Toshiba auf der LogiMAT 2019: dynaEdge inklusive Datenbrille sorgt für mehr Produktivität in der Logistik

  • Mitarbeiter haben vollen Datenzugriff und gleichzeitig die Hände frei
  • Sofort einsatzbereit durch vorgefertigte Workflow-Module
  • Windows 10 ermöglicht nahtlose Integrierbarkeit

Nächste Woche startet die 17. LogiMAT in Stuttgart. Vom 19. bis 21. Februar 2019 präsentieren die Aussteller unter dem Motto „Intralogistik aus erster Hand: Intelligent – Effizient – Innovativ“ ihre Produkte und Lösungen für eine profitable Intralogistik. Auch die Toshiba Client Solutions Europe GmbH (TCSE GmbH) ist auf der internationalen Fachmesse vor Ort. Auf dem Stand ihres weltweiten Softwarepartners Ubimax GmbH (Stand F80 in Halle 8) zeigt die TCSE GmbH den dynaEdge DE-100 PC mit intelligenter Datenbrille. Die Assisted Reality-Lösung hilft Prozesse im Lager zu beschleunigen, Kosten beim Kommissionieren einzusparen und ist durch verschiedene fertige Workflow-Module direkt anwendbar.

Hände frei und alle Infos im Blick Dank Toshiba dynaEdge inklusive Datenbrille lassen sich im Bereich der innerbetrieblichen Logistik Standardprozesse beschleunigen und vereinfachen. Lageristen sind ständig in Bewegung, zum Beispiel wenn sie Güter für den Warenausgang vorbereiten. Ausgestattet mit dem dynaEdge DE-100 und dem monokularen Viewer AR100, haben sie Zugriff auf alle nötigen Daten und sind dabei nicht in ihrer Mobilität eingeschränkt. Während der Mitarbeiter die Bestandteile der Bestellung zusammensucht, sieht er auf dem Display der Brille, was er als nächstes braucht sowie die Position des Packstücks. Sollte er einmal nicht weiter wissen, schafft die Lösung ebenfalls Abhilfe: Da sich das Blickfeld des Brillenträgers aufnehmen und streamen lässt, sieht ein Experte genau, was der Mitarbeiter vor sich hat und kann bequem Unterstützung leisten, ohne selbst vor Ort sein zu müssen. Auch eine Dokumentation von Arbeitsabläufen in Echtzeit ist mühelos möglich. Dabei hat der Kommissionierer stets beide Hände frei. All diese Verbesserungen helfen, Betriebskosten einzusparen, denn je schneller ein Auftrag kommissioniert wird, umso günstiger wird der gesamte Prozess.

Mühelose Implementierbarkeit dank Windows 10 Betriebssystem Viele Entscheider haben das große Potenzial von Smart Glasses bereits für sich erkannt. Laut einer Toshiba Studie denken 98 Prozent der Befragten, dass Datenbrillen die Produktivität in ihrem Unternehmen steigern würden. Dennoch zögern Zuständige oftmals, da sie Sorge vor einer komplizierten, zeitaufwendigen Einführung haben. Die Toshiba Lösung mit Windows 10 hingegen fügt sich nahtlos in die bestehende Infrastruktur ein, ist sofort einsatzbereit und einfach in der Anwendung.

Workflow-Lösungen für sofortige Nutzung Damit Kunden direkt loslegen können, verfügt der Toshiba dynaEdge über fertige Module von Ubimax. Die Kommissionierfunktion xPick ist dabei genau auf die Anforderungen der Logistik abgestimmt. Sie bietet verschiedene Funktionen für mehr Effizienz im Lager, etwa das automatische Einlesen von Artikel-Barcodes oder das Anzeigen der optimalen Route im Warenlager.

Nicht nur mit Brille gut: dynaEdge als PC-Ersatz Wird der Viewer einmal nicht benötigt, verwandelt sich der dynaEdge mit Hilfe eines externen Monitors in einen vollfunktionsfähigen stationären Arbeitsplatz. Denn im Grunde ist das Gerät nichts anderes als ein Standardrechner im Miniaturformat: Intel® Core Prozessoren bis zur m7-Reihe liefern die nötige Rechenleistung und der integrierte Akku ermöglicht eine Laufzeit von bis zu 6,5 Stunden.

Weitere Informationen zur Toshiba Assisted Reality-Lösung dynaEdge DE-100 einschließlich smarter Datenbrille AR100 Viewer finden Sie hier: http://www.toshiba.de/dynaedge.

Alle anderen hier erwähnten Marken sind das Eigentum der jeweiligen Besitzer.

Änderungen von Produktspezifikationen und Konfigurationen sowie Verfügbarkeit vorbehalten. Abweichungen des Produktdesigns und der Produktmerkmale sowie Abweichungen von den dargestellten Farben sind möglich. Irrtum vorbehalten.

Originalmeldung direkt auf PresseBox lesen
Mehr von Firma PresseBox

Mit der „digitalen Kettenreaktion“ zur Prozesseffizienz

Variantenvielfalt, Mengenschwankungen und eine wachsende Zahl von Akteuren entlang der automobilen Lieferkette machen die IT-basierte Transportsteuerung zunehmend zum unverzichtbaren Erfolgsfaktor für Logistiker. Auf dem Forum Automobillogistik von BVL und VDA, das Anfang Februar in München stattfand, diskutierten Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft über Einsatzmöglichkeiten und Vorteile.

Der wachsende Trend zur Individualisierung bei Produkten und Dienstleistungen wird von einem erwarteten Anstieg des Frachtvolumens um den Faktor vier bis sechs über alle Verkehrsträger bis 2050 begleitet. Vor diesem Hintergrund betonte Prof. Stefan Asenkerschbaumer, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung bei Bosch: „Die Vernetzung der Supply Chain stärkt unsere Wettbewerbsfähigkeit.“ Gleichwohl unterstrich er die Komplexität dieser Aufgabe, zumal die Steuerung und Abstimmung mit vielen kleinen Lieferanten dazugehört. Nachbesserungsbedarf sieht er vor allem bei kleineren und mittleren Unternehmen entlang der Supply Chain. Nach Einschätzung des Experten fehlen ihnen meist die digitalen Grundlagen, und zwar sowohl technisch als auch qualifikatorisch. Nach einer Studie der Hochschule Coburg tauschen weniger als 25 Prozent der mittelständischen Unternehmen Produktionsinformationen über cloudbasierte Kooperationsplattformen aus. Dabei erlaubt gerade diese Technologie eine Reduktion des Aufwands, eine bessere Datenqualität und eine hohe Transparenz, die wiederum eine Prozessoptimierung ermöglicht. Hier habe die Branche in den nächsten Jahren noch viel Arbeit vor sich.

Umso wichtiger, dass große Unternehmen mit gutem Beispiel vorangehen. Matthias Braun, Leiter Digitalisierung und Konzeptentwicklung Materiallogistik bei der Volkswagen Konzernlogistik, sprach darum von einer „digitalen Kettenreaktion“, die mit einer standardisierten Kommunikation beginnt. Die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Digitalisierung liegt seiner Einschätzung nach darin, alle Prozesse in einer Kette abzubilden. Dort, wo Schnittstellen für den Datenaustausch nicht von Partnern eingerichtet werden, müssen diese dennoch die Möglichkeit haben, ihre Daten standardisiert zu übermitteln. Darum entwickelte der Automobilkonzern eine digitale Transportakte, die alle relevanten Informationen zu einem Transportauftrag für alle Prozessbeteiligten einsehbar zusammenführt. „Es kann doch nicht sein, dass wir beinahe mehr Papier in der Abwicklung brauchen als wir Ladung auf dem Lkw transportieren“, so Braun abschließend. Über den digitalen Informationsaustausch in Echtzeit sei dem beizukommen.

„Die Technik ist selten das Problem, es hapert vielmehr an den etablierten Prozessen“, ergänzte Christian Bühler, IT-Projektleiter Global Supply Chain im Bereich Transportleitsysteme bei Daimler. Mit einheitlichen Abläufen nach VDA-Maßgaben will das Unternehmen eine durchgängige Steuerung des Hauptlaufs von der Beladung bis zur Entladung im Werk erreichen. Dazu hat Daimler eine Plattform eingerichtet, um die Datenqualität zu prüfen und wo nötig zu verbessern. Wichtig ist dabei laut Bühler vor allem: „Die Komplexität muss sich im System abbilden lassen, aber bitte nicht in dessen Bedienung.“

Inwieweit Big Data den Produktivbetrieb unterstützen kann und welche Effizienzgewinne sich durch die Auswertung großer Datenmengen erzielen lassen, veranschaulichte Dr. Matthias Priebe, verantwortlich für Bedarfs- und Bestandsmanagement sowie Beschaffungslogistik bei Volkswagen im Bereich Aftersales. Ab der Serienfertigung eines Modells werden bei dem Wolfsburger Automobilhersteller alle Ersatzteile, die für die Fahrbereitschaft nötig sind, 15 Jahre lang vorgehalten. Die Vorhersage von Ersatzteilbedarfen für einen derart langen Zeitraum war eine der größten Herausforderungen für den Bereich Beschaffungslogistik im Konzern. „Durch den Einsatz von Big Data ist es uns gelungen, eine hinreichend genaue Allzeitprognose zu erstellen und Massendaten aus der Laborumgebung in den Produktivbetrieb zu überführen“, so Priebe.

Neben der reinen Datenverarbeitung und -analyse spielen auch autonome Transportsysteme in der Produktionshalle wie im Yardmanagement eine immer wichtigere Rolle. BMW setzt in seinen deutschen Werken bereits zu einem Teil auf autonomen Helfer: Fahrzeuge zum Transport von Sattelaufliegern oder auch von Behältern wie Gitterboxen navigieren auf dem Werkgelände zielsicher ohne Leitlinien oder Transponder. Die in der Halle eingesetzten Logistikroboter übernehmen eine Vielzahl von Aufgaben, von der autonomen Bandbereitstellung in der Montage über den Transport von Rolluntersetzern bis hin zu Routenzügen. Die Maschinen lernen während ihres Einsatzes permanent dazu und zeigen durch ihre Leistungsfähigkeit, wie gut sich die Intralogistik als Testfeld für autonomes Fahren eignet.

Originalmeldung direkt auf PresseBox lesen
Mehr von Firma PresseBox

Die menschliche Komponente – Kundenbetreuung entscheidet über Erfolg oder Misserfolg deutscher Einzelhändler

Der deutsche Einzelhandel befindet sich derzeit in einer noch nie dagewesenen Phase rasanter Veränderung. In dieser neuen, kundenfokussierten Einzelhandelslandschaft spielt das Verkaufspersonal weiterhin die zentrale Rolle, wenn es darum geht, das Überleben und den dauerhaften Erfolg von Einzelhandelsunternehmen zu sichern. Laut einem Bericht von Reflexisist den Kunden ein freundliches und reibungsloses Einkaufserlebnis enorm wichtig.

Die Studie mit mehr als 1000 deutschen Verbrauchern aus allen Bundesländern unter dem Titel “Zeitgewinn im Tagesgeschäft – smarter Personaleinsatz erhöht Kundenzufriedenheit“zeigt die entscheidende Rolle des Verkaufspersonals: 75 % der Studienteilnehmer geben an, dass eine gute, ladeninterne Kundenbetreuung sie dazu bewegt, auch künftig dort zu kaufen.

62 % der Verbraucher sagen, dass sie in einem Geschäft, das guten Service bietet, wahrscheinlich mehr ausgeben und 70 % geben an, dass gute Betreuung insgesamt zu einer positiveren Markenwahrnehmung beiträgt. Welche wichtige Rolle die menschliche Komponente bei den Kundenerwartungen spielt, zeigen folgende Zahlen: Immerhin 70 % der Befragten in Rheinland-Pfalz gaben an, Wert auf einen „Service mit einem Lächeln“ zu legen, gefolgt von jenen aus Brandenburg (62%) und Schleswig-Holstein (53%). Laut Studienergebnissen legen die Hamburger mit 29% den geringsten Wert auf einen Service, der mit einem Lächeln einhergeht. Deutliche regionale Unterschiede ergeben sich auch bei den Erfahrungen der Kunden hinsichtlich der Höflichkeit und Freundlichkeit des Personals. So gaben 53% der befragten Berliner an, schon mal einen Laden verlassen zu haben, weil das Personal unhöflich war. In Thüringen hingegen machten erst 19% diese Erfahrung.

Doch auch der Einfluss negativer Erlebnisse beim Einkauf darf nicht unterschätzt werden, denn 64 % der Kunden nutzen Mundpropaganda, um Freunde und Familie vor dem Einkauf in Filialen zu warnen, in denen sie ein schlechtes Kundenerlebnis hatten. 59 % sind sogar überzeugt, dass sie nie wieder dort einkaufen werden.

In einer Zeit, in der Verbraucher praktisch jeden Artikel innerhalb von Sekunden online bestellen können, erwarten sie direkten und schnellen Service. Dazu geben deutsche Verbraucher an, dass sie im Durchschnitt gerade mal vier Minuten bereit sind, im Geschäft zu warten, bevor sie den Laden mit leeren Händen wieder verlassen. Daher ist es umso beunruhigender,dass laut Studie ein Fünftel aller Kunden bereits 10 Minuten oder länger warten musste, um einen Artikel im Geschäft abzuholen, den sie online gekauft oder reserviert hatten. Das bedeutet, dass es für Ladenbesitzer im Bereich Click-and-Collect noch viel zu tun gibt, um diesen Service zu optimieren.

David Rogers, Vice President Verkauf und Marketing (EMEA) bei Reflexis, sagt: „In einer Einzelhandelsbranche, die sich im ständigen Wandel befindet, stellen wir fest, dass ein ganz persönliches Kundenerlebnis mit einer ausgeprägten menschlichen Komponente wichtiger ist denn je. Wir wissen, dass Unternehmen, die ihre Belegschaft optimieren, einen Mehrwert schaffen, das Kundenerlebnis verbessern und letztlich die Konversionsrate und langfristige Kundenbindung steigern können.“

David Rogers fügt hinzu: „Unsere Erfahrungen zeigen,Einzelhändler, die cloud-basierte Workforce-Management Systeme verwenden, lösen ihre Personaleinsatzplanung besser, sparen ihren Verkaufsmitarbeitern pro Woche ca. sieben Stunden Zeit ein und können ihre allgemeinen Personalausgaben um ein Fünftel reduzieren. Durch diese optimierten Abläufe kann das Verkaufspersonal produktiver arbeiten und den Kunden ein erstklassiges Einkaufserlebnis bieten.“

Deutsche Verbraucher legen großen Wert auf eine professionelle Verkaufsberatung. Fast die Hälfte aller Befragten gab an, dass sie ihren Kauf abbrechen, wenn sie merken, dass Mitarbeiter ihre Fragen nicht beantworten können oder nicht genug über das Produkt wissen. 87 % der Befragten sagten, dass ihnen die Fähigkeit des Verkaufspersonals, sie auf ihrer Customer Journey zu betreuen und zu beraten, wichtig ist.

„Informative Interaktionen zwischen Kunden und Verkaufspersonal sind der Schlüssel zur erfolgreichen Konversion und zur Stärkung der Kundenbindung, doch das Personal braucht dafür auch die Zeit und notwendigen Ressourcen. Einzelhändler, die softwarebasierte Arbeitsmanagement-Lösungen einsetzen, steigern nachweislich die Zeitspanne um über 30 %,  die Top-Verkäufer mit Kunden verbringen. So können Einzelhändler ihre größte Stärke, nämlich ihr Personal, optimal nutzen können“, fügt David Rogers abschließend hinzu.

Der Bericht sowie weitere Informationen stehen hier zur Verfügung https://www.reflexisinc.com/smarter-personaleinsatz-erhoht-kundenzufriedenheit

Originalmeldung direkt auf PresseBox lesen
Mehr von Firma PresseBox

Horváth-Studie „Urban Air Mobility“ – Flugtaxi-Pilotstrecken ab 2025 auch in Deutschland realistisch

  • Autonomes Fliegen in 15 Jahren für Endkunden verfügbar
  • Automobilhersteller als Anbieter bevorzugt – deutsche Firmen mit guten Chancen auf Europa- und Premiumgeschäft
  • Größtes Umsatzpotenzial liegt in Flugvermittlung und Zusatzservices

Innerhalb der nächsten fünf Jahre plant der Flugzeugbauer Airbus, einen Prototyp für ein selbstfliegendes Flugtaxi auf den Markt zu bringen. Allerdings ist die Marktdynamik extrem hoch, wie die aktuelle Studie „Urban Air Mobility“ der Managementberatung Horváth & Partners zeigt. Der Airbus-Prototyp könnte zu spät kommen. „Schon 2025 werden Flugtaxis in großen Städten auf ersten, festgelegten Routen Passagiere transportieren“, prognostiziert Dr. Daniel Guffarth, Studienleiter und Mobilitätsexperte bei Horváth & Partners. Autonomes Fliegen und autonomes Fahren stehen Endkunden künftig parallel als neue Fortbewegungsart zur Verfügung. Dies gilt den Studienautoren zufolge auch für den deutschen Markt.

Zwar bestehen hierzulande für den Luftraum strenge Sicherheitsauflagen – jedoch ist der Luftverkehr deutlich einfacher zu kontrollieren, da anders als auf der Straße weder öffentlicher noch Individualverkehr unterwegs ist.  Zudem zeigen Analysen von Horváth & Partners, dass die Akzeptanz der Bevölkerung bei selbstfliegenden Passagierdrohnen höher ist als bei selbstfahrenden Autos. Die Experten führen dies darauf zurück, dass in jüngster Zeit viele negative Berichte über Risiken, Unfälle bei Pilotversuchen sowie ethische Fragestellungen in Verbindung mit selbstfahrenden Autos Ängste geweckt haben. Autonomes Fliegen dagegen galt bis vor kurzem als Zukunftsvision. „In zahlreichen Städten weltweit werden Teststrecken für Flugtaxis eingerichtet. Sobald die ersten Pilotprojekte erfolgreich sind, wird sich auch in Deutschland die Politik für Versuchsstrecken und Betriebsrouten öffnen und die erlassenen Restriktionen, die vor allem auf Hobby-Drohnen gemünzt sind, anpassen“, prophezeit Guffarth.

2035 wird Personenbeförderung mit Flugtaxis zur endkundenreifen Dienstleistung

In der Initialphase von Urban Air Mobility (UAM) ab 2025 werden sich Flugtaxis in Megacitys ab zehn Millionen Einwohnern beziehungsweise Metropolregionen mit dieser Bevölkerungsdichte etablieren. In Deutschland könnten sich Pilotstrecken auf stark strapazierten Pendlerstrecken durchsetzen, zum Beispiel in der Rhein-Ruhr-Region. Generell sind in Deutschland neben innerstädtischer Mobilität auch Stadt-Land- oder Stadt-Stadt-Verbindungen zur Entlastung des Berufsverkehrs von hoher Relevanz. Ein Großteil der täglich 2.000 Staus – ein neuer Rekordwert aus dem Gesamtjahr 2018 – entfallen auf den Berufsverkehr.

In einer zweiten Phase ab 2035 wird sich UAM weltweit als Mobilitätsdienstleistung etablieren, mit Regelstrecken für den Transport mehrerer Personen pro Flugkapsel in nahezu jeder Metropole. 125 Millionen Stunden werden Flugtaxis den Berechnungen von Horváth & Partners zufolge im Jahr 2035 bereits in der Luft sein. Bis 2050, wenn der öffentliche Personennahverkehr mit Flugtaxis auch in kleineren Städten mit bis zu 600.000 Einwohnern Normalität sein wird, steigen die Flugstunden der Studie zufolge auf neun Milliarden Stunden an.

Autohersteller als Anbieter in der Gunst der Bevölkerung vorn

Der Kampf um die Vormachtstellung im Milliardenmarkt Urban Air Mobility ist im vollen Gang, aber längst nicht entschieden. Im Wochentakt vermelden Unternehmen verschiedener Branchen erfolgreiche Jungfernflüge. Audi und Airbus haben gemeinsam ein modulares Flugauto entwickelt, Daimler ist am Pionier-Startup Volocopter beteiligt, und das Urban Air Vehicle des amerikanischen Flugzeugbauers Boeing hat jüngst seinen ersten Testflug gemeistert. Die Kooperation von Airbus und Audi ist besonders erfolgversprechend. Denn, wie die Horváth & Partners Studie zeigt, werden Automobilhersteller als Anbieter von Lufttaxis gegenüber Luftfahrtunternehmen von der Bevölkerung bevorzugt. „Automobilhersteller punkten durch Markenbekanntheit, Kundennähe und vielfache positive Erfahrungen in punkto Qualität und Sicherheit. Gerade deutsche Premiumhersteller verfügen hier über einen Vertrauensvorschuss“, so Guffarth. Langfristig werden autonomes Fahren und autonomes Fliegen dem Experten zufolge ohnehin zu einem Gesamtmarkt „autonome Mobilität“ verschmelzen, da Anbieter eine Beförderung von A nach B dem Kunden gegenüber als ganzheitliches Mobilitätsangebot präsentieren werden. Marktteilnehmer mit langfristig guten Erfolgsaussichten benötigen also idealerweise in beiden Bereichen ein Standbein – ein weiteres Pro für die Automobilindustrie, die sich aufgrund des hohen Marktdrucks schon länger mit neuen Anforderungen urbaner Mobilität auseinandersetzt.

Profitabelstes Geschäft liegt in Flugvermittlung und Services

So sehr aktuell die Technik im Fokus steht – mit ihr wird im zukünftigen UAM-Markt nicht am meisten verdient werden. Die Produktion von Flugtaxis wird den Experten von Horváth & Partners zufolge lediglich fünf Prozent am Gesamtmarkt ausmachen, der Betrieb maximal ein Drittel. Auf die Flugvermittlung sowie begleitende Services wird mit 55 Prozent der Löwenanteil entfallen. Solche Zusatzservices reichen von Gastronomie-, Entertainment- oder Entspannungsangeboten innerhalb der Flugkapseln über die Beförderung zu oder von den Flugtaxihaltestellen bis hin zu digitalen Shoppingoptionen auf dem Flug.

„Im Premium-Segment, also der Einzelbeförderung in komfortabel ausgestatteten Kapseln, haben deutsche Automobilhersteller durch ihre Kundenbasis aber auch im Vermittlungsgeschäft gute Chancen, gerade in Europa“, sagt Horváth-Experte Daniel Guffarth. Neben Asien mit Ozeanien und den USA ist das Marktpotenzial für Urban Air Mobility auch in Europa überdurchschnittlich hoch, wie die Horváth-Studie zeigt. „Im weltweiten Massengeschäft wird sich aber wahrscheinlich ein globaler Technologiekonzern mit einer werbefinanzierten Plattform durchsetzen“.

Über die Studie:

Für die Studie „Urban Air Mobility – Business Between Sky and Earth“ führten die Experten von Horváth & Partners klassische Marktanalysen, digitale Sentiment-Analysen auf Basis künstlicher Intelligenz sowie qualitative Experteninterviews durch.

Die wesentlichen Ergebnisse sind in einer Infografik veranschaulicht, die hier heruntergeladen werden kann.

Originalmeldung direkt auf PresseBox lesen
Mehr von Firma PresseBox

„Wir müssen das Leben der Fahrer besser machen“

Woher kommen die Fachkräfte der Zukunft? Und was kann der Wirtschaftsbereich Logistik gegen den dramatischen Mangel an Berufskraftfahrern tun? Beim Forum Automobillogistik in München, das von der Bundesvereinigung Logistik (BVL) und dem Bundesverband der Automobilindustrie (VDA) ausgerichtet wurde, brachte Jörg Mosolf, Inhaber der gleichnamigen Firmengruppe, die Lage der Logistiker auf den Punkt: „Wir haben einen Fachkräftemangel auf allen Ebenen. Deshalb müssen wir jungen Menschen eine Zukunft bieten und den Nachwuchs fördern.“

In den rund 60.000 Unternehmen des drittgrößten deutschen Wirtschaftsbereichs arbeiten etwa 3,2 Millionen Frauen und Männer – und es werden dringend weitere Fachkräfte gebraucht. Besonders groß ist der Mangel derzeit an Berufskraftfahrern, die Waren und Güter im Nah- und Fernverkehr bewegen. „Aktuell fehlen jährlich etwa 45.000 Fahrer“, erklärte Jörg Mosolf. Zudem scheiden in den nächsten Jahren viele Fahrer aufgrund ihres Alters aus dem aktiven Berufsleben aus: „Von den 1,5 Millionen Kraftfahrern in Deutschland sind eine Million älter als 45 Jahre. 40 Prozent davon gehen in den nächsten zehn bis 15 Jahren in den Ruhestand“, so der ehrenamtliche Präsident des Deutschen Verkehrsforums. Auch wenn Digitalisierung und Automatisierung zunehmend als Treiber fungierten, würden noch lange Menschen gebraucht, die leichte und schwere Nutzfahrzeuge führen können. Ein Patentrezept gegen den Fahrermangel gebe es aber nicht: „Wir müssen das Leben der Fahrer besser machen und gemeinsam etwas tun“, forderte Jörg Mosolf. 

Junge Menschen für die Logistik begeistern

Experten sind sich einig: Soll der drohende Fachkräftemangel abgewendet werden, müssen vor allem junge Menschen für einen Job in der Logistik begeistert werden. „Wir sind laut Weltbank-Studie zum zweiten Mal in Folge ‚Logistikweltmeister‘, verstehen uns als Herz-Kreislaufsystem der Wirtschaft und nehmen in vielen Bereichen eine Spitzenposition ein. Aber in der Öffentlichkeit haben wir trotzdem kein gutes Image“, konstatierte Jörg Mosolf. Doch Jammern sei keine Lösung. Gemeinsam mit rund 70 weiteren Unternehmen und Vereinigungen beteiligt sich sein Unternehmen deshalb an der bundesweiten Imagekampagne „Logistikhelden“, die im April starten soll. Auf einer eigenen Internetseite sowie in Videos und Anzeigen will der Wirtschaftsbereich über Ausbildungsberufe, Studiengänge und Beschäftigungsmöglichkeiten informieren und sich selbstbewusst als attraktiver Arbeitgeber präsentieren.

Auch Lars Otte von Schnellecke Logistics wünscht sich künftig ein stärkeres Werben um den Nachwuchs. „Der Generationswandel in den Unternehmen befördert die Fluktuation, weil die Bindung abnimmt. Deshalb brauchen wir ein Generationen-Management“, riet der Vice President Business Development den mehr als 500 Teilnehmern der Fachkonferenz. „Für die ‚Generation Z‘ – also die nach 1996 Geborenen – ist die Arbeit nur ein Teil des Lebens. Bei den ‚Babyboomern‘ hatte der Job noch einen viel höheren Stellenwert“, führte Lars Otte aus. Mit Blick auf die zunehmende Digitalisierung und Automatisierung logistischer Abläufe ermunterte der Logistiker dazu, Betroffene zu Beteiligten zu machen. Lars Otte: „Mitarbeiter müssen frühzeitig in Veränderungsprozesse eingebunden werden – auch bei der Auswahl der Technik.“

Originalmeldung direkt auf PresseBox lesen
Mehr von Firma PresseBox

VerkehrsRundschau verleiht Image-Awards

Das Münchener Fachmagazin verleiht zum zehnten Mal die Image-Awards für Nutzfahrzeuge, Produkte und Dienstleistungen.

München. Die VerkehrsRundschau (VR) hat am Donnerstag, den 7.2.2019 zum 10. Mal die Image-Awards an Anbieter für Nutzfahrzeuge, Produkte und Dienstleistungen verliehen. Basis für die Verleihung ist eine vom unabhängigen Marktforschungsinstitut Kleffmann Group im Auftrag der VR durchgeführte Befragung von Einkaufsentscheidern der Transport- und Logistikwirtschaft. Die Preise wurden im feierlichen Rahmen der VR-Gala im Hotel Bayerischer Hof in München verliehen.

Für das Image-Ranking 2019 wurden insgesamt 663 Einzelinterviews mit Fuhrparkverantwortlichen zum Image der wichtigsten Anbieter für Nutzfahrzeuge, Produkte und Dienstleistungen durchgeführt. In der aktuellen Erhebung standen 110 Marken bzw. Unternehmen in zwölf Kategorien auf der Liste der Untersuchung. Ziel ist es, ein repräsentatives Meinungsbild zu ermitteln, welche Marken das beste Image haben. Das Resultat sind am Ende eines langen Prozesses die "Lieblingsmarken" der Fuhrparkverantwortlichen. Die Befragung für das aktuelle Ranking lief von Ende September bis November 2018.

Um die Befragung abzurunden, ermittelte Kleffmann die Bekanntheit der Marken, hat den Grund für eine Nichtbewertung erfragt und festgehalten, ob es in den vergangenen zwei Jahren eine konkrete Kundenbeziehung zu der Marke gegeben hat. Ausschlaggebend für die Auswahl der Marken sind unter anderem Marktanteile und Zulassungszahlen in Deutschland, eine bundesweit flächendeckende Präsenz sowie die Bekanntheit der Marke bei den maßgeblichen Entscheidern. Als Basis dienen unter anderem öffentlich zugängliche Marktanteils- und Umsatzrankings sowie Experteneinschätzungen. Die aktuell 110 für die Studie ausgewählten Marken zählen nach Marktanteilen und öffentlicher Wahrnehmung zu den Spitzenanbietern in Deutschland. Die Erstplatzierten werden von der VR mit einem Image-Award ausgezeichnet. In das Ranking wird eine Marke nur aufgenommen, wenn sich wenigstens 30 Studienteilnehmer zum Image geäußert haben.

Hintergrundinformationen zu den einzelnen Preisen finden Sie unter www.verkehrsrundschau.de

Über die Image-Awards

Die Kleffmann Group als unabhängiger Marktforscher befragt für das Image-Ranking ausschließlich Entscheider, die bei Speditionen, Frachtführern oder Industrie- und Handelsunternehmen tätig sind. Befragt wurden nur Firmen, die einen eigenen Fuhrpark haben – und mindestens zwei oder mehr Nutzfahrzeuge betreiben. Die befragten Entscheider müssen zudem für den Einkauf von Nutzfahrzeugen oder Produkten und Dienstleistungen für das Transportgeschäft verantwortlich sein, also Inhaber, Geschäftsführer, Einkaufsleiter, Disponent, Fuhrpark- oder Logistikleiter sein.

Über die VerkehrsRundschau

Die VerkehrsRundschau ist seit über 70 Jahren das führende Wochenmagazin für Spedition, Transport und Logistik. Sie erscheint jeden Freitag mit aktuellen, kritischen, praxisgerechten und nutzwertorientierten Informationen für Fach- und Führungskräfte von Logistikdienstleistern sowie für Transportlogistik-Entscheider aus Industrie und Handel. Die VerkehrsRundschau bietet unabhängige und kompetente Berichterstattung zu den Themen Politik + Wirtschaft, Transport + Logistik, Ausbildung und Karriere, Fuhrpark + IT, Recht + Geld, Lager + Umschlag sowie Test + Technik. Die Marke VerkehrsRundschau vereint neben dem wöchentlichen Fachmagazin auch zeitgemäße Internetangebote, Fachkongresse und zahlreiche Sonderprodukte.

Originalmeldung direkt auf PresseBox lesen
Mehr von Firma PresseBox

Bloß nicht aus der Reihe tanzen: Die Generation Z auf Instagram & Co.

Als Persönlichkeit aus der Masse hervorstechen oder anecken: für viele 16- bis 23-Jährige scheint das im Rahmen ihrer Social Media Auftritte kein Ziel zu sein. Im Gegenteil: auf Instagram & Co. zeigt sich die so genannte „Generation Z“ überraschend homogen. Hinsichtlich Ästhetik und Posen unterwirft man sich eher den gültigen Normen und Regeln, die von der Social Media Community am meisten Zustimmung erhalten.

Das ist ein übergreifendes Ergebnis der Studie “Digital Self vs. Real Self – die Gen Z in den Sozialen Medien” der Gesellschaft für Innovative Marktforschung in Heidelberg. Die repräsentative Studie untersucht, wie sich 16- bis 23-Jährige in den Sozialen Medien präsentieren.

Der Neo-Konformismus im Netz bringt für die Gen Z ähnliche Träume und Schönheitsideale hervor. Konkret bedeutet das: die 16- bis 23-Jährigen versuchen mit allen Mitteln in ihren Posts möglichst gestylt und erfahren zu wirken. Um diese Effekte zu erzielen nutzen 66% von ihnen Apps zur Bildbearbeitung. Mädchen greifen zudem zu immer drastischeren Beauty-Maßnahmen wie Gelnägeln und künstlichen Wimpern.

Die Gründe hierfür haben viel mit dem Wunsch nach sozialer Anerkennung zu tun: Wer sich im Netz Gen Z-konform präsentiert erhält viele „Likes“ von Gleichaltrigen. Die Anerkennung durch die Peergroup wird von der Gen Z schon als Leistung angesehen. Entsprechend sehen sich viele 16- bis 23-Jährigen auch beruflich in der Social Media Welt: Ein Drittel geben an, dass es ihr größter Traum wäre, mit Posts in Sozialen Medien Geld zu verdienen. Gleichzeitig lastet ein hoher Performancedruck auf der Zielgruppe, den Idealen der Sozialen Medien zu entsprechen.

Die GIM-Studie analysiert weiterhin die Rolle Sozialer Medien beim Thema Produktkauf. Mädchen lassen sich vor allem in den Bereichen Mode und Kosmetik inspirieren, Jungs hingegen bei Sport, Gaming und Technik. Als Inspirationsquelle für einen konkreten Produktkauf dient vor allem Instagram: Für den Bereich Mode geben 68% an, sich im letzten halben Jahr hier zu einem Produktkauf inspiriert haben zu lassen. Dabei sind Soziale Medien bei Produktkäufen tendenziell für jüngere Personen ausschlaggebend.

Für die Studie wurden 600 Personen zwischen 18 und 24 Jahren online befragt. Vorab wurden Social Media Beobachtungen, 24 In-Home Interviews und ein Experteninterview durchgeführt.

Originalmeldung direkt auf PresseBox lesen
Mehr von Firma PresseBox

Chancen für die Fachkräfte von Morgen

Die Höhere Berufsbildung – zum Beispiel die Weiterbildung zum Meister – bietet hervorragende Chancen für die Fachkräfte von morgen. Das geht aus der aktuellen DIHK-Erfolgsstudie Weiterbildung 2018 hervor.

Mehr Verantwortung im Job, ein besseres Gehalt und die Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit sind laut der Studie die Erfolge und Motive von IHK-Absolventen der Höheren Berufsbildung. Dabei stehen die beiden Ziele, eine bessere Position im Job zu erreichen (66 Prozent) und mehr Geld zu verdienen (46 Prozent) bei den Teilnehmern der Umfrage als Motivation für die Weiterbildung ganz oben.

„Durchhalten“ zahlt sich aus: Für nahezu zwei Drittel der Befragten hat die Weiterbildung positive Auswirkungen auf ihre berufliche Entwicklung. Das heißt sie sind entweder nach der Weiterbildung aufgestiegen, haben einen größeren Verantwortungsbereich oder konnten sich finanziell verbessern. Monatliche Gehaltszuwächse von 750 Euro und mehr sind keine Seltenheit. Doch auch persönlich nützt ein Abschluss der Höheren Berufsbildung: 85 Prozent der befragten Absolventen geben an, dass sich durch die Weiterbildung ihr Blickwinkel erweitert hat, sie Zusammenhänge besser verstehen und nun souveräner auftreten.

Es zeigt sich einmal mehr, dass Weiterbildung eine Investition in die eigene Zukunft ist – mit hoher persönlicher Rendite. Dazu passt, dass sich 85 Prozent der Befragten wieder für dieselbe Weiterbildung entscheiden würden. 58 Prozent wollen sich auch in Zukunft weiterbilden. Die Studie ist daher ein starkes Argument für die Berufliche Bildung und insbesondere die Höhere Berufsbildung.

Jährlich nehmen die Industrie- und Handelskammern (IHKs) rund 61.000 Prüfungen der Höheren Berufsbildung (Aufstiegsfortbildung) nach dem Berufsbildungsgesetz ab, zum Beispiel zum Fachwirt, Industriemeister oder Bilanzbuchhalter. Der aktuellen DIHK-Erfolgsstudie Weiterbildung liegen die Antworten von 17.595 Absolventen zugrunde. Der Befragungszeitraum lag zwischen dem 24. Januar und 22. Februar 2018.

Diese Medieninformation kann auch unter www.heilbronn.ihk.de/… abgerufen werden.

Originalmeldung direkt auf PresseBox lesen
Mehr von Firma PresseBox

TU Ilmenau entwickelt zukunftsweisendes Verfahren zur Untersuchung von Augengefäßen

Die Technische Universität Ilmenau hat gemeinsam mit dem Medizintechnikhersteller Imedos Systems aus Jena ein medizinisches Verfahren entwickelt, mit dem die Veränderungen kleinster Gefäße im Auge sichtbar gemacht werden. Mit der neuen Methode kann künftig, im Gegensatz zu heute, das Risiko für eine Netzhautschädigung schon vor einer Erkrankung abgeschätzt werden. Dann könnten effektive Therapie- und Behandlungsmaßnahmen gegen Krankheiten wie den Grünen Star frühzeitig eingeleitet werden. Das innovative medizintechnische Verfahren zur Analyse der Netzhautgefäße, auf das die Projektpartner weltweit Patente angemeldet haben, bestimmt schon heute den internationalen Standard.

Die kapillaren Blutgefäße im Auge sind mit einem Durchmesser von weniger als zehn Mikrometern die kleinsten Blutgefäße des menschlichen Körpers. Sie dienen dazu, das umliegende Gewebe mit Sauerstoff zu versorgen. Dieser Austausch, Mikrozirkulation genannt, wird durch Autoregulation stabil gehalten. Bei Störungen der Zirkulation, wenn sich beispielsweise der Blutdruck oder der Augeninnendruck verändern, ändert sich der Durchmesser der Gefäße. So wird verhindert, dass bei der Durchblutung und der Sauerstoffversorgung Mangelzustände auftreten, was zu Sehstörungen oder gar zur Erblindung führen kann.

Die Wissenschaftler des Instituts für Biomedizinische Technik der TU Ilmenau und der Imedos Systems GmbH, eines führenden Hersteller von Analysesystemen für Netzhautgefäße, haben weltweit erstmals die Autoregulation sichtbar dargestellt und so eine Untersuchung der Kapillaren möglich gemacht. Prof. Sascha Klee, Leiter des Fachgebiets Optoelektrophysiologische Medizintechnik und wissenschaftlicher Leiter des Forschungsprojekts an der TU Ilmenau, beschreibt die Wirkweise des Verfahrens: „Wir haben die wissenschaftlich-technischen Voraussetzungen dafür geschaffen, den kapillaren Blutgefäßen bei ihrer Arbeit zuzusehen“.

Die neue Methode basiert auf der künstlichen Erhöhung des Augeninnendrucks und ist für die Patienten völlig schmerzfrei. Um den Augeninnendruck zu erhöhen, wird ein kleiner Ballon, der an einem Brillengestell in Höhe des Lidwinkels befestigt ist, aufgeblasen. „Die so hervorgerufenen Reaktionen der Kapillaren können im Bereich des Sehnervenkopfs aufgezeichnet und ausgewertet werden“, erläutert Dr. Walthard Vilser, Geschäftsführer der Imedos Systems GmbH und Gastdozent an der TU Ilmenau. Aus den Änderungen der Gefäßreaktionen kann dann die Fähigkeit der Autoregulation bewertet werden.

Schon seit längerem können die Kapillaren der Netzhaut mit bildgebenden Verfahren betrachtet werden. Herkömmliche Methoden haben aber den Nachteil, dass damit nur bereits vorhandene Schäden erkannt werden. Mit der neuen Möglichkeit, die Funktion der Mikrozirkulation des Auges zu beobachten und zu bewerten, streben die TU Ilmenau und die Imedos Systems GmbH an, in Zukunft Schädigungen der Netzhaut durch Gefäßerkrankungen im Vorhinein zu erkennen und so verhindern zu können. Prof. Dr. med. Nagel, Spezialist für Augenheilkunde aus Rudolstadt und Honorarprofessor für Ophthalmologie an der TU Ilmenau, der die Studie leitete, ist optimistisch, dass die neue Methode Patienten schon in naher Zukunft große Vorteile bringen wird: „Ich bin zuversichtlich, damit schon sehr frühzeitig Risiken zur Entstehung und Fortschreiten von gefäßbedingten Netzhauterkrankungen erkennen zu können. Das könnte eine Voraussetzung für einen neuen diagnostischen Parameter und folgend völlig neue Behandlungsverfahren beim Glaukom, dem Grünen Star, sein.“ In Deutschland sind in etwa eine Million Menschen von Grünem Star betroffen. Die Krankheit führt im schlimmsten Fall zur Erblindung.

Originalmeldung direkt auf PresseBox lesen
Mehr von Firma PresseBox

Deutsche Planwirtschaft verharrt weiter in der Kohlestarre

Zum Abschlussbericht der Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung erklärt Dr. Axel Berg, Vorsitzender der deutschen Sektion von EUROSOLAR:

„Energieminister Peter Altmaier sagte schon vor Arbeitsbeginn der Kommission, dass mehr als eine Reduzierung um die Hälfte bis 2030 mit ihm nicht zu machen sei. Nun hat die Kohlekommission ganz im Sinne des Ministers entschieden. War sie nur ein auf Zeitgewinn angelegtes Ablenkungsmanöver, eine Schmierenkomödie und Farce von Anfang an, die einen schnellen Kohleausstieg nur simulieren sollte? Ja, so ist es wohl.

Die Vorschläge des Abschlussberichts wurden veröffentlicht. Es wird vor allem eines: Sehr teuer. Die Kohlekommission nennt einige, wenn auch nicht alle Zahlen. Bis zum endgültigen Ausstieg in knapp 20 Jahren, Ende des Jahres 2038, werden 26 Milliarden Euro für den Industrie-Umbau benötigt; die Strompreisentlastung 2023-2030 beläuft sich auf 14 Milliarden Euro. Zusätzliche Renten und Abfindungen für bestehende Arbeitsverhältnisse schlagen mit fünf Milliarden Euro zu Buche. Macht 45 Milliarden Euro. Darüber hinaus sollen die betroffenen Bundesländer 0,7 Milliarden Euro über 20 Jahre gestreckt vom Bund bekommen. Diese 14 Milliarden addiert sind wir bei 59 Milliarden Euro – sofern nicht jedes der sechs Kohleländer jährlich 0,7 Milliarden Euro bekommen soll. Das lässt der Berichtstext offen.

Hinzu kommt der von der Kohlekommission als verpflichtend erwähnte aber nicht bezifferte Zukauf von Emissionsrechten durch den Staat. Bei einem Fortschreiben des aktuellen Trends der Emissionsreduzierungserfolge, an dem der Kommissionsbericht nicht viel zu ändern gedenkt, kommen laut Agora Energiewende auf den deutschen Haushalt Kosten in Höhe von 30 bis 60 Milliarden Euro zu. Hierzu sagt der Bericht nichts. Auch wenn wir nur von der Untergrenze von 30 Milliarden ausgehen, sind wir somit schon bei mindestens 89 Milliarden Euro angekommen.

Die wegfallenden Kohlekraftwerke sollen überwiegend durch Gaskraftwerke ersetzt werden. Ein modernes Gas- und Dampfturbinen (GuD)-Kraftwerk kostet 900 €/kW. Wenn nur die Hälfte der 41 Gigawatt (GW) zu ersetzender Kraftwerkskapazitäten als GuD-Kraftwerke gebaut werden, kommen leicht weitere 19 Milliarden Euro Baukosten hinzu, die überwiegend auf die Verbraucher-Strompreise umgelegt werden. Der Bericht empfiehlt, ab 2023 einen Ausgleich in Höhe von zwei Milliarden jährlich zu schaffen, der durch die beschleunigte Beendigung der Kohleverstromung in Unternehmen und Privathaushalten entsteht. Das macht – nur bis 2030 gerechnet – weitere  16 Milliarden Euro.

Allein für die Kohlereduktion um gut die Hälfte der bestehenden Kapazitäten bis 2030 wären wir damit in einem Best-Case-Scenario bei 124 Milliarden Euro angekommen.

Der Bericht lässt die Frage offen, wer die Ewigkeits- und Renaturierungs-Kosten für die stillgelegten Kohle-Reviere übernehmen soll. Die voraussichtlichen Kosten, die durch Klima- und Gesundheitsschäden verursacht werden, wenn wir weitere zwei Jahrzehnte mit Kohleemissionen die Luft verschmutzen, wurden in dem Bericht ebenfalls nicht beziffert. Ebenso unbeziffert ist die Höhe der Prämien respektive Entschädigung für die Kraftwerksbetreiber für die Nicht-Fertigstellung von begonnenen Kraftwerksneubauten und den Verzicht auf das goldene Ende der alten Mühlen, die schon seit vielen Jahren abgeschriebenen sind.

Eine Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft von 2018 kommt zu dem Schluss, dass durch einen schnellen Kohleausstieg jährlich 27,9 Milliarden Euro Kosten vermieden werden können. Das ist der Benchmark der Kommission. Demnach kostet es die Gesellschaft rein rechnerisch 27,9 Milliarden für jedes Jahr, das wir später aussteigen.

Absage an den Klimaschutz

Die Paris-Ziele werden weder 2020 noch 2030 erreicht, wenn der Bericht so umgesetzt wird. Die Kohlekommission befürwortet im Jahr 2030 immer noch einen Bestand von 9 GW Braunkohle und 8 GW Steinkohle. Das ist vielleicht doppelt so viel wie laut dem Klimaschutzplan der Bundesregierung 2030 noch am Netz sein sollte. Im Abschlussbericht wird lapidar darauf verwiesen, dass auch die anderen Sektoren zeitnah ihre Beiträge leisten müssten. Die Energiewirtschaft habe ja bisher bereits den größten Anteil an der gesamten Emissionsminderung erbracht. Die Kommission hat nicht ausdrücklich empfohlen, alte Kraftwerke mit enorm hohen Emissionen vor neuen, hocheffizienten Kraftwerken mit wesentlich weniger Emissionen vom Netz zu nehmen. Eine Emissions-Obergrenze ist nicht vorgesehen.

Fürs Klima kommt es noch schlimmer: Die wegfallenden Kohlekraftwerke sollen vor allem durch Gas-Kraftwerke an den vorhandenen Standorten ersetzt werden. Die weltweite Klimabilanz dürfte sich dadurch verschlechtern. Gas ist das reine Gift. In der Gesamtemissionsbilanz vom Bohrloch über den Transport bis zur Verbrennung ist der Klima-Rucksack von Erdgas größer als der von Kohle. Das Geld für neue Gaskraftwerke sollte besser in emissionsfreie Erneuerbare Energien-Anlagen investiert werden.

Die deutsche Bevölkerung soll demzufolge neben durch Kohleverbrennung verursachte CO2-Emissionen auch weitere 20 Jahre den in Deutschland überproportional hohen Anteilen an Quecksilber und Stickstoffoxiden aus Kohlekraftwerken ausgesetzt bleiben, deren Reduzierung Berlin in Brüssel blockiert. Das kostet weiterhin tausende (!) Menschen in Deutschland jedes Jahr Gesundheitseinbußen und Lebensjahre.

Ein Wechsel hin zu einem dezentralen System Erneuerbarer Energien, das weder Gas-Großkraftwerke noch den Ausbau neuer Übertragungsleitungen im großen Stil erfordert, scheint nicht gewollt. Das EEG ist inzwischen zu einer riesigen Ausschreibungsverordnung mit der Beschreibung von Ausnahmen verkommen. Mit Bürgern, Kommunen und Unternehmern, die Solarstrom selbst erzeugen, verbrauchen, speichern und verkaufen und damit zu einem zentralen Baustein des modernen Stromsektors werden, hat sich die Kommission nicht weiter befasst. Konsequenterweise spielt auch eine Unterstützung von Bürgerinitiativen, Genossenschaften oder kleinen Stadtwerken keine Rolle. Obwohl eben diese bisher die mit Abstand größten Treiber der Energiewende waren. Die vielen Industriebefreiungen für die Fossilen sollen beibehalten werden, während es auf der anderen Seite bei den bestehenden Hemmnissen und Deckeln für den Ausbau Erneuerbarer Energien bleiben soll.

Energiewende weiter ausgebremst

Deutschland ist jetzt schon vom weltweiten Marktführer in der Photovoltaik auf Platz 4 abgerutscht. Anstatt umzusteuern, wird eine träge, nicht zukunftsfähige Kohlewirtschaft mit direkten und indirekten Subventionen marktwirtschaftswidrig am Leben gehalten und sogar belohnt. Durch den Bericht der Kohlekommission stieg der  RWE Monats-Schlusskurs im Januar 2019 um fast 13 Prozent. Die einst blühende deutsche Solarindustrie hat ausgeblüht.

Die Übertragungsleitungen sollen weitere Jahre mit Kohlestrom verstopft bleiben. Die Kohlekommission hat sogar die Stirn, darauf hinzuweisen, dass von den von der Bundesregierung geplanten 7.700 Kilometer neuer Übertragungsleitungen erst 950 Kilometer gebaut seien. Wer in Konzern-Systemkategorien denkt, sieht nur in Nischen Raum für dezentrale Erneuerbare Energien auf Hausdächern nah am Verbrauch.

Der Abschlussbericht der Kohlekommission ist eine unverbindliche Empfehlung für einen Strukturwandel in den betroffenen Kohlegebieten und bindet niemanden. Die Kommissionsmitglieder waren nicht demokratisch legitimiert. Sie erwarten jetzt sofort ein Mega-Gesetzespaket, das sie selbst mit dem Berlin-Bonn-Gesetz vergleichen. Obwohl noch viele Punkte offen sind und die Kommission selbst der Bundesregierung empfiehlt, zum Beispiel über Entschädigungen für entgangenen Gewinn erst mal ein Jahr lang mit den Kohlekraftwerks-Eigentümern zu verhandeln.

Bleibt zu hoffen, dass der Deutsche Bundestag seine Verantwortung für die Zukunft des ganzen Landes wahrnimmt und nicht nur für eine privilegierte Minderheit von Unternehmen zu Lasten aller anderen und der Umwelt und den Empfehlungen der Kohlekommission nicht folgt.

Eigentlich könnte es ganz einfach sein:

1. Alle Beschäftigten werden extrem großzügig abgefunden, beispielsweise mit bis zu 30.000 Euro pro Jahr ihrer Betriebszugehörigkeit. Dafür können statt der bisher vorgesehenen fünf Milliarden auch 20 Milliarden Euro bereitgestellt werden. Das hört sich teuer an, ist aber nur ein einmaliger Betrag. Vor allem aber kann niemand mehr den gebeutelten Arbeiter vorschützen, wenn es in Wahrheit nur um Konzerngewinne geht.

2. Mit einem beschleunigten Herunterfahren der meist über 30 Jahre alten Kohleindustrieanlagen und dem gleichzeitigen radikalen Hochfahren des Ausbaus von Photovoltaik und Windparks, insbesondere auf den frei werdenden Flächen, wäre ein Konversionsprogramm möglich, das nur einen Bruchteil der von der Kommission veranschlagten Gelder kostet und schnell der Umwelt hilft.

3. Die von der Kommission vorgeschlagenen Infrastrukturmaßnahmen und Geschäftsmodelle geben meist Sinn und können parallel angegangen werden.

Derzeit sind Kohlekraftwerke mit einer Leistung (netto) von insgesamt 41 Gigawatt (GW) aktiv, davon 19 GW Braunkohle und 22 GW Steinkohle. Im deutschen Rekordjahr 2012, bevor die Bundesregierung den Ausbau der Erneuerbaren eindämmte, betrug der Zubau allein bei der Photovoltaik 8,3 GW. Wenn Deutschland also lediglich zu bereits geleisteten Solarausbauzahlen zurückfindet, können sämtliche bestehenden Kohlekraftwerke innerhalb der nächsten fünf Jahre ersetzt werden. Der Neubau von größeren Erneuerbare Energien-Anlagen ist jetzt schon billiger als der Weiterbetrieb der Kohlemeiler. Von Greenpeace bis hin zu einem Konsortium aus Vattenfall, BayWa und anderen stehen Investoren bereit, die auf den bergbaulich genutzten Flächen, inklusive Netzanschluss und genügend Fachkräften in der Region, einen Mix aus Photovoltaik-, Wind- und Hybrid-Kraftwerken mit Speichern bauen würden. Mit privatem Kapital und ohne jegliche staatliche Förderung. Beteiligt man auch die Anwohner und lokalen Gemeinden an dem Ausbau, könnten die Reviere einen erfreulichen lokalen Aufschwung erfahren. Ebenso wie das vielen abgehängten Dörfern in industriefernen Regionen gelungen ist, die dank ihres Engagements für dezentrale Erneuerbare Energien bei sich zuhause Unternehmen, Jobs und Gewerbesteuer-Einnahmen schaffen konnten. Der Haken an der Geschichte ist, dass die großen Stromkonzerne zukünftig auf exorbitante Gewinne verzichten müssten, was die Lobbyisten im Bundestag zu verhindern wissen.

Klimawandel wartet nicht

20.000 Arbeitsplätze gibt es noch in den deutschen Braunkohle-Revieren, inklusive derer, die mit der Rekultivierung ehemaliger Braunkohle-Reviere befasst sind. Das entspricht zwei Prozent aller lokalen Arbeitsplätze in der Lausitz, 1,2 Prozent am Rhein und unter 0,3 Prozent in den anderen Revieren. In der Steinkohle-Verbrennung gibt es noch knapp 6.000 Beschäftigte. Die Bezahlung in der Branche ist überdurchschnittlich, ebenso die Qualifikationen, insbesondere im MINT-Bereich. Es bestehen somit gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Freiwerdende Stellen sollen allerdings kontinuierlich nachbesetzt werden, so steht es im Abschlussbericht.

Dass der Klimawandel keine Rücksicht auf die Wünsche der Old Industry nimmt, hat die Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ nicht thematisiert. Ebenso wenig, welcher anderer staatlichen Aufgaben deren Abwrackparty die nächsten Jahrzehnte gefeiert wird, weit bis nach Ablauf der Amtszeit aller gegenwärtigen Akteure, finanziert werden soll."
 

Originalmeldung direkt auf PresseBox lesen
Mehr von Firma PresseBox