Wirtschaft, Politik, Hochschule: Wolfgang Bosbach und Heike Heim beim Unternehmerforum der ISM

Digitalisierung ist das bestimmende Thema der Wirtschaftspolitik. Sie treibt neue Geschäftsmodelle voran, verändert das Verhältnis zwischen Markt und Verbraucher und wird dazu führen, dass sich viele Jobs in den kommenden Jahren wandeln werden. Aber was heißt das ganz konkret für die unternehmerische Praxis? Darüber sprechen CDU-Politiker Wolfgang Bosbach und Heike Heim von DEW21 am 8. Mai beim Unternehmerforum an der ISM Dortmund (Otto-Hahn-Str. 19). Die öffentliche Veranstaltung beginnt um 16 Uhr.

Seit Heike Heim im Sommer 2017 den Vorsitz der Geschäftsführung der Dortmunder Energie- und Wasserversorgung übernommen hat, ist Wandel ein stetiger Begleiter. Denn Vernetzung und Digitalisierung aber auch branchenübergreifende Innovationen und Zusammenarbeiten verändern die Energiewirtschaft nachhaltig. Die Branche steht vor der großen Herausforderung, neue Geschäftsfelder zu erschließen und sich bei den Megatrends Energiewende, Nachhaltigkeit und Elektromobilität zu positionieren.

Aus Sicht der Politik spricht der ehemalige Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Innenausschusses des Deutschen Bundestages Wolfgang Bosbach. Schwerpunkt seines Vortrages werden die aktuellen Herausforderungen für den Mittelstand sein.

Das Unternehmerforum richtet sich an Unternehmen aus der Region und die interessierte Öffentlichkeit. Die Veranstaltung ist kostenlos. Unter Anmeldung an business@ism.de wird gebeten. Weitere Informationen unter https://www.ism.de/unternehmen/netzwerk-veranstaltung.

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Treibt die Politik die Deutschen in die Armut und Arbeitslosigkeit?

Die Globalisierung hat ihre Ursache in den unterschiedlichen Faktorkosten (Arbeit, Rohstoffe, Steuern und Abgaben, etc.) in unterschiedlichen Ländern und Weltregionen. Durch die Digitalisierung wird die Globalisierung erheblich beschleunigt. In der ersten Phase der Globalisierung wurde die komplette Fertigung von Waren in Länder mit niedrigen Faktorkosten verlagert. In der zweiten Phase wurden Teile der Wertschöpfungsketten verlagert. Dabei gilt für die Verlagerung die von Ronald Coase entwickelte Entscheidungsregel (Coase-Theorem) für die Ressourcenallokation:

Sie die Transaktionskosten bei der Verlagerung von Arbeiten niedriger als die Faktorkostendifferenz und Organisationskosten innerhalb des Unternehmens lohnt sich die Verlagerung.

Zu den Transaktionskosten rechnen alle Kosten der Durchführung der Verlagerung von der Akquise der Partner, Vertragsabschlusskosten, Transport- und Risikoabsicherungskosten, etc. . Bei Waren wurden die Transaktionskosten auf mehr als die Hälfte der Gesamtkosten eines Produktes geschätzt.

In den siebziger Jahren konnten die Transaktionskosten durch die Containerisierung und in den achtziger Jahren durch den „Round the World-Service“ und die damit verbundene Produktivitätssteigerung mehr als halbiert werden. Die damit verbundene Senkung der Transaktionskosten sowie ein zweiter Treibsatz die Liberalisierung der zweiten Welt und vor allem von China hat die Globalisierung enorm beschleunigt.

Durch Digitalisierung werden die Grenzen abgeschafft. Die neuen Telekommunikationssysteme ermöglichen die Arbeit aus der Ferne. Weitere wichtige Technologien sind z.B. künstliche Intelligenz, wie selbststeuernde Pkw´s, Maschinenübersetzung oder E-Commerce.

Durch die Digitalisierung sinken die Transaktionskosten für alle digitalisierbaren Arbeiten gegen Null. Wenn ich die Arbeit ins „Home-office“ verlagern kann, warum sollte ich diese nicht in die Staaten außerhalb der EU in Osteuropa auf den Balkan verlagern. In diesen Staaten sind die Lebenshaltungskosten nur ein Zehntel (Kosovo, Weißrußland, etc.) so hoch, wie in Deutschland. Wurden in den beiden letzten Dekaden ganze Entwicklungsabteilungen nach Indien verlagert, wird dies nun mit vielen arbeitsintensiven Dienstleistungen geschehen. Der Wettbewerb mit Freelancern aus diesen Ländern mit geringerer Steuer- und Abgabenlast auf den Faktor Arbeit, sowie weniger strengen Arbeitsregelungen wird eine massive Arbeitsplatzverlagerung zur Folge haben. Ein Vergleich der OECD über die aktuelle Steuer- und Abgabenquote auf die Lohnkosten innerhalb der OECD zeigt wenig überraschend: die deutschen Unternehmen und Arbeitnehmer werden im Vergleich zu allen OECD Staaten (mit Ausnahme von Belgien) stärker belastet. Mit einer Steuer- und Abgabenquote von 49,4 % der Lohnkosten liegt Deutschland nicht nur an zweiter Stelle bei dieser Größe, sondern es belastet seine Unternehmen und Arbeitnehmer auch um 13,4 % stärker als der Durchschnittswert der OECD, welcher bei 36 % liegt.
Weitere Verschärfungen der Gesetze für die Arbeitsverhältnisse, wie Verpflichtung der Umwandlung von Teilzeit- in Vollzeitarbeitsplätze oder Verpflichtung zur Home-Office Arbeit wird eine massive Verlagerung der Arbeitsplätze zur Folge haben.

Diese kostentreibenden und flexibilitätsverhindernden Regelungen werden zusätzlich den Einsatz von künstlicher Intelligenz fördern und große Teile der Arbeitsplätze in den Büros ersetzen. Die Politik in den letzten Jahren und die zu erwartenden politischen Entscheidungen in den nächsten Jahren werden die Arbeitslosigkeit wieder massiv ansteigen lassen und zu erheblichen Wohlstandsverlusten führen.

Allerdings wird diese Entwicklung nicht über Nacht passieren, sondern schleichend eintreten. Nach den Schätzungen der Experten ist der Jobverlust durch Automatisierung und Globalisierung mehr als heftig. Durch diesen schleichenden Vorgang wird die Entwicklung verschlafen und die bisherige Politik weiter betrieben. Durch die Schweigespirale passen sich die Bürger der durch die Medien geprägten öffentlichen Meinung an.  Viele Bürger werden in der ersten Phase glauben, dass sie selbst für ihre Misere verantwortlich sind. Im Gegensatz zu früheren Automatisierungs- und Globalisierungswellen werden davon auch höhere Angestellte und Besserverdienende betroffen sein, da deren Dienstleistungen internationalisiert werden. Diese Schicht wird die Verwerfungen nicht klaglos hinnehmen und erkennen, dass ein Großteil ihrer Probleme das Ergebnis einer verfehlten Politik ist.

Die Fehlentscheidungen der letzten beiden Jahrzehnte in der Bevölkerungs-, Familien-, Energie-, Geld- und Währungspolitik haben Deutschland den Spielraum und die Reserven genommen mit solchen Verwerfungen umzugehen und werden mindestens noch die nächste Generation in starkem Maße belasten.

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Jubiläums-Fachtagung

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Jubiläums-Fachtagung: 20 Jahre teckpro

Do, 28.03.2019 – Fr, 29.03.2019

Was macht der Wettbewerb? Was funktioniert und was nicht? Was kann die Künstliche Intelligenz wirklich? Was planen andere Branchen, die DATEV, Steuerberater oder Portale? Was treibt die Politik?

Die Finanzindustrie betreibt erhebliche Investitionen in Innovationsprojekte und setzt große Hoffnungen in neue Technologien, die in der Nachkalkulation jedoch nicht immer erfüllt werden. Nutzen Sie die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch mit Wissenschaftlern und zahlreichen Experten aus der Versicherungswirtschaft und anderen relevanten Bereichen.

Michael Littig, Vorstand der teckpro AG

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CGM: „Schluss mit einer Rentenpolitik nach Kassenlage – der halbe Beitragssatz für Betriebsrenten muss jetzt kommen und dauerhaft gelten!“

Beim politischen Reizthema der Doppelverbeitragung von Betriebsrenten hat der öffentliche Protest der betroffenen Arbeitnehmer die Bundesregierung offenbar zum Umdenken veranlasst. Die CGM begrüßt die politischen Überlegungen des Bundesgesundheitsministeriums zur Rücknahme dieser sozial ungerechten Mehrbelastung von Hunderttausenden Betriebsrentnern.

Adalbert Ewen, Bundesvorsitzender der CGM, kommentiert:

„Angesichts der monatlichen Rekordstände bei den finanziellen Überschüssen der gesetzlichen Krankenkassen ist nun auch der einstige politische Sachgrund für diesen sozialen Missstand entfallen. Die Christliche Gewerkschaft Metall wertet die Abführung sowohl des Arbeitgeber- als auch des Arbeitnehmeranteils der Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung bei der Betriebsrente als sozial ungerechte und politisch törichte Mehrbelastung der deutschen Arbeitnehmer. Bei einer Direktversicherung haben viele jetzige Betriebsrentner sogar ihr Urlaubs- und Weihnachtsgeld guten Glaubens in die Betriebsrente gesteckt und erhalten heute dadurch weniger gesetzliche Rente.

Der politische Eingriff von 2004 in die dritte Säule der Altersversorgung zulasten der Betriebsrentner mag der damaligen Bundesregierung rechtlich einwandfrei und finanziell alternativlos erschienen sein. Allerdings hat die urplötzliche Veränderung der sozialversicherungsrechtlichen Rahmenbedingungen auch für die laufenden Verträge bei vielen Bürgern viel Vertrauen gekostet und Skepsis geschürt. Offensichtlich hat die Große Koalition nun endlich die Verantwortung des Gesetzgebers, einen langfristig verlässlichen und planbaren rentenpolitischen Kurs zu fahren, erkannt und rudert zurück.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) steht nun vor der wichtigen Aufgabe, den notwendigen finanziellen Spielraum im Gesundheitssystem für die Rücknahme der Mehrbelastung auszumachen. Als CGM stehen auch wir hinter dem gemeinsamen Ziel, die Attraktivität der Betriebsrente für die jetzige sowie künftige Generation von Arbeitnehmern zu stärken. Die Rückbesinnung auf den halben Beitragssatz sehen wir als überfällige vertrauensbildende Maßnahme für die gesamte Altersvorsorge.“

 

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CEO Gipfel 2019 in Berlin – 17./18. März

Profitieren Sie von geballtem Wissen und den neuesten Entwicklungen auf verschiedensten Fachmärkten. Vereinbaren Sie gleich Ihren exklusiven Gesprächstermin mit uns unter info@adensio.com!

Geschäftsführer und Vorstände haben die tragende Aufgabe, den Weg in die Zukunft zu weisen. Durch die rasante Entwicklungsgeschwindigkeit der Digitalisierung und der Gesellschaft, befindet sich diese Rolle in einer beständigen Formveränderung, die sich der Herausforderung der gegenwärtigen Agilität und den Anforderungen der Zukunft zeitgemäß stellen muss. Ein klarer Überblick über Bedürfnisse von Kunden, Mitarbeitern, Wirtschaft, Politik und Kultur ist daher erforderlich, um die unberechenbare Entwicklung durch eine beträchtliche und gleichzeitig flexible Vorbereitung, wirtschaftlich erfolgreich zu steuern. Der CEO Gipfel 2019 soll unter anderem neue Beziehungen, Ansichtsweisen und Herangehensweisen zu Arbeitsprozessen, Mitarbeitern, Fach- und Führungskräfteentwicklung, Strategieumsetzung, Technologien und Innovation erkunden, um durch geteiltes Wissen, ein klares Sichtfeld über die Zukunft der Industrie zu verschaffen.

Geballtes Wissen in einem Raum
hochrangige Entscheidungsträger – wissensintensives Umfeld
Der CEO Gipfel 2019 bringt führende Entscheider aus verschiedenen Branchen zu einem  zweitägigen intensiven Austausch zusammen. Entwicklungen, Trends und Problemfelder werden hier von hochrangigen Fachleuten der bedeutendsten Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz diskutiert.

GROSSARTIGE INHALTE VON

Kilian Kleinschmidt, Ehm. UNHCR official
& Global Networking and Humanitarian Expert,
SWITXBOARD

Frank Sitta, stellvertretender Vorsitzender der FDP,
Deutscher Bundestag

Alexander Schwarz, General Manager Germany,
Austria & Switzerland, Airbnb Germany GmbH

Prof. Dr. Gunter Olesch, Geschäftsführer,
Phoenix Contakt

Gabriele Fanta, Vorstandsmitglied & Managing
Director People Management, Sixt GmbH & Co.
Autovermietung KG

Dr. Ralf Fink, CEO, Ohly GmbH

Herr Dr. Cyrus de la Rubia, Chief Economist ,
HSH Nordbank

Stefan Bielmeier, Head of Research & Chief
Economist, DZ BANK AG

Dr. Lars Witteck, Vorstandsmitglied & CDO,
Volksbank Mittelhessen

Alexander Marten, CIE, DTAG

Ralph Scholz, CEO, McFit

Peter Muhr, President & CEO, Bühler Motor GmbH

Dr. Sebastian Binner, Geschäftsführer,
FALKE KGaA

Dr. Anton Angerer, CEO, Hemmelrath
Lackfabrik GmbH

Prof. Dr. Ferdinand Fichtner, Professor für
Wirtschaftspolitik & Makroökonomie, HTW Berlin

Dr. Boris Nikolai Konrad, Gehirnforscher &
Mehrfacher Rekordhalter in der Gedächtnisdisziplin

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CGM kommentiert: Das Sozialpaket der Bundesregierung setzt richtige Akzente im Kleinen

Das vom Bundeskabinett am 28. August beschlossene Sozialpaket leitet zu Recht keine rentenpolitische Revolution ein. Im Schatten der hitzigen Rentendebatte drohen die arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen der Großen Koalition allerdings leider unterzugehen.

Adalbert Ewen, Bundesvorsitzender der CGM, sieht das Sozialpaket als einen vernünftigen parteipolitischen Kompromiss und hebt die kleinen Fortschritte für Arbeitnehmer hervor:

„Mit der Festschreibung der „doppelten Haltelinie“ in der Rentenpolitik setzt das Bundeskabinett ein wichtiges Versprechen aus dem Koalitionsvertrag um, nicht mehr und nicht weniger. Letztlich konnte sich die SPD mit ihrer geforderten Stabilisierung des Rentenniveaus bis 2040 nicht durchsetzen. Unabhängig davon hat sie allerdings die eigenständige Autorität der eingesetzten Rentenkommission aus wahltaktischen Gründen nachhaltig beschädigt, obwohl gerade die Rentenpolitik niemals zum Gegenstand kurzfristiger parteipolitischer Profilierung herabgewürdigt werden sollte.

Aus Sicht der CGM stechen insbesondere die Vorstöße zur Verbesserung der beruflichen Weiterbildung und die Absenkung der hohen Sozialabgaben bei Midi-Jobs positiv heraus. Endlich nimmt die Politik die unverschuldeten biografischen Risiken eines jahrzehntelangen Berufslebens ernst und unterstützt Arbeitnehmer dabei, sich auf diese großen Umwälzungen einzustellen. Auch die Ausweitung des Gleitzonen-Korridors bei den Beiträgen zur Sozialversicherung auf 1.300 Euro bedeutet eine merkliche Entlastung von Geringverdienern und erkennt ihre Arbeitsleistung an.“

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„Mut zum Kurswechsel“ – stellv. DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks zum Digitalrat

Zum heute eingesetzten Digitalrat erklärt der stellv. DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks:

„Die Besetzung des Digitalrates ist ein Zeichen dafür, dass die Bundesregierung auch die Digitalisierung in der Gesundheitswirtschaft stärker in den Blick nimmt. Dafür wird es höchste Zeit. Die digitale Medizin wird die Gesundheitsversorgung in den nächsten Jahren deutlich verändern. Deutschland hat hier noch enormen Nachholbedarf. Hoffentlich trägt auch der Digitalrat dazu bei, dass die deutsche Politik nicht nur schneller von anderen Ländern lernt. Wir brauchen auch mehr Mut zum Kurswechsel. Sonst geht das Wertschöpfungspotenzial der digitalen Gesundheitswirtschaft verloren und erfolgt in anderen Ländern. Die deutsche Gesundheitswirtschaft mit einer jährlichen Bruttowertschöpfung von mehr als 340 Milliarden Euro ist für ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit auf innovationsoffene Rahmenbedingungen angewiesen.“

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Gesellschaftliche Dialog Öffentliche Sicherheit

Am 26. Juni 2018 fand erstmals der Gesellschaftliche Dialog Öffentliche Sicherheit: 1. Berliner Kongress für wehrhafte Demokratie im Humboldt Carré in Berlin statt. Die itWatch war aktiv vertreten, um vor dem Hintergrund neuer und sich durch Globalisierung und Digitalisierung rasant veränderter Bedrohungslagen über Leitfragen der öffentlichen Sicherheit im gesellschaftlichen Dialog mit der Politik in Europa, dem Bund, den Ländern und Kommunen sowie den Sicherheitsbehörden zu diskutieren.

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OBS-Studie: Mehr als 200 Bundestagsabgeordnete „stocken“ ihre Diäten auf

  • OBS-Eröffnungsbilanz zu Beginn der 19. Wahlperiode bestätigt mittelfristige Trends
  • Nebeneinkünfte bis Juli in Höhe von fast 9 Mio. Euro vermutet
  • Nebenverdiener kommen meist aus der Union oder der FDP
  • AfD-Fraktion langt in erster Legislaturperiode auch kräftig zu 
  • Männer, Rechtsanwälte und Selbstständige prägen das Profil der „privilegierten“ Minderheit 
  • Autor äußert Kritik an der Datenerfassung durch den Deutschen Bundestag
  • Stiftung beklagt politisches Handlungsdefizit 
  • Daten von 3 Wahlperioden liegen vor
  • OBS-Studienreihe erlaubt interessante Vergleiche und analysiert Trends

Die Otto Brenner Stiftung hat zum vierten Mal die Nebentätigkeiten und Hinzuverdienste der Mitglieder des Deutschen Bundestages analysiert. Ein Ergebnis der „Eröffnungsbilanz“ zu Beginn der 19. Wahlperiode (ab Herbst 2017) ist, dass sich an der Praxis der entgeltlichen Tätigkeiten trotz des (Wieder-)Einzugs der FDP und der neuen AfD-Fraktion in den 19. Deutschen Bundestag kaum etwas verändert hat. 206 Abgeordnete geben an, neben ihrem Bundestagsmandat auch noch entgeltlichen Tätigkeiten nachzugehen. Nebeneinkünfte sind weiterhin das Problem einer privilegierten Minderheit von Abgeordneten, die größtenteils aus Union und FDP kommen. Auch über 13 Prozent der AfD-Abgeordneten räumen nach wenigen Monaten schon ein, neben dem Mandat entgeltliche Tätigkeiten auszuüben. Auch innerhalb der Gruppe der „Aufstocker“ im Bundestag gibt es einige „Ausreißer“. 18 Abgeordnete, also nur etwa 2,5 Prozent der Mandatsträger, beziehen allein mehr als die Hälfte aller bis zum Juni 2018 angegebenen und verfügbaren Nebeneinkünfte.

Ein weiteres Ergebnis vorheriger Untersuchungen kann durch die aktuelle Erhebung im Kern bestätigt werden. Abgeordnete, so der Studienautor Sven Osterberg, „bringen ihre Nebentätigkeiten in den Bundestag mit und zeigen wenig Absicht, diese mit dem Einzug in das Parlament aufzugeben“. Insbesondere betrifft das die Gruppe der Rechtsanwälte, die allein ein Viertel aller Nebeneinkünfte angeben. Die AfD ist entgegen der Erwartungen sowohl hinsichtlich ihres Anteils der Abgeordneten, die eine bezahlte Tätigkeit angeben, als auch mit Blick auf das verdiente Geld bereits an dritter Stelle.

Die Studienreihe der Otto Brenner Stiftung kann einen weiteren Trend, der schon seit einigen Jahren zu beobachten ist, nunmehr recht deutlich bestätigen: Die Einbindung der Parlamentarier in die Gesellschaft durch ehrenamtliches Engagement sowie die (unentgeltliche) Übernahme von Aufgaben und Funktionen in Vereinen, Stiftungen und Verbänden ist weiter rückläufig. Nicht bestätigen lässt sich die hin und wieder aufgestellte These, dass erst das Mandat Nebeneinkünfte und Nebentätigkeiten generiert. Osterberg hat dazu die Angaben von 103 Abgeordneten verglichen, die erstmals in den 17. Bundestag (2009) eingezogen waren und nun 2017, zu Beginn der 19. Wahlperiode, bereits zum dritten Mal in den Bundestag gewählt wurden. Ergebnis: Nebentätigkeiten nehmen nicht zu.

Dabei kritisiert der Sozialwissenschaftler und Autor der OBS-Studie, Sven Osterberg, allerdings auch, „dass das System der Veröffentlichung der Daten über die Webseite des Bundestages erhebliche Defizite aufweist“. Die Untersuchung habe, bei aller Transparenz, die bisher erreicht wurde, wieder einmal bestätigt, „dass die Fristen für die Angabe von Nebeneinkünften und die schriftliche Eingabe bei der Bundestagsverwaltung den aktuellen Stand der gesamten Nebeneinkünfte nur unklar beziffern lassen“. „Digitale Alternativen, die dem Bürger einen aktuellen, einfachen Zugang zu aggregierten und vergleichbaren Daten ermöglichen, sind durchaus denkbar“, fordert der Experte Sven Osterberg nachhaltige Änderungen.

Für die Otto Brenner Stiftung, die die Ergebnisse der bereits vierten Studie zu den Nebeneinkünften und Nebentätigkeiten der Bundestagsabgeordneten jetzt online veröffentlicht hat, bestätigen die zentralen Erkenntnisse der Untersuchung ein weiteres Mal, dass es vor allem ein längst überfälliges Handlungsdefizit und weniger ein Transparenzproblem gibt. „Die relativ konstanten Ergebnisse der Studien werfen“, so OBS-Geschäftsführer Legrand, „immer wieder dieselben Fragen auf: Was sind akzeptable, erwünschte und zulässige Nebentätigkeiten, die mit der Stellung von Abgeordneten vereinbar sind? Warum gibt es nicht die Verpflichtung zur Aufgabe von Tätigkeiten während der Mandatszeit oder zumindest zum Spenden der Einkünfte aus ‚außerparlamentarischen‘ Tätigkeiten neben dem Mandat im Bundestag?“

Für die Stiftung ist und bleibt es ein Problem, dass das Parlament leichtfertig den Eindruck vermittelt, es sei käuflich. Legrand weiter: „Der Bundestag hat es allein in der Hand, durch konkrete Maßnahmen diesen Vorwurf zu korrigieren“. Leider wäre aber auch zu Beginn der 19. Wahlperiode aus dem Bundestag wieder kein kräftiges „Wir haben verstanden!“ zu hören. Engagierte Vorschläge aus der Mitte der Herzkammer der Demokratie fehlen nach Auffassung der Stiftung ebenso wie konkrete Taten der Parlamentarier.

Die Stiftung plant, mit einer Schlussbilanz am Ende der 19. Wahlperiode ihre aktuelle Arbeit zu Nebeneinkünften und Nebentätigkeiten abzurunden.

Sven Osterberg: Aufstocker im Bundestag III – Eröffnungsbilanz der Nebenverdienste der Abgeordneten zu Beginn der 19. Wahlperiode, AP 31 der OBS; Frankfurt/Main, Juli 2018.

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Zwei Unternehmerinnen starten eine Petition für Gendergerechtigkeit im Wirtschaftsministerium

Geschäftsführerin der rds energies GmbH Eva-Catrin Reinhardt und die Unternehmerin Nicole Schelter kritisieren die Frauenlosigkeit in 3 der wichtigsten Ministerien in Deutschland. Sie bewerben sich in Form einer Petition für Positionen bei Minister Peter Altmaier im Wirtschaftsministerium.

Deutliche Worte finden Eva-Catrin Reinhardt und Nicole Schelter in ihrer jüngsten  Petition an Minister Peter Altmaier: "Wir regen angesichts der frauenlosen Führungsriege in 3 Bundeministerien an, uns zu nehmen."  

"Um es deutlich zu sagen: Wir Frauen werden stets und besonders bei Führungspositionen benachteiligt. Und Sie machen dabei mit! Benachteiligung erfahren wir Frauen vielfältig auch bei anderen Themen: 

• Wir arbeiten mehr und oft kostenlos für Kinder, den Haushalt oder zu pflegende Angehörige. 
• In Dax Vorständen sind wir mit 13% Frauenanteil fast gar nicht vertreten. 
• Wir werden mit unserer Intelligenz und unseren guten Lösungskonzepten öffentlich kaum wahrgenommen. 
• Wenn wir gute Ideen haben, werden sie oft von Männern geklaut und als die eigenen ausgegeben (z.b. in Meetings) und als deren Ideen wahrgenommen. 
• Bei gleicher Qualifikation werden wir wesentlich schlechter bezahlt. 
• Wir bringen oft Höchstleistungen, bekommen dafür aber wenig Anerkennung. 
• Das alles zermürbt auf Dauer unser Selbstbewusstsein und deswegen trauen sich viele Frauen weniger zu als Männer. 
• Wir bekommen wesentlich schwerer Zugang zu Krediten und Unterstützung für ein erfolgreiches Unternehmertum. 
• Wir bekommen selten die Chance auf Führungspositionen. 
• Im Geschäft erlebten wir Klüngelei, Filz und hohe Zugangsbarrieren. 
• Uns droht in großem Maße Altersarmut, nicht nur, wenn wir Kinder haben. 
• Haben wir eine Notsituation, z.B. als Alleinerziehende, hilft uns in den seltensten Fällen jemand. Teilweise nicht mal die eigene Familie. 
• Viele von uns wurden dazu noch begrapscht, angemacht und haben Gewalterfahrungen, auch sexueller Natur. 
• Wenn wir Kinder haben und unsere Beziehungen scheitern, ziehen sich Väter oft vollkommen aus der Verantwortung. 
• Durch alle diese Zustände sind nicht nur wir sondern zugleich auch unsere Kinder sehr stark benachteiligt."

In der Petition heisst es weiter : "Es ist deshalb außerordentlich bedauerlich, dass sich Deutschland insgesamt rückschrittlicher in Sachen Gleichberechtigung darstellt, als es mit dem vorhandenen Potential sein müsste. Bezogen auf Europa zeigt der Gender Equality Index, dass selbst Slowenien besser abschneidet als Deutschland, ganz zu schweigen von den skandinavischen Ländern, die uns ausnahmslos weit hinter sich lassen.

Sie wissen sicher, dass weibliche Sichtweisen, Kreativität und Intelligenz von Frauen Fortschritt auch im Sinne von finanziellem Erfolg bringen. Die dazugehörige Studie zeigt, dass Unternehmen, in denen mindestens eine Frau im Aufsichtsrat oder im Vorstand sitzt, messbar erfolgreicher sind. Schaut man sich die Beteiligung von Frauen in Entscheidungsgremien an, so ist Deutschland nur im Mittelfeld, d.h. es gibt sehr viel ungenutztes Potential in Deutschland.

Zum Start der Initiative „Frauen unternehmen“ hat ihr Vorgänger dies als wesentliche Motivation genannt und setzte damit auf die Wirkung von Vorbildern für Frauen. In Deutschland glaubt immer noch jeder Fünfte, Männer wären eher in der Lage, wichtige gesellschaftliche Aufgaben zu übernehmen. Zum Vergleich: in Spanien sind es nur 9%, sogar in Mexiko immerhin nur 15%. Es kann nicht sein, dass so viele Menschen glauben, die wichtigsten wirtschaftlichen Entscheidungen unseres Landes könnten nur von Männern gefällt werden. Sie sehen, Vorbilder sind dringend notwendig.

Ihr Ressort hat Auswirkungen auf alle Themen, die Belange von Frauen betreffen. Frauen, die oft durch geringeren Verdienst ohnehin wirtschaftlich benachteiligt sind und die ganz selbstverständlich für den größten Anteil der meist unentgeltlichen Carearbeit zuständig sind. Andere wichtige Themen, die große Auswirkungen auf unser Leben haben, sind die Lohngleichheit, Haftungsübernahmen, Lösungen für die Frage, wie sich unsere Wirtschaft entwickeln soll, um eine faire Wirtschaft und Teilhabe für alle zu bieten, Energiewende, Digitalisierung, Deutschland als Produktionsstandort, wirtschaftliche Teilhabe, Lösungen für das Alleinerziehendendilemma, Vergütung von Carearbeit etc.

Wenn wir uns die vielen Herausforderungen anschauen, dann sind frischer Wind, Blick von außen und neue Ideen dringend nötig und dies bringen Frauen mit. 
Sollte also tatsächlich der Männerüberschuss im Ministerium dadurch zustande gekommen sein, dass geeignete Kandidatinnen fehlen, bieten wir hiermit gleichzeitig unsere Kompetenzen an."

Die Petition hat bereits mehr als 100 Unterschriften gesammelt, davon ca. 30% von Männern, was zeigt, dass die Gendergerechtigkeit nicht mehr nur ein reines Frauenthema ist.

Hier geht es zur Petition: https://weact.campact.de/petitions/manner-und-frauen-schaffen-gemeinsamen-erfolg-auch-in-bundesministerien-2

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