Bertrandt baut zwei hochmoderne Fahrzeug-Emissions-Prüfzentren

Bertrandt investiert rund 80 Millionen Euro in den Bau von zwei Fahrzeug-Emissions-Prüfzentren in Freising bei München und Tappenbeck bei Wolfsburg und legt damit den Grundstein für die Absicherung von Antriebskonzepten der Zukunft. Zudem erweitert der Konzern sein Leistungsspektrum und begegnet dem steigenden Bedarf an Prüfeinrichtungen in der Automobilindustrie.

Die deutsche Automobilindustrie steht derzeit vor vielfältigen Herausforderungen. Zum einen sind das die verschärften Rahmenbedingungen rund um WLTP (Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure) und RDE (Real Driving Emissions). Das neue Testverfahren WLTP, das das Fahrverhalten eines Pkw weltweit repräsentativ abdeckt, soll es den Automobilherstellern ermöglichen, realitätsnähere Verbrauchs- und Emissionswerte zu ermitteln und zu kommunizieren. Ergänzt wird die im Labor stattfindende WLTP-Prüfung durch den RDE-Test, bei dem die Schadstoffemissionen erstmals direkt auf der Straße gemessen werden.

Eine weitere Herausforderung stellt die zunehmende Antriebsvielfalt dar. Moderne Verbrenner mit unterschiedlichen Kraftstoffen, Elektro, Hybrid oder Brennstoffzelle – die Automobilindustrie verfolgt derzeit viele verschiedene Konzepte gleichzeitig.

Um diese beiden Aufgaben in kurzer Zeit zu bewältigen, werden die Automobilhersteller und Zulieferer nach Meinung der Experten von Berylls Strategy Advisors verstärkt auf die Entwicklungskompetenz von Technologiepartnern wie Bertrandt zurückgreifen. „Wir erkennen einen deutlichen Trend zur Verlagerung von Entwicklungs- und Absicherungsverantwortung zu externen Partnern. Hier sehen wir großes Potenzial, um Bertrandt weiter am Markt zu positionieren und unser Know-how auszubauen“, sagt Matthias Rühl, Fachbereichsleiter Powertrain/Fahrwerk bei Bertrandt.

Um den immer höheren und komplexeren Entwicklungs- und Prüfaufwand zu bewältigen, positioniert sich Bertrandt weiter als Partner der Automobilindustrie. Mit dem Bau von zwei hochmodernen Fahrzeug-Emissions-Prüfzentren in Freising bei München und Tappenbeck bei Wolfsburg legt Bertrandt den Grundstein für die Absicherung von Antriebskonzepten der Zukunft. Das Investitionsvolumen des Bauvorhabens beträgt rund 80 Millionen Euro. Die Schwerpunkte der Prüfzentren liegen auf Zertifizierung, Homologation, RDE-Entwicklungen sowie weiteren Entwicklungsumfängen.

„Wir gehen neue Wege bei Bertrandt und nehmen auch die Absicherung von Antriebskonzepten in unser Leistungsspektrum auf. Das Besondere an diesen beiden Prüfzentren ist, dass wir neben konventionellen Antrieben mit unterschiedlichen Kraftstoffen auch alternative Antriebskonzepte wie Hybrid- oder Elektroantriebe nach den neuesten gesetzlichen Vorgaben testen und absichern können. Durch die strategische Positionierung in Nord- und Süddeutschland entstehen für die Kunden und Partner von Bertrandt kurze Wege“, so Rühl.

Die beiden Prüfzentren sind baugleich und haben jeweils eine Größe von etwa 1,5 Fußballfeldern. Im ersten Bauabschnitt gibt es an jedem Standort drei Allradrollen-Prüfstände mit einer Systemleistung von 360 kW je Prüfstand. Alle Kammern können einen Temperaturbereich von -7 °C bis +35 °C abdecken. Beide Prüfzentren verfügen über 80 Stellplätze im Inneren des Gebäudes, die auf Temperaturen zwischen -25 °C und +23 °C konditionierbar sind. Die Fahrzeuge können somit schon vorab auf das spätere Prüfverfahren vorbereitet werden.

Eine Besonderheit an beiden Standorten ist der Rollenprüfstand mit Höhenkammer. In dieser speziellen Kammer können Höhen von bis zu 4.200 m simuliert werden. Zusätzlich verfügt diese über eine Sonnensimulation, welche unterschiedliche Sonneneinstrahlungen abbilden kann. Diese Prüfzelle ist als Hochleistungssystem mit 550 kW Nennleistung und einer maximalen Geschwindigkeit von bis zu 300 km/h ausgelegt. Damit ist es möglich, besondere Fahrsituationen zu simulieren, z. B. Bergfahrten oder Heißland-Tests. Das bedeutet, Automobilhersteller müssen nicht mehr für jeden einzelnen Test in die spezifischen Länder fahren, sondern können diese vor Ort durchführen. Das ist ein wichtiger Schritt in Richtung Effizienz, aber auch Nachhaltigkeit und Umweltschutz in diesem Bereich.

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VISION mobility live von der CES 2019: Deutsche Überraschungen

Der Konsum von Mobilität, wie wir ihn jahrzehntelang praktiziert haben, erlebt eine historische Zäsur. Die Welt steht vor ähnlichen Umwälzungen wie nach der Erfindung des Autos vor 125 Jahren. Wenn heute von der Zukunft der Mobilität die Rede ist, geht es nicht länger nur um die räumliche Fortbewegung der Lkw, Transporter, Busse und Pkw. Es geht um die neue Verkehrsmittelnutzung, neue Antriebsformen und Fahrzeug-Features. Die Zeitschrift VISION mobility hat dies live auf der CES in Las Vegas erlebt. Die Zukunft wird elektrisch – diesen Eindruck hat man jedenfalls nach Aussagen der deutschen Hersteller in Las Vegas, deren stärkstes Exponat von Daimler Vans kam. Das zeigt, dass auch hier umgedacht wird und selbst Nutzfahrzeuge in Las Vegas präsentiert werden. Damit trägt man auch dem Interesse vieler B2B-Kunden und Flotten Rechnung. Auf der CES trat Daimler vollumfänglich mit Pkw, Van und Truck an, wobei die Nutzfahrzeuge der Tochter Freightliner vor den Toren der Stadt ihre teilautonomen und vollelektrischen Runden drehten.

Ausgerechnet die Van-Sparte passte inhaltlich am besten auf die CES: Die Konzeptstudie „Vision Urbanetic“ feierte zwar schon auf der Nutzfahrzeug-IAA Premiere, kam mit ihrer exaltierten Gestaltung und dem radikalen Konzept (die Kabine lässt sich vom Chassis trennen und durch ein Cargoabteil ersetzen) aber erst in Las Vegas so richtig zur Geltung. Sie erhielt als elektrischer autonom fahrender Pod auch gleich einige neue Gadgets, darunter einen elektronischen Roulettekreisel unter dem Anzeigenrondell am Dach, der sich per Smartphone aktivieren ließe. Einmal mehr präsentierte Daimler darüber hinaus die kommunikativen Fähigkeiten seiner Van-Kugel, die als autonomes Fahrzeug auch aktiv mit der Umgebung in Kontakt treten kann. Ganz klar war darüber hinaus das Bekenntnis, dass die Zukunft elektrisch ist. Das würde man mittlerweile vielleicht auch bei Audi bestätigen. Doch die Bayern gaben sich hier wesentlich bescheidener und unspektakulärer im Auftritt: Audi kochte nochmal die Studie „Aicon“ der Pkw-IAA 2017 und den e-tron auf und zeigte neue Infotainment-Details. Der „Audi Experience Ride“ soll das Auto zum „mobilen Erlebnispark“ machen: Zukünftig können Passagiere auf dem Rücksitz mithilfe einer Virtual-Reality-Brille Filme, Videospiele und interaktive Inhalte noch realistischer erleben. Dabei sollen virtuelle Inhalte in Echtzeit an die Fahrbewegung des Autos angepasst werden. Bei „Audi Immersive In-Car Entertainment“ greift man Impulse aus Filmszenen auf und übersetzt sie in reale Fahrzeugbewegungen. 

Weitere wichtige CES-Highlights erfahren Sie in der nächsten Ausgabe, die am 01. Februar 2019 erscheint, im VISION mobility Messe Spezial. VISION mobility ist ab sofort auch als ePaper im iKiosk erhältlich.

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Seit 50 Jahren eigene Produktionsbasis für Kolben in Brasilien

Die in der Nähe von São Paulo beheimatete brasilianische Kolbenproduktion des Automobilzulieferers Rheinmetall Automotive begeht in diesem Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum. Der schon 1968 gegründete erste Standort von KS Kolbenschmidt in Santo André unweit São Paulo erwies sich bereits nach wenigen Jahren als nicht ausreichend expan­sionsfähig. Aus Kapazi­täts­gründen erfolgte daher 1986 die Verlagerung der Produktion nach Nova Odessa, nördlich von São Paulo.

Auf dem dortigen großflächigen Areal wurden in den zurückliegenden Jahren auch Produk­tionen oder Vertriebseinheiten weiterer Tochterfirmen der Rheinmetall Automotive AG ange­siedelt. Die Gruppe beschäftigt in Brasilien allein im Kolben­bereich über 1.000 Mitar­beiter. Einschließlich der weiteren am Standort Nova Odessa beheimateten Divisionen zählt die brasilianische Gesellschaft KSPG Automotive Brazil Ltda. heute insge­samt 1.350 Mitar­beiter und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von über 150 MioEUR.

Die Rheinmetall Automotive AG stellt als international operierender Automobilzulie­ferer mit 11.650 Mitarbeitern an weltweit über 40 Standorten Komponenten zur Emissions­reduzierung und Verbrauchsminderung sowie Elektroantriebe, Gehäuse von E-Motoren, Batteriepacks oder Thermomodule her. Als langjähriger Entwick­lungspartner der weltweiten Auto­mobilhersteller produziert das Unternehmen zudem Magnetventile, Aktuatoren und Pumpen, Kolben für Pkw, Nfz, stationäre Motoren, Schiffe und Lokomotiven sowie Motor­blöcke, Zylinderköpfe, Strukturbauteile und Gleitlager. Ferner beliefert die Gruppe freie Werkstätten und den weltweiten Ersatzteilmarkt in über 130 Ländern.

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Frost: Auf Lkw-Dächern können sich Eisplatten bilden

Auf Lkw-Dächern können sich bei längeren Standzeiten schnell größere Mengen Wasser und Schnee ansammeln. Wenn diese im Winter gefrieren, führt das im Straßenverkehr schnell zu gefährlichen Situationen. „Gerade in Kurven oder bei schneller Fahrt können sich Schnee und Eisbrocken vom Dach lösen und den nachfolgenden Verkehr gefährden“, erklärt Thorsten Rechtien, Kraftfahrtexperte von TÜV Rheinland. Außerdem behindern abfliegende Schneewolken und Eispartikel die Sicht, können Fahrzeuge beschädigen und andere Verkehrsteilnehmer zu waghalsigen Ausweichmanövern zwingen.

Fahrer trägt stets die Verantwortung

Egal ob Pkw oder Lastwagen – generell gilt: Im Straßenverkehr darf niemand behindert oder gar geschädigt werden. Deshalb ist der Fahrer vor dem Fahrtantritt verpflichtet, Auto oder Lkw von Schnee und Eis zu befreien, ansonsten begeht er eine Ordnungswidrigkeit. Bei Unfällen kann es sogar Probleme mit der Haftpflichtversicherung geben.

Spezielle Gerüste für Lkw-Fahrer

An vielen Autobahnraststätten stehen spezielle Gerüste zur Verfügung, von denen aus Lkw-Fahrer das Dach und die Plane ihres Fahrzeugs erreichen können. Andernfalls müssen sie eine Leiter benutzen, um Schnee und Eis zu entfernen. „Nachfolgende Fahrzeuge sollten im Winter generell einen großzügigen Sicherheitsabstand zu Lastwagen halten“, betont der TÜV Rheinland-Fachmann und ergänzt: „Besondere Vorsicht gilt an Autobahnauffahrten. Wenn Lastwagen beschleunigen, ist das Risiko groß, dass sich noch auf der Plane liegende Schnee- und Eisreste lösen.“

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Uniroyal kündigt freiwilliges Austauschprogramm für Pkw-Reifen an

• Austauschprogramm betrifft Uniroyal MS PLUS 77 in der Größe 205/60 R 16 92 H
• Pkw-Reifen wurden an Kunden in Deutschland, den Niederlanden und Frankreich ausgeliefert – rund 24 Reifen sind betroffen
• Programm deckt insgesamt 501 Reifen aus der Produktionswoche 41 des Jahres 2018 ab

Die Reifenmarke Uniroyal kündigt heute ein freiwilliges Austauschprogramm für 501 Pkw-Reifen Uniroyal MS PLUS 77 in der Größe 205/60 R 16 92 H an. Aufgrund einer nicht den Vorgaben entsprechenden Gummimischung können sich möglicherweise Teile der Lauffläche der Reifen aus dem genannten Produktionszeitraum (Produktionswoche 41/2018) lösen. Diese mögliche Laufflächenablösung könnte das Fahrverhalten einschränken. Uniroyal sind bisher keine Schadensfälle oder Unfälle bekannt, die hiermit im Zusammenhang stehen. Das Austauschprogramm wird freiwillig initiiert, um potentielle Risiken für Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer zu vermeiden. Die betroffenen Reifen wurden ausschließlich an Kunden in Deutschland, den Niederlanden und Frankreich ausgeliefert.

So kann man die betroffenen Uniroyal-Reifen identifizieren:

Produktlinie:
Uniroyal MS PLUS 77
Größe 205/60 R 16 92 H

DOT-Seriennummer:
DOT 6GXW DDBR 4118

Die letzten vier Zahlen der DOT-Seriennummer stehen für den Produktionszeitraum (Woche/Jahr). Betroffene Reifen werden kostenfrei ersetzt.

Der Eigentümer von Uniroyal, Continental, hat begonnen, die relevanten nationalen Behörden und den Reifenhandel zu informieren, um dieses freiwillige Austauschprogramm durchzuführen. Weitere Informationen, wie zum Beispiel eine Anleitung zur Identifikation eines betroffenen Reifens, stehen auf der Webseite https://www.uniroyal.de/… bereit.

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Ulf-Birger Franz: „Die Verkehrswende erfordert mehr Mut“

Die Hälfte der Wege wird in der Region Hannover nach wie vor mit dem Auto zurückgelegt – das belegen die aktuellen Zahlen „Mobilität in Deutschland 2017“ vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Die Werte sind zwar deutlich besser als im deutschlandweiten Vergleich – hier werden drei Viertel der Wege mit dem Auto zurückgelegt. Dennoch bleibt die Region Hannover damit hinter ihren selbst gesteckten Zielen zurück. Wie kann die Verkehrswende in der Region Hannover gelingen? Welche Faktoren sind ausschlaggebend? Wie können mehr Menschen dazu gebracht werden, vom Pkw aufs Rad oder in den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) umzusteigen? Fragen, die bei der Veranstaltung „Verkehrswende – aber wie“ heute (26. November) mit Expertinnen und Experten diskutiert werden.

„Die Verkehrswende erfordert mehr Mut. In den vergangenen Jahren sind die Anteile von Öffis und Radverkehr in der Stadt Hannover im Gegensatz zum Bundestrend und übrigens auch zum Umland nicht weiter gestiegen“, sagt Ulf-Birger Franz, Verkehrsdezernent der Region Hannover. Hannover sei nach wie vor als autogerechte Stadt konzipiert. Deshalb sei ein gemeinsames Konzept von Landeshauptstadt und Region erforderlich, um die gemeinsamen Ziele zu erreichen.

16 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in der gesamten Region Hannover haben ihre Wege im Jahr 2017 mit den Rad zurückgelegt – ein Anstieg im Vergleich zu den Jahren 2011 (15 Prozent) und 2002 (12 Prozent). Ähnlich sieht die Situation auch bei der Nutzung des ÖPNV aus: 16 Prozent ist der Anteil ÖPNV an den zurückgelegten Wegen in der Region. 2011 waren es 15 Prozent, 2002 12 Prozent. Der Anteil der Pkw-Mitfahrenden ist derweil seit 20011 stabil bei zwölf Prozent. Der Anteil der Pkw-Fahrerinnen und -fahrern auf den Straßen der Region sinkt hingegen: Legten 2002 und 2011 noch 37 Prozent ihre Wege mit dem Auto zurück, waren es 2017 nur noch 35 Prozent. „Unsere Ziele, die wir uns mit dem Verkehrsentwicklungsplan pro Klima selbst gesteckt haben, waren durchaus ehrgeiziger“, bilanziert Franz.

Ein Beispiel, das beim Thema Verkehrswende gern herangezogen wird, ist Wien. Die 1,8-Millionen-Einwohner-Stadt hat sich in den vergangenen Jahren positiv entwickelt: Der Anteil des motorisierten Individualverkehrs am gesamten Verkehrsaufkommen der Wiener Bevölkerung ist von 37 Prozent im Jahr 2000 auf 27 Prozent in 2015 zurückgegangen. Mit einem Anteil von 39 Prozent an allen Wegen wird der ÖPNV in Österreichs Hauptstadt durch die Wiener Bevölkerung deutlich häufiger als jeweils die anderen Verkehrsmittel genutzt. Prof. Dr.-Ing. Carsten Sommer vom Fachgebiet Verkehrsplanung und Verkehrssysteme der Universität Kassel hat sich wissenschaftlich mit der Verkehrsentwicklung in Wien beschäftigt. „Es sind verschiedene Maßnahmen, die aufeinander aufbauen und sich ergänzen, die zu einer erfolgreichen Verkehrswende in Wien geführt haben“, so Prof. Sommer. Gern auch in Hannover herangezogen wird das „Wiener Modell“: die Absenkung der Preise für die Jahreskarte auf 365 Euro sowie die Erhöhung der Preise für Gelegenheitskunden (eine Einzelfahrt um rund 17 Prozent). „Das ist aber nicht allein der Erfolgsfaktor“, betont Prof. Sommer. Eine stetige Erweiterung des ÖPNV-Netzes und der gebührenpflichtigen Parkzonen, die Erhöhung der Parkgebühren um 67 Prozent sowie die städtische Förderung des Radverkehrs hätten sich gegenseitig ergänzt und unterstützt. „Das ‚Wiener Modell‘ hat einen deutlichen Effekt auf die Anzahl der verkauften Jahreskarten, während der Effekt auf die Fahrgastzahlen eher gering ausfällt“, erläutert Prof. Sommer. Sein Fazit: „Das Wiener Modell führt im Wesentlichen zu einer Wanderung zwischen Fahrausweisarten und weniger zum Gewinn von Neukunden. Nur eine langfristige und konsequent nachhaltige integrierte Stadt- und Verkehrsplanung unter Nutzung des gesamten Maßnahmenspektrums führen zur Verkehrswende.“

Zurück zur Region Hannover: „Die aktuellen MiD-Zahlen ermöglichen neue Analysen. Damit werden wir unseren Verkehrsentwicklungsplan pro Klima evaluieren und fortschreiben“, sagt Elke van Zadel, Leiterin des Fachbereichs Verkehr der Region Hannover. Grundsätzlich zeige sich ein Trend zur Abkehr vom Auto in der jüngeren Generation, „allerdings wächst die Bedeutung in den älteren Generationen“, so van Zadel. Es sei zudem ein Trend zur vielfältigeren Mobilität in den Großstädten erkennbar, während die Bedeutung der Automobilität im ländlichen Raum wächst. „Die MiD-Zahlen zeigen, dass die Verkehrswende in Ansätzen erkennbar ist, aber die erwartete und erhoffte Dynamik ausgeblieben ist“, so van Zadel. Das Fazit von Verkehrsdezernent Franz: „Nur eine abgestimmtes Verkehrspolitik, die Nahverkehr und Radwege ausbaut und gleichzeitig den Autoverkehr in der Innenstadt deutlich reduziert, hat Zukunft.“

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Bioethanol als Kraftstoff

Auf dem 16. Internationalen Fachkongress für erneuerbare Mobilität werden zahlreiche Parallelforen den verschiedenen technischen und ökonomischen Aspekten der Antriebe von morgen und den großen Herausforderungen durch ambitionierte Klimaschutzziele gewidmet sein.

Bioethanol, der als Beimischung oder als Reinkraftstoff weltweit am stärksten verbreitete Biokraftstoff, steht am zweiten Tag des Fachkongresses, am 22. Januar 2019, im Fokus eines Parallelforums mit Experten aus Unternehmen und Forschung in Großbritannien, Indien, Irland und den USA.

Die neuen aktuell diskutierten europäischen CO2-Flottengrenzwerte für Pkw werden von verschiedenen Seiten entweder als zu niedrig oder als zu hoch kritisiert. Der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe) geht davon aus, dass weder in Deutschland noch in den übrigen EU-Mitgliedstaaten allein mit schärferen Flottengrenzwerten die ambitionierten Ziele zur Minderung der verkehrsbedingten Emissionen erreicht werden können.

Vor diesem Hintergrund ist eine differenzierte Betrachtung alternativer Kraftstoffe und ihrer jeweiligen Verfügbarkeit bei der Minderung der Treibhausgasemissionen im Verkehr von großer Bedeutung. Die im Jahr 2017 in Deutschland verbrauchten Biokraftstoffe haben nach amtlichen Angaben eine Einsparung der Treibhausgasemissionen von mehr als 81 Prozent gegenüber fossilen Kraftstoffen bewirkt. Allein durch die Beimengung von Bioethanol zu fossilem Benzin wurden national rund 2,2 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente vermieden.

Die am 13. November 2018 vom Europäischen Parlament verabschiedete Neufassung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED II) bietet Planungssicherheit für Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse, die auch künftig einen entscheidenden Beitrag zu erneuerbaren Energien im Verkehr leisten sollen. Ebenso bietet die neue Richtlinie ab 2020 für Biokraftstoffe aus Abfällen und
Reststoffen eine Zukunftsperspektive, da für sie ein deutlich steigender Mindestanteil vereinbart wurde. Dabei sollen sie wie bisher auf die Zielvorgaben für den Einsatz erneuerbarer Energien im Verkehr doppelt angerechnet werden.

Programm des Forums „Vorteile hochoktaniger Kraftstoffe und neue (Bio-)Technologien in der Produktion von Bioethanol“ am 22.01.2018 ab 9.00 Uhr:

Zoltán Szabó, ClonBio Group Ltd (ehem. Ethanol Europe Renewables Ltd), eröffnet das Parallelforum mit einem Vortrag über hochoktanige Kraftstoffe, die aufgrund der Beimischung von Bioethanol für mehr Wirkungsgrad und Effizienz des Verbrennungsmotors sorgen. Die technischen Aspekte von Bioethanol als „Oktan-Booster“ sind seit längerem von internationalen Fachleuten vielfach untersucht worden. Zoltán Szabó analysiert die Standardisierung der Oktanwerte für E15 (USA) und E10 (Europäische Union) sowie die unterschiedlichen Möglichkeiten bei der Höhe der Oktanzahl. In seiner Schlussfolgerung legt er die Auswirkungen für Klimaschutz und Gesellschaft dar, die eine angenommene Einführung von E20 oder E25 hätte.

Rahul Dagwar, Praj Industries Ltd, Pune, Indien, präsentiert die neueste Technologie des international tätigen Unternehmens im Anlagenbau für Ethanol auf Zellstoffbasis. Im Jahr 2018 wurde Praj Industries in die jährlich vom internationalen Fachmagazin „Biofuels Digest“ veröffentlichte Liste der „Top 50 Hottest Companies in Advanced Bioeconomy“ aufgenommen.

Dr. Alex Brogan, Imperial College London, Department of Chemical Engineering, hat sich mit seinem Team auf die Modifizierung des Glukodisase-Enzyms konzentriert, welches dabei hilft, die in Biomasse enthaltenen komplexen Kohlenhydrate in Pflanzenzellen aufzuspalten. Im Juni 2018 wurde in „Nature Chemistry“ über das neu entwickelte Verfahren zur Beschleunigung des Umwandlungsprozesses in Glukose als Basis für die Herstellung von Ethanol berichtet. Mit seiner Präsentation berichtet Dr. Brogan über den aktuellen Stand der Forschung und die Aussichten für eine industrielle Anwendung.

Freya Burton, LanzaTech, Chicago, USA, informiert über die erste, gemeinsam mit ArcelorMittal konzipierte Anlage im belgischen Gent, die Kohlenmonoxid aus der Stahlproduktion in Ethanol umwandeln wird. Die von LanzaTech lizenzierte Technologie nutzt Mikroben, die sich von
Kohlenmonoxid „ernähren“, um Ethanol herzustellen. Mit dem Bau wurde 2018 begonnen, die Inbetriebnahme wird bis Mitte 2020 erwartet.

Am zweiten Kongresstag bieten insgesamt 11 Foren ein breites Themenspektrum aus allen Bereichen der erneuerbaren Energien im Mobilitätssektor: Deutsche und internationale Experten stellen Neuigkeiten aus der technischen Entwicklung, Forschung, Zertifizierung, Marktanalyse und den Handelsströmen vor und diskutieren mit den Kongressteilnehmern. Dort und im Aussteller-Forum mit Messeständen bietet sich auch Gelegenheit zum fachlichen Austausch und Netzwerken.

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eMobility-as-a-Service: eMobility-Scout präsentiert Forschungsergebnisse im Berliner Effizienzhaus

Mit einer Präsentation der Forschungsergebnisse endete an diesem Donnerstag das Forschungsprojekt eMobility-Scout. Drei Jahre lang hat das Konsortium aus namhaften Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Partnern an der wirtschaftlichen Integration von Elektromobilität in gewerbliche Flotten gearbeitet. Das Ergebnis ist eine Plattform, die mit der Automatisierung und Anwenderfreundlichkeit die entscheidenden Erfolgsfaktoren der E-Mobilität voranbringt und genaue Anleitung für die Elektrifizierung von Fahrzeugflotten bietet.  

Vor geladenen Gästen wurden im Berliner Effizienzhaus Plus die Ergebnisse der cloudbasierten IT-Lösung für den Betrieb von E-Fahrzeugen und das Teilen der unternehmenseigenen Ladeinfrastruktur vorgestellt. Die Plattform wird beim Projektpartner Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) seit August des vergangenen Jahres in der Praxis getestet und trägt zu einer deutlichen Steigerung bei den Kilometerleistungen der E-Fahrzeuge bei. Heinrich Coenen, Projektleiter der Stabsabteilung Inhouse Consulting der Berliner Verkehrsbetriebe, bilanziert: „Wir haben unter Beweis gestellt, dass ein regional tätiges Unternehmen seine PKW-Flotte wirtschaftlich auf Elektroantriebe umstellen kann. Ein integriertes IT-System ist hier Voraussetzung für ein effizientes Pooling.“

Damit trägt das Projekt eMobility-Scout, Teil des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderten Forschungsprogramms „IKT EM III: Einbindung von gewerblichen Elektrofahrzeugen in Logistik-, Energie- und Mobilitätsinfrastrukturen“, dem großen Interesse vieler Unternehmen und Institutionen Rechnung, Elektrofahrzeuge „simple“ und „smart“ in ihre Flotten einzubinden. Der Bedarf an Unterstützung bei der Einführung und Nutzung ist hoch. eMobility-Scout sieht sich daher als Wegbereiter der E-Mobilität in den Fuhrparkalltag und hat sich intensiv mit den neuen Anforderungen an die Verantwortlichen der Unternehmensmobilität auseinandergesetzt.  

„Die wirtschaftliche Nutzung der E-Mobilität ist das wichtigste Argument für eine schnelle Verbreitung“, sagt Frank Meißner, Projektleiter beim Konsortialführer Carano Software Solutions. „Noch vor der Komplexität der Nutzung bildet diese das größte Hemmnis bei den Unternehmen. Beide Faktoren hängen eng miteinander zusammen. Wir haben die verschiedenen komplexen Teilfunktionen so integriert, dass diese von den Anwendern als eine Applikation wahrgenommen werden.“

Der dabei verfolgte Ansatz lautet eMobility-as-a-Service, sprich Prozesse von Lade-, Flotten- und Infrastrukturmanagement werden im Hintergrund zusammengeführt und automatisiert. Das IT-System lässt sich in Zukunft in verschiedene digitale Ökosysteme einbinden. So können vorhandene Services genutzt werden, anstatt sie neu zu entwickeln. Für interessierte Fuhrparkbetreiber wurde aus den gewonnenen Erkenntnissen ein unterstützender Leitfaden zur Integration der Elektromobilität in bestehende Fahrzeugflotten entwickelt, sodass das Projekt seiner wegbereitenden Rolle gerecht wird.

Das Lade- und Energiemanagement stellte für das Projekt eine der wichtigsten Aufgaben dar. „Betriebsprognosen für Fahrzeuge, Ladeinfrastruktur und Energiebedarf sowie Abweichungen davon lassen sich aus den gewonnen Daten unseres Projektes sehr gut ableiten“, kommentiert Siegfried Wagner vom Projektpartner in-integrierte Informationssysteme GmbH. „Damit wird die Grundlage für den netzdientlichen und energiekostenoptimierten Einsatz der Elektromobilität geliefert.“

Übersichten zu Reservierungen, exakt berechneten Ladezyklen, Störungen, Energiestatus und anderen wichtigen Betriebsdaten werden ersichtlich und Vorgaben für den Elektroenergieeinsatz für das Laden können in Zukunft von anderen Systemen bezogen werden. Zu allen Prozessteilen werden Kosten notiert, die den wirtschaftlichen Einsatz der Flotte widerspiegeln.

Hinsichtlich der Gesetzgebung konnte das Projekt im Rahmen der Begleitforschung von IKTIII einiges an Beitrag leisten. Ein prominentes Beispiel hierfür ist §14 EnWG, welcher bereits 2016 beschlossen wurden, sich aber noch in der Umsetzung befindet. Wenn hier auch wichtige Beiträge bereits eingebracht worden sind, bestehen weiterhin offene Wünsche an Hersteller und Politik. Darunter befinden sich unter anderem ein Fortschritt bei der Standardisierung des Zugriffs auf die Ladeinfrastruktur und ein Zugang zu den Daten der Fahrzeuge.

Das Projektkonsortium von eMobility-Scout setzt sich aus fünf erfahrenen Partnern zusammen, darunter Carano Software Solutions GmbH, Fraunhofer IAO, TU Dresden, in-integrierte informationssysteme GmbH sowie die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) als Anwendungspartner. Ergänzt wird dieses Konsortium durch assoziierte Partner, die im Rahmen eines Anwenderkreises organisiert sind.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter http://www.emobilityscout.de

Über eMobility Scout

Das Forschungsprojekt eMobility-Scout beschäftigt sich mit der Konzeption, Umsetzung und Erprobung einer cloudbasierten IT-Lösung für den Betrieb von E-Fahrzeugen und das Teilen der unternehmenseigenen Ladeinfrastruktur mit anderen Unternehmen. Damit trägt eMobility-Scout dem großen Interesse vieler Unternehmen und Institutionen Rechnung, Elektrofahrzeuge „simple“ und „smart“ in ihre Flotten einzubinden.

eMobility-Scout ist Teil des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderten Forschungsprogramms „IKT EM III: Einbindung von gewerblichen Elektrofahrzeugen in Logistik-, Energie- und Mobilitätsinfrastrukturen“. Mit diesem Programm fördert das BMWi bis Ende 2018 ausgewählte Projekte zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) für die Elektromobilität.

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Wissen, wer wo langfährt

Auf der diesjährigen INTERGEO vom 16. bis 18. Oktober 2018 in Frankfurt a. M. war das Interesse für Mobilitätsdaten bemerkenswert groß. Die DDS Digital Data Services GmbH hat ihr auf dem PTV-Verkehrsmodell Validate basierendes Verkehrsmengenprodukt präsentiert und gezeigt, dass kaum eine Standortplanung ohne verlässliche Verkehrsdaten auskommt.

Verkehrsströme zu erfassen und zu lenken, ist eine große politische Aufgabe und Herausforderung, denn das Verkehrsaufkommen weltweit, aber auch in Deutschland, wächst stetig. Mehrere Hundertmilliarden Kilometer legen allein die fast 50 Millionen in Deutschland zugelassenen Pkw zurück – im Jahr 2016 zum Beispiel 650 Milliarden Kilometer. Auf welchen Straßen dabei wie viele Fahrzeuge unterwegs sind, wird zum einen bei klassischen Verkehrszählungen festgestellt, aber auch in Modellen errechnet.

So bietet das Karlsruher Unternehmen DDS Digital Data Services GmbH für ganz Deutschland Angaben zu Verkehrsmengen auf Ebene von Straßensegmenten an, die auf Validate beruhen, einem Verkehrsmodell der PTV AG, das seit 2005 kontinuierlich erweitert wurde. Beim aktuellen Release wurden die Verkehrszellen, in die das Untersuchungsgebiet eingeteilt ist, verdoppelt, sodass die Basis nun 20.000 Zellen bilden, die jeweils ca. 4000 Einwohner repräsentieren. Die Verkehrszellen werden außerdem durch 80.000 Marktzellen mit soziodemographischen Angaben ergänzt und verfeinert, wodurch die lagegenaue, prozentuale Einspeisung des Verkehrs der Verkehrszellen in das Gesamtnetz unterstützt wird. Aus den amtlich verfügbaren Strukturdaten der Gemeinden und Marktzellen sowie den einwohnertypischen Verkehrsverhaltensansätzen wird dann mithilfe eines PTV-Simulationsmodells die Verkehrsverflechtung modellhaft errechnet. Im Ergebnis liefert Validate Pkw- und Lkw-Belastungen – Letztere sogar unterteilt nach zulässigem Gesamtgewicht – für das gesamte deutsche Hauptstraßennetz. Auch eine Differenzierung im Tagesverlauf über 24 Stunden sowie nach Wochentagskategorien ist im Modell enthalten.

„Wir haben auf der diesjährigen INTERGEO feststellen können, dass sich sehr viele Vertreter aus den unterschiedlichsten Branchen für Verkehrsmodelle interessieren und wir haben Validate mehrmals vorgeführt“, berichtet DDS-Mitarbeiter Andreas Lehr. „Die Einsatzzwecke waren dabei breit gefächert. Vor allem Geomarketinganwendungen standen im Fokus – angefangen bei Standortbewertungen bis zu zeitabhängigen Analysen des Kundenaufkommens.“ So sind Angaben zu Verkehrsmengen zum Beispiel für die Werbebranche von Interesse, denn die Wirksamkeit eines Werbetafelstandorts hängt ganz wesentlich davon ab, wie viele Autos ihn passieren. Aber auch Schnellrestaurants oder Tankstellen setzen bei ihrer Filialplanung vermehrt auf Verkehrszahlen wie Validate sie liefert und betreiben so effizientes und punktgenaues Geomarketing.

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Tagung: Die Bedeutung von Elektrofahrrädern für den Straßenverkehr in Stadt und auf dem Land

Elektrofahrräder wie Pedelecs können einen Beitrag zur umweltfreundlichen Mobilität liefern. Doch gilt das nur für den urbanen Raum? Was ist mit ländlichen Gegenden? Über diese Fragen geht es bei der Tagung „Pedelecs – Elektrisierende Wiederentdeckung des Fahrrads“. Sie findet am Mittwoch, den 14. November, von 8:30 bis 17:00 Uhr im Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern statt. Organisiert wird sie vom Team um Professor Dr. Wilko Manz vom Institut für Mobilität und Verkehr (Imove) an der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) gemeinsam mit den rheinland-pfälzischen Ministerien für Umwelt und Wirtschaft.

Immer mehr Elektrofahrräder sind auf deutschen Straßen unterwegs, darunter auch viele Pedelecs. Diese dürfen ohne Fahrradhelm gefahren werden und erreichen mühelos Geschwindigkeiten von bis zu 25 Kilometern pro Stunde. Für dieses Jahr rechnet der Zweirad-Industrie-Verband mit rund 850.000 verkauften E-Bikes. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einer Steigerung von 18 Prozent.

Über die Rolle dieser neuen Räder-Generation im Straßenverkehr in der Stadt und auf dem Land geht es bei der Tagung in Kaiserslautern: Mathias Kassel von der Stadt Offenburg zeigt unter anderem auf, wie Kommunen den Radverkehr künftig fördern können. Welche Rolle Falträder im Linienbusverkehr spielen können, erläutert Dr. Jürgen Brunsing von der Bergischen Universität Wuppertal. Zudem geht es um neue Planer für Radrouten sowie darum, die Verkehrsinfrastruktur in Städten und Kommunen an Elektroräder anzupassen.

Darüber hinaus stellt Nicolas Mellinger von Imove das Projekt „Assistenzsysteme für Pedelecs“ vor. Ziel ist es, das Fahren mit den E-Rädern sicherer zu machen. Bei Unfällen mit diesen Rädern sind verstärkt Senioren betroffen. Sie können oft auf plötzlich auftretende Gefahren nicht mehr so schnell reagieren wie jüngere Verkehrsteilnehmer. Das Team um Mellinger arbeitet an einer Technologie, die Radfahrer frühzeitig vor möglichen Gefahren warnen und in kritischen Situationen helfen soll – etwa mithilfe optischer Signale und unterstützenden Funktionen.

Auch Dr. Johannes Roos stellt ein Forschungsvorhaben der TUK vor. Bei „e-Velo“ steht die Rolle von Elektro-Fahrräder im ländlichen Raum in Rheinland-Pfalz im Fokus. Der Ingenieur hat untersucht, welche möglichen Potenziale E-Räder für eine Verlagerung von Verkehrsnachfrage vom Pkw auf das elektrische Zweirad erkennbar sind. Dabei geht es vor allem um kurze Wege, wie etwa einer Fahrt zum Supermarkt, zum nahegelegenen Arbeitsplatz oder dem nächsten Bahnhof. Die vielversprechenden Ergebnisse machen Mut, an dieser Stelle weiter zu forschen. Das Nachfolgeprojekt wird an diesem Tag vorgestellt.

Organisiert wird die Tagung von Imove gemeinsam mit dem Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz sowie dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz.

Die Veranstaltung findet von 8:30 bis 17:00 Uhr im FCK Tagungszentrum des 1. FC Kaiserslautern in der Nordtribüne des Fritz-Walter-Stadion (Fritz-Walter-Straße 1, 67663 Kaiserslautern) statt.

Wer Interesse hat, kann sich bis zum 9. November anmelden: www.bauing.uni-kl.de/imove/tagung/ 

Die Plätze sind begrenzt, die Teilnahme ist kostenfrei.

Das Programm im Überblick: www.bauing.uni-kl.de/fileadmin/imove/dateien/Tagungen/2018_e-Velo/einladung_tagung.pdf

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