit 50,1 Punkten noch auf einem historischen Hoch.

Hinter dieser Entwicklung stehen zum Teil gravierende Umsatzeinbußen in Teilen der Saarindustrie. So setzte der Maschinenbau in den ersten drei Quartalen dieses Jahres 9,1 Prozent weniger um als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. In der Nahrungsmittelindustrie betrugen die Rückgänge 2,6 Prozent und im Fahrzeugbau 1,1 Prozent. Insgesamt liegen die Industrieumsätze 0,2 Prozent unter ihrem Vorjahresniveau. Im Fahrzeugbau spüren die Zulieferer die erheblich gedrosselte Produktion deutscher Autobauer in Folge der Umstellung auf den neuen Abgasstandard WLTP.

Gut laufen die Geschäfte in der Gummi- und Kunststoffindustrie, in der Keramikindustrie, im Stahlbau und bei den Herstellern von Metallerzeugnissen sowie in der Elektroindustrie. Im Dienstleistungssektor berichten 94 Prozent der befragten Unternehmen über gute oder befriedigende Geschäfte. Rund laufen die Geschäfte weiterhin in der IT-Branche, im Transportgewerbe, bei den unternehmensnahen Dienstleistern sowie in der Hotellerie und Gastronomie. Im Einzelhandel und bei den Finanzdienstleistern ist die Lage insgesamt überwiegend befriedigend.

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Guter Sommer – gutes Jahr für das Gastgewerbe

Die positive Stimmung in der saarländischen Hotellerie und Gastronomie hält weiter an. Das signalisiert die aktuelle Tourismusumfrage der IHK Saarland. Danach beurteilen 73 Prozent der befragten Gastronomiebetriebe die Geschäftsentwicklung der vergangenen sechs Monate mit gut, 21 Prozent mit befriedigend und nur sechs Prozent mit schlecht. Ursächlich für diese historisch guten Werte war insbesondere der außergewöhnlich gute Sommer, der für Zusatzeinnahmen gesorgt hat. Etwas verhaltener, aber dennoch gut ist die Lage in der Hotellerie. Hier melden 59 Prozent der Unternehmen einen guten, 31 Prozent einen zufriedenstellenden und nur zehn Prozent einen schlechten Geschäftsverlauf. Die Ergebnisse decken sich mit der positiven Entwicklung bei den Übernachtungszahlen, die laut amtlicher Statistik zwischen Januar und September 2018 ein Plus von 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr ausweisen. Die Impulse hierfür kommen hauptsächlich aus den Landkreisen St. Wendel und Merzig-Wadern, die beide überdurchschnittliche Zuwächse bei den Übernachtungszahlen verzeichnen, während die Landeshauptstadt mit einem Minus von 5,8 Prozent abfällt. „Der Saartourismus ist inzwischen eine wichtige Stütze für die Konjunktur im Saarland. Vor allem die konsequente Umsetzung der Tourismusstrategie hat hier viel Positives bewirkt. Damit auch in der Landeshauptstadt künftig wieder mehr Nachfrage entsteht, müssen das Profil als Tagungs- und Kongress-Standort geschärft und die notwendigen Investitionen möglichst rasch getätigt werden.“ So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Heino Klingen die Ergebnisse der aktuellen IHK-Saisonumfrage Tourismus, an der 104 Unternehmen mit rund 1.350 Beschäftigten teilgenommen haben.

Umsatzwachstum in der Hotellerie und Gastronomie

Die positiven Einschätzungen der Betriebe werden untermauert durch gute Umsatzzahlen. Knapp ein Drittel der Hotelbetriebe konnte gegenüber dem Vorjahr bei den Einnahmen nochmals zulegen, jeder zweite das Niveau halten und nur jeder fünfte musste einen Rückgang verkraften. Dabei wird der Urlaubsreisende immer mehr zum Umsatztreiber – in dieser Zielgruppe konnten 39 Prozent der Betriebe gegenüber dem Vorjahr nochmals zulegen (18 Prozent verzeichneten rückläufige Umsätze), während dies bei den Geschäftsreisenden nur 27 Prozent waren (24 Prozent meldeten einen Rückgang). Noch etwas besser als in der Hotellerie verlief die Umsatzentwicklung in der Gastronomie. Der lange und gute Sommer verhalf nahezu jedem zweiten Unternehmen zu einem Plus gegenüber dem Vorjahr, während nur 13 Prozent Betriebe Umsatzrückgänge zu verzeichnen hatten. Angesichts dieses Sondereffekts wundert es kaum, wenn die Aussichten für die nächsten sechs Monate verhaltener ausfallen. So gehen in der Gastronomie nur zwölf Prozent davon aus, dass sich die Geschäftslage nochmals verbessern wird, während rund drei Viertel eine gleichbleibende Geschäftsentwicklung und nur 16 Prozent einen Rückgang erwarten. Nahezu identisch sehen die Geschäftsaussichten in der Hotellerie aus. Alles in allem sind die Erwartungen der Betriebe damit schwächer als im Vorjahr.

Fachkräftemangel, Arbeitskosten, Bürokratie und Energiekosten belasten die Betriebe

Als Risikofaktoren für eine positive Geschäftsentwicklung werden weiterhin der zunehmende Fachkräftemangel, die steigenden Arbeitskosten und die wachsende Bürokratie genannt. Hier belasten insbesondere die teils erheblichen Dokumentationspflichten wie z. B. die Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung und der Allergeneverordnung sowie die Arbeitszeitdokumentation als Nachweis für den gesetzlichen Mindestlohn die Betriebe. Zusätzlich werden vermehrt auch die steigenden Energiepreise als Risiko für den wirtschaftlichen Erfolg genannt. „All dies zeigt: Steigende Umsätze bedeuten nicht automatisch mehr Rentabilität. Viele Betriebe bewegen sich auf einem schmalen Grat. Sie müssen sowohl als attraktiver Arbeitgeber punkten als auch die steigenden Arbeits-, Energie- und Bürokratiekosten im Blick behalten“, so Klingen.

Bezogen auf den Fachkräftemangel macht die aktuelle IHK-Umfrage zudem deutlich, dass keine oder nicht hinreichend qualifizierte Bewerber die wesentlichen Gründe dafür sind, dass offene Stellen nicht besetzt werden können. Zwar ist die Bereitschaft innerhalb der Branche groß, auch Fachkräfte aus Nicht-EU-Ländern einzustellen und damit den Personalmangel zu lindern. Doch scheitert dies oftmals an unzureichenden Sprachkenntnissen der Bewerber. „Mitarbeitermotivation und Qualifizierung sowie attraktive Arbeitszeitmodelle sind die richtigen Antworten im Wettbewerb um Fachkräfte“, so Klingen.

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84. Vollversammlung der Handwerkskammer

„Das konjunkturelle Umfeld für unsere etwas mehr als 19.000 Mitgliedsbetriebe ist auch im 10. Jahr in Folge gut“, so Präsident Joachim Wohlfeil bei der 84. Vollversammlung der Handwerkskammer Karlsruhe. Wohlfeil kann dies mit Indikatoren aus den letzten drei Konjunkturumfragen untermauern. Besonders erfreulich: Für das 4. Quartal 2018 erwarten nur 4,5% der befragten Betriebe eine Verschlechterung ihrer Geschäftslage, das Jahr 2018 wird damit für das Handwerk in den vier Land- und drei Stadtkreisen mit einem voraussichtlichen Umsatzplus von 3% abschließen.

Erfreuliches kann auch der Geschäftsbereich Bildung vermelden: Die Trendkurve für die Ausbildung im Handwerk zeigt nach oben – Ende Oktober wies die Lehrlingsrolle 2.636 neueingetragene Lehrverhältnisse auf. Zurückzuführen, so Hauptgeschäftsführer Gerd Lutz, sei dies auch auf die intensiven Maßnahmen bei der Berufsorientierung. Beispielhaft führte er die Werkstatt- camps in der Bildungsakademie, die Aktivitäten der Ausbildungsbotschafter in den Schulen und die Präsenz der Ausbildungsberater auf den Ausbildungsmessen zurück.

Die Entwicklung der Betriebszahlen stellt sich, wie bereits in den Jahren zuvor, als ein zweigeteiltes Bild dar. Das zulassungspflichtige Handwerk nimmt leicht ab (derzeit 10.708 Anlage A Betriebe), die Betriebszahlen im zulassungsfreien Handwerk nehmen zu (derzeit 8.350 Anlage B1 und B2 Betriebe). Lutz ging auf diesen Trend, der insbesondere seit der Novellierung der Handwerksordnung im Jahr 2004 signifikant ist, näher ein. Er verwies darauf, dass es derzeit im politischen Raum rechtliche und wirtschaftliche Prüfungen zur Rückführung von ehemals meisterpflichtigen Gewerken in die Anlage A gebe.

Der Bereich Gewerbeförderung berichtete von zahlreichen Beratungen im Rahmen der neuen Datenschutzverordnung und technologischen Hilfestellungen für die Betriebe, die immer mehr den Schwerpunkt auf die Digitalisierung der Arbeitswelt legen.

Ein weiterer Tagesordnungspunkt der Vollversammlung, sie setzt sich aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern aus dem gesamten Kammerbezirk zusammen, war die Behandlung des Jahresabschlusses 2017 sowie der Beschluss zum Wirtschaftsplan 2019. Der Haushalt der Handwerkskammer Karlsruhe sieht für das nächste Jahr ein Volumen von ca. 20,5 Mio. Euro vor.

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In der Logistik wird Digitales mit Realem kombiniert

Unter dem Motto „Digitales trifft Reales“ hat am heutigen Mittwoch der 35. Deutsche Logistik-Kongress der Bundesvereinigung Logistik (BVL) e.V. in Berlin begonnen. Der Wirtschaftsbereich meldet gute Zahlen und nutzt die Chancen der technologischen Entwicklung.

„Kapazitätsengpässe bei Transportangeboten und Infrastruktur sowie Fachkräftemangel mit Ansage – das sind nur zwei Beispiele für sehr reale Problemstellungen, mit denen unser Wirtschaftsbereich derzeit konfrontiert ist“, so der Vorstandsvorsitzende der BVL Robert Blackburn. Die Digitalisierung schaffe beeindruckende Werkzeuge, zum Beispiel beim Einsatz intelligenter autonomer Systeme. Neue digitale Tools, so Blackburn, könnten einen entscheidenden Beitrag zur Lösung drängender Fragestellungen leisten. Er sprach zum Auftakt des Kongresses, ebenso wie Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, Professor Dieter Kempf, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Lufthansa Carsten Spohr, Dr. Robert Bauer, Vorstandsvorsitzender der Sick AG und der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA) Bernhard Mattes.

Die großen Trends, mit denen es die Logistik zu tun hat, verändern sich. In den letzten Jahren ging es um Komplexität, Kosten und Kooperation. Jetzt treten Kundenorientierung, Nachhaltigkeit,  neue Technologien, disruptive Geschäftsmodelle und neue Anforderungen an Personalführung und Personalentwicklung in den Mittelpunkt der Diskussionen. „Dabei haben wir im Blick: Mensch und Maschine werden nach und nach zu Partnern in einer Social Networked Industry“, so Blackburn.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für diesen Wandel sind gut und die September-Umfrage zum Logistik-Indikator der BVL spiegelt am Übergang zum vierten Quartal eine verhalten optimistische Stimmung wider. In Industrie und Handel wird die aktuelle Geschäftslage aber signifikant besser eingeschätzt als die Erwartungen für die nächsten Monate. Bei den Logistik-Dienstleistern dagegen sind die Erwartungen steigend. Das ist nach Blackburns Einschätzung kein Jubelszenario, aber Ausdruck solider Zuversicht.

„Allen Unkenrufen zum Trotz – und trotz der kleinen konjunkturellen Delle im Sommer: Der Wirtschaftsbereich Logistik bleibt auf seinem erfolgreichen Kurs“, sagte er.

Am Jahresende 2018 kann der Wirtschaftsbereich Logistik voraussichtlich zum achten Mal hintereinander ein stabiles Wachstum vermelden. Die Hochrechnung der Logistikweisen für den Umsatz lautet: 274 Milliarden Euro (nach 267 Milliarden Euro 2017), für die Beschäftigtenzahl: 3,2 Millionen Menschen (nach 3,15 Millionen 2017).  

„Dieses positive Szenario ist nicht selbstverständlich“, so Blackburn. Er verwies auf schwierige Rahmenbedingungen wie den weltwirtschaftlichen und weltpolitischen Kontext, die Irritationen in der EU, ungelöste Probleme in der urbanen Logistik und den Personalmangel.

An die Politik gerichtet forderte Blackburn „Sacharbeit, Sacharbeit, Sacharbeit!“ Nach den zwölf mühsamen Monaten seit der Bundestagswahl seien die Herausforderungen immer noch dieselben: Der Investitionsstau bei Straße und Schiene müsse aufgelöst werden, die Intermodalität der Verkehrsträger sei zu stärken, flächendeckend seien leistungsfähige IT-Netze zu schaffen. „Wir brauchen Deregulierung, Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren, Planungssicherheit durch Stabilität politischer Prozesse und Support für wirtschaftliche Vorhaben“, so Blackburn.

Jenseits primär logistikrelevanter Anliegen forderte der Vorstandsvorsitzende der BVL den Ausstieg aus dem Soli noch in dieser Legislaturperiode und eine insgesamt der wirtschaftlichen Lage angemessene Steuerpolitik.

Einige Highlights des Kongresses

Transatlantische Beziehungen

Die Logistik ist ein international agierender Wirtschaftsbereich. Sie hat mit ihren Leistungen die Globalisierung operativ möglich gemacht – und ist mit dem internationalen Austausch von Gütern und Dienstleistungen gewachsen. Die Gefahr von Handelsbarrieren, von Zöllen oder sonstigen Hindernissen bis hin zu einem „Handelskrieg“ ist für Logistiker in Industrie, Handel und Logistikdienstleistungen von höchster Brisanz. Beim Kongress wird Robin S. Quinville, die Gesandte der Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika in Deutschland, zu Gast sein. In der Abendveranstaltung des ersten Kongresstages geht sie in einen Gedankenaustausch mit Frank Sportolari, dem Präsidenten der American Chamber of Commerce in Germany (AmCham) und Prof. Thomas Wimmer, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der BVL.

Schwerpunkt Personalthemen

Gleich fünf Programmpunkte des 35. Deutschen Logistik-Kongresses sind dem Thema „Personal“ gewidmet. Schließlich kann der technologische Wandel nur erfolgreich gestaltet werden, wenn Unternehmen ihre Mitarbeiter mit auf die Reise nehmen.

Der Wirtschaftsbereich Logistik eignet sich aufgrund seiner starken Prozessorientierung ausgezeichnet für Digitalisierung und Automatisierung. Zukünftig werden sich 

menschliche und maschinelle Arbeit mehr und mehr ergänzen. Viele Aufgaben kommen damit auch auf die Personalverantwortlichen im Wirtschaftsbereich Logistik zu: IT-bezogene Kompetenzen wie Informatik, Data-Engineering, Modellierungs- und Analysefähigkeiten („Erkennen“), Branchen- und Geschäftsprozesswissen („Anwenden“) sowie Storytelling-Kompetenzen („Überzeugen“) sind neue Fertigkeiten, die für die Gestaltung von Logistikprozessen und für agile Supply Chains benötigt werden.  

Die Personalschwerpunkte sind: die Podiumsdiskussion „Digitales trifft Reales“, die Fachsequenz „Schöne neue Arbeitswelt“, die Fachsequenz „Lernen aus digitalen Projekten“, das LOG.Camp „HR and Recruiting”, organisiert als World Café, und der Hauptvortrag „Zukunft der Arbeit: Welche neuen Anforderungen stellt die digitale Transformation?“ von Julie Linn Teigland (Ernst & Young).

Ganz operativ: Digitales trifft Reales

Die vier Themenbereiche „Neue Technologien“, „Methoden“, „Märkte“ und „Science und Research“ werden in zahlreichen Fachsequenzen in unterschiedlichen Formaten behandelt und liefern Beispiele für das Zusammenspiel von Logistik und IT, ganz nach dem Motto „Digitales trifft Reales“. Ein Blick auf verschiedene Schwerpunkte:

Robotik und autonome Logistik         

Bis vor zwei Jahrzehnten noch als Science Fiction angesehen, stellt die Robotik heute einen Eckpfeiler der Digitalisierung dar. Sowohl in der Produktion als auch in der Erbringung von Dienstleistungen sind autonome Systeme dank erheblicher technologischer Fortschritte stellenweise bereits im Einsatz. In einer Fachsequenz wird aus unterschiedlichen Blickwinkeln über die Bandbreite bestehender Robotikanwendungen berichtet und es gibt Impulse zu Einsatzmöglichkeiten entlang der Wertschöpfungskette. 

Collaborative Supply Chain      

Collaboration ist die gemeinsame, vernetzte Zusammenarbeit über Unternehmensgrenzen hinweg. Spätestens bei der Bereitstellung aller notwendigen Daten tun sich viele Unternehmen aber bisher schwer mit der Vorstellung, Collaboration tatsächlich zu leben. Dabei bietet sie viele Chancen, um Problemen wie Leerfahrten oder Doppelarbeiten zu begegnen. Welcher Wechsel in der Haltung von Unternehmensführungen ist nötig, welche Lösungen müssen neutrale Plattformen bieten, um das ungenutzte Effizienzpotenzial zu heben und wo sind die Grenzen der Collaboration? 

Blockchain  

Das enorme Potenzial, das der Blockchain zugeschrieben wird, hat in den letzten Monaten einen Hype ausgelöst. Diverse Start-ups und etablierte Unternehmen entwickeln bereits Lösungen und prüfen so die Grenzen der Technologie. Wo ihr Einsatz einen Mehrwert erzeugt und welche Anwendungen in Zukunft realistisch sind, erfahren die Teilnehmer in dieser Sequenz. 

Künstliche Intelligenz    

Dank der rasanten Weiterentwicklung der Technik hat künstliche Intelligenz (KI) mit ihren unterschiedlichen Bereichen wie Machine Learning, neuronale Net und Deep Learning bereits heute Einzug in viele Bereiche der Logistik gehalten. Mit Hilfe intelligenter Algorithmen werden die Prozesse entlang der Wertschöpfungsketten stetig smarter und effektiver. Konkrete Anwendungsfälle finden sich bereits heute zum Beispiel in Predictive Analytics und im Risikomanagement. KI wird dabei zum Servicepartner für Entscheider in Unternehmen.

Lernen aus digitalen Projekten

Die Herausforderung, bestehende Prozesse zu digitalisieren und digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln, führt zu einer Vielzahl an digitalen Projekten. Nicht immer verläuft das erfolgreich, nicht immer ist das Ziel sofort klar ersichtlich. Agile Entwicklungsansätze ermöglichen es, Konzepte auszuprobieren und gehören mittlerweile zum Standard. Es gibt gute Beispiele, wo Trial-and-Error am Ende zum Erfolg geführt hat. Der Kongress präsentiert drei davon.

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