Treibt die Politik die Deutschen in die Armut und Arbeitslosigkeit?

Die Globalisierung hat ihre Ursache in den unterschiedlichen Faktorkosten (Arbeit, Rohstoffe, Steuern und Abgaben, etc.) in unterschiedlichen Ländern und Weltregionen. Durch die Digitalisierung wird die Globalisierung erheblich beschleunigt. In der ersten Phase der Globalisierung wurde die komplette Fertigung von Waren in Länder mit niedrigen Faktorkosten verlagert. In der zweiten Phase wurden Teile der Wertschöpfungsketten verlagert. Dabei gilt für die Verlagerung die von Ronald Coase entwickelte Entscheidungsregel (Coase-Theorem) für die Ressourcenallokation:

Sie die Transaktionskosten bei der Verlagerung von Arbeiten niedriger als die Faktorkostendifferenz und Organisationskosten innerhalb des Unternehmens lohnt sich die Verlagerung.

Zu den Transaktionskosten rechnen alle Kosten der Durchführung der Verlagerung von der Akquise der Partner, Vertragsabschlusskosten, Transport- und Risikoabsicherungskosten, etc. . Bei Waren wurden die Transaktionskosten auf mehr als die Hälfte der Gesamtkosten eines Produktes geschätzt.

In den siebziger Jahren konnten die Transaktionskosten durch die Containerisierung und in den achtziger Jahren durch den „Round the World-Service“ und die damit verbundene Produktivitätssteigerung mehr als halbiert werden. Die damit verbundene Senkung der Transaktionskosten sowie ein zweiter Treibsatz die Liberalisierung der zweiten Welt und vor allem von China hat die Globalisierung enorm beschleunigt.

Durch Digitalisierung werden die Grenzen abgeschafft. Die neuen Telekommunikationssysteme ermöglichen die Arbeit aus der Ferne. Weitere wichtige Technologien sind z.B. künstliche Intelligenz, wie selbststeuernde Pkw´s, Maschinenübersetzung oder E-Commerce.

Durch die Digitalisierung sinken die Transaktionskosten für alle digitalisierbaren Arbeiten gegen Null. Wenn ich die Arbeit ins „Home-office“ verlagern kann, warum sollte ich diese nicht in die Staaten außerhalb der EU in Osteuropa auf den Balkan verlagern. In diesen Staaten sind die Lebenshaltungskosten nur ein Zehntel (Kosovo, Weißrußland, etc.) so hoch, wie in Deutschland. Wurden in den beiden letzten Dekaden ganze Entwicklungsabteilungen nach Indien verlagert, wird dies nun mit vielen arbeitsintensiven Dienstleistungen geschehen. Der Wettbewerb mit Freelancern aus diesen Ländern mit geringerer Steuer- und Abgabenlast auf den Faktor Arbeit, sowie weniger strengen Arbeitsregelungen wird eine massive Arbeitsplatzverlagerung zur Folge haben. Ein Vergleich der OECD über die aktuelle Steuer- und Abgabenquote auf die Lohnkosten innerhalb der OECD zeigt wenig überraschend: die deutschen Unternehmen und Arbeitnehmer werden im Vergleich zu allen OECD Staaten (mit Ausnahme von Belgien) stärker belastet. Mit einer Steuer- und Abgabenquote von 49,4 % der Lohnkosten liegt Deutschland nicht nur an zweiter Stelle bei dieser Größe, sondern es belastet seine Unternehmen und Arbeitnehmer auch um 13,4 % stärker als der Durchschnittswert der OECD, welcher bei 36 % liegt.
Weitere Verschärfungen der Gesetze für die Arbeitsverhältnisse, wie Verpflichtung der Umwandlung von Teilzeit- in Vollzeitarbeitsplätze oder Verpflichtung zur Home-Office Arbeit wird eine massive Verlagerung der Arbeitsplätze zur Folge haben.

Diese kostentreibenden und flexibilitätsverhindernden Regelungen werden zusätzlich den Einsatz von künstlicher Intelligenz fördern und große Teile der Arbeitsplätze in den Büros ersetzen. Die Politik in den letzten Jahren und die zu erwartenden politischen Entscheidungen in den nächsten Jahren werden die Arbeitslosigkeit wieder massiv ansteigen lassen und zu erheblichen Wohlstandsverlusten führen.

Allerdings wird diese Entwicklung nicht über Nacht passieren, sondern schleichend eintreten. Nach den Schätzungen der Experten ist der Jobverlust durch Automatisierung und Globalisierung mehr als heftig. Durch diesen schleichenden Vorgang wird die Entwicklung verschlafen und die bisherige Politik weiter betrieben. Durch die Schweigespirale passen sich die Bürger der durch die Medien geprägten öffentlichen Meinung an.  Viele Bürger werden in der ersten Phase glauben, dass sie selbst für ihre Misere verantwortlich sind. Im Gegensatz zu früheren Automatisierungs- und Globalisierungswellen werden davon auch höhere Angestellte und Besserverdienende betroffen sein, da deren Dienstleistungen internationalisiert werden. Diese Schicht wird die Verwerfungen nicht klaglos hinnehmen und erkennen, dass ein Großteil ihrer Probleme das Ergebnis einer verfehlten Politik ist.

Die Fehlentscheidungen der letzten beiden Jahrzehnte in der Bevölkerungs-, Familien-, Energie-, Geld- und Währungspolitik haben Deutschland den Spielraum und die Reserven genommen mit solchen Verwerfungen umzugehen und werden mindestens noch die nächste Generation in starkem Maße belasten.

Originalmeldung direkt auf PresseBox lesen
Mehr von Firma PresseBox

DIHK-Präsident zur heutigen Steuerschätzung: Ohne Reformen wird Deutschland 2022 im Vergleich der OECD-Länder die höchste Steuerbelastung haben

Mit Blick auf die erheblichen Steuerüberschüsse und die vor der deutschen Wirtschaft liegenden Herausforderungen ist es nach Einschätzung von Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), "höchste Zeit für steuerliche Entlastungen".

"Wir müssen runterkommen von den hohen Steuerlasten", sagt Schweitzer. "Nur so können wir im Wettbewerb um Zukunftsmärkte und Fachkräfte mithalten. Nur so bleibt unser Land im internationalen Vergleich attraktiv."

Schon heute rangiere Deutschland bei der Steuerbelastung der Unternehmen im oberen Drittel, gibt er zu bedenken. Ohne Reformen werde Deutschland 2022 im Vergleich der OECD-Länder sogar die höchste Steuerbelastung haben.

"Die Bundesregierung sollte jetzt die Chance nutzen, die Rahmenbedingungen auch für die Unternehmen am Standort Deutschland zu verbessern", mahnt der DIHK-Präsident. Es gebe ausreichend große Spielräume, um in der laufenden Legislaturperiode die Maßnahmen des Koalitionsvertrags zu finanzieren und gleichzeitig die Steuerbelastung von Bürgern und Betrieben zu senken.

Auch Länder und Kommunen verzeichneten stark steigende Steuereinnahmen, berichtet Schweitzer. "So können sie ab 2020 die Vorgaben der Schuldenbremse einhalten und ihre Haushalte ohne Kredite finanzieren. Steuerentlastungen, die von ihnen mitgetragen werden müssten, sind daher möglich."

Der DIHK habe "eine ganze Reihe von finanzierbaren Vorschlägen" vorgelegt, mit denen in Deutschland die Investitionsbremsen gelöst werden könnten: "Dazu gehören der vollständige Abbau des Solidaritätszuschlags, die Verbesserung der Abschreibungsbedingungen, die steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung, weniger Steuern auf Gewinne, wenn Unternehmen diese Gewinne wieder investieren, und überfällige Anpassungen bei der Verzinsung im Steuerrecht."

Originalmeldung direkt auf PresseBox lesen
Mehr von Firma PresseBox

DIHK: Bessere Berufsorientierung erhöht Chancengerechtigkeit – Duale Ausbildung gute Alternative zum Studium

Die Analyse "Bildung auf einen Blick 2018" der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) verdeutlicht nach Auffassung von Achim Dercks, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), den noch oft unterschätzten Stellenwert der dualen Ausbildung.

Dercks: "Die aktuelle OECD-Studie belegt, dass die duale Ausbildung eine tolle Alternative zum Studium mit hervorragenden Beschäftigungsperspektiven und guten Verdienstmöglichkeiten ist. Wer nach einer erfolgreichen Lehre auch noch eine Höhere Berufsbildung draufsattelt, kann auch mit Hochschulabsolventen mithalten: So liegen beispielsweise die Einkommen nach einer Meister- beziehungsweise Fachwirtprüfung gleichauf mit den Bachelorverdiensten.

Dass sich viele junge Leute trotz teils guter Zukunftsaussichten gegen einen beruflichen Qualifizierungsweg entscheiden, beruht häufig auf falschen Bildern, die sich in den letzten Jahrzehnten in den Köpfen festgesetzt haben. Das Abitur wird ohnehin bereits vielfach als ‚Mindestabschluss‘ angesehen. Und danach muss es dann quasi automatisch das Studium sein. Dies führt nicht selten zu falschen Bildungsentscheidungen und in der Folge zu häufig zum Studienabbruch.

Daher müssen wir gemeinsam noch stärker über die berufliche Aus- und Weiterbildung als gleichwertigen Weg zum Studium informieren und die vielfältigen Chancen der Beruflichen Bildung aufzeigen.

Dass bei der schulischen Berufsorientierung noch viel Luft nach oben ist, zeigt auch unsere aktuelle Elternbefragung: Angebote der Berufs- und Studienorientierung zielen vor allem auf die Hochschulen – insbesondere an Gymnasien, aber auch an anderen weiterführenden Schulen.

Den größten Nutzen für die Berufswahl haben aus Sicht der Eltern eindeutig Betriebspraktika und Unternehmensbesuche. Schulen und Betriebe sollten daher ihre Zusammenarbeit weiter intensivieren, um so vielen Jugendlichen wie möglich eine gute Bildungsentscheidung auf der Basis eigener Erfahrungen zu ermöglichen."

Originalmeldung direkt auf PresseBox lesen
Mehr von Firma PresseBox