„Impulse, Trends, Erfahrungen – Brandschutz mit Augenmaß“ ­– Nachbericht 19. EIPOS-Sachverständigentage Brandschutz

Am 19. und 20. November trafen sich rund 950 Brandschutzexperten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz im Congress Center Dresden zu den EIPOS-Sachverständigentagen Brandschutz. „Brandschutz mit Augenmaß“ war das diesjährige Leitthema, welches die Fachreferenten der zweitägigen Tagung in ihren Vorträgen mit richtungsweisenden Erfahrungsberichten, Praxisbeispielen sowie neuen Erkenntnissen und Impulsen umsetzten und konkrete Lösungswege zu aktuellen Problemstellungen aufzeigten.

Mittelpunkt dieser Traditionsveranstaltung – die wiederum unter der Schirmherrschaft des Sächsischen Staatsministerium des Innern stand – waren die vielen Facetten des Brandschutzes, die sich in den unterschiedlichen Fragestellungen aus dem baulichen, technischen und organisatorischen Bereich zeigen. Denn Brandschutz bedeutet, das Notwendige zu tun und mit Sachverstand die rechtlichen Vorgaben auszulegen und Spielräume zu nutzen. Denn Brandschutzmaßnahmen mit dem „richtigen“ Augenmaß zu bemessen, ist eine Kunst, die man erlernen kann.

Organisatorischer Brandschutz – mehr als Mittel zum Zweck

Im Eröffnungsvortrag der Tagung zeigte Prof. Geburtig die historische Entwicklung des organisatorischen Brandschutzes, gegenwärtige Maßnahmen und die zukünftig weiter zunehmenden Bedeutung von organisatorischen Vorkehrungen auf.  Insbesondere bei der Nutzbarkeit von Rettungswegen in Gefahrenfällen, aber auch als grundlegendes Element zur Durchsetzung erforderlicher Randbedingungen bei der Anwendung moderner Brandschutzingenieurmethoden können geeignete organisatorische Brandschutzmaßnahmen als wesentliche Bausteine einer ganzheitlichen Brandschutzplanung dienen.

Sind Brandlasten in  notwendigen Fluren und Treppenräumen zulässig?

Um dem Betreiber eines Gebäudes Rechtssicherheit zu geben, muss der Konzeptersteller sich mit dem Thema Brandlasten auseinandersetzen, um entsprechende Diskussion in der späteren Nutzung des Gebäudes zu vermeiden. Welchen Spielraum die bauordnungsrechtlichen Regelungen hierfür geben, war Gegenstand des Vortrages von Herrn Anwander, der seine Schlussfolgerungen auch durch eigene Brandversuche unterstreichen konnte.

Intelligenter Brandschutz – Heißbemessung als Alternative zu umfangreichen baulichen Maßnahmen

Die Anwendung von Simulationsmethoden im Brandschutz hat seit Jahren zugenommen und wird sich auch in Zukunft fortsetzen, da die Planung von Bauwerken in der Praxis schnelle und verlässliche Prozesse fordert, deren Grundlagen auf normierten Verfahren basieren müssen. Speziell die Heißbemessung kann durch fortschrittliche Methoden ein ganz neues Potential entfalten und so nicht nur alternativ, sondern auch komplementär zu baulichen Maßnahmen genutzt werden. Herr Stamm stellte dazu in seinem Vortrag heraus, welche Möglichkeiten sich durch die Verwendung von strukturmechanischen Berechnungsmethoden insbesondere im Stahlbau bieten.

Digitalisierung und BIM in der Brandschutzplanung

Der Vortrag von Herrn Plum zielte nicht nur auf Building Information Modelling (BIM) allein ab, sondern zeigte, wie sich das Arbeitsfeld des Brandschutzplaners bereits seit langem durch die Digitalisierung wandelt. Er ging auf die Erfahrungen und auf ganz konkrete Beispiele ein, wie diese Prozesse Eingang in den Arbeitsalltag der BFT Cognos GmbH gefunden haben, um das Thema so greifbarer zu machen. Die Digitalisierung wird die Arbeit zukünftig sicherlich durch eine hohe Automatisierung von Standardprozessen einfacher machen, kann  aber nicht die schutzzielorientierte Bewertung und die Beurteilung von Abweichung durch den Brandschutzexperten ersetzten.

Anforderungen an die „Elektrotechnik“ in der MLAR und EltBauVO – aktuelle Einzelthemen

Die neue MLAR 2016 war bereits im vergangenen Jahr Gegenstand eines Vortrages von Herrn Lippe und Herrn Möller auf den EIPOS-Sachverständigentagen Brandschutz. In diesem Jahr lag der Fokus auf den elektrotechnischen Anforderungen, da insbesondere die Regeln des elektrischen Funktionserhalts und Batterieanlagen im Zuge der EltBauVO in der Praxis sehr oft zu eng bzw. falsch ausgelegt wurden. Herr Lippe und Herr Möller stellten die Regeln und deren Auslegung in ihrem Co-Vortrag nun nachvollziehbar und anschaulich dar und beantworteten auch die dahingehenden Fragen aus dem Auditorium.

Verstehen Sie Brandschutz?

Unterhaltsam und mit bewusst überspitzen Beispielen positionierte sich Josef Mayr am Ende des ersten Veranstaltungstages zur Regelungsflut im deutsche Baurecht. Seine Ausführungen zu 52.000 Seiten VVTB in den Ländern und zum Glimmverhalten von Baustoffen sorgten für reichlich Diskussionsstoff, nicht nur in der sich anschließenden Abendveranstaltung.

Ein besonderes Highlight erwartete die Gäste im „Sophienkeller im Taschenbergpalais". Anlässlich des diesjährigen 20-jährigen Jubiläums der EIPOS-Brandschutzweiterbildung zeigten Prof. Geburtig, Herr Gänßmantel, Herr  Arnhold und Herr Mayr einen humoristischen Rückblick auf 20 Jahre Brandschutzweiterbildung bei EIPOS. Stimmungsvoll aufgeführt, brachte das Programm den Sophienkeller zum beben und singen…

Technische Sachverhalte im Brandschutzkonzept – was? wieviel? warum?

Herr Lucka als Prüfsachverständiger für sicherheitstechnische Anlagen und Herr Czepuck als Vertreter der Obersten Bauaufsicht erläuterten die Mindestangaben zu technischen Brandschutzmaßnahmen im Brandschutzkonzept. Anhand ihrer Ausführungen wurde deutlich, dass es sowohl konkrete Festlegungen dazu in den Vorschriften gibt, als auch weitere zwingend notwendigen Angaben und Festlegungen, die der Planer selbst treffen muss. Zudem müssen die Angaben in der Baugenehmigung und den dazugehörenden Unterlagen so eindeutig sein, dass die Prüfgrundlagen für alle Prüfenden eindeutig sind – auch für wiederkehrende Prüfungen.

MVV TB – Was ist passiert seit 2017?

Die erste Fassung der MVV TB wurde im August 2017 veröffentlicht und ist mittlerweile in mehreren Bundesländern eingeführt. Was seit dem passiert ist und was noch passieren muss, damit die MVV TB in der Praxis ankommt, zeigte Herr Wathling auf. Leider gestalten sich die Prozesse zur Fortschreibung langwieriger und aufwändiger als von den Gremien der Bauministerkonferenz beabsichtigt, sodass erst im Jahr 2019 mit einer besser lesbaren und aktualisierten Neufassung der MVV TB zu rechnen ist. Für alle am Brandschutz Beteiligten sicherlich keine zufriedenstellende Situation.

„Holz brennt – na und!“ – Umsetzung der MVV TB im Holzbau

Holz als Baustoff liegt voll im Trend und Holzbau erfährt eine ungeahnte Renaissance. Vor allem in Städten werden immer mehr und immer höhere Gebäude aus Holz gebaut. Der Vortrag von Herrn Eber-Pacan zeigte neue Entwicklungen in den Bauordnungen ausgewählter Bundesländer, die ökologisch sinnvollen und nachhaltigen Holzbau fördern sollen und gab einen Einblick, wie sich diese „Erleichterungen“ des Holzbaus auf die Praxis auswirken

Alles Theater – Löschanlagen über Bühnen

„Schlamperei legt die Operette lahm“ – titelte die Sächsische Zeitung am 19.10.2017. Auch in anderen Zeitungen liest man immer wieder von Schäden an Bühnen durch Löschanlagen. Der Vortrag von Herrn Arnhold untersuchte, ob es eine Kausalität zwischen der automatischen Sprühflutanlage und einem Wasserschaden bzw. der Verhinderung eines Brandes gibt und ob es sich nur um ein Randproblem für „wenige Theater“ handelt oder die Dimension nicht doch größer ist.

Automatische Selbsttests von sicherheitstechnischen Anlagen – eine alternative zu
redundanten Ausführungen?

Redundante Ausführungen von Anlagen sollen sicherstellen, dass bei Ausfall einer Komponente die andere vorhandene die Funktion der ausgefallenen übernimmt. Sicherheitstechnische Anlagen können aber ähnlich komplex aufgebaut sein wie die Gebäude, in denen sie sich befinden, so dass Redundanzanforderungen zur Sicherstellung der Funktionssicherheit und Betriebsbereitschaft nicht immer wirksam umsetzbar sind. Herr Konrath beleuchtete in seinem Vortrag verschiedene Aspekte der Redundanz und stellte am Beispiel einer RDA ein alternatives Konzept zur Sicherstellung der Anlagenfunktion vor.

Begleitet wurden die EIPOS-Sachverständigentage wiederum durch eine große Fachausstellung mit 75 Unternehmen der Brandschutzbranche, welche viel Raum für die Kongressteilnehmer bot, um sich über neue technische Lösungen, Produkte und Entwicklungen zu informieren.

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Entwicklung der 8 KU mit Licht und Schatten in 2018 und 2017

Das Center für kommunale Energiewirtschaft stellt die aktualisierte Studie zur Wirtschaftlichkeit von Energieversorgern vor – Die Ergebnisse der Analyse zeigen eine durchwachsene Umsatz- und Ergebnisentwicklung der acht großen kommunalen Unternehmen (8 KU).

Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Unternehmen, sowohl bei Umsatz- als auch bei Ergebnisentwicklung.

Rückläufiger Energieverbrauch 2018

Vorläufige Berechnungen der AGEB zeigen einen Rückgang Energieverbrauchs in Deutschland in den ersten drei Quartalen 2018 um 5,3 %. Als Ursache für den Rückgang werden steigende Energiepreise, sowie der warme und langanhaltende Sommer genannt.

  • Stadtwerke München

Der größte, der 8 KU, die Stadtwerken München hatten einen Umsatzzuwachs von 14,3 % auf 7,2 Mrd. €. Davon entfallen 5,9 Mrd. € auf den Energiebereich, Strom hatte einen Umsatzzuwachs von 8,5 % auf 2,0 Mrd. € und Gas von 24,5 % auf 3,5 Mrd. €, während der Wärmebereich stagnierte. Das EBIT hat sich von 132 Mio. € auf 1,4 Mrd. verzehnfacht.

  • MVV

Der Umsatz bei MVV war um 1,4 % rückläufig. Der EBIT hat sich um 60 % auf 246 Mio. € erhöht. MVV hat ein abweichendes Wirtschaftsjahr vom 1.10.17 bis zum 30.09.18. Der Umsatz ist im ersten Halbwirtschaftsjahr um 1 % zurückgegangen, während der Adj. EBIT um 5 % auf 223 Mio. € angestiegen ist.

  • N-ergie

Bei N-ergie hat mit -0,35 % nahezu stagniert, das Ergebnis hat sich um 58 % auf 184 Mio. € verbessert.

  • Rheinenergie

Bei Rheinenergie ist der Umsatz mit 0,79 % leicht rückläufig. Der EBIT ist um 27 % auf 138 Mio. € gefallen.

  • Entega

Der Umsatz bei Entega ist der Umsatz bei 1,57 Mrd. € stagniert. Der EBIT hat sich um 26 % auf 57 Mio. € reduziert

  • Mainova

Der Umsatz bei Mainova ist um 5 % auf 2,1 Mrd. € angestiegen. Das Ergebnis hat sich allerdings von 309 Mio. € auf 124 Mio. € mehr als halbiert.

Im ersten Halbjahr 2018 hat sich der Umsatz um 3 % erhöht und das EBIT auf 101 Mio. € verdoppelt.

  • Enercity

Der Umsatz bei Enercity hat in 2017 über 2,1 Mrd. € einen Zuwachs von 5,3 %. zu verzeichnen. Der EBIT konnte um 46 % gesteigert werden.

Im ersten Halbjahr 2018 wurde ein Umsatzzuwachs von 12,9 % verzeichnet. Der EBIT konnte sogar um 36 % auf 142 Mio. € gesteigert werden.

  • Stadtwerke Leipzig

Der Umsatz bei den Stadtwerke Leipzig hat bei 2 Mrd. € (-0,49 %) in 2017 stagniert. Der EBIT hat sich nahezu halbiert (- 45 %).

Fazit

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Umsätze der Hälfte der 8 KU in 2017 rückläufig waren (MVV, N-ergie, Rheinenergie, Stadtwerke Leipzig). Dies gilt auch für die Entwicklung des EBIT, wobei sowohl die Zuwächse als die Rückgänge wesentlich stärker waren.

Das Center für kommunale Energiewirtschaft am INeKO, einem Institut an der Universität zu Köln, hat anhand der veröffentlichten Jahresabschlüsse aus 2016/17 von insgesamt 556 Energieversorgungsunternehmen und 194 Netzgesellschaften zwei aktualisierte Studien veröffentlicht. Dabei wurden neben den Abschlüssen der Unternehmen auch die Sparten Strom und Gas einer Analyse unterzogen. Die Analyse umfasst die wichtigsten 40 Kennzahlen und Daten zur Bewertung der Wirtschaftlichkeit. Dabei werden innerhalb der Unternehmensgrößen Durchschnittszahlen ermittelt und die Kennzahlen der Unternehmen übergreifend verglichen.

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Energieversorgerdeal E.ON/RWE mit unterschiedlichen Auswirkungen in 2018 (3. Quartal)

Das Center für kommunale Energiewirtschaft stellt die aktualisierte Studie zur Wirtschaftlichkeit von Energieversorgern vor. Die Ergebnisse der Analyse zeigen eine durchwachsene Umsatz- und Ergebnisentwicklung der vier großen Energieversorger.

Bisher liegen bei den 8 KU (große kommunale Unternehmen) für 2017 nur die Jahresabschlüsse vor. Der Umsatzzuwachs betrug bei den 8 KU im Durchschnitt 2,75 % gegenüber dem Vorjahr. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Unternehmen.

Während die Stadtwerke München einen Umsatzzuwachs von 14,3 %, die Mainova und Enercity von 5 % melden, stagniert die Umsatzveränderung oder ist gar rückläufig bei den restlichen Unternehmen:

  • -1,4 % (MVV Energie AG)
  • +0,36 % (Entega AG)

Rückläufiger Energieverbrauch 2018

Vorläufige Berechnungen der AGEB zeigen einen Rückgang Energieverbrauchs in Deutschland in den ersten drei Quartalen von 2018 um 5,3 %. Als Ursache für den Rückgang werden steigende Energiepreise, sowie der warme und langanhaltende Sommer genannt.

Die vier großen Energieversorger

Für E.ON und RWE waren die ersten 9 Monate 2018 maßgeblich durch die Neuordnung ihrer Geschäftsfelder geprägt. Während RWE die Aktivitäten erneuerbaren Energien von E.ON übernommen hat, konzentriert sich E.ON mit der Übernahme der Netz- und Vertriebsaktivitäten von RWE stärker auf den Netzbereich.

In den ersten 9 Monaten ging der Umsatz bei RWE um 3,4 % auf 10 Mrd. zurück. Vor allem der Braunkohle und Kernenergiebereich verliert knapp 12 % und wird voraussichtlich diesen Trend den nächsten Jahren fortsetzen. Das Ergebnis hat sich in den ersten 9 Monaten auf 465 Mio. € nahezu halbiert (-46,1 %). Der Einbruch war wie erwartet beim Braunkohle- und Kernenergiebereich mit 89,1 % auf 38 Mio. € am gravierendsten.

Besser ist die Situation bei E.ON. Zwar ist der Umsatz um 13 % gesunken, aber das Ergebnis (bereinigten EBIT) konnte um 11 % auf 2,3 Mrd. € verbessert werden. Durch die Übernahme der Netzaktivitäten von RWE wird bei E.ON mehr als ein Drittel des Umsatzes (37 %) und knapp zwei Drittel des Ergebnisses (62 % des EBIT) mit den Netzen erwirtschaftet.

Vattenfall konnte seinen Umsatz in den ersten 3 Quartalen um 12 % auf 109 Mrd. € steigern. Der EBIT fiel allerdings um 3 % auf 1,5 Mrd. €. Die Umsätze entfallen schwerpunktmäßig – mehr als die Hälfte auf Vertrieb und konventionelle Erzeugung (Kernenergie und Wasser), Windenergie (6 %), Wärme (22 %) und Netze (15 %) erwirtschaften den restlichen Umsatz. Zum Ergebnis trägt vor allem die Erzeugung mit 56 % (aufgrund der niedrigen Materialkosten), sowie die Netze (30 %), Windenergie (13 %), Wärme (2 %) und Vertrieb (8 %) bei. Der Bereich Wind konnte das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr fast verdreifachen (273 %), während der Wärmebereich einen Rückgang von 87 % zu verkraften hat.

EnBW erwirtschaftete in den ersten 9 Monaten 2018 einen Umsatz von 17,4 Mrd. € (+13,4 Prozent) und einen bereinigten EBIT von 680,4 Mio. € (- 4 %). Inzwischen ist das Netzsegment für 62,3 % (Vorjahr 54,5 %) des Ergebnisses verantwortlich. Der Netzbereich hat als einziger Bereich eine Verbesserung um fast ein Fünftel (18,1 %) bei bereinigten EBIDA. Alle anderen Bereiche haben nahezu gleiche Anteile am Ergebnis und sind rückläufig. Vor allem der Stromvertrieb hat ein Zehntel (-10,2 %) des Ergebnisses verloren.

Bei zwei der drei großen deutschen Energieversorger ist der Netzbetrieb inzwischen die wichtigste Ertragssäule geworden, die knapp zwei Drittel des Ergebnisses erwirtschaftet. Das Center für kommunale Energiewirtschaft am INeKO, einem Institut an der Universität zu Köln, hat anhand der veröffentlichten Jahresabschlüsse aus 2016/17 von insgesamt 556 Energieversorgungsunternehmen und 194 Netzgesellschaften zwei aktualisierte Studien veröffentlicht. Dabei wurden neben den Abschlüssen der Unternehmen auch die Sparten Strom und Gas einer Analyse unterzogen. Die Analyse umfasst die wichtigsten 40 Kennzahlen und Daten zur Bewertung der Wirtschaftlichkeit. Dabei werden innerhalb der Unternehmensgrößen Durchschnittszahlen ermittelt und die Kennzahlen der Unternehmen übergreifend verglichen.

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Energieversorger-Deal E.ON/RWE mit unterschiedlichen Auswirkungen in 2018

Setzt sich der Abwärtstrend in der Energiewirtschaft fort? Welche Auswirkung hat die regulierte Branche in Umsatz und Ergebnis?

Das Center für kommunale Energiewirtschaft stellt die aktualisierte Studie zur Wirtschaftlichkeit von Energieversorgern vor – Die Ergebnisse der Analyse zeigen eine durchwachsene Umsatz- und Ergebnisentwicklung der Energieversorger.

Nach Angaben der Bundesbank gab es auch in 2016 – wie in den Vorjahren – ein Umsatzrückgang in der Elektrizitätsversorgung (mit einem Anteil von über 80% an Energiewirtschaft) um 11,1% gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. In der Gasversorgung, die als zweitstärkste Branche etwa ein Zehntel ausmacht, sank der Umsatz um 9%. Dazu haben rückläufige Strom- und insbesondere Gaspreise beigetragen.

Dies zeigt sich deutlich bei den einzelnen Unternehmen: Die Nettoumsätze in 2016 waren bei 4/5 der Energieversorger rückläufig. Entgegen diesem Trend können die mittleren Stadtwerke ein Umsatzplus von 2,3% in 2016 verbuchen, während die vier Großen Umsatzeinbußen von über 250 Mio. € von 2,2% und die 8 KU von 2,8% erlitten haben. Auch bei den kleinen Stadtwerken mit unter 50 Mio. € Umsatz ist nur ein geringes Wachstum von 0,8% zu verzeichnen.

Nachdem die Abschlüsse der 8 KU (große kommunale Unternehmen) für 2017 vorliegen lässt sich eine ähnliche Entwicklung erkennen. Der Umsatzzuwachs betrug im Durchschnitt 2,75 % gegenüber dem Vorjahr. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Unternehmen. Während die Stadtwerke München einen Umsatzzuwachs von 14,3 %, die Mainova und Enercity von 5 % melden, liegt bei den restlichen Unternehmen die Umsatzveränderungen zwischen -1,4 % (MVV Energie AG) und +0,36 % (Entega AG).

Gesamtkapitalrendite

Die Gesamtkapitalrendite ist im Durchschnitt von 7,21 % (Vorjahreswert) auf 4,31 % gefallen. Während sie bei den Stadtwerken München 10,5 % beträgt, liegt sie bei Mainova bei 0,83 % und den restlichen 8 KU zwischen 2 % und 5 %.

Der Stromverbrauch ist nach den Schätzungen des BDEW im 1. Halbjahr 2018 um 0,3 % rückläufig im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Die vier Großen Energieversorger

Für die großen Energieversorger E.ON und RWE war das erste Halbjahr 2018 vor allem durch die Neuordnung der Aktivitäten geprägt. RWE hat die Aktivitäten bei den erneuerbaren Energien von E.ON übernommen, während E.ON mit den Netz- und Vertriebsaktivitäten von RWE seine Haupttätigkeitsfelder sieht.

Das erste Halbjahr hat bei RWE einen Umsatzrückgang von knapp 9% auf 6,7 Mrd. € und einen Einbruch des bereinigten EBIT um 41,7 % auf 385 Mio. € zu Tage gebracht. Der Rückgang zum Vergleichszeitraum des Vorjahres ist durch einen deutlichen Mengenrückgang um 16,4% und dem Margenverfall zu erklären.

Auch E.ON meldet einen Umsatzrückgang um 2,5 Mrd. € (-13 %), der vornehmlich mit neuen Bilanzierungsvorschriften erklärt wird. Der bereinigte EBIT im Kerngeschäft lag in den ersten sechs Monaten von 2018 mit 1,7 Mrd. € um 10 % über dem Vorjahr. Der Konzernüberschuss ist um 19 % auf 1,05 Mrd. € gestiegen.

Durch die Zusammenlegung der Netzaktivitäten von beiden Gesellschaften wurde bei E.ON mehr als ein Drittel des Umsatzes und über die Hälfte (55 %) des EBIT erwirtschaftet.

Vattenfall konnte beim Umsatz um knapp 10 % auf 10,5 Mrd. € zulegen, das EBIT fiel allerdings mit 7,8 % auf 975 Mio. €. Die Preise für Kohle, Gas und CO2-Emissionszertifikate erhöhen die Strompreise auf dem Kontinent weiter und wirken sich negativ auf die Margen der Kohle- und Gaskraftwerke aus. Vattenfall hat zwei wichtige Kundenverträge im zweiten Quartal abgeschlossen. So liefert Vattenfall zukünftig erneuerbaren Strom an zwei der Rechenzentren von Facebook in Skandinavien, sowie an Volvo, mit dem in Schweden eine Partnerschaft im Bereich Ladelösungen für Elektrofahrzeuge eingegangen wurde.

EnBW erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2018 einen Umsatz von 11,56 Mrd. € (+10,4 Prozent) und einen EBIT von 586 Mio. € (+ 6,4 %). Inzwischen ist das Netzsegment für 60 % (-3,1 %) des Ergebnisses verantwortlich. Die restlichen 40 % verteilen sich fast gleichmäßig auf Vertrieb, erneuerbare Energien, sowie Erzeugung und Handel.

Bei zwei der drei großen deutschen Energieversorger ist der Netzbetrieb inzwischen die wichtigste Ertragssäule geworden, die mehr als die Hälfte des EBIT erwirtschaftet. Das Center für kommunale Energiewirtschaft am INeKO, einem Institut an der Universität zu Köln, hat anhand der veröffentlichten Jahresabschlüsse aus 2016/17 von insgesamt 556 Energieversorgungsunternehmen und 194 Netzgesellschaften zwei aktualisierte Studien veröffentlicht. Dabei wurden neben den Abschlüssen der Unternehmen auch die Sparten Strom und Gas einer Analyse unterzogen. Die Analyse umfasst die wichtigsten 40 Kennzahlen und Daten zur Bewertung der Wirtschaftlichkeit. Dabei werden innerhalb der Unternehmensgrößen Durchschnittszahlen ermittelt und die Kennzahlen der Unternehmen übergreifend verglichen.

Siehe Tabelle 1

*Anmerkung: Folgende Abschlüsse der Energieversorger sind aktuell zugänglich:

  • Die Großen 4 – Bericht 1.Halbjahr 2018
  • 8 KU – Jahresabschlussbericht 2017
  • Rest – Jahresabschlussbericht 2016

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PTA GmbH lädt ins Residenzschloss Ludwigsburg bei Stuttgart ein

Kunst und IT – gehört das überhaupt zusammen? Die PTA GmbH sagt Ja und lädt zum dritten Event ihrer Veranstaltungsreihe "IT meets ART" ein, bei der die Teilnehmer einen Einblick in eindrucksvolle Technologien und Best Practices zur Digitalen Transformation erhalten. Termin ist Donnerstag der 7. Juni 2018 im Residenzschloss Ludwigsburg bei Stuttgart.

Spannendes Programm in einmaliger Atmosphäre

Die Digitalisierung ist in sämtlichen Unternehmen und Branchen ein Thema. Digitale Business Plattformen bieten dabei die ideale Basis, um den digitalen Wandel erfolgreich zu gestalten. Sie vereinheitlichen die IT-Infrastruktur und machen die gesamte Organisation sowie deren Fachabteilungen schneller, flexibler und intelligenter. Aber warum ist Deutschland, das Land der Dichter und Denker, im internationalen Vergleich trotzdem nicht an der Spitze?

Dieser und weiteren Fragen geht die PTA bei ihrer Veranstaltung „IT meets art“ im Residenzschloss Ludwigsburg auf den Grund. Auf dem Partner-Event mit der WirtschaftsWoche wird Dr. Robert Thomann  (Innovationsmanager MVV) am Beispiel der Energiewirtschaft mögliche Disruptionen aufzeigen, welche Dr. Roland Jesse (Business-Intelligence PTA) auf weitere Branchen und Themenfelder ausweitet. Beide geben eine Sicht darauf, wie die digitale Transformation als Schlüsselfaktor zur erfolgreichen Unternehmensentwicklung eingesetzt werden kann. Prof. Simon Gallus (Kommunikationsdesign HFK+G Stuttgart) rundet das Thema mit kunstvollem Blick auf das Design Thinking ab.

Zum Auftakt der Veranstaltung wird eine exklusive Führung durch das Residenzschloss angeboten. Der Abend wird bei Fingerfood und der Gelegenheit zum Networking ausklingen.

Seien Sie mit dabei! Weitere Informationen und Anmeldung unter https://www.pta.de/itmeetsart/

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Energieversorger 2017

Können damit die Schäden der Energiewende und Liberalisierung für die Energieriesen und Verbraucher ausgeglichen werden?

Das Center für kommunale Energiewirtschaft stellt die aktualisierte Studie zur Wirtschaftlichkeit von Energieversorgern vor / Die Ergebnisse der Analyse zeigen eine durchwachsene Umsatz- und Ergebnisentwicklung der Energieversorger.

Der Trend der vergangenen Jahre setzt sich auch in 2017 fort, die Energieversorger erholen sich langsam von der Energiewende/wende im Gegensatz zu den privaten Verbrauchern, bei denen die Anzahl Androhungen zur Stromabschaltung um weitere 5% auf 6,6 Mio. in 2016 gestiegen ist. Leittragende sind die Tafeln, die inzwischen über eine Million Mitbürger unterstützen müssen.

Die großen Energieversorger profitieren in 2017 außerordentlich vom Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu Kernbrennstoffsteuer und deren Erstattung im Juni 2017 in Höhe von:

  • 2,85 Mrd € bei Eon
  • 1,7 Mrd. € bei RWE und
  • 1,44 Mrd. € bei EnBW

Nicht mehr davon profitieren konnte der schwedische Konzern Vattenfall, da er in Deutschland keine Kraftwerke mehr am Netz hat.

EnBW konnte 2017 den Umsatz um 13,5 % auf 22 Mrd. € steigern. Der bereinigte EBIT ist allerdings auf unter 1 Mrd. € um 2,5 % gesunken. Das Netzsegment von EnBW weist im Jahr 2017 einen Umsatzzuwachs von 8 % von 9,3 Mrd. € auf 10,0 Mrd. €, sowie eine Ergebnisverbesserung (EBIT) von 11 % von 527 Mio. € auf 589,1 Mio. € aus. Das Netzgeschäft hat bei EnBW einen Anteil von 64 % am Umsatz und 24 % am EBIT.

Vattenfall hat einen leichten Umsatzrückgang von 13,9 Mrd. € auf 13,5 Mrd. € zu verkraften. Der bereinigte EBIT ist allerdings um knapp 10 % auf 2,3 Mrd. € gestiegen. Auch Vattenfall hat wieder einen ansteigenden Umsatz im Netzbetrieb, dieser ist in 2017 um 11,1 % von 152 Mio. € auf 169 Mio. € angestiegen der EBIT sogar um 26,3 % von 48,6 Mio. € auf 61,4 Mio. €. Wobei nur ein Fünftel des Netzbetriebs Deutschland betrifft.

Bei der Mannheimer MVV ist der Umsatz in 2017 um 1 % auf 4,0 Mrd. € zurückgegangen, während der bereinigte EBIT um 5 % auf 224 Mio. € zulegen konnte.

RWE hat im ab gelaufenen einen Umsatzrückgang von 2,7 % auf 44,5 Mrd. €, der bereinigte EBIT stieg um 18,3 % auf 3,6 Mrd. €. Ähnlich positiv verlief die Entwicklung bei Innogy, der ehemaligen RWE-Tochter, in der unter anderem die Netz- und Infrastrukturaktivitäten zusammengefasst sind. Die Netz- & Infrastrukturaktivitäten sind in 2017 nur mäßig um 1,5 % von 9,85 Mrd. € auf 10,0 Mrd. € gestiegen. Erfreulicher hat sich das Ergebnis entwickelt, so stieg das EBIT um 11 % auf 2,0 Mrd. €.

Bei E.ON ist der Umsatz und der bereinigte EBIT um 1 % zurückgegangen. Der Umsatz wuchs in 2017 bei den Energienetzen um 6,8 % von 15,9 Mrd. auf 17 Mrd. €. Der EBIT wuchs um 16,2 % von 1,67 Mrd. € auf 1,94 Mrd. €. Damit hat in 2017 der Netzbereich knapp die Hälfte (44,7 %) zum Umsatz des Kerngeschäfts von E.ON und mit drei Viertel (75,5 %) des EBIT beigetragen.

Durch die Zusammenlegung der Netzaktivitäten von beiden Gesellschaften in der E.ON entsteht ein Netzbetrieb mit 27 Mrd. € Umsatz und einem EBIT von knapp 4 Mrd. €. Das Ergebnis dürfte sich durch Synergieeffekte beim Netzbetrieb noch steigern lassen.

Bei den drei großen deutschen Energieversorger ist der Netzbetrieb inzwischen die wichtigste Ertragssäule geworden.

Das Center für kommunale Energiewirtschaft am INeKO, einem Institut an der Universität zu Köln, hat anhand der veröffentlichten Jahresabschlüsse aus 2015/16 von insgesamt 556 Energieversorgungsunternehmen und 194 Netzgesellschaften zwei aktualisierte Studien veröffentlicht. Dabei wurden neben den Abschlüssen der Unternehmen auch die Sparten Strom und Gas einer Analyse unterzogen. Die Analyse umfasst die wichtigsten 40 Kennzahlen und Daten zur Bewertung der Wirtschaftlichkeit. Dabei werden innerhalb der Unternehmensgrößen durchschnittszahlen ermittelt und die Kennzahlen der Unternehmen übergreifend verglichen.

Energieversorger:

  • der vier großen EVU
  • der acht größten Stadtwerke (8KU)
  • der Stadtwerke mit über 250 Mio. Umsatz
  • der Stadtwerke mit 50 bis 250 Mio. Umsatz
  • und der Stadtwerke bis 50 Mio. Umsatz

Netzgesellschaften:

  • Übertragungsnetzbetreiber
  • Netzbetriebe mit über 500 Mio. Umsatz
  • Netzbetriebe mit über 50 Mio. bis 500 Mio. Umsatz
  • Netzbetriebe mit bis 50 Mio. Umsatz

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