VATM und DIALOG CONSULT stellen Studie zum deutschen Telekommunikationsmarkt 2018 vor

  • Gesamtumsatz mit TK-Diensten stabil
  • Investitionen liegen bei 8,3 Milliarden Euro
  • Zahl der FTTB/H-Anschlüsse wächst auf 3,4 Millionen – 90 Prozent der genutzten echten Glasfaseranschlüsse werden von Wettbewerbern bereitgestellt
  • Datenhunger wächst: Deutsche surfen 36 Milliarden Gigabyte im Festnetz – Im Mobilfunk steigt das Volumen um 86 Prozent auf 2,6 Milliarden Gigabyte
  • Deutschland telefoniert weniger – Anteil der Gespräche über OTT-Anbieter wächst auf fast ein Drittel 
  • VATM: Wir brauchen dringend Klarheit für den Gigabit-Ausbau

Der Erlös der Telekommunikationsanbieter wird in diesem Jahr  ähnlich hoch ausfallen wie in 2017. Lag der Gesamtumsatz mit TK-Diensten in Deutschland im vergangenen Jahr bei 59,3 Milliarden Euro, werden es 2018 voraussichtlich 59,4 Milliarden Euro sein (Abb. 1-4). Dabei wird der Kabelmarkt weiter wachsen (+3,6 % auf 5,7 Milliarden Euro), bei der Telekom (-0,5 % auf 21,8 Milliarden Euro) und den Wettbewerbern (31,9 Milliarden Euro) bleiben die Gesamtumsätze nahezu konstant. Ähnliches gilt für den Umsatz im Mobilfunkmarkt, der rund 26,6 Milliarden (2017: 26,5 Milliarden Euro) umfassen wird – 18,6 Milliarden Euro (im Vorjahresvergleich +1,1 Prozent) entfallen auf die Wettbewerber und 8,0 Milliarden Euro auf die Telekom (-0,1 Prozent). Zum ersten Mal macht der Umsatz mit Datenverkehr mit 53 Prozent (14,1 Milliarden Euro) mehr als die Hälfte des Mobilfunkumsatzes aus (Abb. 23). Das sind Ergebnisse der 20. gemeinsamen TK-Marktstudie, die DIALOG CONSULT und VATM heute in Berlin vorgestellt haben.

„Drei gegenläufige Trends bewirken den nahezu gleichen Gesamtumsatz wie im Vorjahr: 1. Ein anhaltender Wettbewerb führt zu Preissenkungen für den Endverbraucher. 2. Die Anschlusszahlen steigen bei höheren Bandbreiten und die übertragenen Datenvolumina nehmen zu. 3. Steigerungen bei der Nutzung von Datendiensten können preislich nicht immer komplett an die Kunden weitergegeben werden. Oder anders gesagt: Der Kunde bekommt mehr Leistung für sein Geld“, sagte Studienautor Prof. Dr. Torsten J. Gerpott, wissenschaftlicher Beirat der Unternehmensberatung DIALOG CONSULT und Inhaber des Lehrstuhls für TK-Wirtschaft an der Universität Duisburg-Essen. Während die durchschnittlichen Umsätze pro Mobilfunk-SIM in 1998 bei 57,26 Euro lagen, betragen sie heute nur noch 16,68 Euro (Abb. 22). Für 2019 erwartet Prof. Gerpott im Mobilfunk erneut einen leichten Preisrückgang.

Im Festnetzmarkt werden die Unternehmen wie im Vorjahr 32,8 Milliarden Euro umsetzen – 13,8 Milliarden Euro davon entfallen wie 2017 auf die Telekom, die Wettbewerber verbuchen dieses Jahr 13,3 Milliarden Euro (2017: 13,5 Milliarden Euro/-1,5 Prozent). Bei den Kabelnetzbetreibern setzt sich das Wachstum fort. Einen großen Beitrag zum Festnetzumsatz der Telekom leisten die Einnahmen durch Vorleistungsprodukte, die die Wettbewerber beim Ex-Monopolisten einkaufen (Abb. 13). „Vor allem infolge der zweiten Vectoring-Entscheidung der Bundesnetzagentur müssen viele Wettbewerber verstärkt auf Bitstrom-Vorleistungen zurückgreifen. Das hat die Abhängigkeit der alternativen Festnetzanbieter von Telekom Deutschland in den letzten Jahren deutlich erhöht“, erläutert Prof. Gerpott. Bei Zugängen auf Basis eines virtuellen Bitstrom-Zugangs fließen pro Euro Umsatz direkt 70 Cent an die Telekom Deutschland (Abb. 14).

Trotz teils stagnierender Umsätze erreichen die Investitionen in Sachanlagen laut Studie dieses Jahr rund 8,3 Milliarden Euro (Abb. 6) – und damit den höchsten Wert seit dem Jahr 2001. Das sind rund 0,1 Milliarde Euro mehr als in 2017. Seit der Marktliberalisierung haben die Wettbewerber rund 78 Milliarden Euro investiert, die Telekom 73 Milliarden Euro.

Erstmals eine Million FTTB/H-Kunden

Die Zahl der Festnetz-Breitbandanschlüsse steigt in diesem Jahr erneut: Sie nimmt um rund 1,1 Million auf 34,3 Millionen zu (+3,3 Prozent) (Abb. 10). Etwa 3,4 Millionen Haushalte (+ 520.000) werden Ende 2018 an Glasfasernetze bis ins Gebäude/bis in die Wohnung (FTTB/FTTH) angeschlossen sein – 18 Prozent mehr als im Vorjahr (Abb. 16). Die Zahl der Haushalte, die diesen Anschluss auch buchen, legt insgesamt im Vergleich zum Vorjahr um fast ein Viertel auf erstmals über eine Million zu. Neun von zehn Haushalten, die Ende 2018 einem FTTB/H-Anschluss nutzen, beziehen diesen nicht von der Telekom, sondern von einem alternativen Carrier (Abb. 17). Die Wettbewerber bauen drei Viertel der Glasfaseranschlüsse bis zum Gebäude (FTTB) oder in die Wohnung (FTTH) in Deutschland. „Während die Wettbewerbsunternehmen bei FTTB/H eine Take-Up-Rate von mehr als 35 Prozent erreichen, liegt diese bei der Telekom Deutschland nur bei etwa 13 Prozent“, so TK-Experte Prof. Gerpott: „Die Wettbewerbsunternehmen haben mehr echte Glasfaser-Kunden als die Telekom hier FTTB/H-Anschlüsse besitzt.“  

Die Kunden wollen mehr Geschwindigkeit. Der Anteil der nachgefragten Festnetzanschlüsse mit mindestens 50 Mbit/s Downstream-Bandbreite wird 2018 auf ein Drittel zulegen (Abb. 18) – rund ein Fünftel mehr als noch im Vorjahr. Der Datenhunger in Deutschland nimmt weiter rasant zu: Über mobile Anschlüsse werden in diesem Jahr 2,5 Milliarden Gigabyte in Mobilfunknetzen verschickt oder heruntergeladen (Abb. 24) – das bedeutet eine Steigerung um 86 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Festnetz übertragen die Nutzer 2018 rund 36,5 Milliarden Gigabyte – das bedeutet eine Steigerung von 12,3 Prozent (Abb. 19). Beim Telefonieren setzt sich der seit 2014 bestehende Trend weiter fort: Es wird weniger gesprochen (Abb. 5). In diesem Jahr sind es 896 Millionen Minuten täglich (-13 Millionen Minuten pro Tag). Im Festnetz sinkt die Zahl der Gesprächsminuten deutlicher von 340 auf 325 Millionen pro Tag, im Mobilfunknetz um „nur“ drei Millionen Minuten auf 306 Millionen Minuten pro Tag. Software-basierte Telefonie-Anwendungen, wie u. a. Skype und WhatsApp, gewinnen insgesamt an Bedeutung (+2 Prozent; 265 Millionen Minuten täglich).

VATM fordert schnell Klarheit für Gigabit-Ausbau

VATM-Präsident Martin Witt bezog heute bei der Vorstellung der 20. TK-Marktstudie wie folgt Stellung: „Die Festnetz-Liberalisierung der vergangenen 20 Jahre ist eine echte Erfolgsstory – vor allem zugunsten der Endkunden. Das zeigt auch die Marktstudie.“ Nur ein funktionsfähiger Infrastruktur- und Dienstewettbewerb garantiere vielfältige Angebote, einen funktionierenden Verbraucherschutz, erschwingliche Preise, Innovationen und Investitionen sowie die Teilhabe an der fortschreitenden Digitalisierung. Die Telekom dominiere derzeit weiterhin den deutschen Festnetz-Markt. „Fast 75 Prozent aller Anschlüsse werden physikalisch auf dem Netz des Ex-Monopolisten bereitgestellt. Die Vectoring-Entscheidung zugunsten der Telekom hat die Abhängigkeit der Wettbewerber von Vorprodukten der Telekom erhöht.“ Die Politik dürfe nicht immer wieder den Fehler begehen, auf neue Monopole zu setzen.

„Der Koalitionsvertrag und der neue europäische Kodex EECC bieten gute Grundlagen. Jetzt müssen die Ziele der Bundesregierung mit dem EECC umgesetzt werden – mit weniger Bürokratie und mehr Wettbewerb“, unterstrich Witt. Der Plan der Bundesregierung für die Migration von Mega- zu Gigabit müsse Anfang 2019 stehen. „Wir brauchen neue, einfache und klare Spielregeln für alle“, so der VATM-Präsident. So müsse der diskriminierungsfreie Netzzugang – Open Access – sinnvoll gestaltet werden. Wenn Open-Access-Verhandlungen scheitern bzw. es ein nicht marktkonformes Verhalten gebe, müsse die Bundesnetzagentur weiterhin als Schiedsrichter eingreifen können – unter dem Motto „mehr Markt wagen, aber keinesfalls die Kontrolle verlieren“. Aufgrund der großen Bedeutung von 5G für die Digitalisierung müsse das Versteigerungsverfahren bis November überarbeitet sein. „Hier müssen wir eine starke Infrastruktur mit starkem Wettbewerb schaffen“, sagte Witt.

Drei Mal Gigabit-Voucher sind drei Mal besser als alte Förderung

Wichtige Verbesserungen müssten auch beim Bau und der Förderung vorgenommen werden. „Die Verwaltung in Ländern und Kommunen muss 2019 einheitliche Genehmigungsverfahren implementieren“, fordert der VATM-Präsident. Zudem spricht sich der Verband für die Einführung von Vouchern aus. Außerhalb der Ballungsgebiete und schon mit Gigabit versorgten Gebiete gäbe es für jeden Hausanschluss, aber auch jeden Gigabit-Vertrag einmalig 500 Euro sowie für Wohnungsanschlüsse im Haus je 150 Euro. „Die Einführung von Vouchern würde die Nachfrage steigern, den eigenwirtschaftlichen Ausbau deutlich beschleunigen und den verbleibenden Förderbedarf senken“, ist Witt überzeugt.

In vielen Städten starte jetzt der Glasfaserausbau oder stehe kurz bevor. „Hier wäre es ein wichtiges Signal, dass die Bundesregierung und die Bundesnetzagentur die Verpflichtung der Telekom zum Überbau mit alter Vectoring-Technologie in den Nahbereichen der Hauptverteiler beendet, wenn die Telekom die FTTB/H-Anschlüsse anderer Anbieter nutzt. Baut sie selbst FTTB/H statt Vectoring aus, ist die Telekom schon heute von der Vectoring-Ausbau-Verpflichtung befreit. Mit einer solchen Gleichstellung beim Glasfaserausbau helfen Politik und Regulierer all den Unternehmen, die wirklich Glasfaser bis zum Kunden ausbauen“, betont Witt: „Vor allem aber nutzt es auch den Telekom-Kunden, die so statt 100- Mbit/s-Vectoring echte Gigabit bekommen können. Das ist allemal besser, als die nächsten Jahre weiter Vectoring auszubauen. `Gemeinsam Gigabit schaffen´ bedeutet auch gemeinsam nutzen und nicht den Business Case in den  Kommunen verschlechtern, in denen echte Glasfaser angeboten wird. Dieses wäre mit einem Federstrich möglich, denn die Telekom würde lediglich aus der bestehenden – und für das neue Ziel der Bundesregierung absolut kontraproduktiven – Ausbauverpflichtung entlassen.“

Für VATM-Präsident Witt steht fest: „Der Ausbau von 5G und dem Gigabit-Festnetz gehören zu dem komplexesten Vorhaben, die wir in den letzten Jahren auf den Weg bringen mussten. 2019 muss das Jahr der guten Ideen werden!“

             

 

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Neu: brainLight Touch Synchro mindful

Mit der Vorstellung des neuen audio-visuellen Entspannungssystems Touch Synchro mindful Anfang Juli baut die brainLight GmbH ihren Produktschwerpunkt rund um die Thematik mindfulness weiter aus. 10 "Anleitungen zur Achtsamkeit“ plus ein Einführungsprogramm unterstützen Anwender*innen beim Erlernen einer achtsamen Haltung zu sich selbst und Anderen. Das Schöne an den Programmen ist die Vermittlung einer achtsamen Lebenseinstellung während der audio-visuellen Tiefenentspannung. Die Programme konzipierte und spricht der bekannte Psychologe und Neurowissenschaftler Dr. Ulrich Ott. Er ist durch sein Buch „Meditation für Skeptiker“ populär geworden.

„Anleitungen zur Achtsamkeit“ bereits in 2 weitere brainLight-Produkte integriert

Der brainLight Touch Synchro selbst hat eine pyramidenartige Form, in die eine Programmkarte eingesteckt wird. Darauf sind die 11 Programme des Touch Synchro mindful gespeichert. Anwender*innen rufen sie auf Knopfdruck über ein Touchbedienmanual ab und genießen sie über Visualisierungsbrille und Kopfhörer. Die Gehirnwellen schwingen sich auf Licht- und Tonstimuli ein und führen dadurch in die Entspannung. Bereits seit Juli 2017 sind die „Anleitungen zur Achtsamkeit“ in zwei weitere Produkte der brainLight GmbH integriert, sowohl in die brainLight-Komplettsysteme, als auch in die XL2-, XL3- und XXL2-Version des Touch Synchro balanced. Bereits seit September 2017 besteht außerdem die Download-Möglichkeit der „Anleitungen zur Achtsamkeit“ als mp3-Dateien auf der Seite entspannungtanken.de. Der Audio-Genuss der Programme ist hier umgehend möglich. Auf Kundenwunsch gibt es die 10 Anleitungen zur Achtsamkeit plus das Einführungsprogramm ab Juli 2018 als extra System, den Touch Synchro mindful.

Award-Prämierungen bestätigen die Markenführung

Der Touch Synchro mindful hat seinen Ursprung in dem wachsenden Bedürfnis nach Achtsamkeit in Beruf und Privatleben. Globalisierung und Digitalisierung fordern durch die zunehmend schnellere Taktung neue Alltagsstrategien von uns Menschen. Die Anleitungen zur Achtsamkeit von Dr. Ulrich Ott möchten einen besseren, achtsameren und entschleunigten Umgang mit diesem Zeitgeist ermöglichen und Ruhe und Entspannung fördern. Ausgezeichnet wurde brainLight und somit alle Produkte des Unternehmens 2018 erstmalig mit dem Siegel „Beste Marke“ des renommierten Plus X Awards. Das jeweils exklusivste System war bereits „Tiefenentspannungssystem des Jahres“ in den Jahren 2011/12, 2012/13, 2013/14 und 2015/16 und 2017/18 und wurde von der Fachjury prämiert für Innovation, High Quality, Design, Funktionalität und Ergonomie sowie ausgezeichnet mit dem Siegel „Bestes Produkt des Jahres“.

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Haftstrafen für Ex-Infinus Manager

Das Landgericht Dresden verurteilte am 9. Juli 2018 sechs Angeklagte der insolventen Infinus Unternehmungsgruppe (Dresden). Die Strafen belaufen sich auf mehrere Jahre Haft. Ihnen wurde gewerbsmäßiger Bandenbetrug und Kapitalanlagebetrug vorgeworfen. Dieses Urteil wird entscheidende Auswirkungen auf den zivilrechtlichen Prozess der Anleger haben, so Rechtsanwalt Matthias Kilian von der Kanzlei BKR Rechtsanwälte (Jena).

Für fünf Ex-Manager und einem weiteren Mitarbeiter hat das Dresdner Landgericht am 9. Juli 2018 die Freiheitsstrafe ausgesprochen. Laut Anklage wurde ein Schneeballsystem von den ehemaligen Führungskräften betrieben. Etwa 22.000 Anleger mit einem Gesamtvermögen von rund 312 Millionen Euro wurden mittels dieses Systems hinters Licht geführt.

Nach mehr als 160 Prozesstagen wurde, laut Urteil, folgende Strafen verkündet:  Jörg Biehl 8 Jahre, Andreas Kison 4 Jahre und 6 Monate, Rudolf Ott 6 Jahre und 10 Monate, Kewa Kadkhodai 6 Jahre, Siegfried Bullin 5 Jahre und 10 Monate, Jens Pardeike 5 Jahre und 4 Monate.

„Bei einem rechtskräftigen Urteil haben geschädigte Anleger die Möglichkeit, erfolgreich gegen die Hintermänner vorzugehen und diese direkt auf Schadensersatz in Anspruch zu nehmen“, so RA Kilian. „Bisher hat der Insolvenzverwalter die deliktisch angemeldeten Forderungen vorläufig bestritten. Das könne sich mit diesem Urteil stark ändern. Wir empfehlen daher, Ihre Ansprüche im Einzelfall umgehend prüfen zu lassen.“

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Kaiserslauterer Physiker verändern atomare Wechselwirkung in ultrakalter Materie

Physikern der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) um Professor Dr. Herwig Ott ist es erstmals gelungen, die Wechselwirkung zwischen zwei Atomen in ultrakalter Materie mit Hilfe von sogenannten Rydbergmolekülen zu verändern. Diese erst kürzlich entdeckten großen Moleküle bestehen aus nur zwei Atomen, deren Bindungsmechanismus nicht mit gängigen chemischen Modellen beschrieben werden kann. Sie besitzen außergewöhnliche Eigenschaften wie etwa eine große Bindungslänge. Die Studie wurde nun in der renommierten Fachzeitschrift „Nature Communications“ veröffentlicht.

Wechselwirkungen sind der fundamentale Baumeister unserer Welt. Nicht nur im sozialen Leben, sondern auch in der Materie, die uns umgibt. Schon Anfang des 20. Jahrhunderts stellte der Physiker Ernest Rutherford fest, dass selbst Gold zu über 99 Prozent aus Nichts besteht. Erst die Wechselwirkung einzelner Teilchen macht Materie zu dem, was sie ist. Sie sorgt dafür, dass unsere Welt im Innersten zusammenhält.

Dies gilt nicht nur für unsere Alltagswelt, sondern auch für die Welt der Quantenphysik. Um Quanten-Phänomene zu erforschen, setzen Physiker oftmals auf ultrakalte atomare Gase. „Hierbei herrschen Temperaturen um den absoluten Nullpunkt, rund -273 Grad Celsius“, sagt Professor Dr. Herwig Ott, der an der TUK zu ultrakalten Quantengasen und Quantenatomoptik forscht. „Das Verhalten der atomaren Gase wird dabei von der Wechselwirkung zwischen den Atomen bestimmt.“ Experten sprechen in diesem Zusammenhang auch von einem quantenmechanischen Streuprozess. „Für die Wissenschaft sind solche Gase bei der Erforschung von quantenmechanischen Effekten von großer Bedeutung, weil sich diese Wechselwirkungen im Labor verändern lassen“, fährt der Professor fort.

Bei der Materie, die uns im Alltag umgibt, ist das in der Regel nicht der Fall. „Die Wassermoleküle in einem Glas Wasser zum Beispiel haben immer dieselbe Wechselwirkung und die Frage, was wären die Eigenschaften von Wasser, wenn sich die Wassermoleküle doppelt so stark anziehen würden, lässt sich experimentell nicht beantworten“, so der Physiker.

Den Wissenschaftlern um Professor Ott ist es nun erstmals gelungen, die Wechselwirkung zwischen ultrakalten Atomen mit Hilfe sogenannter Rydbergmoleküle zu verändern. Die Idee für den Versuch: Zwei Atome, die zusammenstoßen, werden kurzzeitig mittels eines Laserstrahls in einen Zustand versetzt, der einem Molekül entspricht. „Dadurch verbringen sie eine längere Zeit beieinander“, erläutert der Professor. „Dies verändert den quantenmechanischen Streuprozess zwischen den beiden Atomen und damit auch die Wechselwirkung zwischen ihnen.“

Im Experiment konnten die Kaiserslauterer Forscher dies jetzt beobachten: Dazu haben sie aus zwei Rubidium-Atomen ein Rydbergmolekül „gebaut“. Diese Form der Moleküle wurde erst vor wenigen Jahren entdeckt. Es handelt sich hierbei um Moleküle, die so groß wie Viren sein können, aber nur aus zwei Atomen bestehen. In der Regel sind Moleküle, die aus zwei Atomen bestehen, wesentlich kleiner. Im Gegensatz zu bislang bekannten Bindungen, bei denen sich zum Beispiel zwei Atome jeweils ein Elektron teilen, wirkt hier ein anderer Mechanismus: Ein Elektron weist zum Atomkern nur eine sehr schwache Bindung auf und befindet sich auf einer äußeren Elektronenbahn, es ist in einem sogenannten Rydbergzustand. Das zweite Atom erfährt nun eine quantenmechanische Wechselwirkung mit dem Elektron und es entsteht eine schwache Bindung zwischen den beiden Atomen.

„Diese Moleküle zeichnen sich durch eine Reihe außergewöhnlicher Eigenschaften aus“, sagt der Professor, „wie etwa ihre extrem große Bindungslänge von einigen hundert Nanometern sowie ihre sehr großen elektrischen Dipolmomente.“ Darunter versteht die Wissenschaft die Tatsache, dass Moleküle eine räumlich getrennte positive und negative Ladung besitzen können.

Die Ergebnisse der Kaiserslauterer Wissenschaftler ermöglichen es zum einen, die Wechselwirkung in nahezu jedem ultrakalten Gas zu ändern. Zum anderen eröffnen sie auch neue  Anwendungsmöglichkeiten wie die direkte Kontrolle von Mehrteilchenwechselwirkungen. „Aber auch Wechselwirkungen mit längeren Reichweiten als bislang möglich lassen sich so künftig induzieren“, nennt der Physiker als weiteres Beispiel. „Damit könnten in Zukunft neuartige Materiezustände in ultrakalten Gasen realisiert werden.“

Die Studie wurde in der renommierten Fachzeitschrift „Nature Communications“ veröffentlicht: „Experimental realization of a Rydberg optical Feshbach resonance in a quantum many-body system“; O. Thomas, C. Lippe, T. Eichert & H. Ott

DOI: https://doi.org/…

Finanziert wurde die Arbeit durch das Landesforschungszentrum Optik und Materialwissenschaften, kurz OPTIMAS, die Graduiertenschule „Materials science IN MainZ“ (MAINZ) sowie die beiden Sonderforschungsbereiche „Condensed Matter Systems with Variable Many-Body Interactions“ und „OSCAR – Open System Control of Atomic and Photonic Matter“.

Ein Foto des Experiments gibt es unter https://idw-online.de/…. Das Foto darf im Rahmen der Berichterstattung frei verwendet werden. Bitte geben Sie die Quelle an.

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Infrasolid | Die Glühlampe neu erfunden

Heute begrüßen wir Marco Schossig und Benjamin Buchbach von Infrasolid bei uns. Hallo Marco und Benjamin! Stellt euch doch bitte kurz vor.

Wir sind Marco Schossig — technischer Geschäftsführer und Benjamin Buchbach — kaufmännischer Geschäftsführer der Infrasolid GmbH. Gemeinsam mit Tobias Ott haben wir im Mai 2017 die Infrasolid GmbH als Spin-off des Instituts für Festkörperelektronik der TU Dresden gegründet.

Was ist Infrasolid? Womit beschäftigt ihr euch?

Infrasolid hat grundsätzlich die Glühlampe neu erfunden. Und zwar nicht dafür, dass man im Dunkeln damit sehen kann, sondern um den Infrarot-Fingerabdruck von Stoffen zu analysieren. Denn so wie jeder Mensch einen Fingerabdruck hat, der ihn einzigartig und identifizierbar macht, haben auch alle Stoffe einen Fingerabdruck im infraroten Bereich. Der infrarote Bereich des Lichtspektrums liegt außerhalb des für Menschen sichtbaren Lichts. In diesem Bereich kann man nahezu alle Gase, Flüssigkeiten und Feststoffe identifizieren und messen.

Um es ein bisschen plastischer zu erklären: möchte man beispielsweise den Kohlendioxidgehalt im Raum ermitteln oder mittels der Ausatemluft Aussagen über den Gesundheitszustand eines Menschen treffen, so kann man dies mithilfe von Infrarotspektroskopie. Außerdem kann man mittels dieser Technologie herausfinden, ob bestimmte Lebensmittel frisch sind und welche Inhaltsstoffe sich darin befinden, aber auch giftige und brennbare Gase wie Kohlenstoffmonoxid oder Methan ermitteln und detektieren, bevor es zu Unglücken kommt.

Derzeit werden für derartige Anwendungen in der Industrie verschiedenste Infrarot-Lampen eingesetzt, die alle diverse Nachteile haben, die wir mit unseren neuartigen, miniaturisierten Lichtquellen — so nennen wir unsere “neuen Glühlampen” − aufheben. Unsere Lichtquellen sind so klein, dass sie in ein Smartphone passen und dabei so leistungsstark, dass damit sinnvolle Messungen möglich werden. Dank 65 Prozent Kostenvorteil gegenüber aktuellen Lösungen wird der Transfer von Industrieprodukten in den Consumer-Bereich möglich. So können unsere Kunden ganz neue Anwendungsbereiche und Märkte erschließen. Dank unserer Technologie kann bald jeder mit seinem Smartphone Messungen durchführen, die bisher der Industrie und Laboren vorbehalten sind.

Die Lichtquelle, die Infrasolid entwickelt hat, passt in jedes Smartphone.
Wie kam es dazu? Wie entstand die Idee?

Marco hat sich während seines Studiums der Informationssystemtechnik an der TU Dresden auf den Gebieten Mikroelektronik und Infrarotmesstechnik spezialisiert. In seiner Promotionszeit hat er die Grundlagentechnologie entwickelt und zwei Patente dafür angemeldet. Auf die Patentanmeldungen gab es eine Anfrage aus der Industrie, die den Stein für die Unternehmensgründung ins Rollen brachte. Das hat ihm gezeigt, dass es einen Bedarf für Infrarot-Lichtquellen gibt und so fing Marco an, sich ein Team zu suchen.

Wo wird eure Technologie eingesetzt?

Unsere Lichtquelle ist ein Bauteil für diverse hochpräzise Messgeräte. Unsere Kunden sind Messgeräte- und Sensorenhersteller, die in vielen verschiedenen industriellen Bereichen aktiv sind, wie z.B. in der Öl- und Gasindustrie, der chemischen Industrie, im Lebensmittelbereich, in der Medizintechnik sowie im Umweltschutz und der Sicherheitstechnik. Hier werden zukünftig tragbare Messgeräte eine immer größere Rolle spielen. So wie beispielsweise die Feuerwehr Messgeräte nutzt, um brennbare Gase frühzeitig zu identifizieren. Oder die Polizei zum Messen des Atemalkohols. Oder auch Experten im Labor, die damit verschiedene Stoffe analysieren, Medikamentenzusammensetzungen prüfen und auch Schadstoffe ermitteln können. Es ist ein sehr breites Spektrum.

Durch unsere Bauteile wird es zukünftig möglich sein, viele dieser Messgeräte genauer, kleiner, energiesparsamer und kostengünstiger zu machen, wodurch es möglich wird aus dem Industriebereich in den Endkundenbereich vorzudringen — z.B. mit dem Smartphone. Apps werden auf Daten zugreifen, die ein Telefon heute noch nicht zu erfassen imstande ist. Das Smartphone wird unter anderem zum Rauchmelder und Gefahrenalarm. Und jeder kennt das Gefühl, wenn man einen Raum betritt, in dem stickige Luft ist. Das daraus resultierende Problem der Konzentrationsschwäche wird es nicht mehr geben, da das Smartphone melden wird: „Zu viel CO2 im Raum — bitte lüften.“ Außerdem entfällt die Unsicherheit, welche Inhaltsstoffe sich wirklich in Lebensmitteln und Medikamenten befinden.. Man wird diese mit dem Smartphone scannen können und erfährt binnen weniger Sekunden, wichtige Informationen Solche und weitere Anwendungen werden mithilfe unserer Lichtquelle als Bauteil in Zukunft möglich sein.

Was sind eure nächsten Schritte?

Wir haben bisher schon extrem viel geschafft und die Nachfrage nach unseren Lichtquellen nimmt stetig zu. Deswegen ist es jetzt wichtig, dass wir unsere Technologie weiter skalieren können, dass wir gute Leute einstellen und wachsen, um die Nachfrage auch bedienen zu können. Und dafür ist es notwendig, dass wir in größere Räume umziehen und eigene Produktionskapazitäten aufbauen. Wir haben einen Business Angel, der uns inhaltlich und mit seinem Netzwerk sehr gut unterstützt und benötigen nun im zweiten Schritt zwei Millionen Euro, um den Break Even zu erreichen. Einen Lead Investor haben wir bereits an Board und nun sind wir auf der Suche nach einem Co-Investor, der unser Team unterstützt, unsere Technologie versteht und mit uns das Unternehmenswachstum vorantreiben möchte.

Derzeit kommen immer mehr Mittelständler auf uns zu, wollen unsere Produkte testen und einbauen. Wir führen Gespräche mit führenden Messgeräteherstellern in der Gasanalyse, sind auch in intensivem Kontakt zu einem Sensorhersteller für Smartphones, der verschiedene Anwendungen realisieren möchte und so ist der Weg, den wir derzeit beschreiten, sehr spannend.

Kommen wir zu den Learnings von Infrasolid. Was würdet ihr heute anders machen?

Fokus Fokus Fokus. Es ist ganz wichtig, dass man sich auf das fokussiert, was einem Geld bringt. Wir haben am Anfang zu viel nach den individuellen Kundenwünschen agiert und zu viel „ausprobiert“. Es ist besser, sich auf ein Produkt und einen Anwendungsfall zu konzentrieren und diesen konsequent durchzuführen und so in den Markt einzudringen. Das kann auch ein kleiner Nischenmarkt sein, wie in unserem Fall, weil es genau in diesem einen großen Bedarf gibt Das würde ich jedem raten. Nicht das Erstbeste nehmen, sondern die Anwendung, die Geld bringt und mit der man auch erfolgreich starten kann.

Eine weitere wichtige Lektion war, dass man auch mal nein sagen muss. Wir mussten lernen, einkommende Anfragen schnell und effektiv zu bewerten. Man kommt mit vielen Leuten in Kontakt — was auch wichtig ist, muss allerdings ganz genau herausfiltern, wer einem Mehrwert bringt und die Firma wirklich unterstützen kann. Der Aufbau eines Netzwerks und der Kontakt zu Mentoren, die einen fachlich bzw. inhaltlich unterstützen können, ist sehr wichtig. Auch der Austausch mit anderen Start-ups ist eine große Bereicherung. Hierbei muss man nur aufpassen, nicht zu viele zeitliche Kapazitäten und Ressourcen einzusetzen. Denn auch Gesprächszeit ist ein Investment und sollte sich irgendwann auszahlen. Darüber haben wir in letzter Zeit sehr viel gelernt und das haben wir am Anfang ein bisschen vernachlässigt.

Wo kann man euch demnächst antreffen? Wie kommt man mit euch in Kontakt?

Derzeit sitzen wir im Accelerator Programm des SpinLab in Leipzig, sind aber auch sehr viel unterwegs und sprechen mit Kunden. Treffen kann man uns am 18. April beim Investors Day der HHL und des SpinLab im Leipziger Zoo. Ansonsten ruft uns gern an oder schreibt uns eine Mail, damit wir in Kontakt kommen.

Vielen Dank für eure Zeit und maximale Erfolge!

ein Interview von #hightechsfinest by HighTech Startbahn

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Staunen und Mitmachen bei Experimenten: Tag der Physik an der TU Kaiserslautern

Von einer Photonenjagd im Pfälzer Wald über die seltsame Welt der Quanten bis zum Wiegen von Bakterien – diese und weitere Themen warten am Samstag, den 2. Dezember, auf mehr als 1.000 Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte, wenn der Fachbereich Physik zum Tag der Physik auf den Campus der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) einlädt. Über 40 Veranstaltungen geben Einblick in die Physikforschung. Neben Vorträgen gibt es auch Workshops, bei denen selbst experimentiert werden kann. Parallel dazu finden drei Schüler-Wettbewerbe für die Klassenstufen 8 und 9, 10 und 11 sowie 12 und 13 statt. Den Tag der Physik gibt es bereits seit 20 Jahren. Vertreter der Medien sind dazu herzlich eingeladen.

Wie sich der Campus zum kältesten Ort in Rheinland-Pfalz verwandelt, erfahren Interessierte bei einem Experiment der Physikprofessoren Dr. Herwig Ott und Dr. Artur Widera, die Atomwolken mit Hilfe von Laserstrahlen extrem stark kühlen. Wer mehr zur Photonenjagd im Pfälzer Wald erfahren möchte, sollte den Vortrag von Dr. Christian Mücksch nicht versäumen, der dabei Einblicke in die Astrofotografie geben wird. Eine Einführung in die seltsame Welt der Quanten gibt Professor Dr. Michael Fleischhauer in seinem Vortrag. Zudem verraten Professor Dr. Egbert Oesterschulze und sein Team, wie man Bakterien wiegt. In welcher Form Quantenphysik in unserem Alltag vorkommt, beleuchtet Professor Widera. Außerdem geht es in Workshops unter anderem um Grundlagen des Quantencomputers oder darum, wie ein Grillhandschuh funktioniert und warum ist es doch besser, bei kaltem Wetter eine Mütze zu tragen. Beim Tag der Physik gibt es auch Informationen zum Physikstudium an der TUK, aber auch zu den Schülerangeboten in der Physik, etwa zum Früheinstieg ins Physikstudium, FiPS.

„Wir haben über 40 Veranstaltungen zusammengestellt. Unsere Vorträge, Workshops und Experimente laden zum Zuhören und Mitmachen ein“, sagt Professor Dr. Sebastian Eggert, Dekan des Fachbereichs Physik. „Wir erwarten mehr als 1.000 Gäste aus den rheinland-pfälzischen Schulen.“

Los geht es um 9.30 Uhr im Audimax in Gebäude 42. Ab 9.50 Uhr starten die Wettbewerbe und parallel dazu das Programm. Die Wettbewerbe gibt es den Klassenstufen angepasst in drei Schwierigkeitsgraden. Es gilt hierbei sowohl schriftlich als auch experimentell Aufgaben im Team mit bis zu fünf Teilnehmern zu lösen. Eine Jury wertet im Laufe des Tages die Arbeiten aus.

Die Preisverleihung findet um 15 Uhr in der Mensa statt, dabei werden die besten Wettbewerbs-Leistungen mit Geldpreisen ausgezeichnet. Auch die beste Schule erhält einen Preis. Die Preise werden gestiftet vom Ministerium für Bildung des Landes Rheinland-Pfalz, dem Freundeskreis der TUK, dem Präsidenten der TUK, der Alumni-Vereinigung Physik der TUK sowie vom Fachbereich Physik.

Den Tag der Physik gibt es bereits seit 1997. „In diesem Jahr feiert der Tag der Physik ein Jubiläum. Seit 20 Jahren gibt der Fachbereich mit der Veranstaltung Einblick in die faszinierende Welt der Physik und hat dabei sicherlich bei vielen Schülerinnen und Schülern das Interesse geweckt, ein Physikstudium an der TUK aufzunehmen“, sagt Dr. Stefan Löhrke, Vizepräsident für Studium und Lehre. „Hinter diesem Erfolg steckt jede Menge Arbeit. Ich danke allen Beteiligten für ihr Engagement und ihren Einsatz, jedes Mal ein tolles Programm auf die Beine zu stellen.“ 

Das Angebot richtet sich an Schüler ab Klassenstufe 8. Auch für die begleitenden Lehrkräfte gibt es ein Programm. Alles im Überblick unter www.physik.uni-kl.de/schuelerinnenlehrkraefte/tagderphysik/    

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MediaTek verwaltet globales Patentportfolio mit Anaqua

Anaqua, Inc., ein führender Anbieter von Software und Dienstleistungen im Bereich Management und Analyse von geistigem Eigentum (IP, intellectual property), hat heute bekannt gegeben, dass sich MediaTek für eine Zusammenarbeit mit Anaqua entschieden hat. MediaTek wird mit Anaqua seine Tätigkeiten im Bereich geistiges Eigentum – unter anderem Patente und Erfindungen  – verwalten. MediaTek mit Sitz in Taiwan ist ein weltweit führender fabrikloser Hersteller von Halbleitern.

„Diese neue Partnerschaft ist sehr wichtig für uns, denn sie stärkt unsere Präsenz und unsere Reputation auf dem taiwanesischen Markt“, so Karen Taylor, General Manager Asia Pacific bei Anaqua. „Wir setzen damit nicht nur unser Wachstum in der Region Asien-Pazifik weiter fort, wir betreuen auch eines der führenden Unternehmen mit geistigem Eigentum in Taiwan. Das ist eine große Ehre.“

MediaTek ist ein Marktführer in der Entwicklung von integrierten, energieeffizienten Ein-Chip-Systemen (SoC, System-on-a-Chip) für Mobilgeräte sowie Produkte aus den Bereichen Home Entertainment, Netzwerk und Konnektivität, automatisiertes Fahren und Internet der Dinge.  Das Unternehmen ermöglicht pro Jahr die Herstellung von mehr als 1,5 Milliarden Verbraucherprodukten.

Bevor sich das Unternehmen für die ANAQUA-Plattform entschied, nutzte es ein selbst entwickeltes System für die Verwaltung seiner IP-Assets. Nach einer umfassenden Auswertung zahlreicher Lösungen entschied sich MediaTek für eine Partnerschaft mit Anaqua, um seine Position als global führender Hersteller von Halbleitern auszubauen. Anaquas Flexibilität sowie die globale Gemeinschaft von Kunden mit geistigem Eigentum waren nur zwei der Vorteile, die sich positiv auf die Entscheidung von MediaTek ausgewirkt haben.

Über MediaTek

MediaTek Incorporated (TWSE: 2454) ist ein globaler, fabrikloser Halbleiter-Hersteller, der pro Jahr die Herstellung von 1,5 Milliarden vernetzten Geräten ermöglicht. Das Unternehmen ist marktführend in der Entwicklung von innovativen Ein-Chip-Systemen (SoC) für Mobilgeräte sowie Produkte aus den Bereichen Home Entertainment, Konnektivität und Internet der Dinge. Unsere Begeisterung für Innovationen hat uns auf dem Markt in einigen wichtigen Technologiebereichen eine Position als treibende Kraft eingebracht, unter anderem im Bereich energieeffizienter Mobiltechnologien für verschiedenste Produkte wie Smartphones, Tablets, digitale TV-Geräte, OTT-Boxen, Wearables und Lösungen für die Automobilbranche. MediaTek ermutigt und inspiriert die Menschen dazu, ihren Horizont zu erweitern und ihre Ziele müheloser mithilfe von intelligenten Technologien zu erreichen. Wir nennen dies „Everyday Genius“ (Alltagsgenie). Dieses Konzept bildet die Grundlage für all unser Handeln. Weitere Informationen erhalten Sie auf www.mediatek.com.

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Engineering streckt Fühler zur Sensorik aus

In Kooperation mit Endress+Hauser hat die Aucotec AG jetzt eine online-Verbindung vom Engineering zu den aktuellen Geräteinformationen des Messtechnik-Herstellers geschaffen. Damit haben Nutzer des Softwaresystems Engineering Base (EB) direkten Zugriff auf Daten zum gesamten Lebenszyklus ihrer verbauten Messgeräte. Zum Beispiel auf Anleitungen, Zertifikate, Instandsetzungs- und Kalibrierprotokolle.

Die Informationen stellt Endress + Hauser in seinem W@M Life Cycle Management-Portal zur Verfügung. Rund 24 Mio. Geräte sind dort hinterlegt. Der Anwender gelangt mit einem Klick auf ein bestimmtes Gerät in EB, egal ob in einer Liste oder Grafik, schnell und unmittelbar zum Portal und kann zum Beispiel vergleichen, ob die Kalibrierung seines Sensors mit der ursprünglich bestellten übereinstimmt oder ob es logistische oder anwendungsbezogene Hintergrundinformationen zu dem Sensor gibt. Er kann aber auch Informationen zu seinen Assets im Portal ergänzen, etwa Parametrierdaten hinterlegen und auf ein Ersatzgerät übertragen. Oder er ordert schnell ein passendes Nachfolgegerät.

„Mehr Aufwand ist es nicht“

Aucotec sorgt für die Verlinkung von EB mit dem Portal. Aufgrund der Dreischicht-Architektur der kooperativen Engineering-Plattform war die Kopplung „so einfach und schnell lösbar wie mit keinem anderen System“, wie Prozess-Manager Andreas Schiefelbein von Endress+Hauser berichtet. Die Anbindung an Webservices funktioniere in EB quasi mit ‚Bordmitteln‘, es seien keine individuellen .Net/VBA-Programmierungen nötig, erklärt Norbert Ott, Produktmanager bei Aucotec. Der jeweilige Anwender muss nur die Referenz zwischen der Seriennummer und seinem Anlagen-Asset pflegen, „mehr Aufwand ist es nicht!“, so Schiefelbein.

In einer Anlage können mehrere Zehntausend Messgeräte verbaut sein. Durch den direkten Zugang werden doppelte Datenpflege und -haltung überflüssig, Audits sind deutlich einfacher handhabbar, weil alle Bescheinigungen online verfügbar sind, Papierablagen und langes Suchen gehören der Vergangenheit an. Das verringert Engineering-Zeiten, beschleunigt Beschaffungsprozesse und steigert die Betriebszeiten.

Vernetzung erhöht Produktivität

Die Online-Kopplung von Engineering und Hersteller-Informationen soll bereits 2018 bei einem großen, international agierenden Anlagenbetreiber aus Süddeutschland zum Einsatz kommen. Dabei besitzt jeder Sensor, auch wenn er mit derselben Katalognummer mehrfach verbaut wurde, eine eigene sogenannte „Instanz“, die im Portal eine eigene Seite hat. „Wir haben hier für den Kunden eine typische Industrie-4.0-grechte Vernetzung erreicht, die die Produktivität erhöht und Ausfallzeiten verringert“, sind sich die Partner einig.

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